Spinnmilben kennen und erfolgreich bekämpfen

Spinnmilben gehören zu den lästigen Schädlingen, mit denen wohl jeder Pflanzenfreund zu kämpfen hat. Sie entstehen scheinbar aus dem Nichts und verbreiten sich innerhalb kurzer Zeit massenhaft. Die Verzweiflung ist groß, wenn die Milben nach erfolgreicher Bekämpfung wieder auftreten.

spinnmilben
Spinnmilben sind an den spinnenhaften Netzen recht einfach zu erkennen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die erste Maßnahme gegen Spinnmilben ist das Abduschen der betroffenen Blätter. Um sämtliche Schädlinge zu erfassen, helfen abtötende Spritzmittel aus Haushaltsprodukten. Chemische Mittel sollten nur bei starker Ausbreitung genutzt werden.
  • Um einen Befall vorzubeugen, sollten die Lebensbedingungen für Spinnmilben ungünstig gestaltet werden. In manchen Fällen kommen die Schädlinge immer wieder, sodass eine Ursachenklärung wichtig ist.
  • Zu den häufigsten Arten gehören die Rote Spinne und die Obstbaumspinnmilbe. Es gibt knapp 100 Arten in Deutschland, die unterschiedliche Zier- und Nutzpflanzen befallen.

Was hilft gegen Spinnmilben

Spinnmilben sind lästige Schädlinge, die bei manchen Zimmerpflanzen oder im Gewächshaus immer wieder auftreten. Vor allem bei Nutzpflanzen ist es wichtig, die Pflanzensaftsauger natürlich zu bekämpfen. Spritzmittel hinterlassen Rückstände, die in die Nahrung gelangen können. Zimmerpflanzen sollten nur bei einem starken Befall mit drastischen Mitteln bekämpft werden.

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Das Abbrausen der Pflanzen kann bei einem leichten Befall gut Abhilfe schaffen

Erste Hilfe bei Spinnmilben:

  1. Pflanze unter der Dusche gründlich abbrausen
  2. Eier mit einem feuchten Tuch entfernen
  3. transparente Plastiktüte über die Pflanze stülpen
  4. Beutel über dem Erdballen zubinden
  5. Pflanze die nächsten zwei Wochen so stehen lassen

Diese Methode verbessert das Mikroklima zwischen den Blättern. Die Luftfeuchtigkeit steigt stark an, sodass die Spinnmilben mit der Zeit absterben. Bereits gelegte Eier können diese Prozedur jedoch überleben, sodass Sie die Pflanze in der nächsten Zeit auf einen Rückfall kontrollieren müssen. Stellen Sie das Gewächs nicht auf eine südlich ausgerichtete Fensterbank, sondern wählen Sie einen schattigen Standort. In der Sonne kann sich die Temperatur unter der Plastiktüte stark erhitzen, sodass die Blätter Schaden nehmen.

Nützlinge gegen Spinnmilben

Viele Nützlinge können gezielt zur Bekämpfung der saugenden Schädlinge eingesetzt werden. Mit diesen Insekten lassen sich Spinnmilben biologisch bekämpfen, wodurch im Obstbau nahezu komplett auf Spritzungen verzichtet werden kann. Im Gewächshaus oder bei Zimmerpflanzen können Sie Raubmilben gegen Spinnmilben einsetzen, wenn eine Anpassung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit keinen Erfolg gebracht hat.

 ArtTemperaturLuftfeuchtigkeit
Phytoseiulus persimilisRaubmilbe17 bis 28 Grad Celsiusmindestens 60 Prozent
Amblyseius californicusRaubmilbemindestens 23 Grad Celsiusnicht weniger als 60 Prozent
Feltiella acarisugaGallmücke20 bis 26 Grad Celsiusoptimal sind 60 Prozent

Schnittmaßnahmen ergreifen

Sind Stauden wie Hanf oder Sträucher und Gehölze stark von Spinnmilben befallen, empfehlen sich Schnittmaßnahmen. Beim Hanf entfernen Sie einzelne Blätter, um eine weitere Ausbreitung der Schädlinge zu stoppen. Ist der Oleander von Spinnmilben befallen, hilft ein konsequenter Rückschnitt der befallenen Blätter. Die Pappel-Feige kann bei einem starken Befall bis auf den Stumpf zurückgeschnitten werden. Sie treibt anschließend neu aus.

