So entsorgen Sie Baumschnitt fachgerecht

Immer wieder entsorgen Hobbygärtner Abfälle vom Baumschnitt am nahegelegenen Waldrand. Diese sogenannten wilden Deponien verursachen jährlich hohe Ausgaben für Kommunen und Gemeinden. Auch für den Verursacher kann es teuer werden.

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Baumschnitt darf nicht in der Natur entsorgt werden

Möglichkeiten der Entsorgung

Natürliches und unbehandeltes Holz, welches beim Gehölzschnitt anfällt, darf grundsätzlich in der Biotonne entsorgt werden. Ausnahmen sind möglich, denn jeder öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger verfügt über andere Verwertungsmöglichkeiten. Informieren Sie sich beim lokalen Amt oder Ihrem Entsorgungsunternehmen, welche Richtlinien gelten.

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Wo Sie Baumschnitt entsorgen können:

  • Gartenbaubetriebe: übernehmen Schnittarbeiten und anschließende Entsorgung
  • Baumschnittcontainer: eignen sich für große Mengen an Baumschnitt
  • Recyclinghof: ermöglichen oft eine kostenlose Entsorgung in begrenzten Mengen

Die Miete eines Containers ist die ideale Variante, wenn Sie einen Baum fällen müssen. Neben Baumstämmen dürfen Sie Stubben, Wurzeln sowie Zweige und Äste darin entsorgen. Anhaftende Erde oder Laub darf in geringen Mengen mit in den Container.

Wiederverwendung im Garten

Mit einem Häcksler können Sie den Baumschnitt zerkleinern und das Material anschließend auf dem Kompost geben. Äste und Zweige eignen sich ideal zum Mulchen von Baumscheiben und Beeten. Wer ein Hochbeet für den Balkon anlegen möchte, kann zerkleinerte Gehölzreste sowie Laub und Grünabfälle zur Schichtung verwenden.

Welche Kosten entstehen können

Wer einen Häcksler nutzt, kann mit einmaligen Anschaffungskosten von rund 500 Euro rechnen. Die Entsorgung über einen Baumschnittcontainer schlägt jedes Mal mit ca. 150 Euro zu Buche. Beim örtlichen Entsorgungsunternehmen fallen für kleinere Mengen meist keine Kosten an, wobei es Unterschiede zwischen den Regionen geben kann.

Wilde Deponien

Den Baumschnitt am Waldrand zu entfernen, gilt als illegale Straftat. Obwohl das Material biologisch abbaubar ist, kann es negative Auswirkungen für die Natur mit sich bringen und die Lebensgemeinschaften der Tiere und Pflanzen stören. Schadstoffe spielen beim Gehölzschnitt eine geringere Bedeutung, sodass in der Regel keine Gefahren für Boden und Gewässer bestehen.

Die Effekte auf das menschliche Wohlbefinden entfalten dagegen eine größere Bedeutung. In manchen Gebieten wird durch das Ablagern von Baumschnitt in Wäldern und Gebüschen die Erholungsfunktion der Natur beeinträchtigt, denn die Müllhalden sehen nicht besonders schön aus.

Bußgelder für unerlaubte Entsorgung

Je nach Bundesland fallen für die illegale Entsorgung unterschiedlich hohe Bußgelder an. Diese richten sich außerdem nach der Menge. Unterschieden wird zwischen dem Volumen eines Eimer, eines Kofferraums und einer Lastwagenfuhre. Die niedrigsten Strafen für geringe Ladungen liegen in Schleswig-Holstein bei fünf bis 20 Euro. In Bremen und Hamburg sind Bußgelder bis zu 2.000 Euro möglich. Abgeladene Mengen, die eine Lastwagenfuhre überschreiten, können im Saarland bis zu 2.500 Euro kosten.

Tipps

Altholz wie Bahnschwellen sollten Sie nie zusammen mit Baumschnitt entsorgen, denn dieses kann belastet sein. Hierfür ist eine fachgerechte Entsorgung über den Wertstoffhof vorgesehen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Dietrich Leppert/Shutterstock

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