Sternjasmin: Pflanzen und pflegen

Der anmutige Sternjasmin (bot. Trachelospermum jasminoidis) bezaubert vor allem durch seine zahlreichen, sternförmigen und weißen Blüten, die sich deutlich von den kräftig grünen Blättern abheben. Die zarten Blüten der schnellwüchsigen Kletterpflanze erinnern mit ihrem Vanilleduft an die des echten Jasmins. Lesen Sie im folgenden Artikel, worauf Sie bei der Pflanzung und Pflege der robusten Pflanze achten müssen.

Trachelospermum jasminoides
Der schöne Sternjasmin ist leider giftig

Herkunft und Wuchs

Der bei uns gern als Zierpflanze verwendete Sternjasmin (bot. Trachelospermum jasminoides) gehört zu der in Asien weit verbreiteten Gattung Sternjasmin (bot. Trachelospermum) an, die wiederum botanisch gesehen zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) zählt. Von den rund 20 Arten findet neben Trachelospermum jasminoides auch die ArtTrachelospermum asiaticum weltweite Verwendung als Zierpflanze.
Trachelospermum jasminoides ist in den Wäldern Japans und Vietnams zu Hause, wo die Pflanze kletternd auf Bäumen lebt und lange, verholzende Lianen ausbildet.

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Blätter, Blüten und Blütezeit

Charakteristisch sind die strahlend weißen, fünfzähligen Sternblüten, die sich zahlreich zwischen April und August zeigen. Die ovalen, glänzend-grünen Laubblätter färben sich im Herbst rötlich und bilden einen aparten Kontrast zum Blütenmeer. Insbesondere bei feuchtwarmem Wetter verströmt die blühende Pflanze zudem einen starken, an den echten Jasmin erinnernden, vanilleähnlichen Duft.

Giftigkeit

Als typisches Hundsgiftgewächs ist der Sternjasmin leider giftig. Insbesondere Familien mit kleinen Kindern und neugierigen Haustieren sollten von einer Pflanzung absehen, da der starke Duft zum Probieren verleitet – sämtliche Pflanzenteile jedoch Giftstoffe enthalten, die unangenehme bis gefährliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Im Falle einer Vergiftung sollte daher unbedingt ein Arzt bzw. Tierarzt aufgesucht werden. Die mehrere Meter langen, verholzenden Triebe beinhalten zudem einen ebenfalls giftigen Milchsaft, der bei Hautkontakt Schwellungen, Rötungen und sogar Ekzeme verursachen kann.

Welcher Standort ist geeignet?

Der Sternjasmin ist hierzulande nicht ausreichend winterhart und sollte daher nicht in den Garten ausgepflanzt werden. Die Art eignet sich jedoch vorzüglich für eine Kübelkultur, beispielsweise auf der Terrasse, dem Balkon, im Wintergarten oder auch in der Wohnung – die letzten beiden Möglichkeiten sind sogar zu bevorzugen, da die Pflanze hier das ganze Jahr über an ein und demselben Standort bleiben kann. Ansonsten fühlt sich die Rankpflanze an einem Standort mit diesen Merkmalen besonders wohl:

  • leicht sonnig bis halbschattig
  • keine direkte Mittagssonne
  • luftig, aber nicht zugig, windgeschützt
  • ideal für West- oder Ostbalkon
  • perfekt für Hauswand oder Pergola

Bedenken Sie bei der Standortsuche, dass der Sternjasmin sehr schnell mehrere Meter lang werden kann und sich immer seinen Weg nach oben sucht – daher ist eine stabile Rankhilfe unerlässlich.

Boden

Damit der Sternjasmin im Kübel gut gedeihen und reich blühen kann, braucht er eine hochwertige und nährstoffreiche Kübelpflanzenerde. Achten Sie unbedingt darauf, ein torffreies Substrat zu kaufen und verwenden Sie stattdessen eines auf Humusbasis. Diese enthält alle für die Blütenbildung wichtigen Nährstoffe. Alternativ ist aber auch eine gute Gartenerde verwendbar, sofern Sie diese vor dem Einpflanzen im Backofen oder in der Mikrowelle keimfrei machen – anderenfalls dürfte es zu bösen Überraschungen mit Unkraut oder Schädlingen kommen.

Vermischen Sie das gewählte Substrat mit Sand oder Kies, um die Durchlässigkeit zu erhöhen und somit die Gefahr von Staunässe zu verringern. Auch Tonkügelchen (20,95€ bei Amazon*) oder Blähton (20,95€ bei Amazon*) eignen sich gut für diesen Zweck. Bei einer Verwendung von Erde aus dem Garten sollten Sie zudem reifen Kompost bzw. Komposterde untermengen, um den Nährstoffanteil zu erhöhen.

