Florfliegen: Die schönen Nützlinge

Florfliegen sind vielen Hobbygärtnern ein Begriff, da die Insekten in der natürlichen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Die Tiere haben allerdings viele Geheimnisse. Ihr Lebenszyklus ist gleichermaßen spannend wie ihr Nahrungsspektrum. Florfliegen sind keineswegs langweilig, denn sie haben sogar spezielle Kommunikationstechniken entwickelt.

Goldauge
Florfliegen werden im biologischen Kampf gegen Blattläuse eingesetzt

Das Wichtigste in Kürze

  • Florfliegen sind hilfreiche Nützlinge im Garten, denn sie saugen Blattläuse aus
  • Daher werden Florfliegen vierlerorts gezüchtet oder mithilfe von Insektenhotels oder Nistkästen angelockt
  • Florfliegen sind in der Lage, Menschen zu beißen, tun dies jedoch äußerst selten
  • Aufgrund ihrer Nützlichkeit ist aber von einer Bekämpfung in jedem Fall abzusehen

Nützlinge oder schädlich?

Sowohl in der Land- als auch in der Forstwirtschaft gelten Florfliegen als Nützlinge. Sie werden wegen ihrer Bedeutung in der biologischen Schädlingsbekämpfung in großer Zahl gezüchtet. Die Larven der Florfliegen helfen gegen Blattläuse, denn sie ernähren sich hauptsächlich von den Pflanzenschädlingen und werden daher als Blattlauslöwen bezeichnet. Sie sind jedoch nicht wählerisch und gehen auf die Jagd nach Spinnmilben, Schmierläusen, Thripsen, Weißen Fliegen oder anderen Kleininsekten.

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Sind Florfliegen gefährlich?

Larven besitzen zangenartige Mundwerkzeuge, mit denen sie ihre Beute greifen. Es gibt Beobachtungen, dass die Larven auch Menschen beißen. An der Stichstelle kann es zu Juckreiz und Entzündungen kommen. Warum die Tiere Jagd auf Menschen machen, ist bisher ungeklärt. Forscher vermuten, dass die Larven in lang anhaltenden Trockenperioden unter Nahrungsmangel leiden und ihr Beuteschema ausweiten. Möglich sind auch Bisse als Folge von Abwehrreaktionen.

Die meisten Florfliegenarten legen im adulten Stadium keine räuberische Lebensweise mehr an den Tag. Es gibt keine Hinweise, dass Menschen in der Vergangenheit von ausgewachsenen Florfliegen gestochen wurden. Ihre Mundwerkzeuge dienen dazu, in pflanzliches Gewebe zu stechen und den Saft auszusaugen. Es bringt ihnen keinen Nutzen, wenn sie in die menschliche Haut stechen. Florfliegen sind nicht giftig und daher als harmlos einzustufen.

Verbreitung und Lebensraum

Florfliegen kommen weltweit vor. Die Gemeine Florfliege tritt sowohl im Flachland als auch in höheren Lagen auf. Vom Frühling bis zum Herbst lebt sie in der niedrigen Vegetation offener Felder und Fluren. Sie bevorzugt Lebensräume mit artenreichem Pflanzenbewuchs. Alte Laubgehölze dienen als Überwinterungsquartier.

In Haus und Wohnung

Wenn der Winter vor der Tür steht, suchen Florfliegen geeignete Spalten zum Überwintern auf. Dadurch gelangen sie in Wohnungen und Häuser. Während der kalten Jahreszeit kann es vorkommen, dass die Tiere durch Lichtquellen gestört werden. Nach kurzen Flügen in der Wohnung verkriechen sich die Tiere schnell wieder in ihr Versteck.

Nahrung

Die Mehrzahl aller Florfliegen ernährt sich im ausgewachsenen Stadium von Nektar, Pollen und Honigtau. Fast alle Larven leben räuberisch wie auch die Arten der Gattung Chrysopa. Sie gehen auf die Jagd nach kleineren Insekten wie Blattläuse oder Milben. Herrscht Nahrungsmangel, machen die Larven Jagd auf größere Organismen wie Marienkäferlarven. Auch Artgenossen werden dann nicht verschont.

Larven fressen große Mengen an Insekten, wobei über die genaue Anzahl unterschiedliche Informationen vorliegen. Diese reichen von 150 Insekten innerhalb einer Entwicklung bis zu 100 Beutetieren pro Tag.

