Rasenerde selber mischen

Damit der Rasen gesund wächst, ist es nicht mit regelmäßigem Mähen und ausgewogener Düngung getan - stattdessen muss mit einer optimal zusammengesetzten Rasenerde eine gute Wachstumsgrundlage geschaffen werden. Aus welchen Bestandteilen das Substrat gemischt sein sollte und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

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Rasenerde setzt sich aus Kompost, Sand und Humus zusammen

Das Wichtigste in Kürze

  • Rasenerde ist eine spezielle, industriell hergestellte Substratmischung, die verschiedenen Rasenarten optimale Wachstumsbedingungen bieten soll.
  • Sie tragen die Rasenerde direkt auf den Mutterboden auf, sodass eine lockere, durchlässige und nährstoffreiche Grundlage entsteht.
  • Idealerweise besteht Rasenerde aus 50 Prozent Kompost, 40 Prozent Humus und 10 Prozent Sand. Die Zugabe von Torf ist nicht notwendig.
  • Gute Rasenerde kann ganz nach Bedarf auch selbst gemischt werden.

Was ist Rasenerde?

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Rasenerde ist ideal für das Anwachsen von Rasen

Rasenerde ist nichts anderes als eine spezielle Substratmischung, die das optimale Wachstum von Rasengräsern ermöglichen soll. Sie bringen die Mischung gleichmäßig auf den vorbereiteten Mutterboden auf, ebnen sie ein und säen dann den Rasen ein – oder verlegen Fertigrasen, wenn es schnell gehen soll. Rasenerde ist, je nach Produkt und Hersteller, recht unterschiedlich zusammengesetzt. Das ist jedoch nicht nur der differierenden Philosophie der Hersteller geschuldet – über die ideale Zusammensetzung von Rasenerde gibt es durchaus verschiedene Auffassungen – sondern hängt auch von der Beschaffenheit des Gartenbodens ab.

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So braucht sandiger Boden eine Rasenerde, die einen höheren Anteil an Kompost und Humus mitbringt sowie einen eher geringen Sandgehalt. Ein lehmiger Untergrund hingegen verträgt eine ausgleichende Substratmischung mit einem gleichermaßen hohen Anteil an Kompost und Sand – dies sorgt für die notwendige Durchlässigkeit des Bodens, denn Staunässe darf sich nicht bilden. So finden Sie für jede Bodenzusammensetzung die passende Rasenerde, zumal das Substrat auch auf die Art des Rasens angepasst werden muss – schließlich haben Spiel- oder Zierrasen gänzlich unterschiedliche Bedürfnisse.

Eigenschaften

Rasenerde erfüllt optimalerweise gleich mehrere Eigenschaften, die ein gesundes Wachstum der Gräser ermöglichen:

  • lockere Zusammensetzung
  • wasserdurchlässig
  • beides ermöglicht bestmögliches Wurzelwachstum
  • nährstoffreich, humushaltig
  • strapazierfähig

Die Zusammensetzung der Rasenerde muss nicht nur den Ansprüchen der darauf wachsenden Gräser erfüllen, sondern vor allem auch strapazierfähig sein. Das bedeutet, dass der damit ausgepolsterte Untergrund jeglichen Belastungen standhält und sich nicht verdichtet. Dieser Punkt ist hauptsächlich bei Gebrauch- und Spielrasen relevant, darf aber auch bei Zierrasen nicht vernachlässigt werden.

Optimale Zusammensetzung von Rasenerde

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Damit die Rasenerde all diese Eigenschaften erfüllt, braucht sie eine spezielle Zusammensetzung. Um die hungrigen Gräser mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen und außerdem eine gute, über Jahre hinweg ausreichende Grundlage zu schaffen, ist ein hoher Kompostanteil von wenigstens 50 Prozent sinnvoll. Der zweitwichtigste Bestandteil des Substrats ist Humus, der einen Anteil von etwa 30 bis 40 Prozent haben sollte. Sand schließlich sorgt für die notwendige Durchlässigkeit und Lockerheit, ideal ist hier ein Anteil von etwa 10 bis 15 Prozent.

Diese Zusammensetzung sorgt zudem für genau den richtigen Mix an wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Zudem liegt der pH-Wert möglichst zwischen 5,5 und 6, denn dabei wachsen Gräser am besten. Eine Beimengung von extra Dünger ist hingegen nicht notwendig. Gedüngt wird erst später, wenn der Rasen bereits eine Weile kräftig gewachsen ist.

