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Der Februar ist ein guter Monat für das Schneiden von Hecken und Sträuchern

Unsere Gartentipps für den Februar

Fernab jeglicher Wetterprognosen und Kaffeegrundlesereien haben wir dazu den phänologischen Kalender zurate gezogen, der sich nicht in die traditionellen vier, sondern an zehn Jahreszeiten orientiert. Phänologie, eine altgriechische Wissenschaft, mit der sich auch der Deutsche Wetterdienst befasst, untersucht langfristig die periodisch wiederkehrenden Entwicklungseigenschaften der freien Natur und leitet daraus bestimmte Ereignisse und Abfolgen der sogenannten Zeigerpflanzen ab.

Statt beim Gärtnern auf ein fixes Datum zu vertrauen, orientieren sich bestimmte Arbeiten ausschließlich an der über viele Jahre beobachteten Natur. Anders als bei den kalendarischen oder astronomischen Jahreszeiten werden bei den Phänologischen die markantesten Gartentermine nicht auf den Tag genau festgelegt, sondern Jahr für Jahr und entsprechend der klimatischen Region aktualisiert. Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber sehen wir uns das Ganze am besten in einer Tabelle an.

Monat Phänologische Jahreszeit Charakteristik und Zeigerpflanze optimale Zeit zum:
Dezember / Januar Winter Eichenlaub fällt Obstbäume schneiden
Januar / Februar / März Vorfrühling Schneeglöckchen blühen Schneiden von Hecken, Obstbäumen und sommerblühenden Gehölzen, Blütenstände und abgestorbene Pflanzenteile entfernen, Sonnenblumen, Kohlrabi und Tomaten aussäen (im Haus)
Februar / März Erstfrühling Forsythien blühen Beerensträucher und Rosen schneiden, Sommerblumen, Möhren, Salat und Radieschen säen,
März / April / Mai Vollfrühling Apfelbäume blühen Rasen anlegen bzw. mähen, frühjahrsblühende Gehölze schneiden, Zwiebel- und Knollenpflanzen aussetzen, nach den Eisheiligen Knollengewächse pflanzen
Mai / Juni Frühsommer Holunder blüht Hecken schneiden, zweijährige Pflanzen aussäen (Rosen- und Grünkohl)
Juni / Juli / August Hochsommer Linden blühen Beerensträucher, Obstbäume, Rosen schneiden, Erdbeeren pflanzen
August / September Spätsommer Frühäpfel werden reif Hecken und Obstbäume schneiden, Zwiebeln und Knollenpflanzen aussetzen, Spinat und Feldsalat aussäen
September / Oktober Frühherbst Holunderbeeren reifen letzte Hecken und Obstbäume schneiden, Rasen anlegen, Rasendüngung, Frühlingsblüher einsetzen (Krokusse, Narzissen etc.)
Oktober / November Vollherbst Walnüsse reifen Rasen anlegen, Laub harken und kompostieren; frostempfindliche Knollen ausgraben und einlagern
November / Dezember Spätherbst Eichenlaub färbt sich keine Schnittarbeiten, Winterschutz an Pflanzen und Gehölzen anlegen, Grün- und Rosenkohl nach dem ersten Frost ernten

Konkret für den Februar und für unsere derzeitig klimatisch gemäßigte, mitteleuropäische Region sollte daher im Februar Folgendes in Angriff genommen werden:

Arbeiten im Nutzgarten

  • An frostfreien Tagen kann damit begonnen werden, den Kompost umzusetzen oder zu sieben;
  • Beete vorbereiten und Saatgut bestellen. Beginnen Sie am besten mit den Sorten, die im örtlichen Handel schwer zu erhalten und in den gängigen Online-Shops wie dreschflegel.de, arche-noah.at, vern.de usw. relativ schnell ausverkauft sind (siehe auch Newsthema 5);
  • Lichtkeimer, wie Sellerie dürfen jetzt schon in die Aussaatschalen (bei 18 bis 20° C).
  • Mit Folien, Vlies und Thermonetzen lässt sich die Gemüseernte jetzt bereits um gut vier Wochen vorverlegen. Möhren, Salat und Radieschen aber auch Kohlrabi und Lauch (möglichst kältefeste Sorten) können ebenfalls in die vorbereiteten Anzuchtkästen. Die aufgehenden Pflänzchen härten besonders gut ab, wenn die Kästen bzw. deren Fenster an etwas milderen Tagen für einige Stunden aufgestellt werden.
  • Bevor die Tage wieder wärmer werden, ernten Sie möglichst auch noch vorhandene Restmengen beim Rosenkohl ab. Was nicht sofort verzehrt wird, kann blanchiert und eingefroren werden.

Aufgaben bei Zierpflanzen und Gehölzen

  • Neu gepflanzte Obstbäume können jetzt erstmalig gedüngt werden. Das begünstigt die Bildung neuer Triebe und stärkt den Wuchs der lebensnotwendigen Wurzeln.
  • Aufgrund des extrem nassen Winters ist außerdem eine Kontrolle aller Baumpfähle auf Fäulnisbildung zu empfehlen.
  • Stauden, wie Chrysanthemen, Sonnenhut, Brandkraut oder Fetthenne, deren Blütenstände im Herbst nicht komplett abgeräumt wurden, müssen jetzt zurückgeschnitten werden. Das Gleiche gilt für die Ziergräser (Rutenhirse, Chinaschilf usw.).

Wer jetzt über längere Zeit nicht im Garten war: Vorsicht bei allen Arbeiten auf und an den Beeten, denn die ersten Spitzen der Zwiebelblumen sprießen jetzt bereits zaghaft aus dem Erdreich… Genau die Zeit, in der Gartenbesitzer gleich auch noch den Nistkasten für die Vögel herrichten sollten. Wenn das Wetter so bleibt, werden die gefiederten Gesellen den lockerer werdenden Erdboden wieder nach Würmern durchstochern. Allen voran die Stare, denen in diesem Jahr bereits eine besondere Ehrung zuteilwurde:

Text: Fred Lübke Artikelbild: Zbigniew Guzowski/Shutterstock

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