Ackerschachtelhalm entfernen
Ackerschachtelhalm ist in Gärten ungern gesehen

Ackerschachtelhalm lässt sich kaum wirksam bekämpfen

Ackerschachtelhalm ist nicht ganz zu Unrecht der Schrecken eines jeden Gärtners. Hat sich das auch Zinnkraut genannte Gewächs erst einmal in den Garten geschlichen, bekommen Sie es kaum dauerhaft wieder weg. Ohne Handarbeit geht es nicht, denn chemisch wirkende Mittel wirken bei Ackerschachtelhalm so gut wie nicht.

Nächster Artikel Ackerschachtelhalm ist nicht giftig

Wie verbreitet sich Ackerschachtelhalm im Garten?

Ackerschachtelhalm vermehrt sich durch zwei Methoden. Zum einen bildet die Pflanze während der Blütezeit keine Samen, sondern Sporen, die sich über die Luft verbreiten. Sporen lassen sich anders als Samen kaum eindämmen.

Zum anderen treibt Ackerschachtelhalm unterirdische Ausläufer, an denen Rhizome wachsen. Die Wurzeln können bis zu zwei Meter in die Tiefe wachsen. Die Ausläufer wachsen waagerecht mehrere Meter lang, sodass Ackerschachtelhalm problemlos Steinflächen und sogar nicht unterkellerte Häuser überwinden kann.

Dadurch wird das Problem der Bekämpfung deutlich. Ausgraben von Ackerschachtelhalm ist kaum möglich, ohne den ganzen Boden auszutauschen. Selbst aus kleinsten Wurzelteilen entstehen neue Pflanzen.

Oberflächliche Bekämpfungsmaßnahmen

Zunächst kann der Gärtner eine Bekämpfung mit einigen Methoden versuchen, die aber nur oberflächlich wirken:

  • Boden abdecken
  • mit Essig spritzen
  • mit heißem Wasser begießen
  • Salz aufstreuen
  • oberirdische Triebe ausziehen

Die oberirdischen Teile des Ackerschachtelhalms lassen sich auf diese Weise vernichten. Dauerhaft bekämpfen Sie das Zinnkraut so jedoch nicht, denn unterirdisch wachsen die Rhizome weiter.

Für ein paar Monate haben Sie aber erst einmal Ruhe. Diese Ruhezeit sollten Sie dazu nutzen, jede Ackerschachtelhalmspitze, die aus dem Boden ragt, sofort auszugraben.

Methoden, um Ackerschachtelhalm in Zaum zu halten

Bei einem starken Befall mit Ackerschachtelhalm im Garten müssen Sie sich möglicherweise damit abfinden, dass Sie das Kraut niemals dauerhaft vernichten können. In diesem Fall können Sie versuchen, das Zinnkraut durch geeignete Maßnahmen im Zaum zu halten. Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • Gründüngung mit Lupinen
  • Boden gut drainieren
  • Boden kalken
  • sichtbare Triebe ausreißen

Lupinen sind für die Gründüngung besonders gut geeignet, denn sie bilden lange Pfahlwurzeln. Die Wurzeln bleiben nach dem Abmähen im Boden und zersetzen sich dort. Dadurch wird der Boden tiefgründig gelockert. Das Regenwasser kann besser ablaufen und der Standort ist nicht mehr ganz so feucht.

Boden kalken

Da Ackerschachtelhalm saure Böden bevorzugt, verbessern Sie die Gartenerde mit Kalk. Dadurch wird das Wachstum von Zinnkraut wirksam eingedämmt.

Wo immer es möglich ist, sollten Sie den Gartenboden gut drainieren. Je besser das Regen- und Gießwasser abfließen kann, umso weniger Staunässe entsteht. Dadurch wird dem Ackerschachtelhalm eine Überlebensgrundlage entzogen.

Ackerschachtelhalm im Rasen bekämpfen

Wächst Ackerschachtelhalm im Rasen, können Sie davon ausgehen, dass der Boden hier sehr verdichtet und die Bodenfeuchtigkeit viel zu hoch ist.

Vertikutieren Sie den Rasen, damit die Gräser mehr Luft bekommen. Lockern Sie die Erde durch eine Nagelrolle und sorgen Sie dafür, dass der Boden eine gute Drainage hat. Lassen Sie die Erde auf ihren Säuregehalt überprüfen. Ist sie sehr sauer, kalken Sie den Rasen. Das tut dem Rasen gut, gefällt dem Zinnkraut jedoch gar nicht.

Ist der ganze Rasen mit Ackerschachtelhalm durchzogen, bleibt Ihnen möglicherweise keine Wahl, als den alten Rasen abzutragen, den Boden tiefgründig umzugraben und dabei alle Ackerschachtelhalmwurzeln zu entfernen. Bevor Sie eine Neuaussaat vornehmen, legen Sie eine Drainage an, damit sich der Boden nicht wieder verdichtet und zu feucht wird.

Ackerschachtelhalm niemals auf dem Kompost entsorgen

Wenn Sie Ackerschachtelhalm gezogen oder ausgegraben haben, sollten Sie die Pflanze gut entsorgen. Schütteln Sie das Zinnkraut nicht, wenn sich oben schon Sporen gebildet haben. Legen Sie solche Pflanzenteile in eine Plastiktüte.

Wurzeln und oberirdischen Pflanzenteile gehören nicht auf den Kompost. Dort verbreiten sie sich lediglich und fallen wieder in den Garten ein.

Reste des Ackerschachtelhalms gehören immer in die Mülltonne, und zwar möglichst umgehend, bevor sich weitere Sporen verteilen können.

An welchen Standorten fühlt sich Zinnkraut wohl?

Da Ausgraben kaum etwas bringt und chemische Unkrautvernichter oder Spritzmittel allenfalls eine oberflächliche Wirkung haben, gibt es nur die Möglichkeit, dem Ackerschachtelhalm den Aufenthalt im Garten so unangenehm wie möglich zu machen.

Zinnkraut ist ein Anzeiger für Staunässe und verdichtete Böden. Das bedeutet, dass die Pflanze an feuchten Standorten besonders gut wächst.

Außerdem mag Schachtelhalm einen sauren Boden. Neutrale Böden meidet die Pflanze.

Warum chemische Mittel kaum helfen

Im Handel wird eine Vielzahl von Mitteln zur Bekämpfung von Schachtelhalm angeboten. Sie sind als Spritzmittel oder Unkrautvernichter auf dem Markt.

Bei Schachtelhalm hat es wenig Sinn, ihn chemisch zu bekämpfen. Sie würden mit diesen Mitteln lediglich die oberirdischen Teile zum Absterben bringen. Die unterirdischen Pflanzenteile erreicht die Mittel nicht.

Unkrautvernichter beeinträchtigen die Bodengesundheit außerdem stark, Sie sollten deshalb auf chemische Mittel besser verzichten.

Tipps

Da Sie Ackerschachtelhalm kaum aus dem Garten bekommen, nutzen Sie einfach seine guten Seiten. Neben der Verwendung in der Küche und für Kosmetik lässt sich aus Zinnkraut Jauche herstellen, die bei Pilzkrankheiten an Rosen und vielen anderen Pflanzen sehr wirkungsvoll ist.

Text: Sigrid Hestermann

Beiträge aus dem Forum

  1. riji
    kirschbaum
    riji
    Obstbäume & Obstgehölze
    Anrworten: 1
  2. Andreas
    Kirschbaum
    Andreas
    Gartenverein
    Anrworten: 4
  3. Andreas
    Herbst
    Andreas
    Gartenverein
    Anrworten: 3