Blattläuse bekämpfen – Hausmittel, Nützlinge und Vorbeugung

Blattläuse scheinen aus dem Nichts zu entstehen. Sie entwickeln sich in kurzer Zeit zur Plage und müssen mühsam bekämpft werden. Verschiedene Hausmittel und Nützlinge wirken gegen Blattläuse. Mit etwas Kenntnis über die Lebensweise können Sie einen Befall effektiv vorbeugen.

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Blattläuse lassen sich gut mit Hausmitteln bekämpfen

Das Wichtigste in Kürze

  • Blattläuse lassen sich gut mit Hausmitteln bekämpfen, wie: Spülmittellauge, Wasser-Öl-Gemisch, Spiritus, Milch, Brennnessel- oder Knoblauchsud
  • Auch Nützlinge lassen sich gegen Blattläuse einsetzen wie zum Beispiel Marienkäfer oder Schlupfwespen
  • Chemie ist beim Kampf gegen Blattläuse weder empfehlenswert noch notwendig
  • Blattläuse sind schwarz oder grün bis rötlichbraun, weiße Läuse sind Wollläuse

Wie kann man Blattläuse bekämpfen?

Blattläuse lassen sich effektiv mit Hausmitteln bekämpfen. Haben sich die lästigen Pflanzensauger bereits stark vermehrt, müssen Sie Geduld mitbringen. Daher ist es wichtig, möglichst früh zu handeln. Sie sollten Pflanzenschädlinge grundsätzlich ohne Chemie und auf biologisch-natürliche Weise bekämpfen, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Spülen Sie vor jeder Behandlung die gesamte Pflanze unter der Dusche ab, damit möglichst viele Blattläuse beseitigt werden.

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Exkurs

Atemluft vertreibt Blattläuse

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die ausgeatmete Luft ein besonderes Fluchtverhalten bei den Blattläusen auslöst. Damit sie nicht von pflanzenfressenden Säugetieren verspeist werden, lassen sich die Insekten zu Boden fallen. Dieses Verhalten ist nicht etwa an besondere Inhaltsstoffe der Atemluft gekoppelt. Blattläuse reagieren allgemein auf die Kombination von erhöhter Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wasserstrahl

Wenn sich der Befall noch im Anfangsstadium befindet, können Sie die Blattläuse durch Abbrausen oder Abduschen entfernen. Isolieren Sie betroffene Pflanzen, damit sich die Schädlinge nicht auf andere Zimmerpflanzen ausbreiten.

So gehen Sie vor:

  1. Substrat mit einer Plastiktüte schützen
  2. Pflanze in Dusche oder Badewanne stellen
  3. Wasserstrahl möglichst hart einstellen
  4. Triebspitzen, Blattunterseiten und Schlupfwinkel gründlich abspritzen
  5. Pflanze in den nächsten Tagen auf Blattläuse kontrollieren

Spülmittel

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Mit einer Seifenlauge lassen sich Blattläuse umweltfreundlich vertreiben

Mischen Sie einen Liter Wasser mit etwa zehn Milliliter ökologischem Spüli oder Kernseife. Sprühen Sie die Seifenlauge mit Hilfe eines Zerstäubers direkt auf die Blattlauskolonien. Das Gemisch hinterlässt einen Film, der die Schädlinge einschließt. Sie können sich nicht mehr bewegen und die Lösung blockiert die Atemwege der Blattläuse, sodass diese nach kurzer Zeit sterben.

Die Pflanze nimmt durch die Behandlung keinen Schaden. Allerdings sollten Sie das Gewächs anschließend gründlich mit klarem Wasser abspülen, damit keine Rückstände zurückbleiben. Spülmittel kann die Poren auf Blättern und Stängeln verschließen, sodass die Pflanzen nicht mehr atmen können.

Öl

Eine Wasser-Öl-Emulsion im Verhältnis 7:3 hat sich als effektives Bekämpfungsmittel gegen Blattläuse erwiesen. Die Schädlinge werden vom Ölfilm bedeckt und können keinen Sauerstoff mehr aufnehmen. Innerhalb kurzer Zeit verenden sie und können abgespült werden. Sie können die Methode bei Bedarf häufiger anwenden, damit auch die frisch geschlüpften Blattläuse keine Überlebenschance haben. Den Pflanzen schadet die Behandlung nicht.

