Gartenboden bestimmen und optimieren – so gelingt es

Lassen Blühfreudigkeit und Ertragskraft Ihrer Gartenpflanzen zu wünschen übrig, rückt die Qualität des Gartenbodens in den Fokus. Diese Anleitung erklärt, wie Sie mit einfachen Mitteln fundierte Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit ziehen können. Treten Mängel zutage, sind diese mithilfe unserer Hinweise schnell behoben.

gartenboden
Gartenboden kann durch Zugabe von Kompost oder Sand nach Belieben angepasst werden

Was zeichnet einen tadellosen Gartenboden aus?

Ihre Blumen, Sträucher und Gemüsepflanzen wünschen sich eine ausgewogene Mischung aus Lehm, Sand, Ton und Humus. Befinden sich diese Komponenten in einem gesunden Verhältnis zueinander, herrscht darin ein aktives Bodenleben aus Mikroorganismen als Grundvoraussetzung für vitales Wachstum, Blühfreudigkeit und Ertragskraft. Die folgenden Eigenschaften zeichnen den idealen Gartenboden aus:

  • Eine krümelige, lockere und dennoch strukturstabile Konsistenz
  • Reich an Nährstoffen und Spurenelementen
  • Tiefgründig und mit zuverlässigem Wasserabzug
  • Mäßig trocken, frisch oder frisch-feucht, ohne Gefahr von Staunässe
  • Idealer pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5

Nur wenige Hausgärtner genießen das Privileg eines tadellosen Gartenbodens. Das ist indes kein Grund, auf einen eigenen Zier-, Nutz- und Kräutergarten zu verzichten. Indem Sie einfache Zuschlagstoffe beimischen, gleichen Sie auftretende Mängel aus.

Bodenqualität bestimmen mit der Handprobe – so gelingt es

Die tatsächliche Krümelstruktur der Erde bestimmt, mit welchen Zuschlagstoffen Sie den Gartenboden verbessern. Mit einer Handprobe stellen Sie die Bodenart zuverlässig fest. Zu diesem Zweck formen Sie eine Handvoll Erde zwischen Ihren Handflächen zu einer Rolle. Anhand folgender Eigenschaften der Erdprobe können Sie die verschiedenen Bodenarten unterscheiden:

  • Sandboden: überwiegend körnig und zu krümelig, um daraus eine Kugel zu formen
  • Lehmboden: lässt sich zur glatten Kugel und Rolle zusammendrücken, klebt nicht an den Handflächen
  • Tonboden: bildet eine klebrige, glatte Rolle mit glänzender Oberfläche, wenn man darüber reibt

Einzig in Ausnahmefällen haben Sie es mit einem reinen Sand-, Lehm- oder Tonboden zu tun. In der Regel handelt es sich um eine Mischung aller drei Komponenten. Mithilfe der Handprobe stellen Sie fest, welcher Bestandteil in Ihrem Gartenboden dominiert oder zu reichlich enthalten ist. Daraus ziehen Sie Rückschlüsse auf die richtigen Maßnahmen, um die Struktur dergestalt zu optimieren, dass sie an die Idealbedingungen heranreicht.

Boden für zu leicht befunden – das ist jetzt zu tun

In reinem Sandboden gedeihen nur wenige Überlebenskünstler aus dem Pflanzenreich, wie Kakteen und Sukkulenten. Sofern noch geringe Anteile von Humus enthalten sind, eignet sich diese Bodenqualität allenfalls für einen Stein- oder Heidegarten. Deutet die Handprobe auf eine zu sandige, leichte Struktur hin, verleihen Sie dem Boden mit folgenden Maßnahmen mehr Stabilität, damit Wasser und Nährstoffe besser gespeichert werden. So machen Sie es richtig:

  • Im Herbst im umgegrabenen Boden 3 bis 5 Liter reifen Kompost je Quadratmeter einarbeiten
  • Alternativ kompostierten Pferdedung oder Hühnermist untermischen
  • Anschließend eine winterharte Gründüngung aussäen
  • Die Biomasse im Frühjahr mähen und im Erdreich einharken

PH-Wert testen

Um den pH-Wert im Gartenboden zu ermitteln, bieten Gartencenter und Baumärkte Test-Sets an, die keinerlei chemische Vorkenntnisse erfordern. Deutet das Ergebnis auf einen Wert unter 5,5 hin, wird dieser mithilfe von Algenkalk oder Gartenkalk reguliert. Als Faustregel gilt: 10 Gramm Kalk je Liter Erde erhöhen den Wert um einen Punkt.

Schwere Erde optimieren – so geht es

In zu schwerem Lehm- und Tonboden sind Pflanzen permanent bedroht durch Staunässe und Sauerstoffmangel. Fernerhin bleibt die Erde im Frühjahr noch lange kalt, sodass sich Ihre Stauden mit dem Wachstum schwertun. Für Abhilfe sorgen spezielle Bodenhilfsstoffe, die den Boden auflockern und belüften. So verbessern Sie die Bodenqualität:

  • Vor Wintereinbruch den Boden zwei Spaten-tief umgraben
  • In das Erdreich reifen Kompost einarbeiten in einer Dosierung von 3 Litern je Quadratmeter
  • Auf der Oberfläche feinkörnigen Sand ausstreuen und mit der Harke gleichmäßig verteilen

Diese Kombination aus verschiedenen Zuschlagstoffen beseitigt aktuelle Verdichtungen und beugt diesem Problem wirksam vor. Mit einer tiefwurzelnden Gründüngung runden Sie das Maßnahmenpaket sinnvoll ab. Lupinen, Ölrettich und andere Tiefwurzler lockeren das Erdreich zusätzlich auf, sodass Staunässe und Luftmangel der Vergangenheit angehören.

Tipps

Handprobe und pH-Wert-Test reichen nicht aus für die Ermittlung der Bodenqualität, wenn Sie nach dem Neubau einen Garten anlegen möchten. Nehmen Sie stattdessen an 10 bis 12 Stellen Erdproben und senden diese an ein Speziallabor. Dort erstellen die Experten eine detaillierte Bodenanalyse und geben fundierte Empfehlungen zu Bepflanzung und Düngebedarf.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: encierro/Shutterstock
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