Mischkultur

Unter den Pflanzen dieser Datenbank können sich Allianzen bilden, um mit vereinten Kräften Krankheiten und Schädlinge abzuwehren. Wer mit der Funktionsweise einer Mischkultur vertraut ist, profitiert von den überzeugenden Vorteilen im Hausgarten. Dieser Leitfaden erklärt die genaue Verfahrensweise der ökologischen Anbau-Strategie. Machen Sie sich hier vertraut mit den Zusammenhängen und lernen bewährte Pflanzen-Koalitionen kennen, die sich als Nachbarn perfekt ergänzen.

45 Pflanzen in der Datenbank

  • Aubergine Aubergine
    Gute Nachbarn
    Bohnen Radieschen Salat
    Schlechte Nachbarn
    Paprika Kartoffeln Tomaten
    Hinweise

    Vertragen sich nicht gut mit anderen Nachtschattengewächsen.

  • Blaukraut Blaukraut
    Gute Nachbarn
    Borretsch Buschbohnen Erbsen Möhren Phacelia Salate Sellerie Spinat
    Schlechte Nachbarn
    Knoblauch Kohlarten Tomaten Zwiebeln
  • Blumenkohl Blumenkohl
    Gute Nachbarn
    Buschbohnen Erbsen Phacelia Sellerie
    Schlechte Nachbarn
    Knoblauch Zwiebeln
    Hinweise

    Schützt Sellerie vor Sellerierost.

  • Bohnenkraut Bohnenkraut
    Gute Nachbarn
    Bohnen Rote Bete Salate
    Hinweise

    Bohnenkraut schützt Bohnen gegen die schwarze Bohnenlaus. Die Duftstoffe fördern Wachstum und Aroma der Bohnen.

  • Borretsch Borretsch
    Gute Nachbarn
    Blaukraut Bohnen Erdbeeren Erbsen Kohlrabi Kohlarten
    Hinweise

    Borretsch ist gut für Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden, wie z.B. Gurken und Zucchini, da es Insekten anlockt.

  • Brokkoli Brokkoli
    Gute Nachbarn
    Bohnen Endivien Erbsen Gurken Kopfsalat Mangold Paprika Pflücksalat Porree Radieschen Rettich Sellerie Spinat
    Schlechte Nachbarn
    Knoblauch Zwiebeln
  • Buschbohnen Buschbohnen
    Gute Nachbarn
    Bohnenkraut Borretsch Chinakohl Dill Erdbeeren Gurken Kapuzinerkresse Kartoffeln Kohlarten Kohlrabi Radieschen Rettich Rote Bete Salat Salbei Sellerie Spinat Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Erbsen Fenchel Knoblauch Paprika Porree Schnittlauch Stangenbohnen Zwiebeln
    Hinweise

    Bohnenkraut schützt die Bohnen gegen die schwarze Bohnenlaus, seine Duftstoffe fördern Wachstum und Aroma der Bohnen.

  • Chinakohl Chinakohl
    Gute Nachbarn
    Bohnen Erbsen Spinat Salat
    Schlechte Nachbarn
    Radieschen Rettich
  • Dill Dill
    Gute Nachbarn
    Erbsen Möhren Gurken Kohlarten Rote Bete Salat Zwiebel
    Hinweise

    Dill fördert die Keimfähigkeit der Möhren, seine Duftstoffe halten Schädlinge ab.

  • Endivie Endivien
    Gute Nachbarn
    Fenchel Kohlarten Porree Stangenbohnen
  • Erbsen Erbsen
    Gute Nachbarn
    Borretsch Dill Fenchel Gurken Kohlarten Kohlrabi Kopfsalat Mais Möhren Radieschen Rettich Sellerie Spinat Zucchini
    Schlechte Nachbarn
    Bohnen Kartoffeln Knoblauch Porree Tomaten Zwiebel
  • Erdbeere Erdbeeren
    Gute Nachbarn
    Borretsch Buschbohnen Knoblauch Kopfsalat Porree Radieschen Ringelblume Spinat
    Schlechte Nachbarn
    Kohlarten
    Hinweise

    Knoblauch hat eine bakterizide und fungizide Wirkung. Zwiebeln vertreiben Schnecken und Wühlmäuse, auch gegen den Grauschimmel wirksam.