Diese Substanzen eignen sich:

  • Rapsöl
  • Teebaumöl
  • Neemöl

Milch

Mischen Sie etwa 100 Milliliter Milch mit der doppelten Menge an Wasser und besprühen Sie die gesamte Pflanze mit dem Gemisch. Milch enthält Lecithin und sorgt nicht nur dafür, dass die Schädlinge vertrieben werden. Die Lösung verhindert die Sauerstoffzufuhr, sodass die Blattläuse schnell verenden. Wiederholen Sie die Behandlung alle zwei bis vier Tage.

Essig

Blattläuse reagieren auf Säure und flüchten, wenn das Milieu zu sauer wird. Essig tötet die Parasiten nicht ab, sondern wirkt vorbeugend gegen einen Blattlausbefall. Achten Sie darauf, Essig nur stark verdünnt anzuwenden. Eine zu hohe Säurekonzentration kann die Blätter schädigen.

Spiritus

Ein paar Tropfen Spiritus oder Alkohol können jeder beliebigen Lösung beigemischt werden. Die Substanzen hinterlassen keine Rückstände, da sie vollständig verfliegen. Bei dieser Verdunstung entsteht Kälte, welche die Blattläuse nicht überleben. Die Pflanzen tragen keinen Schaden davon.

Knoblauch und Brennnesselsud

Es gibt eine Reihe von pflanzlichen Duftstoffen, welche Blattläuse nicht mögen. Dazu gehören Extrakte aus Brennnessel und Knoblauch. Beide Pflanzen sind reich an ätherischen Ölen und wirken vorbeugend gegen einen Blattlausbefall. Stecken Sie eine Knoblauchzehe in die Erde oder gießen Sie die Pflanzen regelmäßig mit einem Ansatz aus Brennnesselblättern. Dieser stickstoffhaltige Naturdünger stärkt gleichzeitig den Pflanzenorganismus.

Weitere wirkungsvolle Pflanzenteile:

  • Rainfarn-Blüten
  • Rhabarber-Blätter
  • Blätter des Griechischen Oregano
  • Adlerfarn-Blätter
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Schwarzer Tee, Kaffee und Cola

Genussmittel eignen sich hervorragend, um die Plage in den Griff zu bekommen. Ein gut durchgezogener Ansatz vom schwarzem Tee oder frisch gebrühter Kaffee sorgen dafür, dass die Schädlinge abgetötet werden. Der hohe Koffeingehalt wirkt toxisch, sodass die Insekten einen Herzinfarkt erleiden. Gleichermaßen erfolgreich ist eine Spritzung mit Cola. Blattläuse vertragen den darin enthaltenen Zucker nicht.

Bekämpfung mit Chemie?

Monokulturen prägen das Bild von Ackerflächen, weswegen sich hier Blattläuse ungehindert und massenhaft ausbreiten können. Um den Befall einzudämmen, müssen die Landwirte zu chemischen Mitteln greifen. Diese dringen in die Pflanze ein und verteilen sich mit dem Pflanzensaft im Organismus. Saugen Blattläuse den Pflanzensaft, nehmen sie das Gift auf und sterben. Die Wirkung solcher Insektizide hält über mehrere Wochen an.

Nachteile chemischer Mittel:

  • hohe Umwelt- und Gewässerbelastung
  • Nützlinge werden ebenfalls gefährdet
  • Giftrückstände werden verzehrt und beeinträchtigen die Gesundheit
  • helfen nur kurzfristig gegen Blattläuse

Wirksame Nützlinge

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Marienkäfer haben Blattläuse zum Fressen gern

Es gibt auch für großflächige Blattlausplagen unbedenkliche Alternativen. Zahlreiche Nützlinge machen Jagd auf Blattläuse. Einige leben parasitisch und haben sich auf die Insekten spezialisiert. Wichtige Nützlinge sind Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen, Gallmücken und Spinnenlarven.

