Ackerschachtelhalm – Fluch und Segen

Dieses Gewächs treibt Gärtner in den Wahnsinn, wenn es sich mit seinem Wurzelstock innerhalb kurzer Zeit großflächig ausbreitet. Es zeigt an, dass der Boden nicht in Ordnung ist und mehr Aufmerksamkeit benötigt. Ackerschachtelhalm bereichert den Speiseplan und dient als Heilpflanze.

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Ackerschachtelhalm - von den einen verhasst, von den anderen geliebt

Das Wichtigste in Kürze

  • Um Ackerschachtelhalm zu entfernen, müssen die Lebensbedingungen für die Farnpflanze verschlechtert werden. Dazu gehört die Auflockerung des Bodens, damit sich keine Nässe staut. Chemische Spritzmittel helfen nur kurzfristig.
  • Zinnkraut findet Verwendung für die Herstellung von Pflanzenjauchen. Diese dient als pflanzenstärkendes Düngemittel. Brühen eignen sich gut zum Spritzen bei einem Befall von Pflanzenschädlingen oder Pilzen.
  • Die häufigste Variante der Nutzung von Ackerschachtelhalm ist in Form von Tee. Aus dem Kraut lassen sich außerdem Tinkturen, Ölauszüge oder Salben selbst herstellen. Sie haben zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen.
  • Wer das Kraut sammeln möchte, sollte die Bestimmungsmerkmale kennen. Ackerschachtelhalm kann mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechselt werden. Beide Arten kommen in ähnlichen Habitaten vor.

Was tun gegen Ackerschachtelhalm?

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Ackerschachtelhalm wurzelt tief und ist daher nur schwer zu bekämpfen

Wer Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) im Garten hat, wird ihn nicht so schnell los. Die Pflanze entwickelt einen bis zu 160 Zentimeter in den Boden reichenden und großflächigen Wurzelstock, aus dem kontinuierlich neue Triebe wachsen. Wenn Sie Ackerschachtelhalm bekämpfen möchten, ist viel Geduld gefragt. Auf den Einsatz von Roundup sollten Sie allerdings verzichten. Der Erfolg bei einer chemischen Bekämpfung von Ackerschachtelhalm ist von kurzer Dauer und schadet nicht nur der Natur sondern auch ihrer Gesundheit.

Lesen Sie auch

Ackerschachtelhalm als Zeigerpflanze für:

  • Verdichtungen des Bodens
  • stauende Nässe
  • Feuchtigkeit in Lehm- oder Unterböden

Bodenverbesserung

Ackerschachtelhalm ist ein wichtiger Anzeiger für Staunässe, denn er fühlt sich in stark verdichteten und vernässten Lehmböden besonders wohl. Um dem sogenannten Zinnkraut die Lebensbedingungen zu entziehen, sollten Sie bestehende Gärten und Neubaugrundstücke gründlich auflockern und umgraben.

Ackerschachtelhalm im Rasen vernichten:

  1. im Frühjahr Rasen mähen, sodass weniger als fünf Zentimeter stehen bleiben
  2. pH-Wert des Bodens testen
  3. bei Bedarf durch Kalken auf 7.0 bis 8.0 erhöhen

Entfernen Sie sämtliche Wurzelteile aus dem Substrat. Bei einem weniger starken Bewuchs empfiehlt sich eine Gründüngungn mit Lupinen. Diese Pflanzen entwickeln ein ausgedehntes Wurzelwerk, welches den Boden bis in tiefergelegene Schichten auflockert. Der aufkommende Schachtelhalm sollte regelmäßig abgehackt werden. Innerhalb einer Saison zeigen die Sporenpflanzen Schwächeerscheinungen, bis sie schließlich verschwunden sind.

Helfen Spritzmittel gegen Ackerschachtelhalm?

