Rosenkrankheiten erkennen und bekämpfen

Rosen haben schon sehr lange das Image der empfindlichen Diva, obwohl dieses mit den modernen Züchtungen im Grunde so nicht mehr stimmt. Viele neue Sorten sind sehr unempfindlich gegenüber den hinlänglich bekannten Rosenkrankheiten, aber natürlich nicht vollkommen immun dagegen. Sie können die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen noch zusätzlich stärken, indem Sie auf einen passenden Standort und eine gute Pflege achten. Ebenso wichtig ist auch die Sortenwahl: Rosen mit dem so genannten ADR-Siegel sind geprüftermaßen besonders robust und langlebig.

Rosenrost
Rosenrost ist eine der gefürchtetsten Rosenkrankheiten

Schadbilder und Gegenmittel im Überblick

Sollten Sie Auffälligkeiten an Blättern, Stamm, Trieben oder Blüten bemerken, gilt es, möglichst schnell zu handeln. Durch das rechtzeitige Eingreifen des Gärtners lassen sich viele Infektionen schon zu Beginn gut eindämmen, so dass keine nachhaltigen Schäden an den Pflanzen zu befürchten sind. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Rosen regelmäßig auf mögliche Schadbilder überprüfen und im Falle des Falles der Krankheit angemessen reagieren. Damit Ihnen dies leichter fällt, haben wir die gängigen Rosenkrankheiten kurz und prägnant beschrieben.

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Chlorose

Eine Chlorose zeigt sich vornehmlich im Frühjahr, wenn die Rosenblätter blassgelb gefärbt sind und lediglich die Blattadern zunächst grün bleiben. Außerdem wächst die Rose nur kümmerlich und entwickelt nur wenige Blüten. Die Ursache liegt in den meisten Fällen in einem Eisenmangel, d. h. wenn die Aufnahme des wichtigen Nährstoffs aus dem Boden behindert wird. Dies kann beispielsweise durch eine Kalkung der Rosen geschehen. Seltener rufen ein Mangel an Stickstoff (bei falscher bzw. ungenügender Düngung), Staunässe oder Frostschäden am Holz die Symptome hervor. Die Chlorose lässt sich beseitigen, indem Sie Eisen- oder Blattdünger spritzen und die Pflanzen mit abgelagertem Kompost, mit Hornspänen (6,39€ bei Amazon*) oder Mist düngen. Beugen Sie einer Chlorose vor, indem der Boden durch eine regelmäßige Lockerung gut durchlüftet wird, Sie die Rosen ausgewogen düngen und sie zudem bei Trockenheit wässern.

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau bei Rosen wird durch den Pilz Sphaerotheca pannosa var. rosae hervorgerufen und tritt vornehmlich bei feuchtwarmer Witterung auf, wenn die Rosenblätter nicht mehr schnell abtrocknen. Auf der Oberfläche von Blättern, Trieben und Knospen ist ein weißer, mehliger und leicht abwischbarer Belag zu sehen; die Blätter sind außerdem rötlich gefärbt und deformiert. Die betroffenen Schadstellen wachsen trotzdem weiter, allerdings nur noch kümmerlich; Knospen öffnen sich gar nicht. Der Echte Mehltau lässt sich recht zuverlässig mit einem alten Hausmittel bekämpfen: Spritzen Sie im Abstand von mehreren Tagen mehrfach mit Wasser verdünnte Vollmilch (Verhältnis 1:10). Sie können dieser Pilzkrankheit auch vorbeugen, indem Sie resistente Sorten wählen, die Rosen ausgewogen düngen und zudem auf einen luftigen Standort achten. Im Frühjahr sollten die Pflanzen stark zurückgeschnitten werden.