Ohrwürmer

Wenn ein Baum oder Strauch von Blattläusen befallen ist, können Sie mit einfachen Mitteln Ohrwürmer anlocken. Füllen Sie einen Tontopf mit Holzwolle und verschließen Sie die Öffnung mit Drahtgitter. Diese Behausung wird mit der Öffnung nach unten in den betroffenen Baum gehangen. Hier finden hunderte von Ohrwürmern einen Unterschlupf. Bei Dämmerung schwärmen sie aus und gehen auf die Jagd nach Blattläusen.

Schlupfwespen

Schlupfwespen (14,59€ bei Amazon*) gehören zu den wichtigsten Feinden der Blattläuse. Ein Weibchen kann bis zu 500 Blattläuse parasitieren. Sie dringt mit ihrem Legestachel in die lebende Blattlaus ein und legt dort ihre Eier ab. Die Larven wachsen in der Blattlaus heran und fressen diese von Innen auf. Zurück bleibt die leere Hülle der Blattlaus. Schlupfwespen sind in der Lage, vereinzelte Blattläuse aufzuspüren. Das macht sie zu einem effektiven Bekämpfungsmittel, das auch bei einem gestreuten Auftreten der Blattläuse wirkt.

 wissenschaftlicher Namespezialisierte Schlupfwespe
ErbsenlausAcyrthosiphon pisumPraon volucre
Große HimbeerlausAmphorophora idaeiPraon volucre
MalvenlausAcyrthosiphon malvaePraon volucre
Grünfleckige KartoffelblattlausAulacorthum solaniEphedrus cerasicola
KartoffellausMacrosiphum euphorbiaeAphidius matricariae
Große RosenblattlausMacrosiphum rosaeAphidius ervi

Blattläuse erkennen

Blattläuse stellen eine Überfamilie innerhalb der Pflanzenläuse dar. Sie sind mit 650 verschiedenen Arten die größte Gruppe von Pflanzenläusen. Neben Schnecken zählen diese Insekten zu den häufigsten Schädlingen, die an Zier- und Nutzpflanzen auftreten. Die Insekten werden nur wenige Millimeter groß und können je nach Art unterschiedlich gefärbt sein. Sie leben in großen Kolonien oder in kleineren Gruppen auf den Wirtspflanzen, wo sie überwiegend junge Blätter und noch weiche Triebe besiedeln.

Steckbrief und Arten

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Die schwarze Bohnenlaus befällt vor allem Bohnen und Kartoffeln

Blattläuse sind zwar klein, können aber mit bloßem Auge erkannt werden. Männliche und weibliche Insekten unterscheiden sich äußerlich nicht voneinander. Allerdings werden überwiegend Weibchen produziert. Das bedeutet, dass sich die genetische Ausstattung über Generationen hindurch nicht verändert. Somit ist der Fortbestand einer Blattlauspopulation stark von den Umweltfaktoren abhängig. Blattläuse kommen natürlicherweise in Wäldern und auf Wiesen vor. Sie leben in Blumenbeeten und werden von natürlichen Fressfeinden in Schach gehalten.

  • Größe: 1-7 mm
  • Färbung: grün bis rötlich-braun und schwarz
  • Alter: 2 bis 6 Wochen
  • Verbreitung: weltweit
 GruppeWirtspflanzenwissenschaftlich
Schwarze Bohnenlausschwarze BlattläuseBohnen, Kartoffeln, Rüben, SpringkräuterAphis fabae
Grüne Pfirsichblattlausschwarze und grüne BlattläuseKreuzblütler, verschiedene Gemüsepflanzen, KräuterMyzus persicae
Oleander-Blattlausgelbe BlattläuseOleander. Seidenblumen, WachsblumenAphis nerii
Apfelblutlausbraune BlattläuseApfel, Birne, QuitteEriosoma lanigerum

Weiße Blattläuse?