Spinnmilben mit Hausmitteln loswerden

Die Liste der Hausmittel gegen Spinnmilben ist lang und reicht von Milch über Ackerschachtelhalmbrühe bis zu Spülmittel und Essig. Es gibt kein bestes Mittel, mit welchem die Schädlinge auf einen Schlag erledigt werden. Jedes Mittel hat seine Vor- und Nachteile und Spritzmittel müssen für einen dauerhaften Erfolg über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

Nikotin

Ein Tabaksud ist ein bewährtes Mittel zum Abtöten von Schädlingen, da Nikotin ein starkes Nervengift ist. Genau aus diesem Grund sollten Sie Nikotin auf keinen Fall für die Bekämpfung von Schädlingen einsetzen. Teile des Giftes werden nämlich von der Pflanze aufgenommen und gelangt so – sofern es sich um eine Kulturpflanze handeln – auf Ihren Tisch. In den 70er Jahren wurde der Einsatz von Nikotin zur Schädlingsbekämpfung an Pflanzen in der Landwirtschaft verboten.

Brühen, Tees und Jauchen

Für den Ansatz von Suden, Tees und Jauchen können Sie sich an einer Faustregel orientieren: auf zehn Liter Wasser kommen ein Kilogramm frische oder 200 Gramm getrocknete Kräuter. Während Jauchen mit kaltem Wasser angesetzt werden und über mehrere Tage gären, werden Sude und Tees mit kochendem Wasser angesetzt.

Für Brühen eignet sich lauwarmes Wasser, da die Kräuter für 24 Stunden ziehen. Die Ansätze werden vor dem Gießen im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Wenn Sie die Mittel zum Besprühen nutzen, empfiehlt sich eine Verdünnung von 1:20 bis 1:50.

  • Tee zum Spritzen: Wermut und Rainfarnblätter, Lavendelzweige
  • Sud zum Gießen: Wurmfarn und Adlerfarn
  • Brühe zum Gießen: Zwiebeln und Knoblauch

Rapsöl und Neemöl

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Neemöl und Rapsöl sind tatkräftige Helfer im Kampf gegen Spinnmilben

Das Öl des Niembaums enthält Azadirachtin, was die weitere Eiablage der Spinnmilben stoppt. Da der Wirkstoff nicht selektiv wirkt und auch nützliche Insekten schädigt, sollten Sie Neemöl nicht bei einem Einsatz von Raubmilben verwenden. Schonender ist eine wässrige Lösung mit Rapsöl. Es bildet beim Besprühen der Blätter einen öligen Film, unter welchem die Spinnmilben eingeschlossen sind. Sie können nicht mehr atmen und verenden.

Seifenlauge

Ein selbst hergestelltes Mittel aus jeweils 15 Milliliter Kaliseife und Spiritus in einem Liter Wasser ist ideal zum Besprühen im Anfangsstadium, wenn der Befall noch nicht weit fortgeschritten ist. Achten Sie darauf, die Kolonien auf den Blattunterseiten direkt einzusprühen. Die Maßnahme muss im Abstand von vier bis fünf Tagen wiederholt werden. Spülmittel eignet sich bedingt, da es meist nicht biologisch abbaubar ist.

Es gibt zahlreiche Hausmittel gegen Spinnmilben. Am effektivsten sind Lösungen mit Öl oder Seife.

