Ameisen bekämpfen – Mythen und Wahrheiten

Ameisen sind meist unerwünscht und viele Betroffene greifen zu bekannten Hausmitteln. Doch zahlreiche Methoden bringen nicht die gewünschte Wirkung mit sich. Bevor Sie den Insekten den Kampf ansagen, sollten Sie die Art identifizieren und ihre Lebensweise verstehen.

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Ameisen sind nicht überall gern gesehen

Irrtümer aufgedeckt

Der Wunsch, Ameisen natürlich und ohne Gift zu bekämpfen, ist groß. Doch viele biologisch abbaubare und gesundheitlich unbedenkliche Mittel aus der Küche erweisen sich als bedingt geeignet. Es kursieren zahlreiche Irrtümer im Netz. In einigen Fällen erzielen die Maßnahmen wegen falscher Ausführung nur geringe oder gar keine Erfolge.

Backpulver

Natron gilt als beliebtes und zugleich gefürchtetes Hausmittel im Kampf gegen Ameisen. Die These, dass Ameisen nach der Aufnahme von Backpulver explodieren und unschöne Flecken hinterlassen, hält sich hartnäckig. Allerdings hat sich diese Annahme als falsch erwiesen. Außerdem meiden Ameisen bestäubte Flächen und fressen das Pulver nicht aktiv.

Forscher der University of Georgia in Griffin haben herausgefunden, dass Backpulver dennoch als wirksames Bekämpfungsmittel eingestuft werden kann. In ihren Versuchen hat sich die Ameisenpopulation nach sechs Tagen um 50 Prozent reduziert. Wichtig für einen Erfolg ist allerdings die Art und Weise, wie das Backpulver angewendet wird.

Bedingungen für eine erfolgreiche Wirkung:

  • Ameisen direkt mit Backpulver bestäuben, sodass sie sich reinigen müssen
  • Backpulver großflächig ausstreuen im Bereich der Ameisenstraße und Nester
  • Maßnahmen mehrmals wiederholen, bis alle Ameisen erfasst wurden

Hintergrund

So wirkt Backpulver

Backpulver enthält Natriumhydrogencarbonat (chemisch: NaHCO3). Dieser farb- und geruchlose kristalline Stoff sorgt für eine Veränderung des inneren pH-Wertes, wodurch normale enzymatische Funktionen nicht mehr möglich sind und die Ameise stirbt.

In der Studie wurden pro Quadratzentimeter etwa vier Milligramm Backpulver ausgestreut. Auswirkungen wurden an der Roten Feuerameise und der Argentinischen Ameise untersucht. Wenn die Ameisen keinen Umweg finden und über die bestäubte Fläche krabbeln müssen, haftet das Pulver an Fühlern und Gliedmaßen. Vermutlich nehmen die Insekten die Kristalle auf, wenn sie ihre Fühler reinigen.

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Kommen Ameisen mit Backpulver in Kontakt, sterben sie an Versagen von körperlichen Funktionen

Essig

Oft wird empfohlen, den Boden mit Essigwasser zu reinigen. Der intensive Geruch soll die Ameisen vertreiben. Allerdings sind die Essigaromen äußerst flüchtig, sodass die Wirkung eingeschränkt ist. Um die Insekten erfolgreich zu vertreiben, müssen Sie puren Essig auf die Ameisenstraße tröpfeln und diese Maßnahme bei Bedarf täglich wiederholen.

Nachteile:

  • Wohnung riecht unangenehm
  • Boden ist übersät mit klebrigen Essigflecken
  • hilft nicht bei Massenaufkommen

Umsiedeln im Blumentopf

Haben sich Ameisen im Hochbeet und Gewächshaus oder auf Terrasse und Balkon angesiedelt, verspricht die Umsiedlungsmethode mittels umgedrehter Blumentöpfe vermeintlichen Erfolg. Dass sich die Insekten in den mit Holzwolle gefüllten Behausungen wohl fühlen, entspricht der Wahrheit. Allerdings funktioniert die Maßnahme in den meisten Fällen nicht. Sie zeigt sich wirkungslos bei Hausameisen und ist nur bei Ameisenarten erfolgreich, welche Erdnester im Rasen bauen.

Wann die Umsiedlung funktioniert:

  • Schwarze Wegameise und Gelbe Wiesenameise lassen sich mit Blumentöpfen umsiedeln
  • an sonnigen Tagen nach längeren Regenperioden mit niedrigen Temperaturen
  • leicht angefeuchtetes und zerknülltes Zeitungspapier bietet Ablageflächen für die Brut
  • Nest mindestens zehn Meter entfernt aussetzen, damit die Ameisen nicht zurück finden

Wenn das Substrat stark durchnässt ist, sodass die Ameisenbrut nicht mehr optimal geschützt ist, suchen sich die Ameisen ein Ausweichnest. Wird ihnen in dieser Phase ein Blumentopf angeboten, dessen Innenstruktur optimale Klimabedingungen aufweist, ziehen die Insekten mitsamt der Brut in den Behälter um.

