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Wer Zuhause vorzieht, kann eher ernten

Aussaat-Anleitung für Anfänger – so geht es Schritt-für-Schritt

Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie sich unter der Obhut des Gärtners Samen in kräftige Keimlinge verwandeln. Erfahren Sie hier die optimale Vorgehensweise für die Direktaussaat und Anzucht auf der Fensterbank. Hilfreiche Tipps weisen auf typische Stolpersteine hin, wenn Anfänger zum ersten Mal im Gärtnerleben Samen aussäen.

Direktsaat – Leitfaden für die direkte Aussaat im Beet

Im April und Mai geht es hoch her im Blumenbeet und Gemüsegarten. Spätestens nach den Eisheiligen öffnet sich das Zeitfenster für die direkte Aussaat einheimischer Arten, wie Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Karotten, Stangenbohnen oder Radieschen. Wer einen Rasen anlegen möchte, wählt diese Jahreszeit ebenfalls zum Aussäen von Rasensamen. So gehen Sie Schritt für Schritt richtig vor:

  • Boden mit Harke und Rechen solange bearbeiten, bis eine Unkraut-freie, lockere, feinkrümelige Struktur entsteht
  • Abgestimmt auf die Pflanzenart das Saatgut breitwürfig oder in Reihen aussäen
  • Reihenaussaat: Furche ziehen, Samen in vorgeschriebenem Abstand einsetzen und mit Erde abdecken
  • Samen andrücken mit den Händen oder einer Rasenwalze und mit feiner Brause bewässern

Zum Schutz vor pickenden Vögeln und hungrigen Schnecken überziehen Sie das Saatbeet mit einem Schutznetz. Bitte versäumen Sie am Ende nicht, die Saatreihen mit den Etiketten des Saatguts zu kennzeichnen.

Anzucht auf der Fensterbank – so bereiten Sie das Saatgut vor

Zahlreiche Gartenpflanzen entstammen fernen Ländern, wie beliebte Petunien und Tomaten. Für die Keimung sind höhere Temperaturen erforderlich, sodass Hausgärtner die Samen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aussäen. Schenken Sie diesen Vorbereitungsarbeiten Ihre Aufmerksamkeit:

  • Nährstoffarmes, keimfreies Aussaat-Substrat bereitstellen
  • Saatgefäße reinigen und kontrollieren auf Drainageöffnungen im Boden
  • Sprühflasche mit zimmerwarmem, abgestandenem Wasser füllen
  • Transparente Hauben oder Plastiktüten bereitlegen
  • Samen für 24 bis 48 Stunden einweichen in lauwarmem Wasser oder Kamillentee (Thermoskanne)

Ökologisch verantwortungsbewusste Hausgärtner verwenden keine Hilfsmittel auf Basis von Torf. Für die Aussaat eignet sich beispielsweise Kokosfaser-Substrat hervorragend. Aussäen in Torftöpfen ist ebenfalls verpönt, denn wiederverwendbare Saatschalen, Töpfe oder ausgediente Eierkartons sind perfekte Anzuchtgefäße.

Aussaat-Anleitung – der Weg vom Samen zum Keimling

Während das Saatgut einweicht, füllen Sie jedes Saatgefäß zu zwei Drittel mit Substrat. Drücken Sie die Erde an und besprühen die Oberfläche mit Wasser. Auf der angefeuchteten Erde können Sie nunmehr die noch feuchten Samen aussäen. Lichtkeimer drücken Sie mit einem Holzbrettchen an für einen guten Bodenschluss. Dunkelkeimer übersieben Sie mit Substrat in einer Art-spezifischen Höhe. Um welche Art von Samen es sich handelt, können Sie auf dem Saatgut-Etikett nachlesen. So geht es weiter:

  • Saatgefäße abdecken mit einer transparenten Haube oder Plastiktüte
  • Am halbschattigen Fensterplatz aufstellen bei Temperaturen von 20 bis 25 Grad Celsius
  • Abdeckung täglich lüften
  • Mit Wasser besprühen, sobald die Erde antrocknet
  • Samen und Keimlinge nicht düngen

Die Keimzeit richtet sich nach der Pflanzenart. Einige Wachstumsraketen keimen bereits nach wenigen Tagen, während andere Samen sich Wochen oder gar Monate Zeit nehmen bis zur Keimung. Sprießen die ersten Keimblättchen, hat die Haube ihre Pflicht erfüllt und wird entfernt. Halten Sie weiterhin das Substrat leicht feucht und verabreichen Sie keinen Dünger.

Sämlinge pikieren und abhärten – so geht es

Im Anschluss an die Keimblätter wachsen die ersten echten Blätter. Beide Blatt-Arten sind optisch problemlos zu unterscheiden. Im Laufe des weiteren Wachstums entsteht im Saatgefäß drangvolle Enge. Höchste Zeit, um den emsigen Sämlingen mehr Platz zu verschaffen. Zu diesem Zweck topfen Sie die kräftigsten Exemplare um in eigene Töpfe. Dieser Vorgang wird als Pikieren bezeichnet. So funktioniert es:

  • Kleine Kunststoff-Töpfe füllen mit spezieller Pikiererde
  • Mit einem Pikierstab oder Löffel mittig ein kleines Pflanzloch bohren
  • Sämlinge einzeln und mit viel Fingerspitzengefühl aus dem Saatgefäß heben
  • Einpflanzen in die Pikiererde, andrücken und gießen

Ab Mitte April stellen Sie Ihre Zöglinge tagsüber an einen warmen, halbschattigen Standort auf dem Balkon oder im Garten. Die kalten Nächte verbringen die Jungpflanzen bis Mitte Mai hinter Glas. Diese Phase der Abhärtung garantiert für robuste Pflanzen und ein vitales Wachstum im Beet von Beginn an.

Kleines Aussaat-ABC – so umgehen Sie Stolperfallen

Damit bei Ihrer ersten Aussaat alles rund läuft, haben wir die häufigsten Anfängerfehler zusammengefasst. Praktische Tipps weisen darauf hin, wie Sie die Stolperfallen vermeiden:

  • Ausgetrocknete Erde: das Substrat kontinuierlich leicht feucht halten mit weichem, warmem Wasser
  • Zuviel oder zuwenig Erde auf dem Saatgut: Lichtkeimer nicht abdecken, Dunkelkeimer mindestens samendick übersieben
  • Kalter Durchzug: Saatgefäße nicht in der Nähe gekippter Fenster aufstellen
  • Vergeilende Triebe infolge Lichtmangel: bei langen, dünnen Trieben die Sämlinge mit Pflanzenlampen beleuchten

Häufigster und fatalster Pflegefehler ist Staunässe im Saatgefäß. Die Hinweise auf regelmäßiges Gießen und Besprühen dürfen nicht dazu führen, dass Sämlinge im Wasser stehen. Die Folge sind Pilzinfektionen, wie die gefürchtete Umfallkrankheit. Drainagelöcher im Topfboden und eine ausgewogene Wasserversorgung sind die beste Vorbeugung.

Tipps

Mit einem eigenen Frühbeet fällt der Startschuss für die Aussaat schon im Februar und März. Ausgestattet mit einer Naturheizung, keimen hier die ersten Samen, wenn im Garten noch Schnee liegt. Den genialen Kasten können Sie ganz einfach selber bauen oder als fertigen Bausatz im Handel erwerben.

Artikelbild: Syndy1/Shutterstock

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