Was ist der Unterschied zwischen Humus und Kompost?

Im Sprachgebrauch herrscht Verwirrung über die Bedeutung der Begriffe "Humus" und "Kompost". Obwohl beide Substratformen Ähnlichkeiten besitzen, bestehen feine Unterschiede in der Entstehung und der Zusammensetzung. Aufgrund der Gemeinsamkeiten eignet sich Kompost ideal in der Bodenpflege.

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Humus ist die oberste Erdschicht

Humus als homogene Bodenschicht

Als Humus gilt die oberste Bodenschicht in natürlichen Lebensräumen, die aus zersetzen organischen Rückständen besteht. Bodenorganismen verarbeiten tierische und pflanzliche Überreste und produzieren ein homogenes Substrat, das reich an Nährstoffen ist. Die Bodenfauna benötigt für die Umwandlung der Stoffe Feuchtigkeit, Luft und Wärme. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, kommt es zur Fäulnisbildung. Eine Humusschicht auf dem Boden speichert Wasser und stellt den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung.

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Humusböden entstehen nicht überall. Die Bodenfauna wird beeinflusst vom Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis. Auf den Böden von Nadelwäldern besteht ein Ungleichgewicht zugunsten des Kohlenstoffs. Nadelstreu versauert den Boden, weswegen hier kaum Bodenlebewesen vorkommen. In Laubwäldern ist das Verhältnis ausgeglichen und die Bodenfauna produziert eine dicke Humusschicht.

Kompost als heterogene Zusammenstellung

Im Unterschied zum Humus ist die Komposterde noch nicht vollständig zersetzt. Das Substrat ist eine Komposition aus pflanzlichen Abfällen, die durch das Einwirken von Bodenorganismen erst zu Humus verarbeitet wird. Im Sprachgebrauch wird auch die ausgereifte Komposterde als Kompost bezeichnet. Im Kompostsubstrat befinden sich häufig unverrottete und verholzte Pflanzenteile, sodass es nur in Teilen homogenen Humus mit einer feinen Krümelstruktur enthält.

Während Humus in den natürlichen Lebensräumen ohne das Einwirken des Menschen entsteht, wird Kompost aktiv hergestellt. Es gibt Frischkompost, der geringe Anteile an zersetzbaren organischen Rückständen beinhaltet. Dieses Substrat regt die Aktivität der Bodenlebewesen an. Fertigkompost enthält große Mengen an reinem Humus und kleine Teile von schwer zersetzbaren Substanzen. Er wird langsam durch die Bodenfauna verarbeitet und stellt eine langsam fließende Nährstoffquelle dar.

Nutzung von Kompost

Humus besitzt ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Eisen, Kalium und Aluminium, Magnesium und Mangan, Phosphor und Schwefel, Stickstoff und Kohlenstoff. Ein gut gereifter und mindestens ein Jahr gelagerter Kompost ist vergleichbar mit reinem Humus. Er dient nicht nur als Dünger, sondern hat eine positive Auswirkung auf den Boden.

Diese Effekte verursacht Kompost:

  • Förderung der Krümelstruktur
  • Verbesserung des Wasser- und Lufthaushalts
  • Erhöhung des Puffervermögens
  • Maximierung der Aggregatstabilität
Text: Christine Riel
Artikelbild: superoke/Shutterstock

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