Viele Mittel gegen Ackerschachtelhalm, die im Handel angeboten werden, vernichten das Unkraut nur kurzzeitig und oberirdisch. Der im Substrat wachsende Wurzelstock wird durch die Wirkstoffe nicht negativ beeinträchtigt. Daher sprießen die Triebe oft kurz nach der Behandlung erneut. Da chemische Mittel sowohl Umwelt als auch Gesundheit schädigen können, sollten Sie auf diese Bekämpfungsmaßnahmen verzichten.

Ackerschachtelhalm im Garten nutzen

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Ackerschachtelhalmjauche ist ein super Hausmittel gegen Schädlinge und Krankheiten

Das Zinnkraut gilt wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe als natürliches und umweltschonendes Mittel zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen und Pilzen. Durch die regelmäßige Anwendung werden Zier- und Nutzpflanzen gestärkt, sodass diese weniger anfällig für Schaderreger sind.

So wirkt das Zinnkraut:

  • dient allgemein der Pflanzenstärkung
  • Kieselsäure trocknet keimende Pilzhyphen aus
  • wachstumsregulierende Wirkung durch Stärkung der pflanzlichen Zellen
  • hilft gegen Mehltau, Spinnmilben, Rost, Schorf und Kräuselkrankheit

Exkurs

Warum der Ackerschachtelhalm auch Zinnkraut heißt

In der Vergangenheit fand Ackerschachtelhalm Verwendung als Reinigungsmittel im Haushalt. Die Menschen machten sich die Kieselsäure der Sporenpflanze zunutze, die knapp zehn Prozent aller Inhaltsstoffe ausmacht. Ein wässriger Sud diente zur Säuberung von zinnhaltigen Gegenständen, welche durch die Kieselsäurekristalle des Krauts sanft von Schmutz befreit werden konnten

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Ackerschachtelhalm gegen Mehltau

Um einen Befall durch Mehltaupilze vorzubeugen, empfiehlt sich das regelmäßige Gießen der Pflanzen mit einer Ackerschachtelhalmjauche. Sind Ihre Zier- und Nutzpflanzen akut betroffen, können Sie den Sud alle zwei Tage direkt auf Blüten, Blätter und Stängel spritzen.

So stellen Sie Ackerschachtelhalm-Sud her:

  1. 500 Gramm frische Triebe mit fünf Liter Wasser aufgießen
  2. einen Tag ziehen lassen
  3. Brühe für 30 Minuten aufkochen und abseihen
  4. vor der Verwendung verdünnen (ein Teil Sud und fünf Teile Regenwasser)

Der Vorteil des Zinnkrauts ist seine umweltschonende Wirkung. Da Ackerschachtelhalm-Konzentrat unbedenklich ist, kann es auch bei Gemüse wie Gurken, Tomaten oder Zucchini sowie für Rosen genutzt werden, welche als pilzanfällig gelten.

Dünger herstellen

Bei einer Jauche aus Ackerschachtelhalm lösen sich wertvolle Inhaltsstoffe im Wasser durch Gärung, die nach ein bis zwei Tagen automatisch abläuft. Wenn Sie Jauche herstellen möchten, ist ein großes Plastikgefäß mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern empfehlenswert.

Sammeln Sie etwa ein Kilogramm Zinnkraut und übergießen Sie die zerkleinerten Pflanzenteile im Eimer mit lauwarmem Wasser. Platzieren Sie den Behälter an einem warmen Ort, sodass die Gärung schnell in Gang kommt. Nach 14 Tagen ist der Prozess nahezu abgeschlossen, was Sie am Rückgang der Blasenbildung erkennen können.

