Rasen erneuern – Einfach sanieren statt mühsamer Neuanlage

Wenn Sie alten Rasen neu anlegen, ist aufwändiges Umgraben nicht zwingend erforderlich. Einfacher geht es, indem Sie die strapazierte Rasenfläche gezielt aufbereiten. Solange noch einige Grashalme vorhanden sind, können diese sich nämlich regenerieren. Die folgende Anleitung zeigt, wie es gelingt.

Rasen erneuern
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Wann ist die beste Zeit, alten Rasen zu sanieren?

Wenn Sie einen alten Rasen ohne Umgraben neu anlegen möchten, wählen Sie einen Termin während der Vegetationsperiode von Mai bis September. Während einer sommerlichen Dürreperiode sollten Sie hingegen davon Abstand nehmen, eine abgenutzte Grünfläche zu sanieren. Dagegen verbessern Sie die Erfolgsaussichten zu einem Zeitpunkt im April/Mai oder August/September, da sich ein Rasen zu dieser Zeit besonders gut regenerieren kann.

Auf diese Vorbereitung kommt es an

Um eine schüttere Grasfläche gegen einen satt-grünen Teppich austauschen zu können, stellen Sie die Weichen für einen gelungenen Verlauf mit diesen Vorbereitungsarbeiten:

Rasen mähen

Im ersten Schritt der Vorbereitungsarbeiten mähen Sie den Rasen so tief wie möglich. Hierzu stellen Sie den Rasenmäher auf die niedrigste Stufe.

Vertikutieren

Wenn Sie alten Rasen neu anlegen, verbessern Sie die Startbedingungen für junge Gräser, wenn diese nicht gleich durch Moos und Unkraut bedrängt werden. Zudem regenerieren die noch vorhandenen Edelgräser effektiv, wenn Sie die Grasfläche mit dem Vertikutierer aufbereiten. Kämmen Sie daher alles aus, indem Sie den Rasen in Längs- und Querrichtung vertikutieren. Zum guten Schluss kehren Sie die Fläche gründlich ab.

Tipps

Umwelt- und gesundheitsbewusste Hobbygärtner verschließen die Ohren, bei dem gut gemeinten Vorschlag, einer stark verunkrauteten Grünfläche mit einem Glyphosat-haltigen Totalherbizid zu Leibe zu rücken. Zunächst bleibt kein Grashalm übrig, der sich regenerieren könnte. Darüber hinaus ist schon bei einer Rasenfläche mit 50-100 Quadratmetern eine so hohe Menge des giftigen Präparates erforderlich, dass auch andere Bereiche des Zier- und Nutzgartens in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Unebenheiten sanieren – so wird eine Holperfläche glatt

Ist der ausgediente Rasen gemäht und vertikutiert, bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, kleine Unebenheiten zu sanieren. Hierzu benötigen Sie einzig Mutterboden, Sand, Torf und eine Walze. So machen Sie es richtig:

  • Erde, Sand und Torf zu gleichen Teilen mischen
  • Damit Dellen und Löcher in der Rasenfläche ausgleichen
  • Unerwünschte Erhebungen abtragen, wie alte Maulwurfshügel und einebnen
  • Im letzten Schritt das Areal ein Mal längs und ein Mal quer walzen

Ist die Fläche hingegen nur dann zu verbessern, wenn der Auf- und Abtrag des Bodens mehr als 20 Zentimeter beträgt, sollten Sie an dieser Stelle eine komplette Neuanlage des Rasens in Betracht ziehen. Angesichts eines derart massiven Sanierungsbedarfs haben alte Rasengräser keine Chance, sich wieder zu regenerieren.

Mit Samen verbrauchten Rasen aufbereiten – so geht’s

Indem Sie nach dieser Anleitung die ausgelaugte Rasenfläche aufbereiten, schaffen Sie der nun folgenden Nachsaat beste Startbedingungen. Idealerweise ist Ihnen noch die Rasensorte bekannt oder Sie verfügen über einen ausreichenden Lagerbestand. Alternativ bietet der Fachhandel Rasensamen an, die sich einer bestehenden Rasensorte bestens anpassen. So säen Sie gekonnt aus:

  • Das Saatgut mit der Hand gut mischen
  • In einen Streuwagen füllen oder einen batteriebetriebenen Handstreuer
  • Auf der Grünfläche im Schachbrettmuster aussäen und walzen
  • Alternativ mit der Hand weitwürfig verteilen und ebenfalls mit der Walze für Bodenschluss sorgen

Im unmittelbaren Anschluss an die Aussaat übersieben Sie die Samen 0,5 Zentimeter dünn mit Torf. Da es sich bei Rasensamen stets im Lichtkeimer handelt, darf die schützende Torf-Schicht nicht die Sonnenstrahlen vom Saatgut abhalten. Wer die höheren Kosten nicht scheut, verwendet statt Torf den Saathelfer Vermiculite. Dabei handelt es sich um winzige Silikatplättchen, die den Samen Schutz bieten vor Witterungseinflüssen und zugleich über eine hervorragende Wasserspeicherung verfügen.