Exkurs

Weshalb Sie torffreier Rasenerde den Vorzug geben sollten

Torf wurde und wird zum Teil immer noch in vielen fertigen Pflanzsubstraten und auch als pure Gartenerde gern verwendet. Allerdings ist das Material mittlerweile aus ökologischen Gründen arg in Verruf geraten, weshalb auch Sie besser darauf verzichten. Torf wird in Mooren abgebaut, mit der Folge, dass wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten unwiderruflich verloren gehen. Zudem sind Moore wichtige CO2-Speicher, deren Speicherwirkung allerdings durch den Torfabbau ebenfalls nachlässt – mit gravierenden Folgen fürs Klima. Für Rasenerde ist Torf ohnehin keine empfehlenswerte Zutat, da derselbe Effekt auch durch Kompost und Humus erreicht wird.

Wofür braucht man Rasenerde?

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Rasenerde erleichtert auch Rollrasen das Anwurzeln

Rasenerde – ganz gleich ob es sich um eine gekaufte oder eigene Mischung handelt – bildet eine gute Wachstumsgrundlage für jeden Rasen. So bleiben die jungen Gräser von Anfang an gesund und können kräftige Wurzeln entwickeln. Vor allem aber ebnet die Verwendung von Rasenerde einen ungleichmäßigen Boden aus, sodass die Fläche ebenmäßig und ohne unschöne Hügelchen und Huckelchen erscheint. Rasenerde eignet sich sowohl für Aussaaten als auch für Rollrasen, Rasenziegel oder andere Fertigrasen, für eine Neuanlage ebenso wie für die Ausbesserung einzelner Flecken.

Wo kann man Rasenerde kaufen?

Wenn Sie fertige Rasenerde für den Garten kaufen wollen, so finden Sie unterschiedliche Mischungen von allen gängigen Herstellern und Marken. Entsprechende Angebote finden Sie an diesen Orten:

  • Gartenfachmärkte oder Baumärkte mit Gartenabteilung
  • Discounter und Supermärkte (nicht im ständigen Sortiment, sondern gelegentlich als Sonderangebot)
  • verschiedene Online-Händler für Garten- und Pflanzenversand
  • diverse Handelsplattformen im Internet (z. B. Amazon, eBay etc.)
  • direkt auf den Webseiten der bevorzugten Marke / des bevorzugten Herstellers (z. B. Neudorff, Compo, Floragard etc.)

Sofern Sie die Rasenerde lieber selbst mischen wollen, so finden Sie die dafür benötigten Komponenten entweder im eigenen Garten oder können fehlende Zutaten an den genannten Stellen ebenfalls käuflich erwerben. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Zusammensetzung des ausgewählten Substrats, denn nicht jede Rasenerde passt zu jedem Boden. Zudem sind gerade Discounter-Angebote häufig von geringer Qualität bzw. enthalten einen großen Anteil an Torf.

Welche Rasenerde ist die richtige?

„Die beste Rasenerde besteht aus 50 Prozent Kompost, 40 Prozent Humus und 10 Prozent Sand.“

Nun ist Rasenerde nicht gleich Rasenerde. Es gibt verschiedene Mischungen mit voneinander abweichenden Zusammensetzungen. Doch welche ist die richtige? Bei der Entscheidung helfen Ihnen diese Kriterien:

  • Art und Zusammensetzung des Untergrunds: Da zu den wichtigsten Funktionen von Rasenerde der Ausgleich zu einer für Gräser eher ungünstigen Zusammensetzung des Mutterbodens besteht, ist der Untergrundtyp eines der wichtigsten Entscheidungsmerkmale. Sandiger Boden braucht eine besonders humus- und nährstoffreichen Rasenerde, ein lehmiger Untergrund hingegen eine Mischung mit hohem Sandanteil. Zu saurer Boden verträgt kalkhaltige Rasenerde, alkalische hingegen eine Mischung mit siliziumreichem Gesteinsmehl.(14,28€ bei Amazon*)
  • Rasentyp: Grundsätzlich unterscheidet man Spiel- und Sportrasen (Gebrauchsrasen), Zierrasen und Schattenrasen. All diese Arten haben unterschiedliche Bedürfnisse an ihren Untergrund, weshalb Sie die Rasenerde auch gemäß diesen speziellen Bedürfnissen auswählen. Schattenrasen verträgt ein etwas mageres Substrat, das zudem besonders durchlässig sein sollte und gegebenenfalls einen sauren pH-Wert ausgleichen. Gebrauchsrasen muss hingegen sehr strapazierfähig sein und darf bei Belastung nicht verdichten – auch hier ist Durchlässigkeit und Lockerheit oberstes Gebot.
  • Anwendungsform: Ebenfalls relevant für die Sortenwahl ist die gewünschte Anwendung der Rasenerde. Je nachdem, ob Sie den Rasen neu anlegen oder ausbessern wollen, einen beanspruchten und beschädigten Rasen regenerieren oder ausbessern, sind verschiedene Substratmischungen sinnvoll. Welcher hier Ihre erste Wahl sein sollte, hängt auch vom Untergrund ab.
  • Besondere Zusammensetzungen: Sie können Rasenerde gleich fertig mit Grassamen kaufen, diesen müssen Sie nur auf der Rasenfläche verteilen und brauchen nicht mehr extra auszusäen. Extra aufgedüngte Rasenerde hingegen eignet sich insbesondere für magere Böden bzw. eher anspruchsvolle Rasenmischungen.