Tipps zur Anwendung:

  • durch Zugabe von Gesteinsmehl (14,95€ bei Amazon*) lässt sich der Geruch mildern
  • Brühe vor dem Spritzen mit Wasser (1:50) verdünnen
  • zum Gießen reicht eine Verdünnung im Verhältnis 1:20 aus

Verwendung als Heilpflanze – Rezepte

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Ackelschachtelhalmtee wirkte entzündungshemmend

Einen Trost gibt es für diejenigen, die das Zinnkraut trotz aller Bekämpfungsversuche nicht vollständig verbannen können. Es lässt sich vielseitig im Haushalt, zu kosmetischen Zwecken und in der Medizin verwenden. Ackerschachtelhalm-Extrakt zeichnet sich durch wertvolle Inhaltsstoffe aus, welche positive Eigenschaften auf die Gesundheit haben. In der Naturheilkunde gibt es verschiedene Möglichkeiten, um diese Vorzüge der Pflanze zu nutzen:

 DefinitionSubstanzen zum Lösen der InhaltsstoffeVerhältnisse von Pflanzenmaterial zur flüssigen Substanz
Extraktflüssiger oder zähflüssiger Auszug aus PflanzenmaterialAlkohol, Öl, Wein, Essigbei Selbstherstellung nur bis 1:1 möglich
Tinkturflüssiges Extrakt aus PflanzenmaterialAlkohol als Lösungsmittel1:5 oder 1:10
KonzentratPulver oder Flüssigkeit mit konzentrierten WirkstoffenFüllstoff nur im Falle von flüssigen EssenzenFluid- (1:1 bis 2:1), Dick- (bis 3:1), Trockenkonzentrat (ab 4:1)
Öl-Mazeratöliger Auszug durch Kalt- oder HeißmethodeRaps-, Sonnenblumen- oder Kokosölüblicherweise 1:3
Teewässriger Aufguss aus KräuternWasserje nach Belieben und Geschmack unterschiedlich

Tinktur zubereiten

Alkoholische Auszüge lassen sich einfach herstellen. Bei dieser Methode werden die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Pflanzenteilen gezogen und gleichzeitig konserviert, sodass eine Tinktur bis zu 24 Monate haltbar bleibt. Dazu eignet sich handelsüblicher Alkohol mit 50 Prozent oder 70-prozentiger Ethanol.

Vorgehensweise:

  1. Ackerschachtelhalmkraut klein schneiden und in ein Schraubglas füllen
  2. Gefäß mit hochprozentigem Lösungsmittel auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind
  3. verschlossenes Glas an einen temperierten und dunklen Ort stellen
  4. täglich schütteln, um Lösung der Wirkstoffe zu unterstützen
  5. nach drei bis vier Wochen abseihen und abfüllen

Rezept für Ölauszüge

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Um einen Ölauszug zu erhalten, müssen nur die getrocknete Pflanzenteile mit Öl übergossen werden

Sammeln Sie im Frühjahr die frischen grünen Ackerschachtelhalmtriebe und zerkleinern diese nach dem Waschen mit einem scharfen Messer. Geben Sie das Pflanzenmaterial in ein Schraubgas, um es mit etwa 80 ml Pflanzenöl übergießen zu können. Ideal geeignet sind Öle von Raps, Sonnenblumen, Kokosnüssen, Oliven oder Sesamkernen.

Wichtig ist, dass die zerkleinerten Pflanzenteile vollständig mit Öl bedeckt sind. Das geschlossene Glas wird drei bis vier Wochen an einen dunklen Ort gestellt, bis der Ölauszug gereift ist. Schütteln Sie das Glas regelmäßig, um der Schimmelbildung vorzubeugen. Anschließend wird das Zinnkrautöl gefiltert und in dunkel gefärbte Flaschen gefüllt.

Salbe aus Zinnkraut herstellen

Für die Herstellung einer Salbe benötigen Sie einen Ölauszug und einige Tropfen Tinktur mit Ackerschachtelhalmkraut. Geben Sie das Öl zusammen mit etwa zehn Gramm Bienenwachs in ein größeres Glas. Stellen Sie dieses in ein Wasserbad und lassen Sie die Masse bei schwacher Hitze auf dem Herd schmelzen. Rühren Sie anschließend 20 Gramm Kakaobutter unter.