Falscher Mehltau

Der Schadpilz Peronospora sparsa verursacht den so genannten Falschen Mehltau, der vornehmlich im Spätsommer und Herbst und in Folge von starken Temperaturschwankungen auftritt. Auf der Blattunterseite zeigt sich ein grauweißer Schimmelrasen, auf der Unterseite dagegen bräunliche bis purpurfarbene Flecken. Diese treten zunächst vor allem an jungen Blättern auf, breiten sich aber schnell aus. Die befallenen Blätter welken und werden schließlich abgeworfen. Bei einem Befall mit dem Falschen Mehltau sollten Sie unbedingt sämtliches Laub absammeln und vernichten, der Boden lässt sich mit Ackerschachtelhalmbrühe desinfizieren. Der Krankheit lässt sich vorbeugen, indem Sie die Rosen an einen luftigen Standort setzen, genug Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen lassen und diese regelmäßig auslichten.

Rindenbrand

Längliche, rötlich-braune Flecken vornehmlich rund um die Augen bei vorjährigen, nicht ausgereiften Trieben sind nicht nur ein Hinweis auf eventuelle Frostschäden, sondern können auch auf den Rindenbrand zurückzuführen sein. Auch diese Rosenkrankheit wird durch einen Schadpilz hervorgerufen und lässt sich nur durch einen starken Rückschnitt im Frühjahr bekämpfen. Außerdem hilft eine Spritzung mit Grünkupfer (im Fachhandel erhältlich), die im Winter durchgeführt werden sollte. Beugen Sie einem Rindenbrand vor, indem Sie die Rosen ausgewogen düngen, für eine Durchlüftung des Bodens sorgen (Boden lockern) und die Pflanzen im August mit Kalimagnesium versorgen.

Rosenrost

Der durch den Schadpilz Phragmidium mucronatum verursachte Rosenrost gehört zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Er tritt vornehmlich in feuchten Sommern auf und zeigt sich durch gelbliche bis rötliche Flecken. Auf der Blattunterseite lassen sich rostrote und stäubende Punkte erkennen, die sich zum Winter hin schwarz färben. Dabei handelt es sich um das Wintersporenlager, aus dem die Krankheit im folgenden Frühjahr erneut hervorbricht. Rosenrost befällt vor allem Rosen auf lehmigen und verdichteten Böden, weshalb das Lockern des Bodens sowie ein Untermischen von Sand und Kompost eine gute Vorbeugung ist. Befallene Blätter sollten unbedingt abgesammelt und entsorgt werden, während sich die Rose durch eine Behandlung mit Ackerschachtelhalmbrühe stärken lässt.

Sternrußtau

Auch der vornehmlich im Spätsommer auftretende Sternrußtau, hervorgerufen durch den Schadpilz Diplocarpon rosae, gehört zu den häufigeren Rosenkrankheiten. Er zeigt sich zunächst durch dunkle Flecken mit sternförmigen Rändern auf den Blattoberseiten; später werden die Blätter gelb und fallen ab. Typischerweise werden die bodennah wachsenden Blätter zuerst befallen. Sammeln Sie das befallene Laub ab und desinfizieren Sie den Boden mit Ackerschachtelhalmbrühe. Außerdem hilft es, rund um die Rose Knoblauchzehen in den Boden zu stecken bzw. Knoblauch zu pflanzen. Wählen Sie zur Vorbeugung resistente Sorten und pflanzen Sie diese an einen luftigen Standort. Halten Sie unbedingt die empfohlenen Pflanzabstände ein und vermeiden Sie eine Überdüngung mit Stickstoff.

Ringfleckenkrankheit

Die durch den Schadpilz Sphaceloma rosarum verursachte Ringfleckenkrankheit tritt vor allem im Hochsommer und an dicht belaubten Sorten auf. Eine feuchtwarme Witterung fördert die Entwicklung der Krankheit. Typischerweise stirbt die Mitte der runden, rötlichen Flecken auf der Blattoberseite ab und bleibt grau mit schwarzem Rand zurück. Sie können dieser Erkrankung vorbeugen, indem Sie für einen luftigen Stand sorgen, stärkende Mittel (wie beispielsweise Ackerschachtelhalmbrühe) geben und befallenes Laub frühzeitig entfernen.

Tipps

Vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln lassen Sie sich bitte ausgiebig im Fachhandel beraten. Bei der Anwendung halten Sie sich bitte streng an die vom Hersteller gegebenen Empfehlungen, besonders bezüglich der Dosierung.

Text: Ines Jachomowski

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