Knollenbegonien: Pflanzen und pflegen

Knollenbegonien machen ihrem Namen alle Ehre. Aus den dicken Rhizomen treiben im Frühjahr Blätter aus, die einen dichten Busch formen. Die Blütezeit beginnt früh. Die Dauerblüher erfreuen am geeigneten Standort und mit der richtigen Pflege bis in den Herbst.

knollenbegonien
Begonien sind beliebte Garten- und Balkonpflanzen

Herkunft

Die Gattung Begonia innerhalb der Familie der Schiefblattgewächse umfasst weltweit etwa 1.400 Arten, die in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens, Süd- und Mittelamerikas beheimatet sind. Knollenbegonien sind Zuchtformen verschiedener Arten dieser Gattung, die aus den Anden von Ecuador, Peru und Bolivien stammen. Die als Begonia x tuberhybrida bezeichneten Sorten werden als Hängebegonien (Begonia pendula) oder Duftbegonien (Begonia odorata) angeboten.

Wachstum

Knollenbegonien wachsen mehrjährig. Es sind krautige Pflanzen, die ein unterirdisches Rhizom als Überdauerungsorgan entwickeln. Ihre Wuchshöhe erstreckt sich zwischen 20 und 40 Zentimeter. Es gibt Arten, deren Triebe flach kriechend, hängend oder aufragend wachsen.

Blätter

Das Laub der Knollenbegonien ist asymmetrisch geformt. Die Blattspreite ist am Grund herzförmig und zur Spitze ausgezogen. Sie besitzt einen grob gesägten bis gezähnte Blattrand und eine erhabene Mittelrippe, von der zahlreiche Seitenadern abspreizen. Sie seitlich abgehenden Nerven verzweigen sich in kleinere Blattadern, die jeweils in einen Zahn des Blattrandes auslaufen. Die Blätter sind dunkelgrün gefärbt, derb ledrig und fleischig verdickt. Es gibt Sorten mit rötlich gefärbtem Laub.

Blüte

Knollenbegonien sind eingeschlechtlich. An einer Pflanze sitzen sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die bei ursprünglichen Formen ungefüllt sind. Neuere Züchtungen tragen dicht gefüllte männliche Blüten. Diese sind im Gegensatz zu den halbgefüllten weiblichen Blumen, bei denen im Zentrum Narben sichtbar sind, nicht fortpflanzungsfähig. Das Verhältnis von männlichen und weiblichen Blüten schwankt im Jahresverlauf in Abhängigkeit von der Witterung. Dadurch gibt es Zeiten, in denen die Pflanzen unterschiedlich viele gefüllte und halbgefüllte Blumen tragen.

So sind die Blüten der Wildarten aufgebaut:

  • gleich gestaltete Blütenhüllblätter
  • männliche Blüten mit zwei bis vier Blütenblätter
  • weibliche Blüten mit zwei bis fünf Blütenblätter

Blütezeit

Die krautigen Zierpflanzen erweisen sich als Dauerblüher, deren Blütenpracht im Mai beginnt und bis in den Oktober reicht. Manche Sorten blühen bis zu den ersten Frösten. Knollenbegonien erstrahlen in Weiß, Gelb und Orange, Rosa oder Rot.

Verwendung

Knollenbegonien werden häufig als einjährige Pflanzen gezogen. Sie zieren Blumenkästen auf Balkonen mit nördlicher Ausrichtung. Vorgezogene Pflanzen beginnen früh mit der Blütenentwicklung, sodass sie sich perfekt für den Saisonstart auf dem Balkon eignen. Sorten mit hängenden Trieben werden zur Bepflanzung von Blumenampeln genutzt. Sie schmücken Innenräume, Terrassen oder Hauseingänge.

Ihre Rhizome ermöglichen eine mehrjährige Kultivierung. Das macht die Pflanzen attraktiv für die Gestaltung von Blumenbeeten. Aufgrund ihrer Standortansprüche eignen sich Knollenbegonien zur Unterpflanzung von Sträuchern und Bäumen. Sie schmücken mit ihrer Blütenpracht Topfarrangements auf Dachterrassen und können zur Innenraumbegrünung genutzt oder im Wintergarten kultiviert werden.

Welcher Standort ist geeignet?