Weitere Vorgehensweise:

  • Glas aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen
  • etwa 30 Tropfen Tinktur hinzufügen und gut umrühren
  • ist die Konsistenz zu flüssig, mehr Bienenwachs zugeben
  • zu feste Salben können mit Öl verflüssigt werden

Wenn die Masse weder zu fest noch zu flüssig ist, können Sie die fertige Salbe in ein dunkles Gefäß füllen und unter gelegentlichem Umrühren abkühlen lassen. Für eine längere Haltbarkeit sollte die Zinnkrautcreme lichtgeschützt und kühl aufbewahrt werden. Wegen des hohen Fettanteils zieht die selbst gemachte Lotion langsam in die Haut ein. Sie eignet sich ideal zur Massage nach dem Duschen.

Exkurs

Ackerschachtelhalm in medizinischen Präparaten

Kieselsäure ist eine oxidierte und natürlich vorkommende Form von Silizium, die auch als Siliciumdioxid bezeichnet wird. Das chemische Element gilt als wichtiger Baustein für Nägel, Haare und Bindegewebe. Dieser Stoff sorgt dafür, dass die Sporenpflanze aufrecht wachsen kann. Die kräftigende Wirkung von Kieselsäure wurde ebenso wissenschaftlich belegt wie deren positiven Auswirkungen auf die Harnwege. Daher finden Zinnkrautkonzentrate vielfach Verwendung in der natürlichen Medizin oder beispielsweise in Form von Tabletten zur Nahrungsergänzung.

Ackerschachtelhalm-Tee

Getrocknetes oder frisches Zinnkraut in Teemischungen dient zur Förderung Ihrer Gesundheit. In Reformhäusern oder Apotheken sind Tees in Bio-Qualität erhältlich. Das gesammelte Material aus dem Garten eignet sich ebenfalls hervorragend. Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten zwei bis vier Mal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee.

Tee-Zubereitung:

  • ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit 150 ml siedendem Wasser übergießen
  • Aufguss etwa 20 Minuten lang köcheln, damit sich die Kieselsäure im Tee löst
  • Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen

Tipps

Der Tee kann auch als Gurgellösung bei Beschwerden des Zahnfleisches oder bei einer Mandelentzündung genutzt werden.

Wissenswertes zum Sammeln und Verarbeiten

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Ackerschachtelhalm sieht dem giftigen Schachtelhalm zum Verwechseln ähnlich

Bevor Sie in die Natur gehen und Ackerschachtelhalm sammeln, sollten Sie sich mit ähnlich aussehenden Arten beschäftigen. Es besteht eine Verwechslungsgefahr zu Pflanzen, die giftig sind. Die Toxizität bezieht sich hauptsächlich auf Weidevieh. Beim Menschen sind keine Vergiftungen durch Sumpfschachtelhalm bekannt. Dennoch sollten Sie den ähnlich aussehenden Schachtelhalm vorsichtshalber nicht in Teemischungen zu sich nehmen.

Ackerschachtelhalm im Steckbrief

Das Farngewächs entwickelt sterile Triebe, die zwischen zehn und 50 Zentimeter hoch werden. Die gesamte Pflanze ist von Durchlüftungskanälen durchzogen, welche bei einem Querschnitt durch den Stängel erkennbar sind. Auffällig ist, dass die Zentralröhre etwa ein Viertel des Gesamtdurchmessers einnimmt. Dieser Fakt ist ein wichtiges Erkennungsmerkal des Ackerschachtelhalms.

Hier wächst Ackerschachtelhalm:

  • häufig an feuchten Wiesenrändern
  • auch in Gräben und Böschungen mit lehmiger Erde
  • immer seltener auf Äckern

Der Stängel besitzt zwischen sechs und 20 Rippen. Er erreicht einen Durchmesser von drei bis fünf Millimeter. Die Wurzeln entwickeln seitlich abgehende Erdsprosse, welche zu knolligen Speicherorganen heranreifen. Diese enthalten viel Stärke und können als Wurzelgemüse in der Küche verwendet werden.

