Rasen neu anlegen – So meistern Sie es mit Samen und Rollrasen

Umrahmt von einem samt-grünen Rasen kommt das neue Haus vollendet zur Geltung. Wie Sie einen Rasen neu anlegen mittels Aussaat oder Rollrasen, vermittelt diese Anleitung praxisnah. So meistern Sie die gärtnerische Herausforderung mit Bravour.

Rollrasen neu anlegen
Neuer Rasen kann gesät oder ausgerollt werden

So machen Sie den Boden klar für die Aussaat von Rasensamen

Empfindliche Rasensamen geben sich anspruchsvoll gegenüber den äußeren Bedingungen. Um das Saatgut zur Keimung zu motivieren, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung des Bodens. Idealerweise nehmen Sie die erforderlichen Arbeiten im Herbst des Vorjahres so in Angriff:

  • Das Erdreich mit einer Fräse auflockern oder mit dem Spaten umgraben
  • Nach einem Neubau auf der vorgesehenen Rasenfläche den Mutterboden des Aushubs verteilen
  • Sandige Erde optimieren mit reifem Kompost, Lauberde, gekörntem Rinderdung oder Hornmehl
  • Stark lehmhaltigen Boden anreichern mit feinkörnigem Sand und Torf
  • Abschließend die Fläche mit der Harke glätten und bis zum Frühjahr ruhen lassen

Die ruhigen Wintermonate bieten sich an, um eine professionelle Bodenanalyse in Auftrag zu geben. Sie erhalten daraus wichtige Erkenntnisse hinsichtlich des Bestandes an Nährstoffen sowie des pH-Wertes im Boden. So sollte insbesondere das Erdreich nicht zu sauer beschaffen sein. Rasen gedeiht nur schlecht in einem pH-Wert unter 5,5. Dieses Manko wird mit einer Dosis Gartenkalk im Handumdrehen ausgebügelt.

Bester Zeitpunkt für die Einsaat – jetzt geht es los

Pendeln sich Ende April/Anfang Mai die Temperaturen ein bei 10 Grad und höher, beginnt die beste Zeit für die Einsaat eines neuen Rasens. Sollten Sie den Herbsttermin für die Bodenvorbereitung verpasst haben, nehmen Sie das Grobplanum 2-3 Wochen vor der Aussaat vor, damit sich der Boden setzen kann. Am gewählten Tag selbst sollte eine trockene, milde Witterung herrschen, um in dieser Abfolge zu Werke zu gehen:

  • Penibel Unkraut jäten und die Oberfläche feinkrümelig bearbeiten
  • Die Samen kräftig vermischen und in den Streuwagen oder Handstreuer einfüllen
  • Das Saatgut in Längs- und Querrichtung ausstreuen
  • Dünn übersieben mit Torf, Sand oder Vermiculite, ohne dass die Lichtkeimer vollständig im Dunkeln liegen
  • Das Saatbeet walzen und mit feinem Wasserstrahl beregnen

Für die Keimung ist eine ausreichende Feuchtigkeit von fundamentaler Bedeutung. Wässern Sie daher in den folgenden 3 Wochen den neu angelegten Rasen regelmäßig, sofern das natürliche Regenaufkommen nicht ausreicht. Umsichtige Hobbygärtner sperren das Areal gut sichtbar ab, damit es nicht aus Versehen betreten wird. Einzig um den Rasensprenger zu positionieren, sollte ein Fuß auf das Saatbeet gesetzt werden.

Zweite Chance – Rasenaussaat im Herbst

Ein zweites Zeitfenster für die Rasenneuanlage per Aussaat öffnet sich im September. Im sonnenwarmen Boden werden die Samen zügig keimen und rasch verwurzeln. Von Vorteil ist diese Jahreszeit für die Einsaat überdies, da das natürliche Regenaufkommen steigt und die zusätzliche Bewässerung reduziert. Bis Anfang Oktober sollte die Einsaat erfolgt sein, aufgrund der dann fallenden Temperaturen.