  • Feldsalat Feldsalat
    Gute Nachbarn
    Erdbeeren Radieschen
  • Fenchel Fenchel
    Gute Nachbarn
    Endivie Erbse Feldsalat Gurke Salat Sellerie
    Schlechte Nachbarn
    Bohnen Tomate Kohlrabi
  • Gurke Gurken
    Gute Nachbarn
    Basilikum Bohnen Borretsch Dill Erbsen Fenchel Kohlarten Kopfsalat Kümmel Mais Porree Rote Bete Sellerie Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Tomaten Kartoffeln Radieschen Rettich
    Hinweise

    Um Insekten zur Bestäubung anzulocken, kann Borretsch oder Basilikum beigepflanzt werden. Basilikum schützt die Gurken auch vor frühem Mehltau.

  • Kartoffeln Kartoffeln
    Gute Nachbarn
    Buschbohnen Dicke Bohnen Kapuzinerkresse Kohlrabi Kümmel Mais Meerrettich Pfefferminze Spinat Tagetes
    Schlechte Nachbarn
    Erbsen Gurken Kürbis Rote Bete Sellerie Sonnenblume Tomaten Zwiebel
    Hinweise

    Meerrettich schreckt den Kartoffelkäfer ab. Tagetes und Spinat beugen gegen Knollen- und Krautfäule vor. Koriander und Kümmel beeinflussen den Geschmack von Kartoffeln positiv.

  • Knoblauch Knoblauch
    Gute Nachbarn
    Erdbeeren Gurken Himbeeren Lilien Möhren Rosen Rote Bete Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Erbsen Buschbohnen Kohlarten Stangenbohnen
    Hinweise

    Knoblauch hat eine bakterizide und fungizide Wirkung.

  • Knollensellerie Knollensellerie
    Gute Nachbarn
    Bohnen Erbsen Gurken Kohl Kohlrabi Porree Spinat Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Kartoffeln Mais Salat
  • Kohl Kohl
    Gute Nachbarn
    Bohnen Borretsch Dill Eberraute Endivien Erbsen Gurken Rote Bete Salat Sellerie Spinat Tagetes Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    andere Kohlarten Kartoffeln Knoblauch Kohlrabi Rhabarber Schnittlauch Zwiebel
    Hinweise

    Eberraute, Salbei und Pfefferminze schützen durch abwehrende Duftstoffe vor dem Kohlweißling. Auch Sellerie schützt vor dem Kohlweißling. Tomaten schützen den Kohl vor Raupen.

  • Kohlrabi Kohlrabi
    Gute Nachbarn
    Bohnen Borretsch Dill Erbsen Erdbeeren Gurken Kartoffeln Porree Radieschen Rote Bete Salat Schwarzwurzel Sellerie Spargel Spinat
    Schlechte Nachbarn
    Kohl
  • Kürbis Kürbis
    Gute Nachbarn
    Bohnen Mais
    Hinweise

    Mais, Bohnen und Kürbis ergänzen sich optimal in einem Beet (alte indianische Mischkultur).

  • Mais Mais
    Gute Nachbarn
    Bohnen Gurken Kartoffeln Kopfsalat Kürbis Melonen Tomaten Zucchini
    Schlechte Nachbarn
    Rote Bete Sellerie
    Hinweise

    Mais, Bohnen und Kürbis ergänzen sich optimal in einem Beet (alte indianische Mischkultur).

  • Mangold Mangold
    Gute Nachbarn
    Buschbohnen Kohlarten Möhren Radieschen Rettich Salat
    Schlechte Nachbarn
    Rote Bete
  • Meerrettich Meerrettich
    Gute Nachbarn
    Kartoffeln
    Hinweise

    Meerrettich schreckt den Kartoffelkäfer ab.