Steckbrief

Florfliegen sind eine Familie innerhalb der Netzflügler, die auch als Goldaugen bezeichnet werden. Diesen Beinamen erhielten die Arten wegen dem metallisch-bronzefarbenen Glanz der Facettenaugen einiger Arten. Es gibt insgesamt rund 2.000 verschiedene Arten, von denen 70 in Europa vorkommen. In Mitteleuropa gelten 35 Arten als heimisch. Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) ist die bekannteste Art. Benannt wurde die Familie nach dem netzartigen Flügelmuster, das auch als Flor bezeichnet wird.

Exkurs

Ein Blick in die Taxonomie

Genaugenommen stellt Chrysoperla carnea keine einzelne Art sondern ein komplettes Aggregat aus mehreren Kleinarten dar. Zu dieser Auffassung kamen Forscher aufgrund der Werbegesänge, welche die Insekten zur Paarungszeit mit ihren Hinterleibern erzeugen. Allerdings ist die genaue Identifikation der Arten äußerst schwierig, denn die Werbegesänge scheinen sich teilweise auch zwischen gleich aussehenden Individuen zu unterscheiden.

Merkmale

Das auffälligste Merkmal der Florfliegen, welches alle Netzflügler auszeichnet, sind die nach unten gebogenen Flügel. Sie haben keinen verbreiterten Halsschild. Dieses Vorderleibssegment biegt sich bei Florfliegen seitlich bis zu den Vorderbeinen. Von anderen Netzflüglern unterscheiden sich Florfliegen durch die Musterung der durchsichtigen Flügel. Selten sind die Flügel gefleckt oder mit einer Zeichnung versehen. Mitteleuropäische Arten sind überwiegend grün oder bräunlich gefärbt. Sie unterscheiden sich durch ihre Kopfzeichnungen.

Flügelspannweite von Florfliegen:

  • mitteleuropäische Arten: sechs bis 35 Millimeter
  • tropische Arten: mehr als 65 Millimeter
florfliege

Die Florfliege ist ein sehr schönes, filigranes Insekt

Larven

Florfliegenlarven haben einen langgestreckten Körper, dessen Seiten von schwach ausgebildeten Höckern besetzt sind. Es gibt einige Arten, deren Larven einen gedrungenen Körper haben und mit hakenförmigen Borsten ausgestattet sind. Diese Behaarung dient der Tarnung, indem verschiedene Materialien oder Beutereste daran haften bleiben.

Lebensweise und Entwicklung

Florfliegen sind während der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Sie können mit Artgenossen kommunizieren, indem sie ihren Hinterleib in Vibrationen versetzen. Dieser berührt dabei einen Untergrund, der in den meisten Fällen ein Blatt darstellt. Arten der Gattung Chrysopa reagieren auf Ultraschall, indem sie ihre Flügel an den Körper legen und zu Boden fallen. Dieses Verhalten ist ein Schutz vor natürlichen Feinden wie Fledermäusen, die ihre Beute durch Ultraschall wahrnehmen.

Eiablage

Weibchen legen ihre Eier einzeln auf bis zu zehn Millimeter langen Stielen ab. Auf diese Weise kann ein Weibchen zwischen 100 und 900 Eier an geeignete Stellen heften. Sie suchen sich Orte aus, an denen die Larven gut versorgt sind. Weibchen bevorzugen daher Blattlauskolonien als Eiablageplatz.

Larvenentwicklung

Die erste Häutung der Larven erfolgt direkt nach dem Schlüpfen. Anschließend bewegen sie sich auf der Pflanze fort, um Nahrung zu finden. Ihre Fortbewegungsart erscheint ziellos. Die Larven neigen ihren Kopf in alle Richtungen, bis die Kiefer an ein Beutetier stoßen. Durch den Kontakt wird ein Reiz ausgelöst, der die Larven zum zupacken veranlasst.

Sie heben die Beute mit ihren Mundwerkzeugen hoch und injizieren ein Verdauungssekret. Eine Blattlaus wird dadurch innerhalb von 90 Sekunden von Innen zersetzt und die Larve kann die Beute aussaugen.

florfliege

Florfliegenlarven saugen Blattläuse aus

Lebenserwartung

In Abhängigkeit von den Umweltbedingungen dauert die Entwicklung der Larve zwischen acht und 22 Tage. Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad Celsius begünstigen die Larvenentwicklung. Normalerweise liegt die Lebenserwartung einer Florfliege bei zwei bis drei Monaten. Die Gemeine Florfliege ist in der Lage zu überwintern. Sie kann ein Alter von acht Monaten erreichen.