Fachgerechte Pflege während der Keimzeit

Wenn Sie alten Rasen neu anlegen, ist mit der Nachsaat erst die Hälfte des Weges geschafft. Damit die bestehenden Gräser regenerieren und die Samen zügig keimen, rückt diese Pflege in den Fokus:

  • Das mit Torf bedeckte Saatbeet noch am gleichen Tag mit feiner Brause wässern
  • In den folgenden 3-4 Wochen die Fläche beregnen, sobald sich der Torf hell färbt
  • Bei Verwendung eines alternativen Saathelfers die obere Bodenschicht konstant feucht halten
  • Nicht unter praller Sonne den Rasen sprengen, sondern in den Morgen- oder Abendstunden
  • Das Saatbeet nur betreten, um den Rasensprenger aufzustellen

Während sich die alten Gräser regenerieren, verbessern die sprießenden Keimlinge bereits das Erscheinungsbild des Rasens. Setzen Sie die kontinuierliche Bewässerung fort, bis sich eine kompakte Grasnarbe entwickelt hat. Gedüngt wird in dieser Phase noch nicht. Eine magere Umgebung motiviert die Keimlinge zu einer intensiveren Wurzelbildung und Verzweigung, als wenn sie von einem üppigen Nährstoffvorrat umgeben sind.

Flickenteppich austauschen gegen Rollrasen – wie es funktioniert

Wenn Sie mittels Nachsaat einen alten Rasen neu anlegen, ziehen etliche Wochen ins Land bis zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Sehr viel schneller können Sie mit Rollrasen einen ramponierten Rasen austauschen gegen einen samtig grünen Teppich. Hierzu ist ebenfalls kein Umgraben erforderlich, denn nach der Sandwich-Methode gelingt es ebenfalls. So machen Sie es richtig:

  • Rasen tief mähen und vertikutieren
  • Unebenheiten ausgleichen mit einem Mix aus Erde, Sand und Torf
  • Eine spezielle Startdüngung für Rollrasen ausbringen, walzen und wässern
  • Die frischen Rasenrollen im Versatz verlegen
  • Am Verlegetag mit einer durchdringenden Bewässerung beginnen
  • Über 2 Wochen alle 2 Tage den Rollrasen mit 15-20 Litern je Quadratmeter beregnen

Betreten Sie den alten Rasen nach dem Aufbereiten nicht mehr. Legen Sie statt dessen auf dem bereits verlegten Rollrasen Holzlatten aus, um von dort aus die nächsten Rollen anzulegen. Die Enden werden mit einem scharfen Messer in Form geschnitten. Die Rasenkantensteine sind eventuell an das höhere Niveau der Grasfläche anzupassen.

Tipps

Trugen nimmermüde Maulwürfe wesentlich dazu bei, dass Sie alten Rasen neu anlegen müssen? Dann sollte die Rollrasen-Methode einher gehen mit dem Einsatz eines Maulwurfschutznetzes. Dieses stabile Kunststoffnetz wird vor der Verlegung von Fertigrasen auf dem Unterbau ausgebreitet. Nachdem das Material über 3 Wochen angewachsen ist, bietet es zuverlässigen Schutz gegen eine erneute Hügellandschaft auf dem Rasen.

Fachgerechte Rasenpflege nach dem Sanieren

Erstrahlt der Rasen im neuen Kleid, stellen Sie mit dem folgenden Pflegeprogramm sicher, dass Sie vorerst keinen alten Rasen neu anlegen müssen.

  • Ab einer Wuchshöhe von 8 Zentimetern den neuen Rasen zum ersten Mal mähen
  • Im Anschluss die frisch sanierte Grünfläche organisch oder mineralisch-organisch düngen
  • Nach jedem Düngen den Rasen wässern und erst wieder mähen, wenn keine Düngerkörner mehr zu sehen sind
  • Im Herbst nach dem ersten Frost nicht mehr mähen
  • Im Frühjahr erst wieder mähen, wenn die Quecksilbersäule die 10-Grad-Marke übersteigt

Wenn Sie einen ausgedienten Rasen nach dieser Anleitung verbessern, ist frühestens im zweiten oder dritten Jahr ein Vertikutieren erforderlich. Wo sich ausgelaugte Edelgräser vital regenerieren und frische Rasensamen gedeihen, haben Moos und Unkraut schlechte Karten. Das gilt insbesondere dann, wenn der Boden dank einer Erhaltungskalkung nicht übersäuert.

Tipps & Tricks

Möchten Sie nicht den gesamten alten Rasen neu anlegen, sondern einzig kahle Stellen aufbereiten? Dann beschränken Sie diese Anleitung einfach auf die beanstandeten Flecken, die sich regenerieren sollen. Das gelingt per Nachsaat ebenso unkompliziert, wie mit Rollrasen.

GTH

Text: Burkhard
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