  • Moehre Möhren
    Gute Nachbarn
    Chicorée Dill Erbsen Knoblauch Mangold Porree Radieschen Rettich Salat Schwarzwurzeln Spinat Tomaten Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Rote Bete Pfefferminze
    Hinweise

    Die Duftstoffe von Dill halten Schädlinge ab. Weiterhin fördert Dill die Keimfähigkeit von Möhren.
    Zwiebeln wehren die Möhrenfliege ab.

  • Paprika Paprika
    Gute Nachbarn
    Kohlarten Möhren Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Erbsen Fenchel Rote Bete
  • Pastinaken Pastinaken
    Gute Nachbarn
    Möhren Kartoffeln Kopfsalat Pflücksalat Radieschen Rote Bete Sellerie Spinat
  • Petersilie Petersilie
    Gute Nachbarn
    Gurken Radieschen Tomaten Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Salate
  • Porree Porree / Lauch
    Gute Nachbarn
    Endivien Erdbeeren Kohlarten Knoblauch Möhren Petersilie Rettich Salat Schwarzwurzeln Sellerie Spinat Tomaten Wermut Zwiebel
    Schlechte Nachbarn
    Bohnen Erbsen Rote Bete Stangenbohnen
    Hinweise

    Rettich und Wermut schützen den Lauch vor der Lauchmotte. Zwiebel und Knoblauch schützen vor Schimmelpilzen.

  • Radieschen Radieschen
    Gute Nachbarn
    Bohnen Erbsen Kapuzinnerkresse Kohl Mangold Möhren Petersilie Salat Spinat Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Gurken Chinakohl
    Hinweise

    Radieschen werden durch Salat vor Erdflohbefall geschützt.

  • Rhabarber Rhabarber
    Gute Nachbarn
    Buschbohnen Kohlarten Salat Spinat
  • Ringelblume Ringelblume
    Gute Nachbarn
    Erdbeeren Gurken Kartoffeln Kohlarten Salate Tomaten
    Hinweise

    Die Ringelblume schützt vor Nematoden und Drahtwürmern. Sie erhöht den Ernteertrag und fördert die Bodengesundheit.

  • Rosenkohl Rosenkohl
    Gute Nachbarn
    Porree Sellerie
    Schlechte Nachbarn
    Blumenkohl Brokkoli Chinakohl Grünkohl Kohlrabi Radieschen Rettich Rukola Senf Wirsing
  • Rote Bete Rote Bete
    Gute Nachbarn
    Bohnen Dill Gurken Kohl Kohlrabi Salat Zucchini Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Kartoffeln Mangold Porree Spinat
  • Kopfsalat Salat
    Gute Nachbarn
    Bohnen Chicorée Erbsen Fenchel Gurken Kerbel Kohlarten Kohlrabi Möhren Porree Radieschen Rettich Schwarzwurzel Tomaten Zwiebel
    Schlechte Nachbarn
    Kresse Petersilie Sellerie
    Hinweise

    Kerbel schützt Salat vor Läusen, Mehltau und Schnecken. Salat schützt Radieschen und Rettich vor Erdflohbefall.

  • Salbei Salbei
    Gute Nachbarn
    Bohnen Erbsen Fenchel Kresse Möhren Salat
  • Schnittlauch Schnittlauch
    Gute Nachbarn
    Dill Erdbeeren Kapuzinerkresse Kohlrabi Möhren Petersilie Sellerie Spinat Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Bohnen Erbsen Kohl Koriander Rote Beete
  • Schwarzwurzel Schwarzwurzel
    Gute Nachbarn
    Bohnen Kohlrabi Porree Salat
  • Knollensellerie Sellerie
    Gute Nachbarn
    Buchweizen Buschbohnen Chinakohl Fenchel Gurken Kamille Kohl Kohlrabi Pastinake Porree Salat Spinat Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Erbsen Kartoffeln
    Hinweise

    Buchweizen macht Kali aus dem Boden für Sellerie verfügbar.
    Sellerie wird durch Kohl vor Sellerierost geschützt.