Die Begonia-Hybride gedeihen im Halbschatten und an schattigen Standorten. Sonnenstunden am Morgen oder Abend machen den Pflanzen nichts aus. Pralle Mittagssonne vertragen sie nicht, da die Blätter schnell in der Hitze der Sonne vertrocknen. Sie sollten den Wuchsort vor Wind und Regen schützen, da Triebe und Blüten schnell abbrechen oder beschädigt werden.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Der Boden sollte nährstoffreich sein und eine lockere Struktur gewährleisten, damit das Wasser gut ablaufen kann. Zur Verbesserung der Durchlässigkeit können Sie etwas Sand unter das Substrat mischen. Als Pflanzsubstrat eignet sich normale Blumenerde.

Knollenbegonien vermehren

Die einfachste Vervielfältigungsmethode ist die Vermehrung durch Teilung, die im Frühjahr kurz nach dem frischen Austrieb möglich aus. Graben Sie die Begonie aus und zerteilen Sie die Knolle in etwa acht Teilstücke. Achten Sie darauf, dass jedes Knollenstück ein Auge besitzt, damit es austreiben kann.

Zur besseren Sichtbarkeit der Augen können Sie das Rhizom mit einer weichen Bürste säubern. Sollte die Wurzel keine Triebaugen entwickelt haben, kann sie warm gelagert werden. Wenn sie anfängt zu knospen, können Sie die Teilstücke entsprechend zuschneiden. Die Teile werden einzeln in Töpfe mit durchlässigem Substrat gesetzt und gewässert.

Das sollten Sie beachten:

  • Messer vor dem Schneiden gründlich reinigen
  • Knollenstücke nach der Teilung antrocknen lassen
  • Schnittstellen mit Holzkohle bestäuben
  • überschüssiges Gießwasser aus dem Untersetzer wegschütten

Vorziehen

Knollenbegonien können ab Februar im Haus vorgezogen werden, damit sie früh in die Blütensaison starten. Die Rhizome keimen, wenn die Temperaturen nicht mehr unter zehn Grad Celsius fallen. Sie sollten vor dem Einpflanzen für 24 Stunden in lauwarmem Wasser gelagert werden, damit sie leicht aufquellen.

Bedecken Sie den Boden eines Pflanzgefäßes mit Tonscherben, Kieselsteinen oder Blähton, damit sich das Wasser nicht staut. Befüllen Sie den Topf zu drei Viertel mit Substrat. Setzen Sie das Rhizom auf die Erde, sodass die Wurzelseite mit der deutlich sichtbaren Vertiefung nach oben zeigt. Die Knollen sollten nur bis zur Hälfte im Substrat stecken. Befeuchten Sie das Substrat leicht.

Stellen Sie den Topf an einen Ort mit Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius. Ideal geeignet ist ein Standort im unbeheizten Wintergarten oder im Keller. Höher sollte das Thermometer nicht steigen, da sich die frischen Triebe an zu warmen Standorten weich und instabil entwickeln. Sobald die Pflanze etwa zwei bis vier Zentimeter hoch gewachsen ist und erste Blätter bildet, können Sie das Pflanzgefäß an einen helleren und wärmeren Ort stellen.

Pflege und Weiterkultur

Die Knolle darf nicht in nassem Substrat stehen. Besprühen Sie das Substrat zwei Mal wöchentlich mit Wasser und achten Sie darauf, dass das Rhizom keine Wassertropfen abbekommt. Eine durchsichtige Abdeckung verhindert ein Austrocknen. Diese muss täglich abgenommen werden, damit es nicht zur Schimmelbildung kommt. Während der Bewurzelung benötigt die Knolle kaum Wasser. Der Bedarf steigt, sobald die ersten Blätter zu sehen sind.

Ende April beginnt die Eingewöhnungsphase. Stellen Sie das Pflanzgefäß täglich für mehrere Stunden nach draußen an einen schattigen Platz. Die Temperaturen sollten bei mindestens 15 Grad Celsius liegen. Auf diese Weise wird die Knollenbegonie schrittweise abgehärtet und an die natürlichen Witterungsbedingungen angepasst. Am Abend holen Sie die Pflanze vorsorglich ins Innere, damit sie nicht durch Spätfröste geschädigt wird.
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Aussaat

Die Vermehrung über Samen erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Sie werden zwischen Dezember und Januar auf Anzuchtsubstrat gestreut und leicht befeuchtet. Damit die Samen keimen, werden Temperaturen zwischen 23 und 26 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Knollenbegonien sind Lichtkeimer. Daher erfolgt die Vermehrung mittels Samen unter Pflanzenlampen. Damit die Wärme das Substrat nicht austrocknet. werden Glashauben über die Pflanzgefäße gestülpt. Unter optimalen Bedingungen keimen die Samen nach zwei bis drei Wochen. Die Erfolgsquote ist nicht besonders hoch.

