Rosenrost erkennen und behandeln

Rosenrost gehört zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die Pilzkrankheit ist durch die charakteristischen orangefarbenen bis bräunlichen Pusteln auf den Blattunterseiten unverkennbar. Wie sie die Infektion richtig behandeln und in Zukunft wirksam verhindern, erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

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Rosenrost beeinträchtigt vor allem die schöne Optik der Rosen

Das Wichtigste in Kürze

  • Rosenrost ist zunächst an orangefarbenen Pusteln auf den Blattunterseiten gekennzeichnet. Diese färben sich erst später schwarz.
  • Die Sporen überwintern an Blättern, Trieben und auf der Erde. Im Folgejahr ist ohne Gegenmaßnahmen eine erneute Infektion wahrscheinlich.
  • Befallene Pflanzenteile entfernen und über den Haus- oder Biomüll entsorgen.
  • Zur Behandlung sowie vorbeugend mit Ackerschachtelhalmbrühe spritzen.

Was ist Rosenrost?

Rosenrost ist eine typische Rosenkrankheit, die durch Pilze der Art Phragmidium mucronatum oder Phragmidium tuberculatum hervorgerufen wird. Diese Pilze verbleiben ständig auf einer einmal besiedelten Pflanze und überwintern auf dieser. Das bedeutet, dass ein Befall, sofern Sie ihn nicht bekämpfen, jedes Jahr aufs Neue auftreten kann.

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Wie alle Rostpilze ist auch Rosenrost hartnäckig. Gegen Ende des Sommers bilden sich in den nun schwarzen Pusteln zahlreiche Dauersporen aus, die sich vornehmlich auf den Blättern sowie an verholzten Trieben befinden und dort den Winter verbringen. Hier ruhen sie bis etwa Ende März, wenn die neuen Blätter sprießen, und infizieren auch diese. Darüberhinaus sind die Pilzsporen so fein, dass der Wind sie verteilt und so für eine weitere Verbreitung der Krankheit sorgt. Mit dem herbstlichen Falllaub gelangen die zudem auf den Boden. Rosenrost beginnt bei eher feuchtem Wetter zu keimen und bildet sehr schnell viele Sporenlager.

Rosenrost rechtzeitig erkennen

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Rosenrost beginnt auf der Blattunterseite

Im Anfangsstadium ist Rosenrost nur zu erkennen, wenn Sie sehr genau hinschauen und vor allem die Unterseiten der Blätter in Augenschein nehmen. Von oben ist lange gar nichts zu sehen und die Rose wirkt vollkommen gesund, während sich auf den Blattunterseiten längst zahlreiche winzige orangefarbene Erhebungen gebildet haben. Erst im weiteren Verlauf sowie wenn sich die Sommerlager im Spätsommer schwarz färben, sind auch von oben helle bis schwärzliche Blattverfärbungen zu sehen.

Schadbild und Symptome

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Befall mit dem Rosenrost:

  • orangefarbene bis orange-bräunliche, etwa stecknadelgroße Erhebungen zumeist auf den Blattunterseiten
  • können gelegentlich auch auf den Oberseiten der Blätter sowie an den Trieben auftreten
  • oft (meist erst im späteren Verlauf) orangefarbene Flecken auf den Blattoberseiten
  • Erhebungen und Blattfärbungen färben sich im Spätsommer schwärzlich-braun

Stark befallene Blätter können vergilben und abfallen.

So unterscheiden Sie Sternrußtau und Rosenrost

Rosenrost und Sternrußtau sind beides pilzliche Pflanzenkrankheiten, die häufig an Rosen auftreten und gelegentlich miteinander verwechselt werden. Im Gegensatz zur Rostkrankheit handelt es sich beim Sternrußtau jedoch um eine gefährliche Infektion, die rasch den Tod der Rose zur Folge haben kann. Sie unterscheiden die Krankheit an diesen Merkmalen vom Rosenrost:

  • Blattflecken sind gelblich, bräunlich oder schwarz
  • zu Beginn vereinzelte und sehr kleine Flecken
  • haben typischerweise unregelmäßigen und gefransten Rand
  • wachsen sehr schnell bei feuchtem Wetter
  • auch morgendlicher Tau begünstigt das Wachstum
  • Flecken werden rasch größer
  • Blatt vergilbt und fällt ab

Um dem Sternrußtau (und anderen Pilzkrankheiten) vorzubeugen, sollten Sie mit dem Beginn des Blattaustriebs regelmäßig frisch hergestellte Ackerschachtelhalmbrühe spritzen. Ideal ist ein Rhythmus von 14 Tagen. Auch verdünnte Vollmilch oder Natriumhydrogencarbonat eignen sich sehr gut zur Prävention. Im Handel erhalten Sie zu diesem Zweck Mittel auf der Basis von Kupfer oder Schwefel.