  • Sonnenblume Sonnenblume
    Gute Nachbarn
    Gurken
  • Spargel Spargel
    Gute Nachbarn
    Dill Gurken Petersilie Kohlrabi Salat Tomaten
  • Spinat Spinat
    Gute Nachbarn
    Erdbeeren Kartoffeln Kohlarten Kohlrabi Radieschen Rettich Rhabarber Stangenbohnen Tomaten
    Schlechte Nachbarn
    Rote Bete Mangold
  • Tomate Tomaten
    Gute Nachbarn
    Buschbohnen Chicorée Knoblauch Kohlrabi Möhren Pastinake Petersilie Porree Radieschen Ringelblumen Salat Sellerie Spinat Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Blaukraut Erbsen Fenchel Gurken Kartoffeln Rote Bete
    Hinweise

    Sellerie schützt Tomaten vor Blattlausbefall. Tomaten schützen Kohl vor Raupen.

  • Zucchini Zucchini
    Gute Nachbarn
    Basilikum Kapuzinerkresse Stangenbohnen Zwiebeln
    Schlechte Nachbarn
    Gurken
    Hinweise

    Um Insekten zur Bestäubung anzulocken, kann Borretsch beigepflanzt werden.

  • Zwiebel Zwiebeln
    Gute Nachbarn
    Dill Bohnenkraut Gurken Kamille Knoblauch Möhren Pastinake Rote Bete Salat Tomaten Zucchini
    Schlechte Nachbarn
    Bohnen Erbsen Kartoffeln Kohlarten Porree
    Hinweise

    Zwiebeln schützen andere Pflanzen gegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben.
    Mit Möhren lassen sich hingegen Zwiebeln vor der Zwiebelfliege schützen.

Was ist unter Mischkultur zu verstehen? – Begriffserklärung für Praktiker

Die Mischkultur als geniale Anbaumethode resultiert aus genauen Beobachtungen in unberührter Natur und praktischen Erfahrungen von ökologisch orientierten Hausgärtnern. Wissenschaftliche Forschungen zu diesem Thema stehen hingegen noch am Anfang, sodass die Erkenntnisse und Verfahrensweisen überwiegend auf empirischen Daten beruhen. Wie der Begriff andeutet, wirkt sich die Vergesellschaftung unterschiedlicher Pflanzen vorteilhaft aus auf Wachstum, Ertragskraft und Gesundheit im Nutzgarten. Die folgende Definition bringt die Erkenntnisse rund um die Mischkultur auf den Punkt:

  • Mischkultur ist der gemeinsame Anbau verschiedenartiger Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen

In der Langfassung besagt diese Definition, dass sich Pflanzen wechselseitig fördern können, trotz unterschiedlicher Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserversorgung. Voneinander abweichende Durchwurzelungstiefen sorgen dafür, dass sich Pflanzen in einer Mischkultur nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Vielmehr werden lokale Ressourcen perfekt genutzt, ohne die Gartenerde auszulaugen. Die Bündelung aus Wurzelausscheidungen, Wurzelrückständen und entweichenden Gerüchen stärkt die Abwehrkräfte gegen Krankheiten und Schädlinge im Einklang mit der Natur. Simpel ausgedrückt, wird das Motto ‚Gegensätze ziehen sich an‘ aus der menschlichen Partnersuche übertragen auf den Pflanzplan für den Gemüsegarten.

Monokultur – dunkler Gegenspieler mit Chemie im Gepäck

Ein Blick auf die Prinzipien von Monokultur verdeutlicht die herausragende Bedeutung von Mischkultur für den Pflanzenanbau nach ökologischen Grundsätzen. Die Kultivierung von Pflanzen identischer botanischer Zuordnung zieht zahlreiche negative Auswirkungen nach sich. Um diese auszugleichen, bedient sich die gewerbliche Landwirtschaft chemischer Hilfsmittel. Die Anwendung von Pestiziden und Kunstdünger sowie weiterer umwelt- und gesundheitsschädlicher Methoden ist in Monokultur-Feldern an der Tagesordnung.

