Ackerschachtelhalm – Heilkraut mit vielfältiger Anwendung

Bereits im Altertum galt Ackerschachtelhalm als wertvolle Heilpflanze. Eine besondere Bedeutung kam Schachtelhalm später in den Behandlungen von Sebastian Kneipp zu. Nachgewiesene Inhaltsstoffe wie Kieselsäure und sekundäre Pflanzenstoffe können auch nach heutigen Erkenntnissen erfolgreich Beschwerden lindern.

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Ackerschachtelhalm ist ein wahres Wundermittel

Welche Inhaltsstoffe enthält Ackerschachtelhalm?

Ackerschachtelhalm enthält neben mineralischen Bestandteilen wie Kieselsäure und Kalium auch sekundäre Pflanzenstoffe. Aufgrund seines hohen Gehalts an Kieselsäure, wurde die Heilpflanze früher oft zum Putzen von Silber verwendet und auch Zinnkraut genannt. Schachtelhalm enthält ebenfalls das Spurenelement Kalium. Daneben produziert die Heilpflanze wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die sogenannten Flavonoide, wie Kampferöl und Quercentin. Basische Stickstoffprodukte, die zur Gruppe der Alkaloide gehören, sind ebenfalls in geringen Mengen vorhanden. Mineralstoffe und Flavonoide sind sowohl in frischen Stängels als auch im getrocknetem Pulver vorhanden.

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Wie wirken diese Inhaltsstoffe?

Kieselsäure und Kalium im Ackerschachtelhalm unterstützen den Wasserhaushalt der Zellen und stärken die Zellstruktur. Für das Flavonoid Quercentin im Zinnkraut wurde eine oxidationshemmende Wirkung belegt. Der effektive Radikalfänger wirkt der Entstehung von Krebs entgegen. Kampferöl wird als auswurffördernd, lokal betäubend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und wassertreibend eingestuft. Das Öl sollte nicht über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen genommen werden. Verzichten Sie bei Schwangerschaft, Stillzeit und bei Herz- oder Nierenerkrankungen auf Ackerschachtelhalm.

Bei welchen Beschwerden kann ich Ackerschachtelhalm anwenden?

Aufgrund der verschiedenen Inhaltsstoffe hilft Ackerschachtelhalm bei vielen unterschiedlichen Beschwerden. Die Anwendungen von Zinnkraut umfassen:

  • Entzündungen von Blase und Harnwegen
  • Husten- und Atemwegsbeschwerden
  • Entzündungen von Haut, Schleimhaut oder Zahnfleisch
  • Knochen- und Gelenkbeschwerden wie Rhema und Osteoporose
  • Erkrankungen der Blutgefäße wie Krampfadern und Arteriosklerose
  • Kräftigung und Stärkung von Haut, Haaren und Fingernägeln
  • Milderung typischer Alterserscheinungen wie Falten und Cellulite

In den meisten Fällen wird Ackerschachtelhalm zu einem Aufguss verarbeitet und dann als Umschlag oder Sitzbad lokal angewendet. Für innere Anwendungen ist eine Zubereitung als Ackerschachtelhalm Tee sinnvoll.

Tipp

Die richtige Verarbeitung von Ackerschachtelhalm

Bei Behandlungen der Zelleigenschaften wie Stärkung von Haut, Haaren, Nägeln sowie Arterien ist die Kieselsäure der entscheidende Wirkstoff. Diese löst sich sehr langsam in Wasser. Deshalb sollten Sie die Angaben zur Herstellung eines Ackerschachtelhalm-Tees und die lange Kochzeit genau berücksichtigen. Flavonoide dagegen sind nicht unbegrenzt temperaturstabil. Deshalb darf ein Tee für Heilzwecke maximal 10 Minuten ziehen.

Text: Anja Loose
Artikelbild: Chamille White/Shutterstock