Damit der junge Rasen gut durch den Winter kommt, sollte die erste Gabe von Dünger mit Schwerpunkt auf den Kaliumgehalt ausgerichtet sein. Dieser Nährstoff stärkt die Frostresistenz der Pflanzenzellen, damit sie bei Schwankungen von Frost zu Tauwetter nicht zerreißen.

Tipps

Damit frisch ausgesäte Rasensamen nicht gleich von hungrigen Vögeln aufgepickt werden, wählen Sie Saatgut mit grüner Farbe. Diese Färbung erkennen Vögel nicht als Beute und lassen das Saatbeet links liegen. Gegen andere Schädlinge mit knurrendem Magen bewahren Sie die Einsaat mit einem engmaschigen Schutznetz.

Neubaugrundstück vorbereiten für Rollrasen – so gelingt es

Mit Samen einen Rasen neu anzulegen, stellt die Geduld des Gärtners über etliche Wochen auf die Probe. Wer seinem neuen Heim in möglichst kurzer Zeit einen würdigen Rahmen verleihen möchte, wählt daher die Rollrasen-Methode. Innerhalb eines Tages verwandelt sich ein tristes Neubaugrundstück in einen samtweichen, grünen Teppich. Ganz ohne Vorbereitung kommen Sie hingegen nicht davon, denn ohne Unterbau wächst der beste Fertigrasen nicht an. So machen Sie es richtig:

  • Das Grobplanum erstellen, wie für die Aussaat von Rasensamen
  • Darauf einen speziellen Startdünger für Rollrasen ausbringen und bewässern
  • Anschließend ein stabiles Maulwurfnetz ausbreiten und an den Seiten mit Bodenankern fixieren

Geben Sie dem Erdreich nun 3 Wochen Zeit, sich zu setzen. Während dieser Phase wächst das Maulwurfnetz so fest ein, dass es einen robusten Schutz gegen die emsigen Tunnelbauer bietet. Die Rasenkante kann später so gestaltet werden, dass die Befestigungsanker darunter unsichtbar werden.

Wann ist die beste Zeit für die Verlegung von Rollrasen?

Um einen Rasen mithilfe von Rollrasen neu anzulegen, bieten sich die Frühlings- und Sommermonate an. Wählen Sie einen trockenen, bedeckten Tag zwischen Ende März und Mitte September. Während einer sommerlichen Dürreperiode ist die Verlegung von Rollrasen zwar theoretisch möglich, bedarf indes besonderer Vorkehrungen für die Wasserversorgung. So sind unter extremen Bedingungen die Rasenrollen bereits während der Verlegung zu bewässern.

So verlegen Sie Rollrasen mit Geschick

Am Tag der Anlieferung ist Rollrasen komplett zu verlegen, denn mit der Ernte in der Rasenschule setzt bereits die Welke ein. Für einen längeren Transportweg kühlen die Lieferanten die Rasenrollen zwar herunter auf 3 Grad Celsius. Dieses Pre-Cool-Verfahren währt indes nicht so lange, als dass Fertigrasen für einige Tage lagerfähig wäre. Es ist daher von Vorteil, wenn am Verlegetag helfende Hände bereitstehen. So geht es Schritt-für-Schritt voran:

  • Die erste Rasenrolle entlang einer geraden Kante verlegen
  • Die folgenden Bahnen Stoß an Stoß und im Versatz anlegen, wie beim Mauern
  • Lücken und Kreuzfugen ebenso vermeiden, wie Überlappungen
  • Den Unterbau während der Verlegearbeiten nicht mehr betreten

Parallel zum Fortschritt der Arbeit, legen Sie auf dem Fertigrasen Holzlatten aus. Von hier aus verlegen Sie die nächsten Bahnen, sodass es zu keiner punktuellen Belastung kommt. In einem neu angelegten Rasen sind Vertiefungen und Beulen nachträglich nicht mehr auszubügeln. Zu lange Rollen schneiden Sie mit einem scharfen Messer ab. Diese Reststücke sind bestens geeignet, um kleine Ecken und Lücken damit zu schießen.