Wenn Sie weiß gefärbte Schädlinge auf den Blättern von Zimmerpflanzen entdecken, handelt es sich nicht um Blattläuse. Meist stecken Wollläuse dahinter, die auch als Schmier- oder Wurzelläuse bezeichnet werden. Diese Insekten scheiden eine wachsartige Substanz aus, unter der sie sich schützen. Bei einem Befall sind die Schädlinge als kleine weiße Wattebäusche erkennbar.

Rote Blattläuse?

Hinter den knallrot gefärbten Pflanzenschädlingen verbirgt sich die Obstbaumspinnmilbe. Sie richtet teilweise große Schäden an Johannisbeere, Birne, Apfel, Stachelbeere oder Pflaume an. Die Art besiedelt auch Weinreben, an deren frisch austreibenden Blättern sie den Pflanzensaft saugen.

Welchen Schaden richten Blattläuse an?

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Blattläuse können an der Pflanze erheblichen Schaden anrichten

Ein Befall durch Blattläuse kann die Pflanze stark schwächen. Ein weitaus größeres Problem stellen allerdings die Absonderungen dar, denn diese locken Wespen, Honigbienen und andere Tiere an. Ameisen leben häufig in einer Wechselbeziehung mit Blattläusen. Sie schützen die Kolonien vor Fressfeinden und helfen bei der weiteren Ausbreitung der Blattläuse. Im Gegenzug profitieren Ameisen vom zuckerhaltigen Honigtau. Sie können die Blattläuse gezielt melken.

Nebeneffekte:

  • durch Saugtätigkeit entstehen Ernteausfälle oder Ertragsverlust
  • Blattläuse sind wichtige Überträger von Viruserkrankungen
  • Honigtau als Nährboden für Schwärzepilze und Nahrungsquelle

Lebensweise

Blattläuse verfügen über einen Saugrüssel, mit dem sie in weiches Pflanzengewebe eindringen und den zuckerhaltigen Saft aussaugen. Da sie nur einen geringen Eiweißanteil zum Überleben benötigen, scheiden sie den Großteil wieder aus. Diese Absonderungen werden als Honigtau bezeichnet und bedecken die Wirtspflanze als klebriger Film.

Fortpflanzung

Dass Blattläuse so zahlreich auftreten, hängt mit ihrem Generationswechsel zusammen. Bei den meisten Arten kommt es selten zu einer geschlechtlichen Generation mit Männchen und Weibchen. Blattläuse vermehren sich überwiegend ungeschlechtlich mittels Jungfernzeugung. In diesen Generationen werden ausschließlich Weibchen produziert. Es gibt Blattlausarten, bei denen die geschlechtliche Generation vollständig weggefallen ist.

Geflügelte und ungeflügelte Generationen

Wenn es zur Paarung kommt, legen die Weibchen Eier ab. Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung werden die Nachkommen lebend gebärt. Die Larven durchlaufen in der Regel vier Nymphenstadien, aus denen ungeflügelte oder geflügelte Insekten entstehen können. Ob die Tiere Flügel entwickeln, hängt von den Umweltbedingungen ab.

So entstehen geflügelte Blattläuse:

  • bei Überbevölkerung der Wirtspflanze
  • durch Pheromone
  • bei drohender Gefahr durch Fressfeinde
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Blattläuse können Flügel ausbilden

Betroffene Pflanzen

Besonders spezialisiert sind Blattläuse nicht. Sie besiedeln sowohl Fruchtstauden wie Erdbeeren als auch Paprikapflanzen, Salat oder Gurkenpflanzen. Die Schädlinge machen keinen Halt vor Pflanzen im Garten, Gewächshaus oder Terrarium und befallen Bambus, Rosen, Sonnenblumen und Efeu. Selbst Bäume wie Linde oder Buche sind nicht vor Blattläusen sicher. Besonders beliebt sind Pflanzen mit kohlenhydratreichen Pflanzensäften.

Diese Pflanzen sind besonders betroffen:

  • Obstbäume: Apfelbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum
  • Fruchtsträucher: Holunder, Himbeeren, Johannisbeeren
  • Gemüse: Tomaten, Paprika, Gurken, Bohnen, Chili
  • Kräuter: Petersilie, Dill, Minze, Basilikum
  • Zimmerpflanzen: Oleander, Orchideen, Bonsai
  • Zier- und Balkonpflanzen: Geranien, Dahlien, Hortensien, Petunien, Lupinen, Clematis

Woher kommen Blattläuse?

