Wie Sie einen Lehmboden für das Pflanzen eines Obstbaums vorbereiten

Der Boden ist die Grundlage allen gesunden Baumwachstums. Ein durchlässiger, humoser und gut vorbereiteter Boden bietet den Wurzeln Luft und Raum für ihre optimale Entwicklung, speichert Wasser sowie Nährstoffe und gibt diese nach Bedarf an die Pflanzen ab. Werden Obstgehölze dagegen in ungeeignete, wenig vorbereitete Böden gepflanzt, machen sie auf Dauer wenig Freude.

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In zu festem Boden gedeiht der Obstbaum schlecht

Lehmboden ist nicht immer ein schwieriger Boden

Grundsätzlich handelt es sich bei Lehm um eine Mischung aus Ton und Sand, die typisch ist für die eiszeitlich geprägten Landschaften Deutschlands. Dabei muss nicht jeder Lehmboden problematisch sein, denn es sind hier verschiedene Typen zu unterscheiden. Gut durchlässige Lehmböden mit einem hohen Sandanteil sind dabei sehr gut für den Obstanbau geeignet, während schwere, verdichtete und nasse einer gründlichen Aufbereitung bedürfen. Diese Böden neigen oft zur Staunässe, zudem können sich die Wurzeln nicht wie notwendig verankern und ihn durchwachsen. Doch auch bei sehr sandigen Lehmböden ist Vorsicht geboten: Diese sind oft trocken und arm an Nährstoffen.

Woran Sie einen ungeeigneten Boden erkennen

Obstbäume brauchen für ihr Wurzelwerk einen möglichst tiefgründigen, gut durchlässigen Boden. Das gibt auch für Flachwurzler, denn wenn sich unter den Wurzeln das Wasser staut, kann das verheerende Folgen haben. Wenn der Baum sich an seinem bisherigen Standort nicht wohlfühlt, bemerken Sie dies an folgenden Kennzeichen:

  • gehemmter Wuchs
  • gelbe oder aufgehellte, teils bräunliche und oft klein bleibende Blätter
  • geringer Blüten- und Fruchtansatz
  • kleine Früchte

Bei Staunässe werden die Blätter oft blassgelb, weich, welk und fallen ab. Schlimmstenfalls faulen die Wurzeln, so dass das Gehölz komplett abstirbt.

Auf den pH-Wert achten

Nicht nur die Beschaffenheit des Bodens, auch sein pH-Wert ist immens wichtig für die Baumgesundheit. Die meisten Obstarten gedeihen am besten bei pH-Werten zwischen 5,5 und 7 im schwach sauren bis neutralen Bereich. Die Süßkirsche mag es gern etwas kalkhaltig; die anderen Baumobstarten sowie das meiste Beerenobst bevorzugen leicht saure Böden. Vor allem die Quitte ist recht “kalkscheu”. Ausgesprochen saure Vorlieben haben Heidelbeere und Preiselbeere: Ihnen bekommt ein pH-Wert von 3,5 bis 5 am besten.

So schaffen Sie Abhilfe

Jeder Boden muss vor dem Pflanzen möglichst tief gelockert werden. Dies gilt nicht nur für die Pflanzgrube selbst, sondern auch für die nähere Umgebung – bei einem Baum am besten so weit, wie später einmal die Krone reichen wird. Wenn nötig, können Sie bei schweren Böden auch eine leistungsstarke Motorhacke zu Hilfe nehmen. Diese können Sie im Bau- oder Landmaschinenhandel gegen eine Gebühr ausleihen. Unbedingt sollten Sie nach dem Ausheben der Pflanzgrube auch deren Sohle gründlich lockern. Bei Lehmböden sorgt zudem das Einarbeiten von reichlich Sand, feinem Kies oder Splitt für mehr Lockerheit. Auch ein hoher Humusgehalt sorgt für mehr Durchlässigkeit, weshalb Sie beim Pflanzen immer reichlich Kompost beimischen sollten. In schweren Fällen hilft nur ein Umpflanzen.

Tipps

Mit Teststäbchen oder einem Messgerät aus dem Fachhandel können Sie den pH-Wert Ihres Bodens selbst kontrollieren.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: kryzhov/Shutterstock

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