Sternjasmin richtig pflanzen

Kultivieren Sie den Sternjasmin möglichst im Kübel, da die Pflanze hierzulande nicht winterhart ist. Sofern die Pflanze nicht ganzjährig an ihrem Standort stehen bleiben kann, sollten Sie die Möglichkeiten des Verräumens ins Winterquartier mit einplanen – dieses sollte hell und kühl, aber unbedingt frostfrei sein. Der Pflanztopf lässt sich am leichtesten mit einem Untergestell mit Rädern bewegen, welches Sie schon bei der Pflanzung unter den Kübel platzieren können. Eine Überwinterung am Standort kann erfolgen, sofern dieser einen Winterschutz besitzt und auch bei sehr frostigen Außentemperaturen nicht unter fünf Grad Celsius fällt.

Topfen Sie den Sternjasmin wie folgt ein:

  • ideale Pflanzzeit ist das Frühjahr
  • Pflanztopf mit Abflussloch am Topfboden verwenden
  • dieses mit Tonscherben oder Steinen bedecken
  • diese verhindern ein Verschlämmen und damit Verstopfen
  • Topf sollte doppelt so breit und tief wie Wurzelballen sein
  • Pflanzsubstrat mit Drainagematerial mischen
  • zu etwa einem Drittel in den Pflanztopf einfüllen
  • Sternjasmin vorsichtig hineinhalten
  • Leerräume mit Substrat auffüllen
  • Rankhilfe mit einsetzen
  • Erde leicht andrücken
  • kräftig angießen

Sternjasmin gießen

Einen hohen Wasserbedarf hat der Sternjasmin nicht – ganz im Gegenteil, denn die Kletterpflanze kommt selbst während der Blütezeit mit nur wenig Feuchtigkeit aus. Daher sollten Sie vor allem die Exemplare, die im Halbschatten oder absonnig stehen, sehr zurückhaltend gießen – ein Übermaß an Wasser führt nämlich zu Krankheiten und schließlich zum Absterben. Insbesondere Staunässe ist schädlich. Überschüssiges Gießwasser ist spätestens eine halbe Stunde nach dem Wässern aus dem Übertopf bzw. Untersetzer zu entfernen.

Sternjasmin richtig düngen

Seine langanhaltende Blütenpracht zeigt der Sternjasmin nur dann, wenn er ausreichend mit den für die Blütenbildung erforderlichen Nährstoffen versorgt wird. Daher sollten Sie zwischen April und November etwa alle zwei Wochen mit einem hochwertigen Kübel- oder Blütenpflanzendünger düngen, den Sie möglichst zusammen mit dem Gießwasser verabreichen. Auch ein Langzeitdünger – etwa in Form von Stäbchen oder Kegeln, die Sie im Frühjahr ins Substrat stecken – eignen sich für eine ausreichende Versorgung. Während der Wintermonate stellen Sie die Düngung hingegen vollständig ein.

Sternjasmin richtig schneiden

Ein Rückschnitt der attraktiven Rankpflanze ist zwar nicht zwingend notwendig, empfiehlt sich jedoch vor dem Einräumen ins Winterquartier. Auch ist eine regelmäßige Ausdünnung zu dicht gewachsener Triebe sinnvoll, damit die Pflanze nicht von innen verkahlt – zumal sich die Blüten bei einem zu dichten Wuchs nicht richtig entwickeln können. Ausreichend Luft und Licht ist für das gesunde Wachstum des Sternjasmins immens wichtig. Setzen Sie daher nach folgendem Schema die Schere an:

  • Rückschnitt im Herbst nach der Blütezeit
  • Ausdünnung im Frühjahr und bei Bedarf im Sommer
  • dicht gewachsene Stellen auslichten
  • einzelne, sehr lange Ranken besonders aus dem Inneren entfernen
  • alte Blütenstände entfernen

Verwenden Sie zum Schneiden unbedingt eine scharfe und mit einem geeigneten Mittel desinfizierte Schere, um den Sternjasmin nicht unnötig zu quetschen und die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern zu verringern. Außerdem sollten Sie Schutzhandschuhe tragen, um einen Kontakt mit dem giftigen Milchsaft zu vermeiden. Dieser darf auch auf keinen Fall in die Augen geraten!

