winterjasmin
Der Winterjasmin ist - wie der Name vermuten lässt - gut winterhart

Winterjasmin: Pflegen und Schneiden

Winterjasmin beschert im Garten noch vor Schneeglöckchen und Krokussen eine erste Blütenfreude. Der aus dem nordwestlichen China stammende Strauch bietet außerdem durch seine vielfältigen Wuchseigenschaften ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten.

Herkunft

Der Winterjasmin ist im Gegensatz zu einigen nur landläufig ‚Jasmin‘ genannten Zierpflanzen ein Echter Jasmin – Er gehört also tatsächlich zur Gattung Jasminum. Seine Art hat den Namenszusatz nudiflorum, der in einer seiner deutschen Bezeichnungen auch als „Nacktblütiger Jasmin“ wörtlich übersetzt wird.

Sein Heimatgebiet sind die felsigen Höhenlagen in den nördlichen und westlichen Gebieten Chinas, wo er niedrig bewachsene Hänge und Schluchten mit rauen Witterungsbedingungen besiedelt. Er ist daher von Natur aus sehr hart im Nehmen und verträgt sowohl große Hitze und Kälte, als auch ruppigen Wind. Darüber hinaus ist er trotz seiner zivilisationsfernen Herkunftsareale sehr stadtfest und nimmt abgaslastige Luft in Großstädten klaglos hin. Daher ist er auch ein perfekter Kandidat für die Vorgartenzierde von Häusern an großen Straßen.

Bei uns ist Winterjasmin seit seiner Einführung aus China im 19. Jahrhundert mittlerweile stark verbreitet. Man sieht ihn in vielen Gärten und in Teilen Mitteleuropas hat er sich auch längst ausgewildert.

Wuchs

Auch in Sachen Wuchs hat der Winterjasmin ganz Erstaunliches in petto. In Gärten sieht man ihn meist in ganz unspektakulärem, strauchigem Habitus in begrenzenden Hecken. Als frei wachsender Strauch wird er bis zu 2 Meter hoch und an die 3 Meter breit. Seine vierkantigen, sparrigen, zähen Zweige wachsen bogig und überhängend und können mit zunehmendem Alter der Pflanze etwas ausufern. Sie sind zunächst grün, verholzen aber sehr schnell und färben sich braun.

In den ersten zwei Jahren wächst der Winterjasmin noch sehr langsam, danach aber umso intensiver.

Der Winterjasmin kann aber auch noch ganz anders kultiviert werden. Zum einen lässt er sich durch seinen breiten Wuchs und seine langen, anwurzelungsfähigen Zweige prima als Bodendecker einsetzen, wenn man ihn schnittmäßig entsprechend erzieht.

Weiterhin kann man mit ihm auch Mauern und Hauswände begrünen bzw. beblüten. Der Winterjasmin ist nämlich ein Spreizklimmer und kann mit einer Rankhilfe auch in die Vertikale klettern. In dieser Kulturform kann er auch Höhen von bis zu 5 Metern erreichen.

Wuchseigenschaften im Überblick:

  • Lange, vierkantige, sparrige Zweige
  • Triebe erst grün, dann schnell verholzend und sich braun verfärbend
  • Erst langsamer, dann schneller, etwas ausufernder Wuchs
  • Zweige anwurzelungsfähig: dadurch auch als Bodendecker geeignet
  • Spreizklimmer, daher mit Rankhilfe auch für die Mauerbegrünung einsetzbar

Blätter

An den Zweigen bildet der Jasmin in gegenständiger Anordnung gefiederte Blätter mit je drei kleinen, dunkelgrün glänzenden Einzelblättchen. Diese haben eine eiförmige, ganzrandige Form von etwa 1 bis 3 cm Länge. Sie sind sommergrün, werden also zum Winter hin abgeworfen.

Blüte

Die Blüte ist beim Winterjasmin natürlich das Highlight – schließlich erscheint sie ungewöhnlich früh und hat dem Strauch auch seinen Namen gegeben. Sie werden einzeln stehend direkt an den Achseln der Vorjahreszweige gebildet und übersäen diese regelrecht mit ihrem gelben Flor.

Die Blüten ähneln in Größe, Form und Farbe stark denen der Forsythie, allerdings haben sie mehr, genauer gesagt fünf bis sechs Blütenblätter, die außerdem runder und nicht so lang sind. Dazu kommen nur zwei Staubblätter. Einen Duft entfalten die Blüten des Winterjasmins im Gegensatz zu den meisten anderen Arten der Gattung nicht.