Sobald erste Triebe sichtbar sind, wird die Temperatur auf etwa 20 Grad Celsius verringert. Auch die Luftfeuchtigkeit muss gesenkt werden. Starke Sonneneinstrahlung schädigt die zarten Triebe und Blätter der Jungpflanzen. Bis die Pflanzen pikiert werden können, vergehen bis zu sieben Wochen. Erst dann ist eine Kultivierung bei etwa 15 Grad Celsius möglich.

Stecklinge

Schneiden Sie einige Blätter von einer kräftigen Pflanze ab und stecken Sie diese in ein befülltes Pflanzgefäß. Als Substrat eignet sich eine Mischung aus Blumenerde und Sand. Halten Sie das Substrat feucht, bis sich Wurzeln gebildet haben. Die Stecklinge können anschließend vereinzelt oder in kleine Gruppen gepflanzt werden.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Knollenbegonien werden im Mai ausgepflanzt, wenn die Gefahr von Spätfrösten vorüber ist. Die Eisheiligen dienen als Orientierung zum Auspflanzen. Nach diesem Termin können Sie Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse stehen lassen.

Der richtige Pflanzabstand

Achten Sie bei Gruppenpflanzungen auf die Wuchsbreite der jeweiligen Sorten. Einige Knollenbegonien wachsen ausladend. Sie benötigen einen Mindestabstand von 40 Zentimeter zum nächsten Nachbarn.

Knollenbegonien im Topf

Knollenbegonien einen sich ideal zur Bepflanzung von Balkonkästen, Blumenkübeln und Hängeampeln. Wenn Sie mehrere Wurzelknollen in einen breiten Balkonkasten setzen, sollten Sie auf einen Abstand von 20 Zentimeter zwischen den Pflanzen achten. So stehen sie nicht zu dicht und können sich gesund entwickeln.

Knollenbegonien gießen

Knollenbegonien mögen keine Staunässe, da sie schnell zur Wurzelfäule führt. Gesammeltes Wasser im Untersetzer sollte direkt abgegossen werden. Gießen Sie die Pflanzen sparsam. Kurze Trockenphasen bereiten ihnen keine Probleme. Achten Sie bei der Bewässerung darauf, dass die Blätter und Blüten kein Wasser abbekommen. Gegossen wird direkt an der Knolle.

Knollenbegonien richtig schneiden

Schnittmaßnahmen reduzieren sich bei Knollenbegonien auf ein Minimum. Wichtiger ist das regelmäßige Ausputzen verwelkter Blüten und Blätter. Diese Maßnahme unterstützt die Vitalität und regt zur neuen Blütenbildung an. Abgestorbene Pflanzenteile verfaulen schnell zwischen den dicht wachsenden Pflanzen, sodass sie anfälliger für Krankheiten werden. Wenn Sie die Knollen für die Überwinterung aus der Erde holen, schneiden Sie die verwelkten Pflanzenteile bis auf wenige Zentimeter ab.

Knollenbegonien richtig düngen

Damit die Blüten in voller Pracht erstrahlen, können Sie den Pflanzen regelmäßig Dünger verabreichen. Ein flüssiger Dünger für Balkonpflanzen ist ideal geeignet. Er wird alle 14 Tage über das Gießwasser zugeführt. Nach der Blütezeit wird die Düngegabe langsam reduziert.

Überwintern

Die Zierpflanzen sind nicht winterhart und sterben bereits bei Minustemperaturen knapp unter null Grad. Ab Ende September wird das Gießen und Düngen vollständig eingestellt, sodass die Erde trocknen kann. Holen Sie die Knollen aus dem Substrat und säubern Sie diese mit einer feinen Bürste. Legen Sie die Rhizome in eine mit Sand befüllte Kiste und stellen Sie diese an einen trockenen und frostfreien Ort mit Temperaturen zwischen fünf und sieben Grad Celsius. Die Knollen sollten dunkel lagern, damit sie nicht im Winter zum Keimen angeregt werden.
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Pilzbefall

Unter ungünstigen Bedingungen können Knollenbegonien von Pilzen befallen werden. Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Knollen nicht zu dicht stehen. Schlecht belüftete Pflanzenbestände erhöhen das Risiko eines Pilzbefalls. Auch ein zu warmer Standort kann dazu führen, dass sich Sporen ausbreiten.