Kreide und Co.

Dass Ameisen staubige Flächen meiden, entspricht der Wahrheit. Dennoch erweisen sich Kreide, Babypuder und Algenkalk nur bedingt als wirksam. Einerseits suchen sich die Insekten schnell einen Ausweg um die bestäubte Fläche, sodass sie schnell den Weg auf die ursprüngliche Ameisenstraße finden.

Auf der anderen Seite verlieren die Mittel schnell ihre Wirkung, vor allem wenn sie im Freien angewendet werden. Regen oder Wind schwächen die Barrierewirkung innerhalb kurzer Zeit ab. Schon kleinste Luftzüge wirbeln staubende Partikel auf und transportieren sie davon. Die Insekten müssten dauerhaft dem feinen Staub ausgesetzt sein, damit sie diese Barriere nicht durchdringen können.

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Kreide schützt nur bedingt vor Ameisen

Salz

Ameisen zeigen sich unbeeindruckt von einer Spur Kochsalz, die ihren Weg kreuzt. Weder fressen sie die Salzkristalle noch tragen sie diese in ihren Bau oder lassen sich davon abschrecken. Salz entzieht den Zellen allerdings Feuchtigkeit. Wenn Sie es direkt in das Ameisennest streuen, sodass die Brut mit Kochsalz in Kontakt kommt, können diese verenden. Die Ameisenplage wird dadurch allerdings nicht beseitigt, denn die Königin kann auch weiterhin Eier ablegen.

Margarine und Butter

Der Ameisenexperte Daniel Chérix arbeitet als Professor an der Universität Lausanne und hat herausgefunden, dass Ameisen den Geruch von Butter nicht mögen. Laut seiner Vermutung erinnert das Aroma die Insekten an tote Artgenossen, weswegen sie einen Bogen um den Brotaufstrich machen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob Sie fettreduzierte Margarine oder Butter verwenden.

Vermutlich erzielt diese Methode nicht bei allen Ameisen den gleichen Effekt, denn einige Arten ernähren sich von fetthaltigen Samen und werden auch Butter nicht verschmähen. Viele Wald-, Wiesen- und Rasenameisen fressen das fettreiche Anhängsel, welches sich an den Samen verschiedener krautiger Pflanzen befindet. Bei diesen Arten können Sie Olivenöl oder Butter als Köder nutzen.

Öl und flüssige Substanzen

Öl schadet den Ameisen nicht, aber die Insekten meiden öligen oder wässrigen Untergrund. Obwohl sie diese Barriere nicht überwinden können, suchen sie sich einen alternativen Weg. Daher bringt ein kleiner Ölstreifen auf der Ameisenstraße keinen Erfolg. Wenn Sie die Ameisen mit Öl oder Wasser vergrämen möchten, müssen Sie eine großflächige Pfütze anlegen. Eine regelmäßige Erneuerung ist Pflicht, denn Wasser verdunstet schnell und Öl wird durch Staubablagerungen begehbar gemacht.

Was hilft dauerhaft gegen eine Ameisenplage?

Wenn Sie Ameisen dauerhaft und wirksam bekämpfen möchten, müssen die Ursachen beseitigt werden. Die Insekten gelangen in die Wohnung, weil sie durch Gerüche angezogen werden. Sie finden Nahrungsquellen oder geeignete Nistplätze. Solange diese Bedingungen weiterhin bestehen, ist eine erneute Besiedlung auch nach einer erfolgreichen Bekämpfung oder Vergrämung nicht auszuschließen. Auf lange Sicht werden nur bauliche Maßnahmen das Problem beseitigen.

Ursachen durch Baumaßnahmen beseitigen:

  • befallene Holzteile und Isoliermatten ersetzen
  • feuchte Bedingungen in Nischen und Ritzen vermeiden
  • unzugängliche Ecken gründlich reinigen
  • Spalten abdichten oder verschließen

Tropft Regenwasser durch das Dach, hilft kein Eimer sondern nur eine Dachsanierung. Genauso ist es mit einem Ameisenbefall im Haus: nicht die Symptome sondern die Ursachen müssen behoben werden.

