Rasen perfekt einsäen – so gelingt es im Premium-Qualität

Damit ein Rasen seine Aufgabe als grüne Visitenkarte des Gärtners vollendet erfüllt, kommt es auf eine fachgerechte Aussaat an. Hier erhalten Sie das nötige Rüstzeug für die perfekte Rasenneuansaat. So wird der Rasen zum grünen Lebensraum mit hohem Neidfaktor.

Rasen säen
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Wann ist der beste Zeitpunkt für die Rasenneuansaat?

Gleich zwei Mal im Jahr öffnet sich das Zeitfenster für die Aussaat von Rasensamen. Damit die Lichtkeimer nach einer möglichst kurzen Keimdauer zu einem dichten Teppich wachsen, sollten Sie die Rasensaat zu diesem Zeitpunkt streuen:

  • Wenn im Frühjahr die Bodentemperatur dauerhaft die 10-Grad-Marke übersteigt
  • Bester Zeitpunkt für die erste Aussaat ist ab Anfang Mai bis Anfang Juni
  • Zweiter geeigneter Zeitpunkt für die Rasenneuansaat ist im Herbst von Mitte September bis Anfang Oktober

Für eine Aussaat im Frühjahr spricht die lange Zeit, die den Graswurzeln zur Verfügung steht, um vital zu wachsen. Ein Zeitpunkt im Herbst punktet mit sonnenwarmer Erde für eine kurze Keimdauer und reduziertem Wässern, da es in dieser Jahreszeit häufiger regnet.

Die wichtigsten Rasenarten im Überblick

Eine Rasenneuansaat zählt zweifellos zu den anspruchsvollsten Arbeiten im Garten. Damit die Mühen von Erfolg gekrönt sind, spielt die Wahl der best möglichen Rasensamen eine wichtige Rolle. Der folgende Überblick stellt die wichtigsten Rasenarten vor, als Entscheidungshilfe:

Rasenarten für die AussaatEnglischer RasenSchattenrasenGebrauchsrasenSport- und SpielrasenTrockenrasenBilligrasen
Ideale Anzahl Triebe/m²100.00090.00080.00060.00050.00020.000 (Minimum)
Schattenverträglichkeithochsehr hochmittel/geringmittel/geringgeringmittel/gering
Strapazierfähigkeitstrapazierfähigstrapazierfähigsehr strapazierfähigsehr strapazierfähigbegehbarbegehbar
Verunkrautungsehr geringgeringgeringgeringmittelhoch
Wasserbedarfsehr hochhochmittelmittelgeringsehr hoch
Düngen4 x jährlich3-4 x jährlich2-3 x jährlich2-3 x jährlich0-1 x jährlich3-4 x jährlich

Die Erde fachgerecht vorbereiten – so gelingt das Grobplanum

Damit Rasensamen nach dem Ansäen tatsächlich keimen und wachsen, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung des Bodens. Ist der Zeitpunkt für die Rasenneuansaat gewählt, behandeln Sie die Erde so:

  • Mindestens 14 Tage vor dem Einsäen die Erde 1-2 Spaten tief umgraben
  • Alles Unkraut entfernen sowie Wurzeln, Steine und Unrat
  • Kompost und Hornmehl verteilen und mit einer Harke in die obere Bodenschicht einarbeiten
  • Auf lehmig-tonigem Boden eine Schicht Sand verteilen und einharken
  • Die Erde walzen und wiederholt mit feinem Wasserstrahl wässern

Nun sollte die Fläche bis zum Ansäen der Rasensamen ruhen, damit sich die Erde setzen kann. Bei sehr trockener Witterung empfehlen wir, den Boden in den folgenden 2-3 Wochen wiederholt zu sprengen. Betreten und Walzen Sie während dieser Zeit das Areal möglichst nicht, um keine unnötige Bodenverdichtung zu verursachen.

Tipps

Eine stark verunkrautete Fläche sollte vor einer Rasensaat nicht gefräst werden, denn diese Maschine verteilt das Unkraut zusätzlich im Boden. Eine Bodenvorbereitung mittels Rigolen ist in diesem Fall von Vorteil. Dabei graben Sie den Boden etappenweise in Furchen um und werfen die Erde durch ein Durchwurfsieb. Mit der gereinigten Erde wird die jeweils zuletzt ausgehobene Furche wieder gefüllt. Der letzte Graben wird mit dem sauberen Erdreich der ersten Furche gefüllt.

Dieses Feinplanum wünschen sich Rasensamen

Nach einer angemessenen Ruhezeit, nehmen Sie am Tag der Aussaat das Feinplanum vor. Dieser Arbeitsschritt zwischen der groben Bodenvorbereitung und dem Streuen der Rasensaat ist sowohl zum Zeitpunkt im Frühjahr als auch im Herbst von Mitte September bis Anfang Oktober ratsam. Eine möglichst feinkrümelige Erde verkürzt die Keimdauer erheblich. So machen Sie es richtig:

  • Die Erde mit der Harke oberflächlich aufkratzen und gründlich jäten
  • Mit dem Rechen den Boden so bearbeiten, dass eine feinkrümelige Fläche entsteht
  • Sollten sich noch größere Klumpen zeigen, die Erde nochmals walzen und rechen
  • Bis zum Einsäen die Fläche nicht mehr betreten

Geben Sie sich erst dann mit der Fläche zufrieden, wenn diese vollkommen eben und bröselig ist wie Sandkuchen. Für diese Sorgfalt werden Sie im weiteren Verlauf belohnt mit einer kurzen Keimdauer und einer überproportionalen Keimquote der Rasensamen.