Blüteneigenschaften in Stichworten:

  • Gelb, einzeln stehend
  • 5- bis 6-zählig
  • Kein Duft

Blütezeit

Auch die frühe Blütezeit hat der Winterjasmin mit der Forsythie gemein, wobei sie bei ihm noch deutlich zeitiger ausfällt. Bei milder Witterung können sie ihr frisches Gelb schon Ende Dezember im Garten verströmen. Die Blüten bleiben zudem lange bestehen, bis in den April hinein – es sei denn, es gibt bis dahin noch einmal starken Frost, dann können sie erfrieren, treiben aber oft noch einmal nach.

Zum Merken:

  • Blütezeit kann bei milden Temperaturen schon Ende Dezember beginnen
  • Bleibt gegebenenfalls bis in den April hinein bestehen
  • Bei stärkerem Frost Erfrieren möglich

Frucht

Früchte bildet der Winterjasmin in mitteleuropäischen Breiten so gut wie nie. Wenn sie erscheinen, dann als eiförmige Beeren von etwa 6 Millimetern Länge und einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 Zentimetern.

Standort

Was den Standort betrifft, ist der Winterjasmin in vielerlei Hinsicht äußerst genügsam. Da sein natürliches Habitat ziemlich raue Witterungseinflüsse mit sich bringt, kommt er mit vielen Extremen zurecht wie etwa starker Hitze und Sonneneinstrahlung, Frost und böigem Wind. Vom Licht her sollte er eher sonnig stehen, gedeiht aber auch im Halbschatten. An den Boden stellt er auch kaum Ansprüche – er mag zwar am liebsten einen relativ nährstoffreichen, frischfeuchten und eher durchlässigen Pflanzgrund, wächst aber auch problemlos in mageren, sandigen Böden. Vom ph-Wert her bevorzugt er es eher kalkig.

Zum Merken:

  • Winterjasmin sehr genügsam in puncto Standort
  • Verträgt große Hitze und Sonneneinstrahlung, Frost und starken Wind
  • Licht: sonnig bis halbschattig
  • Boden: eher nährstoffreich, kalkig, feucht und durchlässig
  • Wächst aber auch in magerem Boden

Pflanzzeit

Einen Winterjasmin pflanzen Sie am besten im zeitigen Frühjahr, um ihm Gelegenheit zu geben, sich über die wärmere Jahreshälfte hinweg gut zu etablieren. Gleiches gilt auch dann, wenn Sie den Winterjasmin im Kübel ziehen möchten. In dem Fall ist aber auch eine Pflanzung im Herbst möglich. Im Freiland gepflanzte Winterjasmine sollten Sie im ersten Winter mit Tannenzweigen vor starkem Frost schützen.

Pflanzabstand

Wenn Sie den Winterjasmin in eine Hecke eingliedern möchten, etwa zusammen mit anderen Laub-Heckenpflanzen wie Liguster oder Hainbuchen, sollten Sie zu den Seiten einen Abstand von mindestens einem Meter einplanen.

Wenn Sie ihn an einer Hauswand hochranken lassen möchten, brauchen Sie nur etwa einen halben Meter zu etwaigen Nachbarpflanzen einzuhalten, da hier der Fokus auf dem Höhenwachstum liegt.

Gießen

In aller Regel brauchen Sie den Winterjasmin nicht gesondert zu wässern. Er hat durch sein derbes Herkunftshabitat eine weitgehend autarke Lebensweise entwickelt und versorgt sich in vielerlei Hinsicht selbst. Vorteilhaft ist es allerdings, wenn er in einen an sich schon gleichmäßig feuchten Grund gepflanzt wird.

Düngen

Auch zusätzlichen Nährstoffbedarf hat der Winterjasmin nicht. Wenn Sie ihm etwas Gutes tun möchten, können Sie ihm im Frühjahr ein wenig Kompost oder auch einen kalibetonten Flüssigdünger geben. In jedem Fall sollte sein Erdreich bei der Pflanzung mit Kompost ausgebessert werden.

Wenn Sie den Winterjasmin im Kübel halten, ist die Düngergabe mit Kompost oder Flüssigdünger wegen des geringeren Substratvolumens natürlich noch etwas berechtigter. Wenn Sie Wert auf eine starke Blüte legen, greifen Sie auf jeden Fall zu phosphor- und kalibetontem Dünger. Stickstoffhaltige, wachstumsfördernde Dünger sind für den Winterjasmin allein schon wegen seiner geringen Blattmasse nicht geeignet.

