Biomüll richtig entsorgen – alltagstaugliche Tipps & Tricks

Was kommt in den Biomüll? Welcher Behälter ist richtig? Wie kann man Maden im Biomüll bekämpfen? Dieser Ratgeber lässt Sie mit wichtigen Fragen zur sachkundigen Abfallbeseitigung nicht allein. Lesen Sie hier praxisbezogene und nachvollziehbare Antworten. So entsorgen Sie Biomüll richtig.

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So ziemlich alles, was biologisch abbaubar ist, darf in die Biotonne

Das Wichtigste in Kürze

  • Biomüll ist organischer Abfall, der in Kompostierungs- und Biovergärungsanlagen mithilfe von Mikroorganismen recycelt wird zu Naturdünger oder Biogas.
  • In den Biomüll gehören Essensreste, Obstschalen, Gartenabfälle und andere organische Stoffe, die sich zersetzen.
  • Hausmittel für die Bekämpfung von Maden im Biomüll sind Essigwasser, Kochsalz, Pfeffer und Sauerstoffbleiche.

Was ist Biomüll?

Biomüll ist organischer Abfall aus Küche oder Garten. In diesen Abfällen sind bodengebundene Lebewesen, Mikroorganismen und Enzyme aktiv, um die organischen Stoffe zu zersetzen für eine Wiederverwertung im Naturkreislauf. Aus Biomüll entsteht auf diesem Weg wertvoller Humus, nährstoffreicher Kompost oder natürliches Biogas. Somit stellt Bioabfall eine kostbare Ressource dar für Umwelt und Pflanzenpflege.

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Was darf in den Biomüll – Was nicht?

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In den Biomüll sollte nur biologisch Abbaubares entsorgt werden

Biogene Abfälle können nur dann richtig aufbereitet werden, wenn sich keine anorganischen Fremdstoffe darin befinden. Aus diesem Grunde wird seit 2015 in Deutschland jedem Haushalt die Möglichkeit der Abfalltrennung ermöglicht. Dafür stellen viele Kommunen gesonderte Bio-Tonnen zur Verfügung, zusätzlich zur Restmüll-Tonne. Folgende Tabelle gibt einen Überblick, was in den Biomüll darf und was nicht:

Darf reinDarf nicht rein
EssensrestePlastik
Fleisch/KnochenHundekot/Katzenstreu
ObstschalenGlas, Metall, Keramik
GemüseresteAufkleber
Getreideprodukte/BrotAsche
abgelaufene LebensmittelHygieneartikel
Kaffeesatz/Kaffeefilter/KaffeepadsZigarettenkippen
Teebeutel/TeesatzPutzlappen
GartenabfälleStaubsaugerbeutel
BlumenerdeStraßenkehricht
unbehandeltes Holzbehandeltes Holz
Küchen-/Zeitungspapierbunt bedrucktes Papier
Haare, FedernTapeten
KleintierstreuTextilien
Holzwolle, SägespäneTeppichboden

Bitte beachten: Diese Liste ist nicht verbindlich. Was tatsächlich in Ihren Biomüll gehört, hängt primär ab von den Verwertungsmöglichkeiten vor Ort. Entscheidend ist, ob Ihre Kommune eine Kompostieranlage oder eine Biovergärungsanlage betreibt. Um wirklich sicher zu sein bei der Frage “Was kommt in den Biomüll?”, wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Abfallberatung. Auf der Seite abfallberatung.de finden Sie die Kontaktdaten zu aktuell 563 Kommunen. Fernerhin bietet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine praktische Suchmaske nach Postleitzahlen an, damit Sie schnell und einfach Ihre örtliche Abfallberatung kontaktieren können.

Das darf hinein – nähere Erläuterungen

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Eierschalen sind eine Wohltat für den Kompost

In einer Biotonne dürfen im Prinzip sämtliche organischen Küchenabfälle entsorgt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob Essensreste, Fleisch und Knochen roh oder gekocht sind. Käse, Käserinde (Naturrinde) sind ebenso erlaubt, wie Milchprodukte aller Art, beispielsweise Joghurt oder Quark. Milch darf hingegen nicht in die Biotonne gekippt werden.

Zitrusfrüchte wandern ebenfalls in den Biomüll, wie Orangenschalen oder Bananenschalen. Gestattet sind fernerhin Eierschalen, Muschelschalen, Nussschalen und alles, was vom Gemüseputzen übrig bleibt. Hinein in die Biotonne dürfen alle organischen Gartenabfälle, einschließlich Blumenerde sowie Holz als Schnittgut von Bäumen und Sträuchern.