Überwinterung

Mitteleuropäische Arten überwintern in einem Präpuppenstadium, welches sie in einem doppelwandigen Kokon verbringen. Nur die Gemeine Florfliege überwintert als ausgewachsenes Insekt. Um sich auf den Winter vorzubereiten, wechselt sie zwischen September und Oktober ihre Farbe von Grün zu Braun. Ihr Stoffwechsel wird stark gedrosselt. In beheizten Räumen überlebt sie den Winter nicht. Natürliche Feinde und zu niedrige Temperaturen erhöhen die Sterblichkeitsrate, die im Winter zwischen 60 und 90 Prozent liegt.

Überwinterungsquartiere:

  • unter der Baumrinde
  • kühle Dachstühle und Wohnungen
  • Nischen in Gartenlauben und Scheunen

Arten

Florfliegen sind schwer voneinander zu unterscheiden. Die meisten Arten haben einen grünlich schimmernden Körper und auffällig geaderte Flügel mit grünen Nerven. Es gibt zudem bräunliche oder schwarze Arten.

Einige Florfliegen sind in der Lage, ihre Färbung im Laufe des Jahres zu verändern. Grüntöne verwandeln sich kurz vor dem Winter in ein helles Braun, damit die Tiere in der Natur besser getarnt sind. Nach der Überwinterung im kommenden Frühjahr färben sich die Tiere erneut grün. Der Lebensraum kann ebenfalls einen Hinweis auf die Art geben.

 FärbungLebensraum
Gemeine Florfliegegrün und braunwarme Laubmischwälder
Mittelmeerflorfliegeganzjährig grünPinien- oder Kiefernwälder
Rotköpfige Florfliegedunkelbraun mit rotem Kopfwarme Laubmischwälder
florfliege

Die Rotköpfige Florfliege zeichnet sich durch ihren roten Kopf aus

Müssen Florfliegen bekämpft werden?

Florfliegen sind äußerst nützliche Insekten und sollten nicht bekämpft werden. Berichte von beißenden Larven sind selten und spiegeln nicht die typische Lebensweise der Tiere wider. Florfliegen werden normalerweise nicht zur Plage, da ihre Bestände durch natürliche Witterungsbedingungen und Feinde eingedämmt werden.

Tipps

Wenn Sie eine überwinternde Florfliege entdecken, stören Sie das Tier besser nicht. Im Frühjahr können Sie dem Insekt Freiflug gewähren, indem Sie Fenster und Türen öffnen.

Florfliegen fördern

In den 80er Jahren wurden an der Universität Bonn intensive Studien durchgeführt, welche die Eignung verschiedener Winterquartiere für Florfliegen untersuchten. Die Versuche haben gezeigt, dass Florfliegen von roten und braunen Farbtönen angezogen werden. Die Insekten bevorzugten Modelle mit einer Seitenlänge von 30 x 30 x 30 Zentimeter, die mit Stroh befüllt wurden. In solchen Quartieren konnte die Sterblichkeitsrate während des Winters auf fünf bis acht Prozent herabgesetzt werden. Die Nistkästen werden außerdem von Marienkäferlarven besiedelt.

Insektenhotel kaufen

Es hat sich herausgestellt, dass die überwiegende Anzahl an Modellen auf dem Markt nicht von Florfliegen genutzt werden. Wenn Sie sich für den Kauf eines Insektenhotels entscheiden, sollten Sie auf Mindestmaße, Aufbau, Lackierung und Innenausstattung achten. Lassen Sie sich nicht ausschließlich vom Preis zum Bestellen verleiten. Hochwertige Modelle, die tatsächlich als Winterquartier für Florfliegen geeignet sind, sind nicht billig. Es gibt einige Varianten aus Holzbeton, deren Vorderseite mit Lamellen versehen wurde. Diese Nistkästen sind gut geeignet.

Nisthilfe bauen

Wenn Sie Florfliegen in Ihrem Garten fördern möchten, können Sie sich nach der folgenden Bauanleitung ein eigenes Insektenhotel (8,87€ bei Amazon*) bauen. Wenn Sie das Holz in dunkelroten Farbtönen anstreichen, erhöhen Sie die Chance auf eine erfolgreiche Nutzung. Achten Sie bei der Auswahl der Farben darauf, dass diese unbedenklich für Mensch, Tier und Umwelt sind.