Tipps & Tricks
Damit in Ihrem Hausgarten ausschließlich die Vorteile von Mischkultur zum Tragen kommen, sind wichtige Voraussetzungen zu beachten. Wählen Sie einen Standort, der für alle Pflanzen geeignet ist. Graben Sie den Gartenboden zwei Spaten tief um und arbeiten Kompost, Rindenhumus oder Dung ein. Verzichten Sie konsequent auf Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel, damit die bunt gemischte Pflanzengesellschaft ihre natürlichen Stärken optimal ausspielen kann.

Auf gute Nachbarschaft – Dream-Teams der Mischkultur

Das Paradebeispiel für eine gelungene Vergesellschaftung von Nutzpflanzen nach dem Prinzip der Mischkultur ist das Duo Möhre und Zwiebel. Die Möhre wehrt Zwiebelfliegen effektiv ab, während die Zwiebel herannahende Möhrenfliegen vertreibt. In anderen Allianzen gehen die Vorteile in eine Richtung, weil sich eine Pflanze für die andere opfert. So lenkt Meerrettich heranrückende Kartoffelkäfer auf sich, damit Kartoffelpflanzen unbehelligt bleiben. Die folgende Tabelle stellt Ihnen bewährte Dream-Teams im Nutzgarten vor, die sich begünstigen:

Mischkultur Gute Nachbarn Vorteilhafter Effekt
Kohl Tomaten Schutz vor Kohlfliege, Kohleule, Erdflöhen
Tomaten Petersilie, Zwiebeln Wehren Krautfäule-Erreger ab
Kartoffeln Meerrettich Vertreibt Kartoffelkäfer
Gurken Erbsen Natürlicher Windschutz
Bohnen Mais Natürliche Rankhilfe
Mais Bohnen Stickstoffanreicherung und Bodendurchlüftung
Porree Erdbeeren Abwehr von Grauschimmel-Sporen
Erdbeeren Borretsch Förderung von Blütenansätzen und Befruchtung

Eine weitere, wichtige Prämisse für die erfolgreiche Mischkultur ist fernerhin, dass sich die benachbarten Pflanzen nicht beschatten. Beachten Sie daher einen ausreichenden Pflanzabstand, wenn Sie sich für eine dieser floralen Koalitionen entscheiden. Meerrettich beispielsweise kann seine Aufgabe als natürliches Bollwerk gegen Kartoffelkäfer perfekt erfüllen, wenn die Pflanze an jeder der vier Ecken im Kartoffelbeet angesiedelt ist, fernab der schattenwerfenden Kartoffelblätter.

Bunte Blüten und aromatische Kräuter – ideale Begleitpflanzen für die Mischkultur

Die strategische Umsetzung einer Mischkultur im Nutzgarten bedeutet nicht, dass Sie auf farbenfrohe Blumen oder aromatische Kräuter verzichten müssen. Die folgenden Blütenschönheiten machen sich im Gemüsegarten zugleich als gute Nachbarn nützlich:

  • Tagetes: Förderung der Bodengesundheit
  • Maiglöckchen: Heilende Wirkung bei Braun- und Krautfäule
  • Sonnenhut: Abwehr von Schnecken
  • Ringelblumen: Vertreibung von Drahtwürmern, Bohnenblattläusen und Nematoden
  • Süßlupinen: Anreicherung des Bodens mit Stickstoff

Wo sich Schnittlauch zu Gemüsepflanzen gesellt, haben Pilzinfektionen schlechte Karten. Die ätherischen Wurzelausscheidungen wehren listige Pilzsporen wirksam ab. Kamille sorgt dafür, dass Beetnachbarn eine stabile Abwehrkraft gegen Krankheiten aufbauen. Wo Kapuzinerkresse gedeiht, nehmen Weiße Fliegen, Läuse und Ameisen Reißaus.