Rasensaat mustergültig einsäen – so geht’s

Breitet sich die perfekt vorbereitete Fläche vor Ihnen aus, haben Sie den anstrengendsten Teil der Rasenneuansaat vorbildlich gemeistert. Idealerweise steht Ihnen für den nächsten Arbeitsschritt ein Streuwagen oder Handstreuer zur Verfügung, um die Rasensamen schön gleichmäßig zu verteilen. So gehen Sie vor:

  • Die Rasensaat mit der Hand gut durchmischen und in das Gerät zum Streuen füllen
  • Die Rasensamen auf der Erde in Längs- und Querrichtung verteilen
  • Mit dem Rechen die Lichtkeimer maximal 1 Zentimeter tief in die Erde einarbeiten
  • Das Saatbeet im Schachbrettmuster walzen für einen optimalen Bodenschluss
  • Zu guter Letzt die Rasensaat mit feiner Brause wässern

In den nächsten 3 Wochen steht die ausreichende Wasserversorgung der Aussaat im Zentrum der Pflegearbeiten. Beregnen Sie die Rasensaat 4-5 Mal täglich für jeweils 10 Minuten. Die Erde darf dabei auf keinen Fall verschlämmen. Betreten Sie das Areal einzig für diese Maßnahme, damit die Keimlinge in Ruhe wachsen und gedeihen.

Wie in Feldversuchen wiederholt festzustellen war, wirkt sich zeitgleiches Verteilen von Rasensamen und Startdünger nachteilig auf die Keimdauer aus oder übt überhaupt keinen Einfluss aus. Das gilt sowohl für die Rasenneuansaat im Frühjahr als auch im Herbst von Mitte September bis Anfang Oktober. Beschränken Sie sich daher in den ersten Wochen auf eine regelmäßige Beregnung.

Wie viel Rasensaat pro Quadratmeter verteilen?

Die optimale Aussaatmenge hängt im Einzelfall ab von der gewählten Rasenart. Auf der Verpackung der Rasensaat können Sie die genau Angabe nachlesen. Sollte diese Information nicht mehr zur Verfügung stehen, gilt eine Menge von 20 bis 25 Gramm Rasensamen je Quadratmeter als angemessen. Die folgende Tabelle möchte eine Hilfestellung geben zur Umrechnung in die erforderliche Menge Rasensaat in Kilogramm:

Rasenfläche in qmKg Saatgut bei Dosierung von 20 g/qmKg Saatgut bei Dosierung von 25 g/qm
50 qm1,00 kg1,25 kg
100 qm2,00 kg2,50 kg
150 qm3,00 kg3,75 kg
200 qm4,00 kg5,00 kg
500 qm10,00 kg12,50 kg
750 qm15,00 kg18,75 kg
1.000 qm20,00 kg25,00 kg
2.000 qm40,00 kg50,00 kg

Wann wird der Rasen nach dem Einsäen zum ersten Mal gemäht?

Eine Vielzahl von Faktoren bestimmt den weiteren Verlauf des Wachstums nach einer Rasenneuansaat. So hängt die Keimdauer von der Qualität der Rasensaat ebenso ab wie von den Witterungsbedingungen. Den Zeitpunkt für den ersten Mähdurchgang fassen wir daher nicht in Tagen und Wochen, sondern in der Wuchshöhe der Halme. Haben die Gräser eine Höhe von 8-10 Zentimetern erreicht, mähen Sie Ihren neuen Rasen zum ersten Mal.

Wann wird nach der Rasenneuansaat zum ersten Mal gedüngt?

Haben Sie Ihren neuen Rasen nach der Aussaat zum ersten Mal gemäht, ist dies der ideale Zeitpunkt für die erste Gabe von Dünger. Eine Bodenanalyse verrät den tatsächlichen Bedarf an Nährstoffen. Den folgenden Aspekten sollten Sie dabei Ihre Aufmerksamkeit schenken:

  • Neuen Rasen im Frühjahr mit einem Stickstoff- und Phosphat-betonten Dünger verwöhnen
  • Nach einer Rasenneuansaat im Herbst ein Kalium-reiches Präparat verabreichen
  • Organischen oder organisch-mineralischen Düngern den Vorzug geben

Wichtig zu beachten ist, dass Sie nach dem Düngen die Rasenfläche wiederholt beregnen, bis das Mittel vollständig von der Grasfläche aufgenommen wurde. Bis dahin sollte das Grün weder betreten noch gemäht werden.

Tipps

Als Lichtkeimer sind Rasensamen pickenden Vögeln hilflos ausgeliefert, denn auf eine schützende Erdschicht muss verzichtet werden. Geübte Hobbygärtner übersieben die Rasensaat daher mit dem Saathelfer Vermiculite. Die feinen Silikatplättchen lassen genügend Licht hindurch, speichern Regenwasser und schützen die feinen Samen vor hungrigen Schnäbeln.

Text: Paula Jansen
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