Häufig scheinen die lästigen Schädlinge aus dem Nichts zu entstehen. Doch aufgrund der speziellen Lebensweise der Blattläuse sind sie in der Lage, sich durch unterschiedliche Elemente auszubreiten. Wer nicht aufpasst, holt sich die Plagegeister unbemerkt ins Haus.

Blattläuse im Garten

Die saugenden Schädlinge schlüpfen im Frühjahr aus den Eiern, die an verschiedenen Zier- und Nutzpflanzen im Garten überwintern. Blattläuse legen sehr frostbeständige Eier. Einige Arten können als ausgewachsenes Insekt an der Wirtspflanze überwintern.

Die erste Generation im Jahr besteht meist aus Weibchen, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen. Ihre Nachkommen können sich bereits nach zehn Tagen vermehren und die Kolonie um ein vielfaches vergrößern. Auf diese Weise können pro Jahr bis zu 40 Generationen gebildet werden. Im Herbst werden normalerweise Männchen und Weibchen produziert, damit die nächsten Nachkommen als Ei überwintern können.

Blattläuse an Zimmerpflanzen

Obwohl einige Generationen fliegen können, werden Zimmerpflanzen in der Regel nicht durch befallene Pflanzen im Garten infiziert. Häufig befinden sich Blattlauseier in der Blumenerde. Beim nächsten Umtopfen können die frisch geschlüpften Larven auf die Pflanze wandern und sich dort massenhaft ausbreiten. Nicht selten sind Pflanzen aus Baumarkt oder Supermarkt bereits durch Blattläuse befallen, die nach dem Kauf mit nach Hause geschleppt werden.

Tipps

Nehmen Sie die Pflanze vor dem Kauf genau unter die Lupe. Häufig verbergen sich die Schädlinge in Blattachseln oder auf den Blattunterseiten.

Einen Befall vorbeugen

Achten Sie beim Kauf von Pflanzenerde auf hochwertige Produkte. Billige Blumenerde ist meist kontaminiert und sollte vor der Nutzung im Ofen sterilisiert werden. Blattläuse mögen trockene Luftbedingungen und warme Temperaturen, weswegen sie Zimmerpflanzen häufig im Winter befallen. Sorgen Sie vor allem im Winter für eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit sich die Schädlinge nicht wohlfühlen. Eine Überdüngung schwächt die Pflanze und macht sie anfälliger für einen Blattlausbefall. Zu viel Stickstoff erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Befalls. Bei Obstbäumen haben sich Austriebspritzungen als erfolgreich erwiesen.

  • Lavendel oder Bohnenkraut zwischen Nutzpflanzen setzen
  • Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer fördern
  • Kaliumdüngung stärkt die Zellwände

Richtig düngen

Wenn Sie mit ungeeigneten Mitteln oder in zu großen Mengen düngen, wachsen Pflanzen zu schnell und entwickeln dünne und schwache Triebe. Hier haben Blattläuse gute Möglichkeiten, um an den begehrten Pflanzensaft zu kommen. Wird eine Pflanze immer wieder von Blattläusen befallen, deutet das auf eine übermäßige Anreicherung von Zucker in den Zellen hin. Der Saftstrom ist durch eine falsche Ernährung gestört.

Mit der richtigen Düngung stärken Sie Ihre Pflanzen und beugen einen Blattlausbefall vor. Ausgereifter Kompost bietet den Pflanzen alle wichtigen Nährstoffe. Da Kompost den pH-Wert des Bodens verändert, ist das Substrat weniger für kalkempfindliche Pflanzen geeignet. Düngen Sie Rhododendren und andere sensible Gewächse mit Hornspänen.(6,39€ bei Amazon*) Diese wirken als Langzeitdünger und versorgen die Pflanzen mit Stickstoff.