Sofern Papier nicht bunt bedruckt ist, gehört es zum Biomüll. Zeitungspapier, Papier von der Küchenrolle oder Eierkarton haben als Zwischenlagen den zusätzlichen Vorteil, dass Feuchtigkeit aufgesaugt wird. Aus diesem Grunde dürfen auch Haare, Federn, Holzwolle, Sägespäne sowie Kleintierstreu bedenkenlos zum Biomüll gegeben werden.

Das darf nicht hinein – nähere Erläuterungen

Plastik aller Art darf nicht in die Biotonne. Hierzu zählen auch Einweggeschirr, Tupperware-Dreieck, Plastik-Einkaufstüten und Frischhalte-Tüten, selbst wenn sie als biologisch abbaubar deklariert sind. Weil sich Glas, Metall und Keramik nicht zersetzen, ist für diese Materialien die Biotonne tabu. Stoffe, die erst nach vielen Jahren verrotten, kommen nicht in den Biomüll, wie Teppiche, Kleidung, Verbandmaterial, Leder oder Tapeten. Obschon abgelaufene Lebensmittel dem Biomüll zugerechnet werden, gilt das nicht für abgelaufene Medikamente.

Bunt bedrucktes Zeitungspapier hat ebensowenig im Biomüll zu suchen, wie fettabweisendes Backpapier. In diese Rubrik gehört lasiertes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Holz, wie beispielsweise Spanplattenholz oder WPC-Terrassendielen.

Exkurs

Biomüll upcyceln zu Naturdünger

Informierte Hobbygärtner werfen organischen Abfall aus Küche und Garten nicht einfach in die Biomüll-Tonne. Auf dem selbst angelegten Kompost verwandeln sich Obstschalen, Gemüsereste, Pflanzenblätter und ungekochte Essensreste in wertvollen Naturdünger. Balkongärtner reservieren ein halbschattiges Plätzchen für eine Wurmfarm. Darin sind Kompostwürmer permanent damit beschäftigt, aus Küchenabfällen gehaltvollen Wurmkompost und nahrhaften Wurmtee zu produzieren für prächtige Kübel- und Kastenpflanzen.

Richtige Biomüll-Behälter – 2 Tipps zu Kücheneimer und Tüten

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Biomüll-Eimer sollten nicht zu groß sein und möglichst keine Tüte oder eine aus Papier tragen

Die Bio-Tonne wird von der Kommune gestellt. Wie Sie den Biomüll sammeln und in die Tonne befördern, bleibt Ihnen überlassen. Das ist insbesondere im Sommer ein unappetitliches, schmutziges und stinkendes Unterfangen. Indem Sie die beiden folgenden Tipps zu Abfalleimer und Mülltüten beherzigen, werden Sie sich beim Sammeln von Bioabfällen leichter tun:

Speziellen Bio-Mülleimer verwenden

Die Investition in einen Spezial-Biomüll Kücheneimer lohnt sich, denn er erspart Ihnen unangenehme Begleiterscheinungen und vereinfacht die Leerung in der großen Biotonne draußen. Folgende Kriterien sind empfehlenswert:

  • Größe: geringes Fassungsvermögen mit maximal 5 bis 10 Litern zwecks Vermeidung langer Aufbewahrung in der Küche
  • Deckel: verschließbarer Deckel, idealerweise als Klappdeckel mit integriertem Bio-Filter
  • Entleerung unterseits: zusätzlicher, versteckter Griff auf der Unterseite für die Ausleerung in der Bio-Tonne

Ein vorbildliches Produktbeispiel zum günstigen Preis ist der Bio-Mülleimer von Obi. Der Behälter verfügt über eine Sicherheitssperrvorrichtung am Griff. Erst wenn man den ergonomischen Tragegriff nach hinten kippt, lässt sich der Deckel öffnen. Dieser Deckel wird nur geöffnet, um den Biomüll einzufüllen. Um den Bio-Mülleimer kontaktlos zum Inhalt zu leeren, gibt es einen Griff auf der Unterseite.

Papiertüten statt Bio-Plastiktüten

Sogenannte “kompostierbare” Bio-Plastiktüten sind für Biomüll nicht geeignet. Das Material zersetzt sich nicht oder nur ansatzweise während der etwa dreiwöchigen Vergärung und Nachrotte. Aus diesem Grunde werden Bio-Plastiktüten von den Mitarbeitern der Verwertungsanlage vorab mühsam und in Handarbeit als Störstoff aussortiert. Dennoch geraten immer wieder Tüten in die Kompostieranlagen und beeinträchtigen die Qualität der hergestellten organischen Dünger. Lösung des Problems ist die Verwendung von Papiertüten, um Biomüll in der Küche zu sammeln.