Zum Merken:

  • Winterjasmin braucht in der Regel keine Düngung
  • Allenfalls mit etwas Kompost oder kaliorientiertem Flüssigdünger düngen, v.a. bei Kübelkultur

Schneiden

Der Winterjasmin ist von einem ziemlich sparrigen Wuchs geprägt – und mit zunehmendem Alter auch von einer recht flotten Wuchsgeschwindigkeit. Wenn Sie nicht möchten, dass er ausufert und einen ungepflegten Eindruck macht, sind regelmäßige Schnittmaßnahmen unabdingbar. Wenn Sie allerdings gleich zu Beginn damit anfangen, steht einem ansehnlichen, wohlgeformtem Strauch nichts mehr im Wege.

Radikalrückschnitt älterer Exemplare

Der Winterjasmin ist äußerst schnittverträglich. Dadurch lassen sich auch vernachlässigte ältere Exemplare, die im Zentrum schon lange verholzt sind und nur noch an den äußeren Zweigenden grün austreiben, durch einen Radikalrückschnitt prima wieder verjüngen. Sie treiben zuverlässig wieder aus und entwickeln wieder ein ganz frisches, kompaktes Erscheinungsbild.

Regelmäßiger Formschnitt

Ansonsten empfiehlt sich ein alljährlicher Rückschnitt im Frühling direkt nach der Blüte. Das fördert ein vitales Wachstum und eine gute Blütenknospenausbildung bis zum Winter.

Begrenzungsschnitt bei Bodendeckerkultur

Wenn Sie den Winterjasmin als Bodendecker kultivieren, müssen Sie ihn durch seinen intensiven Ausbreitungswillen etwas stärker im Zaum halten. Meist hilft hier nicht nur das Einkürzen der Triebe nach der Blüte – durch die starken Anwurzelungsneigung müssen Sie in de Regel zusätzlich noch allzu weitreichende Absenker herausziehen.

Schnittregeln im Überblick:

  • Winterjasmin allgemein sehr schnittverträglich
  • Sparriger Wuchs erfordert regelmäßige Schnittmaßnahmen
  • Ältere, vernachlässigte Exemplare können problemlos radikal zurückgeschnitten werden
  • Regelmäßigen Formschnitt im Frühjahr nach der Blüte vornehmen
  • Bei Kultivierung als Bodendecker recht engmaschige Schnittpflege nötig

Vermehren

Der Winterjasmin hat einen gesunden Selbsterhaltungstrieb, was man an seiner intensiven Anwurzelungspraxis sehen kann. Das erleichtert Ihnen als Hobbygärtner natürlich seine Vermehrung. Sie können dazu am besten einfach auf die Ableger- oder die Absenkermethode zurückgreifen.

Ableger

Für einen Ableger schneiden Sie einfach im Frühjahr oder Sommer einen jungen ausgebildeten Trieb mit beginnender Verholzung aus dem Strauch heraus. Um die Anwurzelung zu beschleunigen, nehmen Sie am besten einen leichten, nicht zu tiefen Verwundungsschnitt im unteren, einzupflanzenden Teil vor.

Den so präparierten Steckling stecken Sie in ein Gefäß mit Anzuchterde und überziehen es möglichst mit einer Folie, um ein gleichbleibend feuchtes Mikroklima zu schaffen. Stellen Sie das Anzuchtgefäß hell und warm. Schon nach ein paar Monaten ist die Jungpflanze auspflanzfähig, allerdings sollten Sie damit besser bis zum späteren Frühling im Folgejahr warten.

Absenker

Absenker bildet der Winterjasmin willig von selbst, sodass Sie sich nur bedienen müssen. Selbst wenn Sie ihn als Heckenstrauch halten, kann er mit seinen überhängenden Zweigen unversehens im ihn umgebenden Erdreich anwurzeln. Bei der Bodendeckerkultur ist die Auswahl an angewurzelten Absenkern natürlich noch größer – hier werden sie eher lästig und müssen ständig dezimiert werden.

Ist akut kein angewurzelter Absenker vorhanden, führen Sie einfach einen Zweig mit der noch grünen Partie nach unten ab und fixieren ihn mit einem Metallhaken im Erdreich.

