Den Gartenboden testen: Macht das Sinn?

Möchten Sie den Pflanzen optimale Lebensbedingungen geben, ist es mit dem richtigen Standort nicht getan. Stimmen die Bodenwerte nicht, bleiben die Gewächse klein und kümmern vor sich hin. Möchten Sie dem Problem auf die Spur kommen, kann es sehr hilfreich sein, eine Bodenanalyse vornehmen zu lassen. So erfahren Sie nicht nur den pH-Wert, sondern auch, welche Nährstoffe im Substrat enthalten sind.

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Mit einem einfachen Streifentest kann jeder den pH-Wert vom Boden ermitteln

So hat Oma den pH-Wert ermittelt

Unsere Großmütter, die noch nicht auf den Service eines Labors zurückgreifen konnten, hatten eigene Rezepte, um herauszufinden, ob der Boden sauer, neutral oder alkalisch ist.

  • Nehmen Sie zwei Becher.
  • In den einen geben Sie destilliertes Wasser und ein Päckchen Backpulver.
  • In das andere Gefäß füllen Sie etwas Essig.
  • Geben Sie nun von Ihrem Gartenboden ein wenig in jeden Becher.

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Bildet sich nun im Gefäß mit dem Essig Schaum, ist der Boden alkalisch. Zischt es, wenn Sie die Erde in das Backpulver-Wasser-Gemisch krümeln, ist das Substrat sauer. Passiert gar nichts, haben Sie eher neutralen Gartenboden.

Auf diese Weise können Sie zumindest tendenziell feststellen, wie die Bodenbeschaffenheit ist.

Einfach Bodenanalyse anhand von Teststäbchen

Möchten Sie die Bodenwerte selbst ermitteln, können Sie hierfür eines der im Fachhandel angebotenen Testsets nutzen.

  • Entnehmen Sie zunächst etwa 100 g Boden und geben Sie die Erde in ein ausreichend großes, sauberes Glas.
  • Vermischen Sie das Substrat mit 100 ml destilliertem Wasser.
  • Halten Sie nach einer Ruhephase von circa 10 Minuten den Lackmusstreifen in die Flüssigkeit.
  • Anhand der Verfärbung können Sie den pH-Wert des Bodens ablesen.

Die fachmännische Bodenanalyse

Diese können Sie von einigen Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten vornehmen lassen. Die einfache Variante, die für den Hobbygarten meist ausreichend ist, kostet etwa zwanzig Euro. Mit dieser lässt sich:

  • der Humusgehalt,
  • der pH-Wert,
  • der Gehalt an Kalium, Magnesium und Phosphat

ermitteln.

Aufwändigere Analysen, die ab 50 EUR kosten, beinhalten auch die Werte von Stickstoff, verschiedenen Spurenelementen sowie eventuell im Boden enthaltenen Schwermetallen.

Tipps

Ob Gemüse- oder Blumenbeet, Obstwiese oder Rasen, für jeden Gartenbereich benötigen Sie eine eigene Bodenprobe. Diese sollte aus zehn möglichst gleichmäßigen Einstichen bestehen, die über den Bereich verteilt entnommen werden. Ziehen Sie die Proben sehr sorgfältig, denn nur so ist der Bodentest wirklich aussagekräftig.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Microgen/Shutterstock

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