Der Sumpfschachtelhalm wächst gerne in direkter Nachbarschaft zum Ackerschachtelhalm. Gelegentlich vergesellschaften sich die beiden Arten miteinander.

Sumpfschachtelhalm: Unterschied zum Ackerschachtelhalm

Mit etwas Übung und einem Blick für das Detail können Sie den Ackerschachtelhalm sicher erkennen und eine Verwechslung vermeiden. Schachtelhalme bestehen aus vielen einzelnen Gliedern, deren Enden wie ineinander gesteckt wirken. Diese Scheiden sind am Stängel und den Seitenästen erkennbar. Auffällig sind die Zähne am oberen Ende.

 SumpfschachtelhalmAckerschachtelhalm
BlüteSporenstände sitzen am Ende der grünen Triebebräunliche Sporentriebe erscheinen vor den grünen sterilen Trieben
SamenSporenreife von Juni bis SeptemberSporenreife von März bis Mai
Zähne der Stängelscheiden6 bis 1010 bis 12
Form der Seitenästesternförmig (fünf- bis sechskantig)vierkantig
auffälligstes UnterscheidungsmerkmalStängelscheiden länger als erstes Astglied (“Besen” erkennbar beim Abreißen)Stängelscheiden kürzer als erstes Astglied

Hinweise zum Trocknen

Wenn Sie Ackerschachtelhalm trocknen möchten, sollten Sie die frischen sterilen Triebe im Frühjahr sammeln. Zwischen Mai und Juli ist die beste Erntezeit, da die Jungtriebe im Vergleich zu älteren Kräutern ein Vielfaches der wertvollen Inhaltsstoffe besitzen.

Tipps

Achten Sie darauf, dass keine dunkelbraunen Punkte auf den Ästchen zu sehen sind. Diese deuten auf einen Pilzbefall hin, der im Spätsommer sprießt und die Pflanze schwächt.

Schneiden Sie nur die oberen zwei Drittel der Pflanze ab und binden Sie die Stängel mit einem Faden zusammen. Die Bündel werden an einen luftigen Ort gehangen, wo sie in den nächsten Wochen trocknen. Anschließend können Sie die getrockneten Sträußchen in einem Leinensäckchen aufbewahren, oder zerkleinern und zu Tee verarbeiten.

Ackerschachtelhalm und seine Heilwirkung

Neben der positiven Wirkung im Garten als Pflanzenschutzmittel erweist sich Ackerschachtelhalm in der Naturheilkunde als gesundheitsfördernde Pflanze. Seit Jahrhunderten wird das Kraut als Heilpflanze geschätzt. Bis heute finden die Pflanzenteile Verwendung als Einzeldroge in Tabletten, Tinkturen und pulverförmigen Konzentraten oder als Beimischung von Tee. Seine Wirkung auf die Harnwege konnte belegt werden.

Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten:

  • Entzündungen: Tee zum Durchspülen bei bakteriellen Erkrankungen von Harnwegen und Nieren
  • Chronische Krankheiten: Aufguss hilft bei chronischem Husten oder Arthrose
  • Stärkung: unterstützt Stoffwechsel und Durchblutung
  • Kosmetik: in Salben zur Abmilderung von Dehnungsstreifen und Cellulite
  • Tierbehandlung: gegen Atemwegserkrankungen beim Pferd
  • Pflege: als Shampoo oder Spülung gegen glanzlose und schuppige Haare

Inhaltsstoffe

Für den Einsatz des Zinnkrauts gegen gesundheitliche Beschwerden werden die grünen Sommertriebe genutzt, welche sich nicht generativ vermehren. Die Pflanzenteile enthalten etwa zehn Prozent mineralische Bestandteile wie Kieselsäure, deren Gehalt zwischen fünf und acht Prozent schwankt. Damit hat die Art unter allen Pflanzen den höchsten Anteil des Siliciumdioxids, von dem wiederum zehn Prozent in wasserlöslicher Form vorliegen.