Folgen

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Rosenrost ist relativ harmlos

“Wenn Rosen gesund bleiben und herrlich blühen sollen, müssen Sie sie jedes Jahr schneiden.”

Im Vergleich zu anderen Pilzkrankheiten handelt es sich beim Rosenrost um eine harmlose Infektion, die zunächst nur negative Auswirkungen auf die Optik hat. Problematisch wird es erst bei einem sehr starken Befall oder wenn dieser über Jahre hinweg immer wieder auftritt. In diesem Fall kann es zu einem kompletten Blattverlust kommen, zudem wird die Rose geschwächt. Diese Schwächung wiederum äußert sich in einem verminderten Wachstum sowie in einer geringeren Blühfreudigkeit – die Rose bildet weniger oder sogar gar keine Blüten mehr aus. Sehr selten stirbt der Rosenstock infolge des starken Befalls ab.

Exkurs

Welche Gründe gibt es noch für die ausbleibende Blüte an Rosen?

Rosen sind recht kapriziöse Blumen und blühen grundsätzlich nur dann, wenn sie sich wohlfühlen. Werden nur wenige oder keine Blüten ausgebildet, kann das verschiedene Ursachen haben. Neben Krankheiten wie dem Rosenrost führen auch ein Schädlingsbefall (etwa mit Blattläusen), ein ungeeigneter Standort, falsche Pflege oder ein falscher Schnitt – bei dem die knospenbildenden Triebe abgeschnitten werden – zur Blühunlust. Des Weiteren vertragen Rosen keine feuchte Witterung oder einen zu nassen Boden und reagieren darauf mit einer verringerten Blütenausbildung.

Rosenrost erfolgreich bekämpfen – Methoden und Mittel

Bei günstiger Witterung verbreiten sich die Pilzsporen sehr schnell und befallen weitere Rosen im Garten. Um eine weitere Ausbreitung sowie eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie rasch Gegenmaßnahmen einleiten. Gerade im Anfangsstadium können Sie bei Rosenrost auf Fungizide verzichten, da verschiedene Hausmittel ebenso gut dagegen eingesetzt werden können. Welche das sind und welche Behandlungsmöglichkeiten Sie noch haben, erläutern wir Ihnen in diesem Abschnitt.

Bewährte Hausmittel

Gut wirksam gegen Rosenrost und auch andere Pilzkrankheiten (beispielsweise Mehltau) ist eine Spritzung mit Ackerschachtelhalmbrühe. Diese können Sie ab dem Beginn des Austriebs Mitte bis Ende März alle 14 Tage vorbeugend sprühen oder aber bei einer konkreten Infektion. Bei einer vorbeugenden Behandlung verdünnen Sie den Sud im Verhältnis 1:5 mit weichem Wasser, bei einer Pilzbehandlung spritzen Sie ihn hingegen unverdünnt.

Rezept für Schachtelhalmbrühe:

Rezept für Ackerschachtelhalmbrühe gegen Rosenrost
  • frischen Ackerschachtelhalm sammeln
  • 500 Gramm sehr fein hacken, dann schwemmen die Inhaltsstoffe besser aus
  • alternativ 150 Gramm getrocknetes Kraut verwenden
  • in fünf Litern weichem Wasser für 24 Stunden ziehen lassen
  • anschließend eine halbe Stunde auf niedriger Temperatur köcheln
  • abkühlen lassen und abseihen

Füllen Sie den frischen Sud in ein Spritzbehältnis und besprühen Sie Ihre Rosen damit. Behandeln Sie vor allem die Unterseiten der Blätter, diese müssen tropfnass sein. Nehmen Sie die Spritzung am besten am frühen Morgen eines warmen Tages vor, damit die Feuchtigkeit rasch trocknen kann.

Auf dieselbe Weise können Sie auch Farn- oder Knoblauchbrühe herstellen, die sich ebenfalls gut zur Bekämpfung bzw. Vorbeugung von Rosenrost eignet. Für die Farnbrühe sollten Sie Adler- oder Wurmfarn sammeln, beides wächst oft teppichartig in feuchten Mischwäldern. Für die Knoblauchbrühe nehmen Sie ganze Knoblauchzehen mitsamt Haut und Blättern, nicht nur einzelne Zehen.