Bauanleitung

Sägen Sie sich drei Platten mit den Maßen 30 x 30 Zentimeter zurecht. Diese fungieren als Rück- und Seitenwände. Die Dachplatte sollte etwas überstehen, damit kein Regenwasser in die Vorderöffnung laufen kann. Planen Sie für das Dach etwa 32 x 30 Zentimeter ein. Damit der Kasten einen optimalen Schutz vor der Kälte bietet, sollte er aus Massivholz bestehen.

Sowohl Vorder- als auch Unterseite des Kastens werden mit schräg nach unten zeigenden Lamellen versehen, sodass die Luftzirkulation verringert wird. Sie können sich die Lamellen selbst aus Holz zurecht sägen. Diese sollten etwa einen Zentimeter breit sein und werden auf den beiden Kanten der Seitenwände angebracht. Nutzen Sie kleine Abstandshalter, damit die Lamellen schräg aufliegen. Hierzu eignen sich Holzdübel, die Sie zwischen Lamelle und Kante der Seitenwand schieben.

Optimaler Kasten als Überwinterungshilfe für Florfliegen von Professor Cetin Sengonca

Füllung

Damit die überwinternden Insekten optimal vor Kälte geschützt sind, sollte das Insektenhotel mit natürlichen Materialien befüllt werden. Es hat sich herausgestellt, dass Florfliegen gerne in Stroh überwintern. In der Natur suchen sie auch Laubhaufen auf oder verkriechen sich unter der Rinde. Damit das Füllmaterial nicht aus dem Kasten fällt, sollten Sie Vorder- und Unterseite vor dem Anbringen der Lamellen mit einem feinmaschigen Drahtgitter versehen.

Tipps

Befestigen Sie das Dach an einem Scharnier, damit Sie den Kasten wieder öffnen können. Eine regelmäßige Reinigung ist nicht notwendig. Sie können das alte Füllmaterial nach etwa vier Jahren ersetzen.

Tipps zum Aufhängen

Der Standort spielt eine entscheidende Rolle, damit Florfliegen das Überwinterungsquartier annehmen. Hängen Sie den Kasten in eine Höhe von 1,5 bis zwei Meter auf. Ideal geeignet ist ein alleinstehender Baum. Sie können die Behausung auch an einen Pfosten oder eine Mauer anbringen. Wichtig ist die Ausrichtung. Die Vorderseite sollte nach Süden zeigen, damit die Sonnenstrahlen den Kasten erwärmen. Gleichzeitig sollte die Einflugöffnung nicht in die Haupwindrichtung zeigen.

Naturnaher Garten

Schaffen Sie ein natürliches Biotop, in dem sich Florfliegen automatisch wohl fühlen. Der ideale Lebensraum bietet artenreiche Blumenwiesen, die zahlreiche Nektarquellen zur Verfügung stellen. Totholz schafft optimale Quartiere zum Überwintern. In großen Gärten empfiehlt sich die Anpflanzung von Sträuchern und Laubbäumen.

Wildpflanzen im Kübel

Wenn Sie nur wenig Platz im Garten haben, können Sie Blumenkästen (13,16€ bei Amazon*) und Kübel mit Wildpflanzen bestücken. Ein selbst gebautes Insektenhotel stellt den perfekten Rückzugsort bereit. Lassen Sie Laub im Herbst liegen und verzichten Sie auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. In einem strukturreichen Naturgarten finden die Insekten natürliche Versteckmöglichkeiten. Zudem unterstützen Sie zahlreiche spezialisierte Insekten- und Vogelarten, die das heimische Biotop vervollständigen.

Pflanzliste

Katzenminze wirkt anziehend auf Florfliegen, wie sich bei Studien amerikanischer Forscher herausstellte. Die Blüten der Echten Katzenminze produzieren Nepetalacton. Dieser Duftstoff ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Sexuallockstoff erwachsener Florfliegen. Gleichzeitig hat Nepetalacton antimikrobielle und antivirale Eigenschaften. Katzenminze lockt Nützlinge an und vertreibt zahlreiche Pflanzenschädlinge wie Stechmücken, Kakerlaken oder Flöhe. Der Duftstoff wird übrigens auch von Blattläusen produziert. Attraktiv für Florfliegen sind auch Purpursonnenhut sowie nektarreiche Spätsommerblüher.

Florfliegen werden magisch von Katzenminze angezogen. Das ist beeindruckend, da die Pflanze auf viele Schädlinge abschreckend wirkt.

