Schachtelhalm

Sicher erkennen: Zinnkraut oder giftiger Sumpfschachtelhalm?

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Zinnkraut und Sumpfschachtelhalm sind weit verbreitete Pflanzen, die auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen können. Doch trotz ihrer Ähnlichkeiten gibt es deutliche Unterschiede in ihren bevorzugten Standorten, ihrem Aussehen und ihrer Verwendung. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, um diese beiden faszinierenden Pflanzenarten sicher zu unterscheiden.

Unterschied Ackerschachtelkraut Sumpfschachtelhalm
Die Sporen des giftigen Sumpfschachtelkrauts sind eher grün

Standortunterschiede

Zinnkraut, auch Ackerschachtelhalm genannt, bevorzugt trockene Umgebungen wie Wiesen, Waldränder und -lichtungen. Er gedeiht auf nährstoffreichen, lehmigen Böden und ist bis zu -40 °C frosthart. Sumpfschachtelhalm hingegen fühlt sich in feuchten Lebensräumen wohl, darunter Sümpfe, Moore, See- und Flussufer sowie feuchte Wiesen. Obwohl beide Arten unterschiedliche Standortpräferenzen aufweisen, können sie gelegentlich auch in enger Nachbarschaft vorkommen.

Morphologische Unterschiede

Trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeit lassen sich Zinnkraut und Sumpfschachtelhalm anhand morphologischer Merkmale unterscheiden.

Stängelscheiden und Seitentriebe:

  • Zinnkraut: Die Stängelscheiden sind kürzer als das erste Segment der Seitentriebe, was der Pflanze ein feingliedriges Erscheinungsbild verleiht.
  • Sumpfschachtelhalm: Die Stängelscheiden sind länger als das erste Segment der Seitentriebe. Die Zähne der Spross-Scheiden weisen oft eine dunkle Färbung am Rand auf, umgeben von einem breiten, helleren Hautrand.

Besentest:

  • Zinnkraut: Wenn Sie den Stängel mit den Seitentrieben oberhalb der ersten Stängelscheide zusammendrücken und dann zerreißen, entsteht eine besenartige Struktur.
  • Sumpfschachtelhalm: Bei gleichem Vorgehen bleibt die zentrale Achse von den kürzeren Seitensprossen umgeben, ohne einen „Besen“ zu bilden.

Unterschiede in der Verwendung

Zinnkraut:

  • Naturheilkunde: Aufgrund seines hohen Kieselsäuregehalts findet Zinnkraut Anwendung bei Entzündungen der Harnwege, Nierenproblemen und zur Stärkung von Haaren, Nägeln und Bindegewebe.
  • Haushalt: Früher wurde Zinnkraut zum Reinigen und Polieren von Zinngeschirr verwendet, daher der Name.
  • Kosmetik: Zinnkraut-Extrakte werden in Kosmetikprodukten zur Hautglättung und Verbesserung der Haarstruktur eingesetzt.

Sumpfschachtelhalm:

Warnung: Der Sumpfschachtelhalm ist giftig und sollte daher nicht verwendet werden, insbesondere nicht in Eigenanwendungen in Küche, Naturheilkunde und Haushalt.

Giftigkeit des Sumpfschachtelhalms

Der Sumpfschachtelhalm enthält Palustrin und Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört und Stoffwechselstörungen hervorrufen kann. Seine Giftigkeit bleibt auch im getrockneten Zustand erhalten und stellt besonders für Weidetiere eine Gefahr dar.

Symptome einer Vergiftung:

  • Durchfall und Magen-Darm-Entzündungen
  • Muskelzittern und allgemeine Schwäche
  • Bei Tieren: Lähmungserscheinungen und Krämpfe, die tödlich enden können

Obwohl Vergiftungen beim Menschen selten sind, wird vom Verzehr des Sumpfschachtelhalms dringend abgeraten.

Vorsichtsmaßnahmen

Vorsichtsmaßnahmen

Eine korrekte Bestimmung schützt vor der Verwechslung von gefährlichen Pflanzenarten

  • Achten Sie auf eine korrekte Pflanzenbestimmung, um Verwechslungen zu vermeiden.
  • Seien Sie beim Sammeln von Wildkräutern besonders vorsichtig und informieren Sie sich über die Merkmale beider Pflanzenarten.
  • Schützen Sie Weidetiere vor dem Kontakt mit Sumpfschachtelhalm.
Bilder: Mantonature / iStockphoto