Chemische Mittel gegen Spinnmilben

Bevor Sie zur Chemiekeule greifen, sollten Sie den Nutzen gegen mögliche Schäden abwägen. In den meisten Fällen schaden chemische Bekämpfungsmittel den Pflanzen mehr, als dass sie den Spinnmilbenfall beseitigen. Sie erreichen die größtmöglichen Erfolge, wenn die meisten Tiere bereits aus ihren Wintereiern geschlüpft sind und diese erste Milbengeneration noch keine Sommereier gelegt hat.

Biologische Alternative zur Chemie

Wenn sich der Befall noch in Grenzen hält, können Sie Spritzmittel auf Basis von Rapsöl mit zugesetzten Pyrethrinen verwenden. Solche biologischen Mittel wirken nicht selektiv, sondern töten Spinnmilben gleichermaßen wie nützliche Insekten ab. Da bei der ersten Spritzung oft nicht alle Schädlinge erfasst werden, muss die Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Sprühen Sie die Blattunterseiten großzügig ein, damit die Schädlinge direkt in Kontakt mit dem Gift kommen.

Wann Pflanzenschutzmittel sinnvoll sind

Pflanzen, die generell einen Standort auf der Fensterbank benötigen und nicht auf Balkon oder Terrasse kultiviert werden können, sollten bei einem Spinnmilbenbefall mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt werden. Das gilt auch für einen hartnäckigen Schädlingsbefall oder stark ausgedehnten Populationen. Die Mittel werden häufig gegen Spinnmilben an Orchideen eingesetzt. Auch der anspruchslose Kaktus oder die wärmeliebende Palme kann durch Sprays von Spinnmilben befreit werden.

Gegen Spinnmilben werden bevorzugt Akarizide eingesetzt. Sie wirken gegen verschiedene Spinnentiere und dürfen ausschließlich bei Zierpflanzen eingesetzt werden. Sie enthalten rund 15 verschiedene Wirkstoffe, von denen einige auf Schwefel- und Zinnverbindungen basieren.

Wissenswertes und Hinweise:

  • einige Akarizide wirken auch gegen beißende Insekten und Hausstaubmilben
  • nicht schädlich für Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln
  • optimale Wirkung bei direkter Spritzung auf Spinnmilbenkolonien

Einen Befall Vorbeugen

Wenn Sie Kübelpflanzen im Herbst in ihr Winterquartier transportieren, sollten Sie die Blattunterseiten akribisch auf einen Spinnmilbenbefall überprüfen. Sind die Blätter bereits bessiedelt, können sich die Schädlinge während der nächsten Wochen rasant vermehren. Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie die Lebensbedingungen für die Milben suboptimal gestalten.

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Ständig Spinnmilben: Ursache herausfinden

Die Spinnentiere benötigen warmes und trockenes Wetter, um sich entwickeln zu können. Nasse Bedingungen und kühle Temperaturen schränken die Populationen stark ein. Ideale Voraussetzungen finden die Schädlinge bei Temperaturen um 30 Grad Celsius und trockener Luft. Unter diesen Bedingungen ist die Entwicklungszeit der Milben stark verkürzt, sodass sie innerhalb kürzester Zeit große Bestände entwickeln können.

Zimmerpflanzen werden häufig im Winter von Spinnmilben befallen, wenn sie auf der Fensterbank direkt über der Heizung stehen. Auch geschwächte Pflanzen sind ein gefundenes Fressen für die Schädlinge, denn das Pflanzengewebe lässt sich besonders leicht anstechen und aussaugen.

Was tun, um Spinnmilben dauerhaft loszuwerden?

Wenn Sie Spinnmilben auf Dauer loswerden möchten, müssen Sie die Ursachen für den Befall identifizieren und beseitigen. Werden Ihre Zimmerpflanzen auf der Fensterbank im Winter befallen, kann ein Standortwechsel Abhilfe verschaffen. Ist die Raumluft insgesamt sehr trocken, sollten Sie ein Schälchen mit Wasser auf die Heizung stellen. Sie können auch ein Handtuch befeuchten und dieses über den Heizkörper legen.