Schlechte Nachbarn – hier sind Konflikte vorprogrammiert

Die Kehrseite der Mischkultur-Medaille sind ungünstige Pflanzen-Kombinationen. Längst nicht alle Nutz- und Zierpflanzen pflegen eine harmonische Nachbarschaft, sondern beeinträchtigen sich gegenseitig in Wachstum und Vitalität. Vergesellschaften Sie daher bitte Ihre Pflanzenfavoriten nicht wahllos, sondern recherchieren im Vorfeld genau, wie es um die nachbarschaftliche Verträglichkeit bestellt ist. Unter anderem eignen sich die folgenden Gemüsepflanzen nicht für eine Mischkultur:

  Schlechte Nachbarn  
Bohnen Erbsen, Möhren, Porree, Tomaten, Gurken  
Gurken Bohnen, Salat, Rote Beete, Tomaten  
Kartoffeln Tomaten, Erbsen, Sellerie, Rote Beete, Zwiebeln  
Tomaten Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Gurken, Zwiebeln, Rote Beete  
Möhren Rote Beete  
Rote Beete Möhren, Gurken, Kartoffeln, Spinat, Tomaten  

Die Aversionen innerhalb unverträglicher Pflanzenkombinationen gehen sogar über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus. So ist es nicht empfehlenswert, Gurken im Anschluss an Möhren anzubauen, weil der Boden von Nematoden verseucht sein kann. Als Fruchtfolge von Kartoffeln eignen sich Gurken ebenfalls nicht, aufgrund der Gefahr von verbliebenen Welkepilzen im Erdreich.

Balkongärtner bauen gerne Erdbeeren im Blumenkasten an. Im Sinne von Mischkultur bieten sich als bunte Nachbarn Tagetes und Ringelblumen an, wohingegen Tulpen verschiedene Schädlinge auf den Plan rufen, wie Drahtwürmer und Nematoden.

Praxis-Beispiel für ein Gemüsebeet in Mischkultur

Wie die konkrete Umsetzung von Mischkultur im eigenen Nutzgarten funktioniert, verdeutlicht das folgende Praxisbeispiel. Aus beliebten Pflanzen dieser Datenbank haben wir einen Pflanzplan für insgesamt 4 Beete erstellt. Diese werden in Mischkultur bewirtschaftet mit dem Ziel, eine vierköpfige Familie vom Frühling bis zum späten Herbst mit leckerem, urgesundem Gemüse zu versorgen. Die Beete verfügen über eine arbeitstechnisch vorteilhafte Breite von 1,20 m und sind getrennt durch 30 cm breite Wege.

In Beet 1 pflanzen Sie in 3 Reihen Ihrer liebsten Kohlarten, wie Rosen-, Rot-, Blumen- oder Weißkohl. Eine Pflanzenreihe befindet sich in der Beetmitte. Die beiden anderen Reihen legen Sie jeweils 10 cm vom Beetrand entfernt an. Innerhalb einer Reihe beträgt der Pflanzabstand 50 cm. Da es einige Zeit dauert, bis Kohl den Platz ausfüllt, setzen Sie dazwischen Frühsalat und Frühkohlrabi. Diese Pflanzen haben Sie längst geerntet, bevor Kohl die Reihen verschließt.

In Beet 2 pflanzen Sie Buschbohnen, Kohlrabi und Sellerie. Der Pflanzabstand beträgt innerhalb der Reihen 50 cm. Die Reihen selbst kommen mit einem Abstand von 40 cm aus, da sich diese Gemüsearten nicht so ausladend gedeihen, wie Kohl im Beet 1.