Tipps

Auch Natron hilft gegen pilzliche Krankheiten wie Rosenrost und Sternrußtau. Mischen Sie zwei Teelöffel reines Natron (z. B. Kaisernatron oder Backsoda, aber kein Backpulver!) mit einem Liter warmem Wasser und verwenden Sie die Mischung als Spritzmittel. Sie können es zudem vorbeugend spitzen. Das Hinzufügen von Speiseöl und Spülmittel (wie oft beschrieben), ist hingegen nicht notwendig.

Biologische und chemische Spritzmittel

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Vom Einsatz von Fungiziden ist generell abzuraten

Im Handel sind verschiedene Fungizide erhältlich, die sich bei einem akuten Befall mit Rosenrost einsetzen lassen. Doch Vorsicht: Setzen Sie diese Mittel nicht wiederholt und über Wochen hinweg immer wieder ein, da die Pilze sonst dagegen resistent werden. Wechseln Sie daher regelmäßig die Wirkstoffgruppe. Für den Hobbygarten zugelassen sind etwa diese Spritzmittel:

  • Compo Ortiva (enthält Azoxystrobin)
  • Fungisan Rosen- und Gemüsepilzfrei (enthält Azoxystrobin)
  • Compo Duaxo (enthält Difenoconazol)
  • Celaflor Rosen-Pilzfrei Saprol (enthält Triticonazol)

Nicht nacheinander spritzen dürfen Sie jeweils die beiden ersten sowie die beiden letzten Produkte, da diese jeweils zur derselben Wirkstoffgruppe gehören. Auch sollten Sie die Behandlung mit Fungiziden nur bis zum Beginn der Blüte durchführen, da die Inhaltsstoffe Bienen und andere nützliche Insekten beeinträchtigen.

Ohnehin sollten Sie sich die Anwendung von Fungiziden gut überlegen und diese nur dann einsetzen, wenn es keine Alternativen gibt. Diese Mittel haben erhebliche Nebenwirkungen nicht nur auf das ökologische Gleichgewicht – sie sind schlicht hochgiftig und daher nach Möglichkeit zu vermeiden. Besser (wenn auch nicht optimal) ist es hingegen, auf Spritzmittel wie Kupfer oder Schwefel zurückzugreifen. Diese sind auch im ökologischen Landbau gegen eine Vielzahl von pilzlichen Pflanzenkrankheiten zugelassen.

Weitere Maßnahmen

Wenn Sie die charakteristischen Pusteln auf den Rosenblättern entdecken, sollten Sie sofort handeln. Als erste Maßnahmen sind diese Aufgaben zu erledigen:

  • Entfernen Sie alle befallenen Blätter.
  • Schneiden Sie die infizierten Triebe und Zweige zurück.
  • Heben Sie abgefallenes Laub vom Boden auf.
  • Tragen Sie bei einem starken Befall die oberste Erdschicht ab.
  • Auch hier können sich Pilzsporen verstecken.

Alle Pflanzenteile sowie die abgetragene Erde gehört in den Haus- oder Biomüll. Lassen Sie sie auf keinen Fall im Garten, da sich die Pilzsporen von hier aus weiter verbreiten. Die weitere Behandlung erfolgt erst im Anschluss.

Wirksam vorbeugen gegen Rosenrost

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Besser als das Ausbringen von giftigen Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Hobbygarten ist ohnehin eine sorgfältige Vorbeugung, damit Rosenrost gar nicht erst auftritt. Diese Maßnahmen helfen Ihnen dabei, eine Infektion von vornherein zu verhindern:

  • Standort: Rosen fühlen sich an sonnigen, luftigen Standorten mit humosen, lockeren Böden wohl.
  • Pflanzabstand: Achten Sie schon bei der Pflanzung auf einen ausreichenden Pflanzabstand, da sich Pilzkrankheiten in zu engen Pflanzungen leichter ausbreiten können.
  • Regelmäßiger Rückschnitt: Aus demselben Grund ist ein regelmäßiger Rückschnitt sinnvoll, denn in lockeren, luftigen Kronen und Büschen trocknet Feuchtigkeit schneller ab. So reduzieren Sie die Gefahr einer Infektion.
  • Frühjahrsschnitt: Rosen werden im Allgemeinen zur Forsythienblüte geschnitten. Bei dieser Gelegenheit entfernen Sie infizierte Triebe und Zweige, sodass die neuen Blätter erst gar nicht mit den Sporen in Berührung kommen.
  • Düngung: Eine stark stickstoffbetonte Düngung macht das Pflanzenmaterial weich und damit anfällig für das Eindringen von pilzlichen und anderen Krankheitserregern. Düngen Sie daher ausgewogen und sparen Sie mit Stickstoff. Gut ist hingegen Kalium, da dieser Nährstoff die Zellwände stärkt.
  • Gießen: In Trockenzeiten – vor allem im Frühjahr und im Sommer – sollten Sie den Boden gleichmäßig feucht halten, da Trockenheit die Rose schwächt. Gießen Sie immer direkt auf die Erde und niemals über die Blätter – feuchtes Laub ist eine Infektionsquelle!
  • Mulchen: Mulchen Sie im Herbst die Wurzelscheibe mit Holzhäckseln und Hornspänen (12,66€ bei Amazon*) oder humusreicher Pflanzerde. So hindern Sie auf dem Boden befindliche Pilzsporen daran, doch noch auf die Pflanze zu gelangen.
  • Laub: Entfernen Sie das herbstliche Falllaub und entsorgen Sie dieses.