Tipps

Für Waschbären ist die Biomüll-Tonne ein Schlaraffenland. Die cleveren Allesfresser brauchen nur Sekunden, um den Deckel zu öffnen, den Inhalt zu plündern und ein stinkendes Chaos zu hinterlassen. Mit einem abschließbaren Tonnendeckel machen Sie dem pelzigen Gesindel einen Strich durch die Rechnung. Eine Bio-Tonne der Kommune lässt sich mit dem nützlichen Deckel problemlos nachrüsten.

Biomüll richtig entsorgen – wie geht das?

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Größerer Biomüll sollte vor dem Wegwerfen zerkleinert werden


Die Trennung von Biomüll und Restabfall ist der erste Schritt auf dem Weg zur bestmöglichen Entsorgung im Einklang mit der Natur. Im zweiten Schritt kommt es darauf an, wie Sie Bioabfall behandeln. Zu den erlaubten Komponenten obiger Tabelle verdeutlichen folgende Tipps, wie Sie es richtig machen:

  • Essensreste, Fleisch, Knochen: in haushaltsüblicher Menge, gegebenenfalls eingewickelt in Küchen- oder Zeitungspapier
  • Obstschalen, Gemüsereste: keine ganzen Früchte, vorzugsweise zerkleinert
  • Getreideprodukte, Brot: unverpackt, ganze Brot-Laibe klein schneiden
  • abgelaufene Lebensmittel: ohne Verpackung
  • Kaffeesatz, Kaffeefilter, Kaffeepads: vorher antrocknen lassen
  • Gartenabfälle, Blumenerde: Pflanzen, Schnittblumen zerpflücken, verdichtete Blumenerde zerbröseln
  • Holz, Holzwolle, Sägespäne, Kleintierstreu: Holz häckseln, Holzwolle, Sägespäne auflockern
  • Papier ohne Farbendruck: als Bodenabdeckung, Einwickelmaterial oder Zwischenlage verwenden

Gehen Ihnen noch Fragen zur sachkundigen Biomüll-Entsorgung durch den Kopf? Dann werfen Sie bitte einen Blick auf die folgenden 5 Fragen und Antworten:

Biomüll ohne Tüte in die Tonne werfen – Geht das?

Biomüll lose in die Tonne zu werfen, wird sogar von Umweltschützern empfohlen. Idealerweise legen Sie den Vorsortierungsbehälter in der Küche aus mit Zeitungspapier oder Küchenpapier und sammeln ohne Tüte. Alternativ verwenden Sie Papiertüten, die Sie später in die große Bio-Tonne geben.

Darf Biomüll in den Restmüll?

Platzt die Bio-Tonne aus allen Nähten, dürfen Sie für organische Abfälle unbesorgt die Restmüll-Tonne nutzen. Diese Maßnahme ist fernerhin ratsam, wenn die Bio-Tonne bereits das zulässige Höchstgewicht erreicht hat und das Risiko besteht, dass der Biomüll nicht abgeholt wird.

Wann wird der Biomüll abgeholt?

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In den meisten Gemeinden wird die Biotonne einmal pro Woche abgeholt

Die Abfuhrtermine für Biomüll sind saisonal unterschiedlich. Vom Frühling bis zum Herbst findet in den meisten Kommunen eine wöchentliche Abfuhr statt. Wenn im Winter nur ein kleines Biomüll-Volumen anfällt, erfolgt die Leerung in Intervallen von 14 Tagen. Städte und Gemeinden veröffentlichen jedes Jahr einen Abfuhrkalender mit allen wichtigen Terminen, präzise abgestimmt auf jede Straße.

Wie kann man Biomüll selbst entsorgen?

In den meisten Regionen Deutschlands besteht die Option, Biomüll selbst bei den Verwertungsstellen abzugeben. So haben die Recyclinghöfe der mehrfach ausgezeichneten Berliner Stadtreinigung (BSR) nahezu jeden Tag geöffnet, um Bioabfall entgegenzunehmen. In der Regel fällt für diesen Service eine geringe Gebühr an.

Was passiert mit Biomüll?

Biomüll wird zur nächstgelegenen Kompostierungs- oder Biovergärungsanlage transportiert. Für die Kompostierung wird der Abfall zunächst vorsortiert und gesiebt. In der folgenden Rottephase sorgen hohe Temperaturen für eine beschleunigte Zersetzung und Abtötung von Keimen. Während einer mehrwöchigen Nachrotte entsteht wertvoller Humus, der abschließend für den Endverbraucher konfektioniert wird. Eine Biovergärungsanlage verwandelt Bioabfall in Biogas auf Erdgasniveau. Feste Gärreste dienen als Kompost, flüssige Reste kommen als Flüssigdünger in der Landwirtschaft zum Einsatz. Vorbildlich geschieht dies beispielsweise in der Biogasanlage der Berliner Stadtreinigung (BSR)

Maden im Biomüll – was tun?