Weitere Bestandteile:

  • Flavonoide: Kämpferol und Querectin
  • Kaffeesäure: Wein- und Shikimisäure
  • Alkaloide: Nikotin und Palustrin in Spuren

Nebenwirkung und Vorsicht

Es sind keine unerwünschten Nebenwirkungen durch die Einnahme von Ackerschachtelhalm bekannt. Allerdings sollten Menschen mit Wassereinlagerungen im Gewebe, welche durch Herz- oder Niereninsuffizienz hervorgerufen wurden, auf eine innere Nutzung verzichten. Da Zinnkraut eine stark harntreibende Wirkung besitzt, kann ein Verzehr von Tees und Tinkturen negative Folgen mit sich bringen.

Was Sie sonst noch wissen sollten

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Ackerschachtelhalm gibt es auch zu kaufen – aber nur selten frisch

Es gibt verschiedene Wege, um an das gesundheitsfördernde Ackerschachtelhalmkraut zu gelangen. Wenn Sie die Pflanze weder im Garten beobachten noch in der Natur sammeln möchten, können Sie auf fertige Produkte oder frische Pflanzen ausweichen. Für erste Anwendungsversuche ist es empfehlenswert, hochwertige Teekräuter aus biologischem Anbau zu nutzen.

Ackerschachtelhalm kaufen

Eine Alternative zum Sammeln besteht darin, Kräuter getrocknet zu kaufen. Tees und Extrakte in Bioqualität gibt es in der Apotheke oder in Drogeriemärkten wie dm. Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, sollten Sie den Hersteller genauer unter die Lupe nehmen. Wichtige Entscheidungskriterien sind nicht nur Preis sondern auch Herkunft und Qualität.

Tabletten und Tee kaufen – Preise beachten:

  • Schachtelhalmkraut-Tee aus Online-Apotheken: zwischen zwei und vier Euro je 100 Gramm
  • Vita Nova Bio Ackerschachtelhalm Tee aus dem Reformhaus: 100 Gramm für 5,52 Euro
  • ultraPROTECT Ackerschachtelhalm-Kapseln von Dr. Feil: 100 Gramm für 39,80 Euro

Kann man Konzentrat selbst herstellen?

Ein Konzentrat ist ein Produkt, bei welchem die Flüssigkeit durch Abdampfen in Teilen oder nahezu vollständig verschwindet. Dieser Prozess findet in der industriellen Herstellung unter Vakuum und bei niedrigen Temperaturen statt, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Übrig bleibt ein Pulver, das zu Tabletten oder Kapseln verarbeitet wird. Durch gebräuchliche Methoden in der Küche können maximal Auszüge mit einem Verhältnis von 1:1 selbst hergestellt werden können. Trocknungsprozesse im Backofen sind nicht schonend genug, sodass die wertvollen Wirkstoffe verloren gehen.

UltraPROTECT Konzentrat – Erfahrungen:

  • flüssiges Konzentrat reicht durch hohe Ergiebigkeit über mehrere Wochen aus
  • keine eindeutigen Erfahrungsberichte hinsichtlich der Wirkung
  • Produkt enthält Zusatzstoffe wie Kaliumsorbat
  • verursacht Nebenwirkungen wie Übelkeit
  • im Vergleich zu hochwertigen Alternativen aus Reformhaus und Apotheke teuer

Ackerschachtelhalm im Topf anbauen

Wenn Sie Ackerschachtelhalm zu Pulver verarbeiten möchten, aber keine Sammelmöglichkeiten haben, können Sie sich eine Pflanze kaufen und diese im Kübel kultivieren. Da sich das Kraut selbstständig im Pflanzgefäß vermehrt, ist eine regelmäßige Ernte problemlos möglich. Achten Sie darauf, dass die Farnpflanze ausreichend feucht und halbschattig steht.