Optimale Standortbedingungen gewährleisten

Gesunde Pflanzen entwickeln von Natur aus Abwehrmechanismen, damit sie nicht von Schädlingen befallen werden. Für ein gesundes Wachstum ist der Standort von großer Bedeutung. Achten Sie bereits beim Anlegen eines Zier- und Nutzgartens auf eine geeignete Auswahl von Pflanzen, die an den jeweiligen Standort angepasst sind.

Um den Säuregehalt des Bodens festzustellen, können Sie einen pH-Schnelltest anwenden. Sollte der Boden zu kalkhaltig sein, können Sie diesen mit einem ammoniakhaltigen Dünger, Eisensulfat oder Schwefel verbessern. Mit einer Kalkdüngung erhöhen Sie den pH-Wert von sauren Böden.

Tipps für verschiedenartige Lebensräume:

  • Obstgehölze und Stauden schaffen schattige Bereiche
  • Rindenmulch und Sand lockert den Boden auf
  • Erdwälle und Schutthügel gewährleisten warme Standorte

Vielfalt statt Einheit

Blattläuse treten als Schwächeparasiten auf. Sie befallen zuerst Pflanzen, die krank oder geschwächt sind. Bevor mit der Schädlingsbekämpfung begonnen wird, muss das biologische Gleichgewicht hergestellt werden. Ansonsten kommt es nach der erfolgreichen Bekämpfung schnell wieder zu einer Ausbreitung der Blattläuse. Wählen Sie robuste und widerstandsfähige Sorten und verzichten sie auf überzüchtete Sorten, die sich unter suboptimalen Bedingungen kaum behaupten können. Achten Sie auf Mischkulturen und bepflanzen Sie ein Beet mit wechselnden Gemüsesorten, damit der Boden nicht einseitig belastet wird.

Blattläuse im Naturgarten

Die Natur hält sich selbst im Gleichgewicht. Wenn es einen Überschuss an Pflanzenschädlingen gibt, vergrößern sich auch die Populationen der schädlingsfressenden Nützlinge. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Mensch möglichst wenig eingreift. Monokulturen und klar strukturiere Gartenanlagen verringern die Artenvielfalt im Garten. Hier finden viele wichtige Lebewesen keinen idealen Lebensraum. Pflanzenschädlinge, die sich in warmen und trockenen Mikroklimaten wohlfühlen, können sich problemlos vermehren.

Im naturnahen Garten gibt es genügend Gegenspieler, welche die Blattlauspopulationen eindämmen. Selbst auf dem Balkon können Sie für eine erhöhte Artenvielfalt sorgen.

Artenreiche Bepflanzung

Blattläuse bevorzugen die Farbe Gelb. Eine naturnahe Bepflanzung erweist sich als farbenfrohe Kulisse, die zahlreiche Nischen und Lebensräume für verschiedene nützliche Insekten bietet. Nicht nur die Insekten profitieren von einem artenreichen Garten. Setzen Sie verschiedene Kräuter wie Minze, Dill, Koriander oder Fenchel ins Freiland oder in Balkonkästen.(99,18€ bei Amazon*) Auch Knoblauch ist ein bewährtes Küchenkraut, dass Schädlinge vertreibt und Nützlinge fördert. Diese Kräuter bereichern auch Ihren Speiseplan.

Was Nützlinge bevorzugen:

Insektenhotels und Totholz

Damit sich die Nützlinge dauerhaft im Garten ansiedeln können, ist ein Rückzugsort von großer Bedeutung. Viele Insekten überwintern in geschützten Bereichen. Das können hohle Stängel von abgestorbenen Stauden oder kleine Spalte unter der Rinde toter Bäume sein. Bieten Sie den Nützlingen Totholzhaufen und lassen Sie abgestorbene Stauden über den Winter stehen. Insektenhotels stellen eine Alternative dar, die Sie auch auf dem Balkon nutzen können.

Tipps

Wenn Sie dennoch von Blattläusen geplagt werden, sollten Sie Schlupfwespen ansiedeln. Im Fachhandel gibt es Kärtchen, die mit Eiern bestückt sind. Schlupfwespen leben parasitisch und haben sich auf Blattläuse spezialisiert.