Was kostet Rasenerde?

Wie tief Sie für Rasenerde ins Portemonnaie greifen müssen, hängt ganz von der gewählten Marke und der Zusammensetzung des Produkts ab. Es gibt

  • pure Rasenerde
  • Rasenerde mit Dünger
  • Rasenerde mit bereits untergemischten Grassamen
  • Rasenerde mit Sand / Quarzsand

Je nach Hersteller und Inhaltsstoffe liegen die Preise in einem recht großen Bereich zwischen rund 20 Cent und etwa 1,30 EUR je Liter. Da man von Rasenerde in der Regel recht viel braucht, je nach vorgesehener Fläche, gibt es im Handel Packungen mit 20, 40, 60, 70 oder sogar 100 Litern Inhalt.

Kann man Rasenerde selber mischen?

Wer Rasenerde selbst mischen möchte, braucht dazu nur drei Grundsubstanzen:

  • Kompost
  • Humus
  • Sand
Ideale Zusammensetzung von Rasenerde

Nährstoffreicher Kompost macht mit einem Anteil von etwa 50 Prozent den größten und wichtigsten Anteil der selbst zusammengestellten Rasenerde aus. Hierfür nehmen Sie reifen Gartenkompost, der aus gemischten Garten- und Küchenabfällen besteht und einen neutralen pH-Wert hat.

Soll ein stark alkalischer Untergrund ausgeglichen werden, mischen Sie noch einen Anteil an saurem Laubhumus unter – schlussendlich soll der gewünschte pH-Wert herauskommen. Alternativ können Sie auch Rindenhumus oder Rhododendronerde verwenden. Für den Humusanteil eignet sich gekaufte Humuserde sehr gut – oder Sie tragen die wertvolle Erde von Maulwurfshügeln ab und sieben diese durch. Als Sand eignet sich Quarzsand,(14,90€ bei Amazon*) aber auch Spielsand.

Je nach Untergrund und Nährstoffbedarf können Sie auch noch Urgesteinsmehl oder siliziumreiches Steinmehl, Hornmehl bzw. Hornspäne (32,93€ bei Amazon*) oder einen mineralischen Langzeitdünger mit untermischen. Die Steinmehle sorgen für eine Extra-Portion Mineralien und tragen zu einer Verbesserung der Bodenstruktur bei, die Dünger hingegen versorgen den wachsenden Rasen mit Stickstoff. Dieser Nährstoff ist vor allem für das Wachstum der Gräser von Bedeutung.

Exkurs

Vor dem Mischen steht die Bodenanalyse

Doch Vorsicht: Lassen Sie vor einer Beimengung dieser Stoffe zunächst eine Bodenanalyse durchführen, um nicht versehentlich eine Überdüngung bzw. Mangelversorgung zu riskieren. Dabei nehmen Sie mehrere Proben des Mutterbodens (nicht der selbst gemischten Rasenerde!) und schicken diese an ein spezialisiertes Labor für Bodenuntersuchungen. Anschließend bekommen Sie eine detaillierte Auflistung der enthaltenen Nährstoffe und Tipps für eine optimale Düngung.