Häufig gestellte Fragen

Ist Ackerschachtelhalm giftig?

Das als Zinnkraut bezeichnete Farngewächs ist nicht giftig, sondern enthält gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Sowohl die im Frühjahr austreibenden fertilen Triebe als auch die später wachsenden sterilen Sprosse finden Verwendung in der Küche. Unerfahrene können diese Art schnell mit dem Sumpf-Schachtelhalm verwechseln. Dieses Gewächs gilt als giftig für Weidevieh und sollte auch vom Menschen nicht verzehrt werden, obwohl bisher keine Vergiftungsfälle beobachtet wurden.

Wie kann ich Ackerschachtelhalm im Garten anbauen?

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Wer Ackerschachtelhalm anbauen möchte, sollte ihn gut eindämmen

Wenn Sie Ackerschachtelhalm pflanzen möchten, sollten Sie entweder einen abgelegenen Ort im Garten auswählen, oder auf die Kultivierung im Kübel ausweichen. Die Pflanze vermehrt sich rasant durch unterirdische Ausläufer und kann schnell große Bereiche in Anspruch nehmen. Wurzelsperren oder Pflanzgefäße erlauben einen kontrollierten Anbau. Der Schachtelhalm bringt auch ohne regelmäßige Pflege hohe Ernteerträge. Wichtig sind verdichtete Böden mit nährstoffarmen Bedingungen. Die Pflanze wächst in sonnigen bis schattigen Bereichen und lässt sich nicht durch Staunässe beeindrucken.

Was hilft gegen Ackerschachtelhalm?

Bisher ist kein Kraut gewachsen, welches den Ackerschachtelhalm vollständig ausrottet. Allerdings können Lupinen Abhilfe verschaffen, denn sie entwickeln ein tiefreichendes Wurzelsystem und lockern die Erde gründlich auf. Um die Lebensbedingungen für das Unkraut zu verschlechtern, sollten Sie Bodenverdichtungen beseitigen. Das Umgraben ist nicht nur bei einem bestehenden Ackerschachtelhalmbewuchs sinnvoll, sondern empfiehlt sich auch als vorbeugende Maßnahme auf unbebauten Grundstücken.

Kann man die braunen Triebe vom Ackerschachtelhalm essen?

Die Blütezeit vom Ackerschachtelhalm erstreckt sich von März bis Mai, wobei die Pflanze als Farngewächs im botanischen Sinne nicht blüht, sondern Sporen heranreifen lässt. Diese sporenbildenden Pflanzenteile erscheinen im Frühjahr an der Spitze von bräunlichen Trieben, die keine Äste besitzen. Sie lassen sich sammeln und wegen ihres Pilzaromas zu Pfannengemüse verarbeiten oder als Füllung nutzen. Durch Einsalzen können die Triebe konserviert werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Ackerschachtelhalm-Extrakt herzustellen?

Da Pflanzenextrakte in flüssiger Form empfindlich auf Feuchtigkeit, Licht und Wärme reagieren, haben sich Trockenextrakte in der Medizin als Darreichungsform bewährt. Im eigenen Haushalt ist es schwer möglich, die Flüssigkeit von Lösungen durch schonendes Abdampfen zu entfernen.

Daher sind Fluidextrakte oder Tinkturen die bessere Alternative für die Eigenproduktion. Bei einem Auszug mit 70-prozentigem Alkohol lösen sich die wasser- und fettliebenden Pflanzenstoffe am besten. Ideal ist ein Mischungsverhältnis von fünf Teilen Ethanol und einem Teil frischem Pflanzenmaterial. Dieses wird mit dem Lösungsmittel übergossen, sodass sich die Wirkstoffe lösen können.

Text: Christine Riel

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