Häufig gestellte Fragen

Hilft Spülmittel gegen Blattläuse?

Spüli ist ein altbewährtes Hausmittel, das effektiv gegen Blattläuse wirkt. Spritzen Sie einige Tropfen ökologisches Spülmittel in einen Liter Wasser und besprühen Sie die Pflanze mit Hilfe eines Zerstäubers. Die Blattläuse sollten vollständig benetzt sein. Sie können die Methode bei Bedarf mehrmals wiederholen. Achten Sie darauf, dass keine Rückstände in die Blumenerde gelangen. Um sicherzugehen, können Sie den Topf in eine Plastiktüte stellen und diese zubinden. Nach dem Spritzen sollte die Pflanze gründlich abgespült werden.

Was tun bei Blattläusen an Rosen?

Eine Lösung mit Seife, Neemöl oder Spülmittel hilft auch bei einem Blattlausbefall an Rosen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass die Mittel keine synthetischen Verbindungen oder Duftstoffe beinhalten, denn Rosen vertragen diese Inhaltsstoffe nicht. Die wertvolle Wachsschicht auf den Blättern, die vor übermäßiger Verdunstung schützt, kann sich auflösen. In der Folge werden die Sträucher geschwächt und sind anfälliger für Pilzerkrankungen. Wenden Sie das Mittel täglich an. Bei einem starken Befall können Sie Ihre Rosen zwei Mal am Tag besprühen.

Sind Blattläuse für den Menschen gefährlich?

Es besteht kein Grund zur Sorge, denn Blattläuse sind völlig ungefährlich für den Menschen. Zwar gelten sie als Krankheitsüberträger, allerdings können sie nur Viren zwischen verschiedenen Wirtspflanzen übertragen. Für Haustiere stellen Blattläuse lediglich eine zusätzliche Proteinquelle dar.

Welchen Schaden können Blattläuse anrichten?

Die Schädlinge saugen Pflanzensaft aus jungen Blättern und Trieben. Normalerweise schadet das der Pflanze nicht. Die Schadwirkung ist auf die ästhetische Ebene begrenzt. Allerdings kann es durch Blattlauskolonien auf der Pflanze zu Folgewirkungen kommen. Die Absonderungen der Insekten bieten einen idealen Nährboden für Pilze und gelegentlich infizieren Blattläuse Zimmerpflanzen mit Viruserkrankungen. In der Landwirtschaft muss in Jahren mit epidemieartiger Vermehrung der Schädlinge mit hohen Ernteausfällen gerechnet werden.

Typische Viruserkrankungen:

  • Strichelkrankheit an Kartoffeln
  • Gerstengelbverzwergungsvirus an Weizen und Gerste

Wie hoch ist die Lebenserwartung einer Blattlaus?

Das Alter der Insekten hängt von verschiedenen Umweltfaktoren und dem Nahrungsangebot ab. Sie bevorzugen ein trockenes und warmes Mikroklima und kohlenhydratreiche Pflanzensäfte. Unter optimalen Bedingungen kann eine Blattlaus bis zu sechs Wochen überleben. Normalerweise liegt ihre Lebenserwartung bei etwa zwei bis vier Wochen.

Wieso vermehren sich Blattläuse so massenhaft?

Blattläuse vermehren sich überwiegend ungeschlechtlich. Die meisten Arten produzieren vor dem Wintereinbruch männliche und weibliche Insekten, die sich verpaaren. Die Eier sind frostbeständig und überwintern bis zum nächsten Frühjahr. Aus ihnen schlüpfen Weibchen, die sich im Laufe des Jahres ungeschlechtlich vermehren. Auf diese Weise können pro Jahr bis zu 40 Generationen entstehen, die lebend gebärt werden. Pro Tag kann ein Weibchen bis zu fünf Jungtiere zur Welt bringen. Diese sind genetisch identisch mit der Mutter.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Tiplyashina Evgeniya/Shutterstock, vvoe/Shutterstock, Joseph Calev/Shutterstock, Tomasz Klejdysz/Shutterstock, Smit/Shutterstock, HHelene/Shutterstock

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