Obstbaum

Obstbaum pflanzen: Veredelungsstelle richtig einsetzen

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Die Veredelungsstelle beim Obstbaum ist entscheidend für Wachstum und Ertrag. Dieser Artikel erklärt, wie Sie die Veredelungsstelle finden und Ihren Obstbaum in der richtigen Tiefe pflanzen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

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Die Veredelungsstelle kann an drei verschiedenen Stellen sein

Die Bedeutung der Veredelungsstelle

Die Veredelungsstelle vereint zwei Pflanzen zu einem Obstbaum: die Unterlage und das Edelreis. Während die Unterlage für Robustheit und Anpassungsfähigkeit sorgt, bringt das Edelreis die gewünschten Fruchteigenschaften mit sich. Erkennen können Sie die Veredelungsstelle an einer verdickten Stelle oder einem Knick am Stamm. Diese Verbindung ist maßgeblich für das gesunde Wachstum und die ertragreiche Fruchtproduktion des Baumes.

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So finden Sie die Veredelungsstelle

Um Ihren Obstbaum optimal zu pflanzen, müssen Sie die Veredelungsstelle zunächst finden. Diese Stelle markiert den Übergang zwischen Unterlage und Edelreis und lässt sich anhand verschiedener Merkmale erkennen:

  • Verdickung am Stamm: Oftmals zeigt sich die Veredelungsstelle als Wulst oder Verdickung im unteren Stammbereich.
  • Veränderung im Stammverlauf: Ein abrupter Knick oder eine leichte Biegung im Stamm kann ebenfalls auf die Veredelungsstelle hinweisen.
  • Rindenbeschaffenheit: Mitunter unterscheidet sich die Rinde ober- und unterhalb der Veredelungsstelle in ihrer Farbe und Struktur.

Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Veredelungsstelle oberhalb der Erde liegt. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.

Die korrekte Pflanztiefe für Obstbäume

Die richtige Pflanztiefe ist essenziell für das Anwachsen und die Gesundheit Ihres Obstbaumes. Besonders wichtig ist die Positionierung der Veredelungsstelle. Sie sollte etwa 10 bis 20 cm über dem Boden liegen, damit sich der Baum optimal entwickeln kann. Erde sollte die Veredelungsstelle nicht bedecken, da sonst die Gefahr der Wurzelbildung besteht, was zu unerwünschtem Wuchsverhalten führen kann.

Folgen einer falschen Pflanztiefe

Eine falsche Pflanztiefe kann verschiedene negative Folgen haben:

  • Wurzelbildung an der Veredelungsstelle: Die Eigenschaften der Unterlage gehen verloren und das Wachstum des Baumes gerät außer Kontrolle.
  • Verfaulen der Veredelungsstelle: Eine zu tiefe Pflanzung begünstigt Feuchtigkeitsstau an der Veredelungsstelle, was zu Fäulnis führen kann.
  • Ertragseinbußen: Sowohl die Qualität als auch die Quantität der Früchte können beeinträchtigt werden.

Anleitung zum Pflanzen von Obstbäumen

Mit den folgenden Schritten gewährleisten Sie die korrekte Pflanztiefe und ein erfolgreiches Anwachsen des Baumes:

  1. Pflanzloch vorbereiten: Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus, mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen und in der Tiefe an diesen angepasst.
  2. Baum einsetzen: Positionieren Sie den Baum so, dass die Veredelungsstelle 10 bis 20 cm über dem Boden liegt.
  3. Pflanzloch auffüllen: Füllen Sie das Pflanzloch mit der ausgehobenen Erde auf und verbessern Sie diese bei Bedarf mit Kompost.
  4. Gießrand formen: Bilden Sie einen Gießrand, um das Wasser in der Nähe des Baumes zu halten und eine effiziente Bewässerung zu ermöglichen.
  5. Baum wässern: Gießen Sie den Baum direkt nach dem Pflanzen gründlich an.
  6. Baum befestigen: Schützen Sie den Baum mit einem Stützpfahl vor Wind und fördern Sie sein aufrechtes Wachstum.
Bilder: Anirut Ruairuen / Shutterstock