Rollrasenpflege beginnt am Verlegetag

Sind alle Rasenrollen akkurat verlegt, kommt im ersten Schritt der Pflege die Rasenwalze zum Einsatz. Auf diese Weise schaffen Sie eine gute Verbindung zum Unterbau, damit die Grassode zügig verwurzelt. Noch am Abend der Verlegung beginnt die wichtige Bewässerung, ohne die kein Fertigrasen Fuß fasst. Darauf kommt es an:

  • Neu angelegten Rollrasen beregnen mit 15-20 Litern Wasser je Quadratmeter
  • So fortfahren für 2 Wochen im täglichen bis zweitägigen Rhythmus, abhängig von der Witterung
  • Fertigrasen nicht unter praller Mittagssonne gießen

Um die Menge des Gießwassers zu ermitteln, stellen Sie einfach einen Messbecher im Bereich des Rasensprengers auf. Alternativ prüfen Sie mit einem Schraubenzieher oder anderem spitzen Stab, ob der Rollrasen bis 7 Zentimeter Tiefe befeuchtet ist.

Neu angelegten Rasen fachgerecht pflegen – so geht es

Damit Ihnen ein Rasen nach der Neuanlage über viele Jahre Freude bereitet, fokussiert die Pflege auf einer ausgewogenen Wasser- und Nährstoffversorgung in Einheit mit regelmäßigem Rasenmähen. Die zentralen Aspekte dieser drei tragenden Säulen in der Kultivierung von Grünflächen werden im Folgenden näher beleuchtet:

Gießen bei Trockenheit

Hat sich neu angelegter Rasen gut verwurzelt, deckt im Herbst und Winter das natürliche Regenaufkommen den Wasserbedarf ab. Im Frühling und Sommer dagegen verdunsten unter der Sonne täglich bis zu 25 Liter Wasser pro Quadratmeter. Sobald sich die Rasenblätter nach dem Betreten nicht mehr aufrichten, kommt folglich der Rasensprenger zum Einsatz. Beregnen Sie Ihren neuen Rasen durchschnittlich 2 Mal pro Woche durchdringend, bleibt das satte Grün erhalten.

Ausgewogen düngen

Ein dichter Rasenteppich entzieht dem Boden eine Fülle an Nährstoffen. Dieser Verlust wird während der Vegetationsperiode durch regelmäßiges Düngen wieder ausgeglichen. Idealerweise verwenden Sie einen organischen oder mineralisch-organischen Dünger, der im März/April und Juli/August verabreicht wird. Intensiv genutzter Sportrasen erhält zusätzlich im Mai eine Portion. In den folgenden Tagen ist wiederholtes Wässern Pflicht, bis keine Düngerkörner zu sehen sind

Regelmäßig mähen

Ein neu angelegter Rasen wird ab einer Halmhöhe von 8 Zentimetern zum ersten Mal gemäht. Anschließend sollte das Edelgras alle 7 Tage um ein Drittel geschnitten werden. Wichtig zu beachten ist, dass Rasen nicht bei Nässe und unter praller Sonneneinstrahlung gemäht werden sollte. Als eine gesunde Schnitthöhe haben sich 4 Zentimeter für Zier- und Gebrauchsrasen bestens bewährt. Schattenrasen sollte mit 6-7 Zentimetern etwas höher stehen.

Tipps

Erfährt ein neuer Rasen die richtige Pflege, lassen sich Moos und Unkraut nicht blicken. Konfrontieren Sie das Grün daher nicht unnötig mit strapaziösem Vertikutieren und Lüften. Wenn überhaupt, kommt dieser drastische Eingriff frühestens im dritten Jahr nach der Einsaat von Samen bzw. der Verlegung von Rollrasen in Betracht.

Text: Paula Jansen
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