Einen ausreichend angewurzelten Absenker können Sie mit dem Spaten abstechen und an anderer Stelle wieder einpflanzen. Die Anwurzelung sollte allerdings über die ganze Frühjahrs- und Sommerperiode angedauert haben.

Krankheiten

Gegen Krankheiten ist der Winterjasmin erfreulich robust. In aller Regel haben Sie mit ihm keine Sorgen.

Echter Mehltau

Gegebenenfalls kann er aber auch von Echtem Mehltau befallen werden. Diese Pilzerkrankung bildet sich ungewöhnlicherweise nicht bei zu viel Nässe, sondern bei trockenen Witterungsbedingungen aus.

Der Echte Mehltau befällt nicht nur die Blätter seiner Wirtspflanze, sondern auch die noch nicht verholzten Stängel.

Zum Glück ist die Krankheit durch den flaumigen, lockeren, weißen Belag auf den Blättern sehr leicht identifizierbar. Mit der Zeit verfärbt sich der Belag in Bräunlich-Gräuliche und auch die Blätter werden braun und trocknen schließlich ein.

Um dem Echten Mehltau vorzubeugen, sollten Sie vor allem für ein gesundes, aktives Bodenleben an der Pflanzstelle des Winterjasmins sorgen. Dadurch erhöhen Sie seine allgemeinen Abwehrkräfte. Dazu versorgen Sie ihn regelmäßig zum Beispiel mit selbstgemachten Brühen aus Kräutern wie Ackerschachtelhalm oder auch mit Kuhmilch. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien wirken sich positiv auf das Bodenleben aus. Zusätzlich sollte der Pflanzgrund um den Strauch herum gemulcht werden.

Ist ein Befall bereits eingetreten, sollten Sie zunächst – wie bei quasi allen Pilzerkrankungen – alle erkrankten Pflanzenteile möglichst gründlich entfernen. Sie können sie auf dem Kompost entsorgen, weil der Pilz nur auf lebendem Pflanzengewebe überlebt.

An sich schadet Echter Mehltau dem Winterjasmin aber wenig. Die Bekämpfungsmaßnahmen müssen Sie für sein Überleben nicht zwingend vornehmen.

Giftig

Winterjasmin ist im Gegensatz zur Forsythie und einigen anderen Frühblühern nicht giftig und damit eine völlig ungefährliche Gartenpflanze. Die Befürchtung, dass er giftig sein könnte, ist aber nicht ganz unberechtigt. Denn viele seiner Namensvettern sind durchaus sehr giftig. Dabei sind allerdings vor allem falsche Jasmine zu nennen, die also nicht der Gattung Jasminum angehören und nur in ihren Trivialbezeichnungen den Namensbestandteil Jasmin tragen.

Giftige Vertreter falscher Jasmine sind etwa der Duftjasmin, der Sternjasmin, der Chilenische Jasmin, der Gelbe bzw. Carolina-Jasmin oder der jasminblütige Nachtschatten. Verwechslungsgefahr besteht allerdings höchstens mit der Forsythie, die nur schwach giftig ist.

Tipp:

Der Winterjasmin eignet sich durch seine sehr biegsamen, unemfindlichen Zweige und seine sehr hohe Schnittverträglichkeit durchaus auch für die Bonsaikultur. Wer also ein Faible für die formerzieherische Minibaumerziehung hat, kann einen jungen Winterjasmin gut in einem Topf zu kunstvollen Figuren mit kleinen Kronenschirmchen und bizarren Konturen heranformen. Dazu können alle Techniken inklusive Drahten angewandt werden.

Sorten

Besondere Sortenzüchtungen gibt es beim Winterjasmin nicht. Wohl aber wird zwischen bestimmten Varietäten unterschieden, die sich in einigen Hinsichten deutlich voneinander unterscheiden.

Jasminum nudiflorum var. nudiflorum

Bei der Varietät nudiflorum handelt es sich um den üblichen Winterjasmin, der auch Gegenstand dieses Artikel ist.

Jasminum nudiflorum var. pulvinatum

Diese Varietät wird mit 0,3 bis 1,2 Metern deutlich kleiner als die hier verbreitetste Varietät. Ihre sehr feinen, etwa 1 mm dicken Zweige sind an den Spitzen laublos und werden dornig. Die Blüte erscheint außerdem deutlich später, erst im April, und kann bis in den September hinein bleiben.

Text: Caroline Strauss Artikelbild: horizonphoto/Shutterstock

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