Phytophthora

Unter zu nassen Bedingungen besteht die Gefahr, dass Feinwurzeln und Rhizome der Knollenbegonien faulen. An diesen Stellen siedeln sich Pilzsporen an, die oft im Substrat überdauern. Sie dringen mit ihrem Myzel in den Pflanzenorganismus ein und schwächen das Gewächs zusätzlich. In der Folge kann sich die Pflanze nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen, sodass die Blätter verwelken. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden, damit sich die Sporen nicht auf andere Pflanzen ausbreiten.

Echter Mehltau

Dieser Pilz ist in den Gärten häufig vertreten und vermehrt sich unter trockenen und warmen Bedingungen. Er verursacht einen mehligen Belag auf den Blattoberseiten, der sich leicht mit der Hand abwischen lässt. Breitet der Pilz sein Wurzelgeflecht weiter aus, verbraunen die Blätter vom Rand zur Mitte. Lichten Sie befallene Pflanzen aus. Hat sich der Pilz stark ausgebreitet, sollte die gesamte Pflanze entfernt werden.

Schädlinge

Geschwächte Pflanzen werden bevorzugt von Schädlingen befallen. Sie sollten die Pflanzen nicht überdüngen und ihnen optimale Standortbedingungen bieten, damit sie sich kräftig und gesund entwickeln können. Auszüge aus Pflanzenextrakten können die Vitalität unterstützen.

Blattläuse

Die wenige Millimeter großen Schädlinge überwintern im Eistadium an den Pflanzen und schlüpfen im Frühjahr. Die erste Generation wird ungeschlechtlich gebildet, sodass die Pflanze innerhalb kurzer Zeit von zahlreichen Tieren besetzt ist. Sie saugen den Pflanzensaft aus den Adern und hinterlassen klebrige Absonderungen auf den Blättern. Besprühen Sie die Pflanzen mit einem Gemisch aus Wasser und Spülmittel und streifen Sie die Schädlinge mit einem Tuch ab.

Thripse

Diese Schädlinge hinterlassen Verletzungen auf den Blättern, durch die Luft in die Gewebezellen eindringt. An diesen Stellen entwickeln sich silbrig bis weiß schimmernde Flecken. Ein starker Schädlingsbefall führt zu Wachstumsstörungen. Sie erkennen Einen Befall an braunen Kotkügelchen, die sich auf den Blättern ansammeln. Verkrüppelte Triebe können ein Anzeichen sein. Besprühen Sie die Blätter mit kalkfreiem Regenwasser und achten Sie darauf, dass die Luft nicht zu trocken ist. Neem-Öl hat sich als vorbeugendes Mittel erwiesen.

Dickmaulrüssler

Der Käfer legt seine Eier auf dem Substrat ab. Wenn die Larven schlüpfen, graben sie sich in das Substrat ein und fressen an den Wurzeln. Ausgewachsene Insekten fressen typische Muster in die Blätter. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und lassen sich bei Gefahr von der Pflanze fallen. Nematoden töten die Larven im Boden ab, während spezielle Fallen zum Fangen der Käfer eingesetzt werden.

Tipps

Wurde Ihre Knollenbegonie durch einen Sturm verwüstet, können Sie einzelne Blätter zur Bewurzelung in einen Topf pflanzen. Auch im Spätherbst ziehen Sie auf diese Weise schöne Pflanzen, die wochenlang auf dem Fensterbrett blühen.

Sorten

  • Crispa marginata: Blüht von Juni bis November. Blüten grell gelb und rein weiß mit roten Rändern.
  • Marmorata: Großblumige Sorte. Blüten rot-weiß marmoriert. Wuchshöhe zwischen 15 und 30 Zentimeter.
  • Cascade: Dauerblüher mit hängenden Trieben. Blüten weiß. Wächst 15 bis 30 Zentimeter hoch.

Text: Christine Riel
Artikelbild: V J Matthew/Shutterstock
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