Infiziertes Schnittgut und Falllaub gehört nicht auf den Kompost, da die Temperaturen hier üblicherweise nicht hoch genug werden, um die Pilzsporen zuverlässig abzutöten.

Resistente Rosensorten pflanzen

Wer auf Nummer sicher und Pilzkrankheiten vermeiden möchte, pflanzt so genannte ADR-Rosen in den Garten. Dabei handelt es sich um moderne Züchtungen, die über Jahre hinweg auf ihre Resistenz gegenüber den häufigen Rosenkrankheiten Rosenrost, Mehltau und Sternrußtau getestet wurden und sich dabei als besonders widerstandsfähig erwiesen haben. Doch Vorsicht: Resistent bedeutet nicht, dass diese Rosen überhaupt nicht an pilzlichen Krankheiten erkranken können – das können sie natürlich trotzdem, auch wenn eine Infektion weniger wahrscheinlich ist.

Zusätzlich zu den ADR-Sorten sollten Sie also auf vorbeugende Maßnahmen setzen. Ein optimaler Standort sowie eine ausgewogene Düngung und Wasserversorgung helfen dabei, eine Pilzinfektion zu vermeiden. In feuchten Sommern kann es natürlich trotzdem zu einem Ausbruch kommen: Vermeiden Sie bei einem solchen die Verwendung von Fungiziden, da die Pilze resistent dagegen werden, ihr Erbgut ändern und deshalb auch die ADR-Sorten nicht mehr gegen ihre Angriffe gefeit sind. Deren Erbgut passt sich nämlich nicht an das veränderte der pilzlichen Erreger an.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es noch andere Pflanzen, die vom Rosenrost befallen werden?

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Rosenrost befällt ausschließlich echte Rosen

Die Pilzkrankheit Rosenrost befällt ausschließlich echte Rosen, keine weiteren Pflanzenarten. Allerdings gibt es eine ganze Reihe weiterer Rostpilze, die sich jeweils auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert haben. Ihnen allen sind die typischen Pusteln gemein, auch hinsichtlich des weiteren Schadbilds sowie in den Maßnahmen zur Bekämpfung ähneln sich die verschiedenen Varietäten.

Welche Krankheiten treten noch häufig an Rosen auf?

Rosen sind im Allgemeinen anfällig für verschiedene pilzliche Erkrankungen. Neben Rosenrost werden sie des Öfteren auch vom Echten Mehltau und Sternrußtau befallen, wobei manche Sorten gegen die genannten Infektionen unempfindlicher sind als andere. Wer ADR-Rosen pflanzt, wählt bewährte und resistente Sorten.

Warum bekommen Rosen überhaupt Rosenrost?

Wie so viele Pilzkrankheiten wird auch der Rosenrost über die Luft übertragen. Die mikroskopisch kleinen Sporen gelangen mit dem Wind zu den Pflanzen und verteilen sich innerhalb kürzester Zeit auf den Rosen. Manchmal wird die Krankheit auch durch neu gekaufte und in die Rabatten gepflanzte Rosen übertragen, wenn diese schon beim Kauf krank waren. Im Anfangsstadium der Krankheit lässt sich ein Befall nicht immer feststellen.

Ist Rosenrost auch für den Menschen gefährlich?

Für den Menschen ist der Rosenrost zwar ärgerlich, aber völlig ungefährlich. Es handelt sich um eine reine Pflanzenkrankheit, die weder Menschen noch Tiere befällt. Allerdings sollten Sie davon absehen, mit Pilzen befallene Rosen zu essen – die enthaltenen Pilzgifte könnten zumindest bei Allergikern entsprechende Symptome wie beispielsweise einen Hautausschlag hervorrufen.

Tipps

Kontrollieren Sie daher Ihre Rosen ab dem Austrieb – etwa im wöchentlichen Rhythmus – auf eventuelle Veränderungen. So erkennen Sie nicht nur Rosenrost, sondern auch andere Krankheiten sowie einen Schädlingsbefall rechtzeitig.

Text: Ines Jachomowski

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