Kompost

Komposter aufbauen: Was darf rein und wie wird’s gemacht?

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Kompost ist die Grundlage für einen gesunden und fruchtbaren Garten. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die richtige Anlage und Pflege eines Komposthaufens.

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Küchenabfülle und Gartenschnitt sollten sich auf dem Kompost abwechseln

Standortwahl und Vorbereitung

Der Standort des Komposthaufens sollte halbschattig und windgeschützt sein. Ein Platz unter einem Baum oder hinter einer Hecke bietet Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen. Der Untergrund sollte möglichst auf natürlichem Gartenboden liegen, damit Bodentiere einwandern können. Der Komposthaufen muss gut erreichbar sein, am besten in der Nähe des Hauses oder des Gemüsegartens, um lange Wege zu vermeiden.

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Aufbau des Komposthaufens: Schichten für eine optimale Zersetzung

Der Kompostaufbau erfolgt schichtweise, um eine optimale Zersetzung zu gewährleisten.

Drainageschicht

Die unterste Schicht dient der Drainage und Belüftung. Sie besteht aus grobem Material wie Reisig oder Baumschnitt. Diese Schicht verhindert Staunässe und fördert die Luftzirkulation.

Organische Materialien

Auf die Drainageschicht folgen abwechselnd Schichten aus feinem, feuchtem organischem Abfall und grobem Strukturmaterial.

  • Feines Material umfasst Rasenschnitt, Küchenabfälle, Haare und Federn.
  • Grobes Material umfasst Strauchschnitt, Laub, Stroh und Sägemehl.

Zwischen die organischen Materialschichten können dünne Schichten halbfertigen Komposts oder lehmiger Gartenerde eingemischt werden, um den Zersetzungsprozess zu beschleunigen.

Aufbauhöhe

Der Komposthaufen sollte schließlich eine Höhe von etwa ein bis anderthalb Metern erreichen. Falls nicht genügend Material vorhanden ist, können die Schichten dünner gestaltet werden. Der Komposthaufen sollte nach spätestens drei Monaten abgeschlossen werden.

Abdeckung des Komposthaufens

Ist der Kompostaufbau abgeschlossen, sollte der Komposthaufen abgedeckt werden. Geeignete Materialien sind wasser- und luftdurchlässige Materialien wie z.B. eine dünne Schicht Erde, Heu, alte Jutesäcke, Stroh- oder Schilfmatten. Dies schützt den Kompost vor Austrocknung, Vernässung und Auswaschung.

Lebensbedingungen für Mikroorganismen

Mikroorganismen zersetzen das organische Material. Für eine optimale Zersetzung benötigen sie ausgeglichene Lebensbedingungen.

Luftzufuhr

Ausreichend Strukturmaterial sorgt für Hohlräume und ermöglicht Luftzirkulation im Inneren des Haufens. Dies beugt Fäulnis und unangenehmen Gerüchen vor. Grobes, nicht verrottetes Material kann für den nächsten Kompost genutzt werden.

Feuchtigkeit

Der Komposthaufen sollte feucht sein, jedoch nicht nass. Bei zu trockenen Bedingungen sollte der Kompost gewässert werden, zu viel Wasser kann zur Fäulnis führen.

Nährstoffe

Mikroorganismen benötigen eine ausgewogene Mischung aus stickstoffhaltigem und kohlenstoffhaltigem Material. Küchenabfälle und Rasenschnitt liefern Stickstoff, während Strauchschnitt und Laub Kohlenstoff liefern.

Temperatur

Die Temperatur sollte kontrolliert werden. Zu Beginn sind Temperaturen von bis zu 70 °C normal. Zu hohe Temperaturen können Mikroorganismen absterben lassen. Eine gute Durchlüftung und ein schattiger Standort helfen, extreme Temperaturen zu vermeiden.

pH-Wert

Der ideale pH-Wert für die Kompostierung liegt zwischen 6 und 8. Ein saures Milieu fördert Pilze, während eine alkalische Umgebung Bakterien begünstigt. Der pH-Wert kann bei Bedarf angepasst werden.

Umsetzen des Komposts

Das Umsetzen bedeutet, dass das Kompostmaterial neu gemischt und ein neuer Haufen aufgesetzt wird. Dabei wird das äußere Material nach innen und das innere Material nach außen gebracht. Ein regelmäßiges Umsetzen, etwa alle zwei Monate, beschleunigt den Verrottungsprozess.

Werkzeug und Materialien:

  • Grabegabel oder Mistgabel
  • Schaufel

Fangen Sie hierzu idealerweise an einem trockenen Tag an, damit das Material leicht zu handhaben ist.

Bilder: Evan Lorne / Shutterstock