Rasenerde richtig verwenden

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Vor und nach dem Aussäen oder Verlegen des Rasens wird die Rasenerde gewalzt

Ob gekauft oder selbst gemischt, die fertige Rasenerde wenden Sie wie folgt an:

  1. Vorbereitung des Untergrunds
  2. Umgraben und Auflockern des Mutterbodens
  3. Entfernen von Unkräutern und anderen organischen Materialien sowie Steinen
  4. Fläche einebnen und glatt harken
  5. größere Erdbrocken dabei fein zerkrümeln
  6. Rasenerde gleichmäßig auf dem Untergrund aufbringen
  7. Fläche einebnen und walzen
  8. Es dürfen keine Unebenheiten bestehen bleiben.
  9. Rasensamen aussäen oder Fertigrasen verlegen
  10. Fläche nochmals walzen
  11. Fläche kräftig bewässern

Das Walzen des Saatguts ist wichtig, damit die Samen angedrückt und nicht beim nächsten Windhauch davon geweht werden. Auf unebenen Rasenflächen keimen die Samen zudem sehr ungleichmäßig, was später ein uneinheitliches Gesamtbild ergibt. Neu angelegte Rasenflächen dürfen zunächst nicht betreten werden, allerdings sollten Sie sie unbedingt regelmäßig kräftig wässern. Dies unterstützt die Keimung und später die Wurzelbildung. Die Flächen dürfen keinesfalls austrocknen!

Exkurs

Rasen aussäen oder Rollrasen auslegen?

Anstatt den Rasen auszusäen, können Sie auch einfach Rollrasen auf die vorbereitete Fläche auflegen. Dies hat den Vorteil, dass Sie nicht lange auf die Keimung und das Graswachstum warten müssen, sondern sofort einen fertigen Rasen vorliegen haben. Allerdings ist Rollrasen keine billige Angelegenheit und eignet sich daher vor allem für kleinere Flächen.

Häufig gestellte Fragen

Was muss ich vor dem Ausbringen von Rasenerde und Rasensamen noch erledigen?

Natürlich genügt es nicht, einfach nur Rasenerde auf die vorgesehene Rasenfläche auszubringen und diese anschließend anzusäen. Es ist etwas mehr an Vorbereitung notwendig, denn auch der Untergrund muss gut gelockert, von Unkraut und Steinen befreit sowie anschließend begradigt werden. Erst danach bringen Sie die Rasenerde auf.

Wann sät man überhaupt Rasen aus?

Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um Rasen auszusäen. Bei passender Witterung – Temperaturen über 12 Grad Celsius – können Sie mit der Aussaat zwischen März und April starten. Allerdings sollte der Boden frostfrei sein, zudem sind ein paar warme Tage von Vorteil – die Erde sollte schon etwas angewärmt sein. Bei drohenden Spätfrösten bzw. winterlicher Witterung ist von einer Aussaat noch abzusehen. In diesem Fall warten Sie einfach noch etwas, bis die Temperaturen stabiler sind und die Sonne mehr Kraft hat.

Muss ich den Rasen schon vor der Aussaat düngen?

Sofern Sie Rasenerde mit einem hohen Kompost- und Humusanteil vor der Aussaat aufbringen, ist eine zusätzliche Düngung nicht notwendig. Das Substrat ist, sofern fertig gekauft, ohnehin vorgedüngt und enthält alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge und optimaler Zusammensetzung. Auch selbst gemischte Rasenerde ist bei dem von uns angegebenen Rezepturen nährstoffreich und muss nicht mehr aufgedüngt werden. Allerdings müssen Sie darauf achten, frisch ausgesäten Rasen stets leicht feucht zu halten – so keimt er besser.

Wie dick muss die Schicht mit Rasenerde sein?

Da die für gängige Rasen gemischten Grasarten allesamt flach wurzeln, kann die Schicht aus Rasenerde sehr dünn ausgebracht werden. Eine Dicke von etwa einem bis anderthalb Zentimetern genügt vollkommen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie das Substrat gleichmäßig verteilen und Unebenheiten vor der Aussaat einebnen.

Tipps

Rasen sollte besser seltener, dafür aber kräftig und durchdringend gewässert werden. Vermeiden Sie geringere Wassergaben in kurzen Abständen. Hier gelangt das Wasser nicht tief genug in die Erde, sodass auch die Wurzeln sehr flach anstatt mehr in die Tiefe wachsen. Auf Dauer macht dies den Rasen anfälliger für Trockenschäden, da die flachen Wurzeln auf Dauer nicht ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen können.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: Christine Bird/Shutterstock, serato/Shutterstock, Bespaliy/Shutterstock, Photographee.eu/Shutterstock

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