Campher

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Campher schadet nicht nur Ameisen

Dieser farblose Feststoff wird aus dem Holz von Kampferbäumen gewonnen. Bei Aufnahme werden zentrales Nervensystem und Nieren beeinträchtigt, weswegen sich das Produkt als Insektizid eignet. Eine Lösung aus einem Teil Campher und zehn Teilen Alkohol wird mit einer Blumenspritze direkt auf die Ameisen gesprüht.

Gesundheitliche Risiken:

  • Psyche: Angst, Aufgeregtheit, Verwirrtheitszustände
  • Gedächtnis: tiefgreifende Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, Amnesie
  • Körper: Übelkeit, Störungen des Atemzentrums
  • Nervensystem: epileptische Anfälle

Leberwurstköder

Einige Ameisenarten gelten als Allesfresser, die protein- und kohlenhydratreiche Nahrung fressen. Sie gehen an verschiedene Lebensmittel, wobei Leberwurst besonders gerne angenommen wird. Sie können das tierische Produkt als Grundsubstanz nutzen und mit einem giftig wirkenden Stoff mischen. Diese Maßnahme zeigt bei den Ameisen Wirkung, die den Köder gefressen haben. Er sollte täglich erneuert werden, damit die Lockwirkung aufrecht erhalten bleibt.

So stellen Sie einen Leberwurstköder her:

  1. ein Kaffeemesslöffel Backsoda in drei Teelöffel heißem Wasser auflösen
  2. Leberwurst zur Lösung hinzugeben im Verhältnis 2:3
  3. vermischen, bis eine sämige Paste entsteht
  4. in Köderdosen abfüllen und auf den Ameisenstraßen platzieren
  5. bei Bedarf regelmäßig auffrischen

Zuckerwasser als Köderträger

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Ameisen lieben Süßes – und merken nicht, wenn es vergiftet ist

Zuckerhaltige Substanzen sind eine wertvolle Kohlenhydratquelle für Ameisen. Sie ernähren sich daher auch von den süßen Ausscheidungen der Blattläuse. Eine wässrige Lösung mit Kristall- oder Puderzucker lockt die Insekten an, die den Saft aufsaugen. Das können Sie sich zunutze machen und eine giftig wirkende Substanz in das Gemisch geben.

Ameisen effektiv aus der Wohnung vertreiben

Sollten Sie einzelne Insekten im Haus finden, müssen Sie nicht sofort giftige Köder auslegen. Solange die Ameisen noch keine optimale Lebensgrundlage im Haushalt entdeckt haben, ist die Gefahr einer dauerhaften Besiedlung gering. Vereinzelte Insekten können per Hand nach draußen gebracht werden. Entwickelt sich langsam eine Ameisenstraße, können Sie die Tiere vergrämen.

Zimt

Der intensive Geruch des Gewürzpulver sorgt dafür, dass der Geruchssinn der Ameisen verwirrt wird. Sie orientieren sich anhand der Gerüche ihrer Duftmarken. Auf diese Weise finden die Insekten ihre Ameisenstraße und so den Weg zu verschiedenen Futterquellen wieder. Wird die Straße von einer Zimtspur durchkreuzt, müssen sich die Ameisen neue Nahrungsquellen suchen. Allerdings wirkt Zimtpulver nur dann, wenn Sie es richtig anwenden:

  • verschwenderisch umgehen und eine möglichst dicke Spur legen
  • frisches Zimtpulver nehmen, das intensiv duftet
  • bei Bedarf täglich erneuern

Wenn sich das Hausmittel als unwirksam erweist, sollten Sie andere Methoden in Betracht ziehen. Oft finden die Ameisen andere Wege ins Haus oder es haben sich bereits Insekten in Nischen und Ritzen angesiedelt, die durch das Zimtpulver keinen Weg nach draußen finden. Zimt erweist sich bei wenigen Ameisen im Haus als wirksam. Massenaufkommen der kleinen Insekten können dadurch nur schwer beseitigt werden.

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Den Geruch nach Zimt können Ameisen nicht leiden

Teebaumöl

Das ätherische Öl hat einen intensiven Geruch, der eine abschreckende Wirkung auf Ameisen besitzt. Wenn Sie das Aroma nicht verabscheuen, können Sie mit einigen Tropfen Teebaumöl eine Duftbarriere auf der Ameisenstraße errichten. Ähnlich wie Zimt oder Essig muss auch Teebaumöl regelmäßig und gegebenenfalls mehrmals täglich neu aufgetragen werden, da die Duftwirkung schnell abnimmt.