Züchten und nutzen

Es gibt mittlerweile Spezialbetriebe, die sich auch mit der Zucht von Florfliegen beschäftigen. Es gibt zwar Anzuchtsets mit Larven und Futter, die für den privaten Gebrauch gedacht sind. Allerdings erfordert die Zucht etwas Geduld und gleichmäßige Zuwendung, damit sich aus den Larven erwachsene Insekten entwickeln. Wenn Ihre Pflanzen unter einem Blattlausbefall leiden, sind Larven eine effektive Bekämpfungsmethode.

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Anwendung in der Wohnung

Florfliegenlarven werden in Pappwaben oder auf Buchweizenspelzen mit der Post versendet. Beide Varianten verhindern, dass die Larven ihre Artgenossen verspeisen. Damit diese nicht erfrieren, erfolgt der Versand ausschließlich in der frostfreien Periode. Sie können außerdem Florfliegen im Eistadium bestellen. Diese werden lose geliefert oder auf einen Pappkarton geklebt. Bis die Larven schlüpfen, dauert es bei optimalen Bedingungen etwa vier bis sechs Tage. Sollten die Larven bereits während des Versands schlüpfen, besteht ein höheres Risiko des Kannibalismus.

Vorteile der Schädlingsbekämpfung mit Florfliegen:

  • Larven sind bereits ab zehn Grad Celsius aktiv
  • gute Erfolge werden auch bei geringer Luftfeuchtigkeit erzielt
  • Aktivität der Larven ist unabhängig von Lichtintensität und Tageslänge

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Lebensdauer einer Florfliege?

Florfliegen durchleben mehrere Larvenstadien, die in der Regel zwei bis drei Wochen andauern. Sie stellen kurz vor der Verpuppung die Nahrungsaufnahme ein. Anschließend spinnen sie sich in einen ovalen Kokon ein, in dem sie je nach Temperatur die nächsten zehn bis 30 Tage verbringen. Die erwachsene Florfliege beginnt schon im Alter von vier bis zehn Tagen mit der Eiablage. Sie hat eine Lebenserwartung von etwa zwei Monaten. Überwinternde Insekten können bis zu acht Monate alt werden.

Warum legen Florfliegen ihre Eier auf Stielchen ab?

Dieses Verhalten soll die Larven vor Kannibalismus schützen. Ein Weibchen kann auf diese Weise zwischen 100 und 900 Eier ablegen. Die Eier sind zuerst grün gefärbt. Sie verfärben sich anschließend über Dunkelgrün zu Braun. Kurz vor dem Schlupf sind sie graubraun gefärbt.

Ist ein Biss der Florfliege gefährlich?

Normalerweise besteht keine Gefahr für Mensch und Haustier, von einer Florfliege gebissen zu werden. Es gibt Berichte, dass sich die Larven in der menschlichen Haut verbissen haben. Ein solcher Stich kann zu Entzündungen und Juckreiz führen. Die Symptome klingen nach wenigen Tagen automatisch ab. Typisch ist diese Verhalten nicht. Forscher vermuten einen Nahrungsmangel als Auslöser.

Was tun gegen Florfliegen in der Wohnung?

Die Insekten verirren sich in Gebäude, wenn sie auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier sind. Sie ziehen sich gerne in unbeheizte Räume zurück und nutzen Nischen und Risse als Rückzugsort.

Im Winter können sie durch Lichtquellen gestört werden, sodass sie im Raum umher fliegen. Nach kurzer Zeit ziehen sie sich wieder zurück. Da es sich um nützliche Insekten handelt, sollten Sie die Tiere nicht bekämpfen. Gewähren Sie ihnen den sicheren Überwinterungsplatz, denn etwa 60 bis 90 Prozent aller überwinternden Florfliegen überleben den Winter nicht.

Wie kann ich Florfliegen anlocken?

Die Insekten mögen einen naturnahen Garten, der kleinräumige Strukturen bietet. Wichtig sind blütenreiche Säume mit Pflanzen, die Nektar produzieren. Gehölze und Laubbäume dienen als Überwinterungsquartier. Pflanzen Sie Katzenminze und Sonnenhut an. Vor allem Katzenminze gilt unter Florfliegen als begehrte Blütenpflanze, da ihre Duftstoffe den Sexuallockstoffen ähneln.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: SIMON SHIM/Shutterstock, HHelene/Shutterstock, Young Swee Ming/Shutterstock

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