Umtopfen

Einmal im Jahr sollten Sie den Sternjasmin umtopfen, damit die Pflanze in frischem Substrat und mit mehr Platz besser austreiben kann und zahlreich neue Blüten ansetzt. Daher ist der ideale Zeitpunkt für eine solche Maßnahme das zeitige Frühjahr. Sollte das alte Pflanzgefäß den Wurzeln noch ausreichend Platz bieten, müssen Sie es nicht gegen ein größeres austauschen – dennoch ist das Erneuern des verbrauchten Substrats sinnvoll. Achten Sie beim Umtopfen darauf, die alte Erde vollständig zu entfernen.

Sternjasmin vermehren

Sie können den Sternjasmin sowohl durch Samen als auch vegetativ durch Stecklinge unkompliziert selbst vermehren.

Aussaat

Keimfähige Samen des Sternjasmins erhalten Sie entweder von einer eigenen Pflanze oder im Fachhandel. Säen Sie diese im Spätsommer (ca. ab Anfang September) in nährstoffarme Aussaaterde ein und drücken Sie sie nur leicht ein. Bedecken Sie das Saatgefäß mit einem lichtdurchlässigen Deckel oder Folie, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten (der Gärtner spricht von “gespannter Luft”). Diese Maßnahme erhöht die Keimrate und lässt die jungen Pflänzchen schneller wachsen. Der Pflanztopf gehört zudem an einen rund 20 bis 22 Grad Celsius warmen und hellen – aber nicht direkt sonnigen – Platz. Halten Sie das Substrat nur leicht feucht und verwenden Sie möglichst handwarmes Wasser. Im Frühjahr setzen Sie die jungen Pflänzchen schließlich in einen größeren Topf mit nährstoffreichem Substrat um.

Stecklinge

Für die Stecklingsvermehrung schneiden Sie im August – und damit nach der Blüte – etwa zehn Zentimeter lange Triebe von den Haupttrieben. Stecken Sie diese in ein Gefäß mit Anzuchtsubstrat, welches Sie mit Folie oder einer abgeschnittenen PET-Flasche überdecken. Die Stecklinge werden wie die Keimlinge den Winter über warm und leicht feucht an einem hellen Standort gepflegt und schließlich im Frühjahr in ein größeres Gefäß mit frischem, nährstoffreichem Substrat umgesetzt. Geben Sie während der Zeit der Bewurzelung jedoch nur wenig Wasser und lassen Sie das Substrat zwischendurch ruhig etwas abtrocknen.
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Überwintern

Grundsätzlich ist Sternjasmin nicht winterhart und sollte daher im Herbst an ein etwa acht bis zehn Grad Celsius kühles und helles Winterquartier verbracht werden. Vermeiden Sie auch im Winter ein völliges Austrocknen des Wurzelballens, weshalb Sie das Substrat leicht feucht halten sollten. Gießen Sie jedoch nur so wenig, dass die Erde ein bisschen angefeuchtet wird. Nach den Eisheiligen im Mai kann die Kletterpflanze wieder ins Freie. Da die Pflanze kurzzeitig geringen Frost bis etwa minus fünf Grad Celsius verträgt, können Sie sie in wintermilden Regionen – beispielsweise in den Weinbaugebieten – auch auspflanzen. Dann jedoch benötigt der Sternjasmin einen leichten Winterschutz.

Krankheiten und Schädlinge

Leider ist der Sternjasmin recht anfällig für typische Schädlinge wie etwa Blattläuse, Spinnmilben oder Woll- und Schmierläuse. Auch Pflegefehler – insbesondere zu häufiges Gießen, aber auch übermäßige Trockenheit – führt zu Problemen.

Tipps

Wenn Sie keinen Balkon oder keine Terrasse besitzen, können Sie den zauberhaften Sternjasmin bei entsprechend vorhandenem Platz auch in der Wohnung kultivieren. Stellen Sie den Topf mit der Pflanze an einen hellen und luftigen Platz, der sich jedoch nicht direkt neben einer Heizung befinden darf – trockene Heizungsluft im Winter mag die Rankpflanze nämlich gar nicht. Auch direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie vermeiden. Verzichten Sie jedoch auf eine Zimmerkultur, wenn Sie kleine Kinder oder Haustiere (beispielsweise Katzen!) haben.

Arten und Sorten

Der weiß blühenden Art Trachelospermum jasminoides sieht der verwandte, aber gelb blühende Asiatische Sternjasmin (bot. Trachelospermum asiaticum) zum Verwechseln ähnlich. Die Art hat bezüglich Pflege und Standort auch sehr ähnliche Bedürfnisse.


Text: Ines Jachomowski

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