Keine Spinnmilben im Gewächshaus

Eine natürliche Maßnahme gegen Spinnmilben im Glashaus ist der richtige Mix des Pflanzenbestandes. Monokulturen sind grundsätzlich anfälliger für Schädlinge als Mischkulturen. Sie können sich in einem einseitigen Pflanzenbestand schneller vermehren. Mischen Sie Gemüsepflanzen mit Kräutern und achten Sie darauf, dass die Gewächse nicht zur gleichen Familie gehören. Ausreichend Platz zwischen den Pflanzen gewährleistet ein optimales Wachstum und unterstützt die Vitalität.

Keine Überlebenschance im Gewächshaus:

  • Bedingungen: auf Gleichmäßigkeit achten und regelmäßig lüften
  • Temperatur: Anstieg vermeiden, indem Gewächshaus vor der prallen Mittagssonne geschützt wird
  • Luftfeuchtigkeit: großblättrige Pflanzen verhindern einen starken Abfall

Wenn Maßnahmen nicht helfen

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Lässt sich der Befall beim besten Willen nicht unter Kontrolle kriegen, liegt es möglicherweise daran, dass die Ursache nicht beseitigt wurde

Erfahrungsberichte zeigen immer wieder, dass sämtliche Maßnahmen zur Bekämpfung keine Wirkung zeigen. Wenn dies der Fall ist, wurde vermutlich nicht die richtige Ursache für den Spinnmilbenbefall identifiziert. In manchen Fällen können sich die Schädlinge trotz erhöhter Luftfeuchtigkeit und gemäßigten Temperaturen vermehren. Spinnmilben erweisen sich trotz ihrer geringen Größe als äußerst widerstandsfähig.

Nützlinge sind wirkungslos

Raubmilben sind zwar effiziente Schädlingsbekämpfer, benötigen allerdings für ihre Entwicklung andere Bedingungen als die Spinnmilben. Sie sind auf eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent angewiesen. Wenn der Spinnmilbenbefall trotz Einsatz von Raubmilben nicht nachlässt, sind wahrscheinlich die Nützlinge aufgrund der suboptimalen Lebensbedingungen verendet.

Keine Besserung trotz hoher Luftfeuchte

Wenn Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluft ergriffen und die Temperatur gesenkt wurden, aber die Pflanzen trotzdem von Spinnmilben geplagt werden, kann die Gesundheit der Pflanze geschwächt sein. Spinnmilben können trotz widriger Lebensbedingungen gut überleben, wenn sie leicht an den begehrten Pflanzensaft kommen.

Wachsen die Zierpflanzen über mehrere Jahre im gleichen Substrat, können die Nährstoffe aufgebraucht sein und es kommt zu Mangelerscheinungen. Geschwächte Pflanzen werden immer wieder befallen. Pflanzen Sie die betroffenen Gewächse um und versorgen Sie diese mit frischer Erde. Sude aus Kräutern unterstützten die Vitalität und stärken die Pflanze.

 WirkungZubereitungEignung
Beinwellliefert Kalium, Kieselsäure und GerbstoffeBlätter mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassenunverdünnt zum Gießen
Brennnesselkräftigt das pflanzliche GewebeBlätter mit warmem Wasser übergießen und gären lassen1:20 zum Gießen und 1:50 zum Besprühen
AckerschachtelhalmKieselsäure zur Stärkung der ZellwändePflanzen 24 Stunden in Wasser einweichen und anschließend 30 Minuten köcheln1:20 zum Besprühen
Schafgarbebeugt saugende Schädlinge vorKräuter mit kaltem Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassenunverdünnt zum Besprühen

Spinnmilben erkennen

Spinnmilben sind eine Unterordnung und gehören mit etwa 1.200 Arten zu den Milben. Sie leben auf der Blattunterseite auf unterschiedlichen Pflanzen und bilden feine Netze, um sich zu schützen. Ihre Nahrung besteht ausschließlich aus dem Saft der Pflanzen. Dazu stechen sie mit ihren Mundwerkzeugen in die Epidermis und saugen die Flüssigkeit auf. Einige Arten kommen häufiger auf bestimmten Pflanzen vor:

  • Schizotetranychus celarius tritt an Bambus auf
  • Panonychus ulmi gilt als Obstbaumspinnmilbe
  • Bryobia kissophylla hat sich auf Efeu spezialisiert
  • Brevipalpus californicus bezeichnet die Orchideenspinnmilbe

Ihre Färbung variiert je nach Farbe der aufgenommenen Pflanzensäfte und kann von gelblich über grünlich zu orange reichen. Kleine rote Spinnmilben sind typisch für Zimmerpflanzen. Weiße Spinnmilben befinden sich noch im Larvenstadium.

Entwicklung der Spinmilbe

Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Diese Art zeichnet sich durch einen durchscheinenden Körper aus, der hell- bis braungrün gefärbt ist. Auffällig sind die zwei unscharf gezeichneten Flecken an beiden Seiten. Weibchen überwintern und können auch Temperaturen bis zu -15 Grad Celsius überleben. Während des Winters sind sie orangerot gefärbt. In Deutschland befällt die Gemeine Spinnmilbe rund 90 Kultur- und Zierpflanzen, darunter Frangipani, Bohnen und Wein, Kartoffeln und Sonnenblumen oder Obstgehölze und Fruchtstauden.

Rote Spinne (Panonychus ulmi)

Wenn Sie rote Spinnmilben an Obststräuchern finden, handelt es sich meist um die Rote Spinne. Sie wird wegen ihres bevorzugten Nahrungsspektrums auch als Obstbaumspinnmilbe bezeichnet und kommt an Apfel und Birne, Stachel- und Johannisbeere oder Weinrebe vor. Sie kann auch Zimmerpflanzen wie Calathea befallen. Weibchen werden einen halben Millimeter lang und sind ziegelrot gefärbt. Charakteristisch sind die weißen Borsten auf dem Rücken. Diese Art überwintert üblicherweise im Eistadium an Obstbäumen.

Exkurs

Spinnweben

Spinnmilben verdanken ihren deutschen Namen der Eigenschaft, Spinnfäden zu erzeugen. Diese Fähigkeit besitzen allerdings nicht alle Arten aus dieser Unterordnung. Lediglich die Vertreter aus der Unterfamilie der Tetranychinae verfügen über eine große Drüse. Diese produziert ein Sekret, welches mit zwei hohlen Borsten zu einem Doppelfaden versponnen wird. Orchideen- und Kakteenspinnmilben produzieren keine Gespinste.

Gespinste bilden:

  • Gemeine Spinnmilben
  • Linden- und Weißdornspinnmilben
  • Obstbaumspinnmilben

Häufig betroffene Pflanzen

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Spinnmilben befallen gleichermaßen Kultur- und Zierpflanzen

Spinnmilben sind nicht wählerisch im Bezug auf ihre Nahrungspflanzen. Sie befallen die verschiedensten Gewächse aus unterschiedlichen Familien wie Hibiskus,Hawaii-Palme oder Dipladenia. Es gibt allerdings einige Gewächse, deren Lebensbedingungen ideal zu den Bedürfnissen der Schädlinge passen. Geschwächte Pflanzen, die normalerweise nicht in das übliche Beuteschema fallen, können ebenfalls befallen werden.