In Beet 3 sollen Gurken, Kopfsalat und Frühkohlrabi gedeihen. Von den Gurken pflanzen Sie lediglich eine Reihe in der Mitte des Beets mit einem Abstand von 30 cm. Da für Gurken erst Mitte Mai die Pflanzzeit beginnt, nutzen Sie die Fläche bis dahin mit zwei zusätzlichen Reihen Ihrer favorisierten Salatsorte. Frühkohlrabi und Kopfsalat fungieren als Randbepflanzung.

Für Beet 4 sind Tomaten, Paprika und Peperoni als Hauptkultur vorgesehen, ergänzt mit Radieschen, Salat, Kresse und Spinat als Nebenkulturen. Anfang April säen Sie in 4 Reihen Spinat aus oder setzen auf der Fensterbank vorgezogene Jungpflanzen. Ende April folgen Gartenkresse, Schnittsalat und Radieschen. Diese Pflanzen ernten Sie nach 6 Wochen, wenn Spinat mehr Fläche beansprucht. Mitte Mai müssen dann die Spinatpflanzen weichen, weil für Tomaten, Paprika und Peperoni die Pflanzzeit beginnt. Setzen Sie in den beiden mittleren Reihen Tomatenpflanzen. Die beiden äußeren Reihen sind für Paprika und Peperoni gedacht. Inmitten der Hauptreihen säen Sie in Sinne von Mischkultur Petersilie, Ringelblumen und Tagetes.

Tipps & Tricks
Treffen Artgenossen verschiedener Gattungen im Beet aufeinander, leiden Pflanzengesundheit und Ertrag darunter. Klassische Beispiele für fatale Nachbarschaften sind Kreuzblütler, Hülsenfrüchtler und Doldenblütler. Vermeiden Sie daher eine Mischkultur aus Kohlarten, wie Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl. Erbsen, Bohnen und Wicken vertragen sich ebensowenig, wie Möhren, Dill und Sellerie.

Mischkultur für Fortgeschrittene – So beziehen Sie Fruchtfolgen mit ein

Sind Sie nach einiger Zeit vertraut mit der grundsätzlichen Funktionsweise von Mischkultur, können Sie das Anbau-Prinzip noch optimieren. Zu diesem Zweck bezieht der Pflanzplan die richtige Fruchtfolge der Kulturen mit ein. Das bedeutet konkret, dass von Jahr zu Jahr die Beetbepflanzung wechselt zwischen Schwach-, Mittel- und Starkzehrern, damit der Boden nicht auslaugt. Jährliche Fruchtfolge garantiert, dass die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt, was den Bedarf an Düngemitteln deutlich reduziert. Die folgende Tabelle verdeutlicht, wie es funktioniert:

Fruchtfolge Beet 1 Beet 2 Beet 3 Beet 4
1. Jahr Gründünung Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer
2. Jahr Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer Gründüngung
3. Jahr Mittelzehrer Schwachzehrer Gründüngung Starkzehrer
4. Jahr Schwachzehrer Gründüngung Starkzehrer Mittelzehrer

Typische Starkzehrer sind Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Mais, Bohnen und Spinat. Den Mittelzehrern zugerechnet werden Erbsen, Radieschen, Zwiebeln, Porree, Sellerie, Möhren und Spinat. Als Schwachzehrer gelten Salate, nahezu alle Kräuter sowie Gartenkresse. Die Grenzen sind allerdings fließend. Verschiedene Zuordnungen unter Gärtnern kontrovers diskutiert. Gründüngung hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe, den Gartenboden zu regenerieren und für die nächstjährige Bepflanzung mit Starkzehrern vorzubereiten.

Die Kunst der Umsetzung von Mischkultur mit Fruchtfolge besteht darin, alle Aspekte einschließlich des Nährstoffbedarfs einzubeziehen in den Pflanzplan. Demnach folgt das Duo Möhre/Zwiebel als Mittelzehrer von Jahr zu Jahr dem Dream-Team Mais/Bohnen, um von dem zu leben, was die Starkzehrer an Nährstoffen übrig ließen.