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Maden im Biomüll entstehen, wenn Stubenfliegen, Fruchtfliegen der Schmeißfliegen ihre Eier darin ablegen. Innerhalb kurzer Zeit schlüpfen scharenweise kleine Würmer und der Abfall wird lebendig. Insbesondere in der warmen Jahreszeit kommt es im feucht-warmen Mikroklima der Bio-Tonne zu abstoßendem Würmerbefall. Mit einfachen Hausmitteln lösen Sie das Problem. So geht es:

  • Essig: 5 EL Essig in 1 l Wasser geben, mit einer Sprühflasche auf den Madenbefall sprühen
  • Kochsalz: auf den Würmer-verseuchten Biomüll streuen
  • Pfeffer: 4 EL Pfefferpulver in 1 l Wasser aufkochen und als natürliches Spritzmittel verwenden
  • Bleichmittel: 2 EL Bleichmittel (Sauerstoffbleiche) in 1 l heißes Wasser einrühren und sparsam auf Maden sprühen

Wenn Sie die Fliegen im Biomüll loswerden, können Sie einem Madenbefall wirksam vorbeugen. Mit einem Spezial-Madendeckel für die Bio-Tonne verwehren Sie üblen Schmeißfliegen den Zutritt. Ein im Deckel integrierter Bio-Filter verhindert einen ungefilterten Austausch von Außen- und Innenluft. Positiver Nebeneffekt: Infolge des verbesserten Mikroklimas kann sich im Biomüll auch kein Schimmel entwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Wie sollte man Biomüll aufbewahren bis zur Abholung?

Feuchtigkeit und Wärme sind Gift für den Biomüll. Schimmel und Maden breiten sich unter diesen Rahmenbedingungen explosionsartig aus. Entsorgen Sie keinen nassen organischen Abfall in der Bio-Tonne. Bei Bedarf umwickeln Sie feuchte Essensreste mit Zeitungspapier oder verwenden Papiertüten. Platzieren Sie die Bio-Abfalltonne idealerweise an einem schattigen, kühlen Standort.

Warum wurde der Biomüll nicht abgeholt?

In vielen Kommunen sind die Mitarbeiter der Stadtreinigung angewiesen, zur Kontrolle einen Blick in die Bio-Tonne zu werfen. Befindet sich unerlaubter Restmüll darin, bleibt die Tonne samt Inhalt stehen. Entfernen Sie die Fremdstoffe und stellen die Tonne zum nächsten Abfuhrtermin erneut an die Straße. Im Winter kann Bio-Abfall in der Tonne einfrieren und nicht ausgekippt werden. In diesem Fall befestigen die Mitarbeiter einen Hinweis am Behälter. Weitere Gründe sind eine zugeparkte Abholstelle, Überschreitung des maximalen Gewichts oder Terminverschiebung wegen eines Feiertags.

Welche Tüten eignen sich für Biomüll?

Wenn Sie Bioabfall in Tüten sammeln möchten, kommen einzig Papiertüten in Betracht. Plastikbeutel sind ebenso geeignet, wie sogenannte kompostierbare Bio-Plastiktüten. Obschon letztere sich früher oder später zersetzen, nimmt dieser Prozess viel zu lange in Anspruch für die Verwertung in einer Kompostierungsanlage oder für die Vergärung zu Biogas. Fernerhin zerfällt bioabbaubarer Werkstoff in Wasser, Kohlenstoffdioxid sowie Mineralien und verwandelt sich nicht in Humus.

Tipps

Eine Biomüll-Tonne im Vorgarten ist wahrlich keine Augenweide. Mit einfachen Mitteln können Sie den Standplatz des Behälters vor neugierigen Blicken verstecken und zugleich beschatten. Dekorative Sichtschutzpflanzen bilden eine grüne Wand um den Stellplatz. Ideale Kandidaten sind immergrüne Laubsträucher, wie pflegeleichter Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) und eleganter Buchsbaum (Buxus sempervirens). In die engere Wahl kommen schnittverträgliche Koniferen, wie Lebensbaum (Thuja) oder Eibe (Taxus baccata) sowie mannshohe Ziergräser, wie Bambus (Fargesia murielae).

Text: Paula Jansen

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