Was gegen häufige Spinnmilben hilft:

  • Buchsbaum-Spinnmilben mit Kali-Seifen-Lösung bekämpfen
  • Spinnmilben am Efeu mit wässriger Teebaumöllösung behandeln
  • Spinnmilben an Hanf zuerst durch Abschneiden der Blätter beseitigen, anschließend ätherische Öle spritzen
  • Bonsai mit Gesteinsmehl (14,95€ bei Amazon*) kräftigen und Spinnmilbenbefall mit Zwiebelsud vorbeugen

Bananenpflanze

Die großen Blätter der Musa sind begehrt bei Spinnmilben. Nach der erfolgreichen Bekämpfung treten die saugenden Schädlinge wieder auf. Um die Pflanze schädlingsfrei zu bekommen, sollten Sie die Blätter mindestens drei Mal täglich mit einem geeigneten Spritzmittel behandeln. Dabei dürfen Sie die eingerollten Ränder an der Blattspitze nicht vergessen, denn hier verweilen Spinnmilben unbemerkt.

Spritzmittel herstellen:

  1. 500 Milliliter destilliertes Wasser in ein Gefäß füllen
  2. 2,5 Gramm Kaliseife darin auflösen
  3. 2,5 Gramm Brennspiritus zugeben

Verzichten Sie während der Behandlung auf kaltes Gießwasser und Dünger. Algan kann bei geschwächten Pflanzen als Wachstumshilfe verabreicht werden. Es ist ein organischer Kaliumlieferant, der den Aufbau der Zellwände unterstützt. Damit sich die Bananenpflanze schnell erholt, sollten Sie die untersten Blätter abschneiden. Achten Sie auf einen waagerechten Schnitt, um den Saftaustritt zu reduzieren.

Rosen und Gurken

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Zu viel Stickstoff lockt Spinnmilben zu Rosen und Gurken

In den warmen Sommermonaten kommt es häufiger zu lang anhaltenden Trockenperioden, in denen auch Spinnmilben optimale Lebensbedingungen vorfinden. Sie besiedeln Freiland- und Frühbeetgurken gleichermaßen und machen auch vor Rosensträuchern keinen Halt. Spinnmilben an Gurken und Rosen sind häufig auch auf einen zu hohen Stickstoffgehalt zurückzuführen.

Achten Sie besonders auf feuchte Luft, indem Sie das Substrat in unmittelbarer Umgebung regelmäßig bewässern. Als vorbeugende Maßnahme hat sich das Bestäuben der Blätter mit gemahlenem Schwefel erwiesen. Diese Methode befreit Rosen von Spinnmilben und schützt gleichzeitig vor Mehltau. Schwefel ist für Bienen ungefährlich, schädigt allerdings Nützlinge wie Raubmilben und Marienkäfer.

Tipps

Schwefel hilft auch gegen einen bereits ausgebreiteten Schädlingsbefall. Bestäuben Sie die Pflanzen bei Temperaturen über 20 Grad Celsius und wiederholen Sie die Prozedur nach Regenfällen.

Obstbäume und Fruchtsträucher

Die Obstbaumspinnmilbe ist ein gefürchteter Schädling auf Streuobstwiesen und in Privatgärten. Nicht nur der Apfelbaum wird befallen, sondern häufig beherbergt auch der Zitronenbaum Spinnmilben. Ein Befall von 40 Prozent können kräftige Bäume tolerieren. Steigt der Befall weiter an, sollten Sie den Schädling bekämpfen.

Wenn es sich um Nutzpflanzen handelt, verzichten Sie auf chemische Akarizide. Sobald Sie den Schädling auf den Blattunterseiten beobachten, starten Sie bei warmer Witterung mit einer Ölbehandlung. Spritzen Sie Blattunterseiten mit einem Neemölpräparat ein und benetzen Sie Sträucher und Gehölze mit Wasser.

Das hilft vorbeugend:

  • Baumscheibe mulchen
  • wenig düngen, eine jährliche Kompostgabe reicht aus
  • regelmäßig gießen

Hortensien und Oleander

Spinnmilben an Hortensien sind bei Freilandkultivierung dann ein Problem, wenn das Klima trocken und warm ist. Die Schädlinge bevorzugen hohe Temperaturen und eine niedrige Luftfeuchtigkeit genauso wie der Oleander. Ein luftiger Standort mit viel Durchzug reduziert Spinnmilben drastisch. Ist der Befall fortgeschritten, können Sie zu einem Spray auf Rapsölbasis greifen und die Pflanzen tropfnass besprühen. Für Zierpflanzen eignen sich Sprays mit Pyrethrinen oder Abamectin. Führen Sie diese Maßnahme an einem bewölkten Tag oder am Abend durch.

