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Obstbäume brauchen viel Sonne

So pflanzen Sie einen Obstbaum richtig – Standort, Boden, Pflanzabstand

Gibt es etwas Köstlicheres als einen knackigen Apfel oder eine süße Birne aus dem eigenen Garten zu ernten und noch ganz frisch vom Baum zu verspeisen? Die Auswahl an geeigneten Obstarten und - sorten ist groß - allerdings eignet sich nicht jeder Baum für jeden Garten und beim Einpflanzen sollten ebenfalls wichtige Hinweise beachtet werden. Stimmen jedoch Standort, Boden und die sonstigen Bedingungen, steht einer reichen Ernte nichts mehr im Wege.

Welcher Standort eignet sich am besten für Obstbäume?

Die meisten Obstarten benötigen einen vollsonnigen Standort, damit ihre Früchte die sortentypische Färbung annehmen und das charakteristische Aroma entwickeln können. Manche Arten fühlen sich auch im lichten Halbschatten noch wohl, sofern sie dort trotzdem täglich mehrere Stunden direkte Sonne bekommen. Für schattigere (aber nicht ganz dunkle!) Standorte empfehlen wir dagegen typische Waldrandpflanzen wie Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren etc.

Welchen Boden bevorzugen Obstbäume?

Hier lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen, denn jeder Obstbaum bevorzugt, je nach Art und Sorte, einen anderen Boden. Äpfel, Birnen und Kirschen mögen eher trockenes, durchlässiges Erdreich, während Pflaumen sich auch in feuchter Erde noch wohlfühlen.

Obstbaum im Garten richtig pflanzen – So geht’s

Beim Pflanzen des Obstbaumes kommt es vor allem darauf an, dass der Boden zuvor gut gelockert wird. Soll eine größere Anzahl von Bäumen gepflanzt werden, empfiehlt sich die Entnahme einer Bodenprobe. So können anhand der Analyse fehlende Nährstoffe (vor allem Phosphor und Kalium) gezielt vor der Pflanzung in Form einer Vorratsdüngung mit eingearbeitet werden. Und so wird gepflanzt:

  • Heben Sie zunächst eine Pflanzgrube aus.
  • Diese sollte mindestens einen Meter mal einen Meter im Quadrat messen.
  • Bei lockerem Boden heben Sie einen Spatenstich aus.
  • Bei sehr festem Boden zwei Spatenstiche.
  • Lockern Sie die untere Bodenschicht mit einer Grabegabel.
  • Vermischen Sie den Aushub mit reifem Kompost.
  • Setzen Sie nun den Pflanzpfahl ein.
  • Setzen Sie nun das Bäumchen ein.
  • Die Veredelungsstelle(n) dürfen dabei weder im noch zu knapp über dem Boden sein.
  • Sonst könnte die Unterlage Wurzeln bilden.
  • Füllen Sie die Erde wieder ein und treten Sie sie vorsichtig fest.
  • Binden Sie den Baum mit einem Sisal- oder Kokosfaserstrick in Form einer Acht am Pflanzpfahl an.
  • Werfen Sie rund um den Baum einen Gießrand auf.
  • Führen Sie bei im Herbst gepflanzten Bäumen einen Pflanzschnitt durch.
  • Schwemmen Sie den Baum mit mehreren Gießkannen Wasser gut ein.
  • Bedecken Sie die Baumscheibe mit verrottendem Stallmist, kurzem Stroh oder Grasschnitt.
  • So hält sich die Feuchtigkeit länger.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Obstbäume?

Obstbäume sollten möglichst im Herbst gepflanzt werden, aber auch das zeitige Frühjahr eignet sich als Pflanztermin sehr gut.

Welcher Pflanzabstand sollte eingehalten werden?

Wer gerade ein kleines Obstbäumchen in der Baumschule gekauft hat, pflanzt dieses gern in viel zu dichtem Abstand zu den anderen Bäumen – allerdings wächst der Apfelbaum und kann je nach Wuchsform beachtliche Ausmaße annehmen. Nachstehend haben wir deshalb die empfohlenen Pflanzabstände für die wichtigsten Obstarten und Wuchsformen aufgeführt, die sich im Haus- und Kleingarten bewährt haben.

Obstart Wuchsform Pflanzabstand
Apfel Hoch- / Halbstamm 8 bis 10 Meter
  Buschbaum 3 bis 4 Meter
  Spindelbaum (z. B. Spalier) 2 bis 2,5 Meter
Birne Hoch- / Halbstamm 8 bis 10 Meter
  Buschbaum 4 bis 5 Meter
  Spindelbaum 2 bis 2,5 Meter
Pflaume, Zwetschge, Mirabelle, Reneklode Halb- / Hochstamm 5 bis 6 Meter
Süßkirsche Halb- / Hochstamm 8 bis 10 Meter
Sauerkirsche Buschbaum 4 bis 5 Meter
Pfirsich Buschbaum 4 bis 5 Meter
Aprikose Halbstamm / Buschbaum 4 bis 5 Meter
Quitte Buschbaum 3 bis 4 Meter
Walnuss Hochstamm 10 bis 15 Meter
Haselnuss Strauch 5 bis 6 Meter

Halten Sie die Pflanzabstände unbedingt ein, denn gut belichtete Kronen sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für sonnenverwöhntes Obst von hoher Qualität. Außerdem treten in zu dichten Pflanzungen Krankheiten weitaus häufiger auf.

Was sind Grenzabstände und warum sind diese so wichtig?

Beinahe noch wichtiger als die Pflanzabstände sind die Grenzabstände. Immer wieder wird ein nachbarschaftliches Verhältnis durch einen über die Grenze wachsenden Baum oder Strauch getrübt. Zwar sind die konkreten Bestimmungen hierzu in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich, aber diese einfache Faustregel passt eigentlich fast überall: Der ideale Grenzabstand liegt bei einem halben Pflanzabstand. Das bedeutet, wenn Sie beispielsweise einen Pflaumenbaum pflanzen, sollte zum nachbarlichen Zaun ein Abstand von etwa drei Metern eingehalten werden – dann klappt es auch mit den Nachbarn.

Gibt es auch Obstbäume, die sich für die Kübelhaltung eignen?

Die meisten klassischen Obstbäume wie Apfel, Birne und Co. können bis zu vier Meter und höher werden. Sie eignen sich aufgrund ihrer Größe nicht für eine Kübelkultur. Sind die Obstbäume dagegen auf schwach wachsende Unterlagen veredelt, können sie auch in einem ausreichend großen Topf gehalten werden. Auch Säulenobst eignet sich sehr gut.

Tipps

Insbesondere bei Spindelbüschen sowie Beerenhochstämmen sollten Sie von Zeit zu Zeit den Baumpfahl überprüfen und gegebenenfalls, falls morsch, erneuern.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: Green Bear/Shutterstock

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