Tipps

Um eine Spinnmilbenausbreitung unter Zierpflanzen vorzubeugen, sollten Sie den Garten von Franzosenkraut befreien. Dieses wird häufig zuerst von den Schädlingen befallen, die sich anschließend auf Zier- und Nutzpflanzen ausdehnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie werde ich Spinnmilben los?

Zuerst sollten Sie sichtbare Kolonien mit einem harten Wasserstrahl abbrausen. Streifen Sie Eier anschließend mit einem feuchten Tuch ab. Da sich die Schädlinge gerne unter eingerollten Blatträndern oder in Blattachseln verstecken, besprühen Sie die gesamte Pflanze mit einer wässrigen Lösung aus Neem- oder Rapsöl. Wirksam ist auch eine Behandlung mit einem Spritzmittel aus Kali-Seife und Spiritus.

Überwintern Spinnmilben im Gewächshaus?

Gewächshaus Winter

Spinnmilben überleben selbst harte Winter

Gemeine Spinnmilben überwintern in Form roter Winterweibchen. Sie bilden dichte Kolonien in geschützten Verstecken wie Laubhaufen, Erdlöchern oder unter Rindenschuppen. Haben sich die Schädlinge im Gewächshaus ausgebreitet, können sie auch dort in Nischen und Ritzen überwintern. Temperaturen von -15 Grad Celsius machen der Gemeinen Spinnmilbe nichts aus. Dagegen überwintert die Obstbaumspinnmilbe meist im Eistadium auf der Rinde befallener Bäume.

Sind Spinnmilben gefährlich für Menschen?

Aus medizinischer Sicht sind Spinnmilben nicht gefährlich für den Mensch. Ihre Mundwerkzeuge sind nicht in der Lage, durch die Haut zu dringen. Sie können sich schnell zu lästigen Untermietern entwickeln, deren Bekämpfung den letzten Nerv raubt. Haben sich Spinnmilben zu einer Plage entwickelt, helfen oft nur drastische Maßnahmen wie radikale Rückschnitte oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Welche Schadbilder hinterlassen Spinnmilben an Pflanzen?

Spinnmilben leben bevorzugt auf der Blattunterseite in der Nähe der Blattnerven. Ein einziges Insekt kann pro Minute mehr als 20 Mal in die Epidermis der Zellen stechen und den Saft aussaugen. Es bilden sich zuerst gelbe Flecken, die das Blatt gesprenkelt aussehen lassen. Bei einem starken Befall verfärben sich die Blätter vollständig braun und verwelken. Gespinste sind ein erstes Anzeichen für einen Spinnmilbenbefall.

Ausnahmen, die keine Gespinste bilden:

  • einige Gewächshausspinnmilben
  • Orchideenspinnmilben
  • Kakteenspinnmilben

Welchen Lebenszyklus durchlaufen Spinnmilben?

Die Gemeine Spinnmilbe entwickelt sich über vier Entwicklungsstadien zum adulten Tier. Aus dem Ei, welches sich meist an der Blattunterseite befindet, schlüpft eine transparente und weiß erscheinende Larve. Diese entwickelt sich erst zur Protonymphe und schließlich zur Deutonymphe, bevor sie sich in eine ausgewachsene Milbe verwandelt.

Im Larven- und Nymphenstadium gibt es aktive Perioden, die sich mit langen Ruhephasen abwechseln. Erwachsene Spinnmilben sind je nach aufgenommener Nahrung hellgelb, orange, hell- oder dunkelgrün gefärbt. Sie könnenn rot, braun oder fast schwarz erscheinen und besitzen zwei dunkle Flecken.

Text: Christine Riel

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