Ameisenarten und Lebensbereiche

Rote Ameisen können schmerzhafte Stiche verursachen, während schwarze Ameisen als harmlos eingestuft werden. Gelbe Ameisen werden seltener im Garten beobachtet und gelegentlich treten geflügelte Ameisen auf. Es gibt etwa 200 verschiedene Ameisenarten in Europa mit unterschiedlichen Lebensweisen und Merkmalen. Nicht alle kommen in Küche, Bad oder Dachstuhl vor. Häufig siedeln sich verschiedene Arten im Pflaster oder in der Hauswand an.

 wissenschaftlichnatürlicher LebensraumVorkommen in menschlicher UmgebungBesonderheitenNahrung
Braune WegameiseLasius brunneusan Holz verschiedener Bäume lebenddurchfeuchtetes Bauholzschnell flüchtendHonigtau der Blattläuse
Gelbe WiesenameiseLasius flavusunter Steinen, Waldränder und Wiesenauf Rasenflächenlebt fast ausschließlich unterirdischHonigtau von Wurzelläusen
Schwarze WegameiseLasius nigeroffene Landschaftenim Baumstamm, Rasen oder Mauerwerksehr anpassungsfähigInsekten und Honigtau
Rote GartenameiseMyrmica rubrafeuchte und halbschattige StandorteSandkastenbesitzen einen GiftstachelAllesfresser
WaldameisenFormicaWälder und Waldlichtungenmeiden die Nähe zum Menschenhügelbauende Waldameisen sind besonders geschütztAllesfresser

Muss ich Ameisen im Garten bekämpfen?

Ameisen können im Garten nicht ausgerottet werden, da jedes Jahr neue Insekten Ansiedlungsversuche starten werden. Der großflächige Einsatz von Gift ist nicht empfehlenswert, denn er schädigt nicht nur die Natur im Garten, sondern gefährdet auch die Gesundheit von Kindern und Haustieren. Wild lebende Ameisen richten keinen Schaden im Garten an. Sie übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem.

Tipps

Mit Öl können Sie verhindern, dass Ameisen in einen Bienenstand eindringen. Stellen Sie die Füße in eine mit Öl gefüllte Dose.

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Rasen

Die Insekten gehören zur natürlichen Fauna einer Rasenfläche. Jedes Jahr schwärmen Ameisen zwischen Juni und September aus. Jungköniginnen verschiedener Ameisen graben sich in der Erde ein und hinterlassen sichtbare Erdhaufen, die sich in manchen Fällen auf der gesamten Wiese ausbreiten. Die Ameisen versuchen hier, neue Kolonien aufzubauen.

Da die Insekten äußerst territorial sind, werden zahlreiche Jungköniginnen von ortsansässigen Völkern erbeutet und verspeist. Die Natur regelt das Problem von selbst. Würden Sie den Rasen durch den Einsatz von Gift vollständig ameisenfrei halten, hätten einige Jungköniginnen beste Überlebenschancen. Der Kreislauf beginnt von vorn, weswegen eine Bekämpfung nicht ratsam ist.

Gemüsebeet

Gelbe und Schwarze Wegameisen besiedeln gerne Beete im Gemüsegarten. Die gelben Ameisen bauen Ihre Nester bevorzugt unter Steine, während die schwarzen Verwandten das offene Substrat besiedeln. Wenn die Insekten im Beet auftreten, sollten Sie die Pflanzen auf einen Lausbefall kontrollieren. Dieser muss nicht zwangsläufig an den Blättern auftreten., denn die Ameisen ernähren sich auch vom Honigtau der Wurzelläuse.

So können Sie die Ameisen verschrecken:

  • Störung: mehrmals täglich mit einem Stock im Nest stochern, bis die Ameisen umziehen
  • Fluten: Hochbeete stark wässern, sodass Ameisen flüchten
  • Umgraben: befördert Brut an die Oberfläche, wo diese austrocknet

Blumenkasten

Hier siedeln sich die gleichen Arten an wie im Blumenbeet. Da Kübelpflanzen gelegentlich in der Wohnung platziert werden, sind Beseitigungsmaßnahmen sinnvoll. Wässern Sie den Blumenkübel ausgiebig oder stellen Sie diesen in ein Wasserbad. Dadurch werden Gangsysteme zugeschwemmt, sodass die Wurzeln wieder von Erde umgeben sind.

Die Ameisen sollten flüchten und sich eine andere Nistgelegenheit suchen. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie die Pflanze umtopfen und das Substrat vollständig austauschen. Überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch die Wurzeln auf einen Lausbefall.

Ameisenpflanzen

Einige Ameisenarten besiedeln Pflanzen, die von Blatt- oder Wurzelläusen befallen wurden. Diese liefern den Insekten energiereiche Nahrung. Im Gegenzug pflegen Ameisen die Läuse und schützen sie vor Feinden. Daher kann es vorkommen, dass Sie Ameisen auch an Zimmerpflanzen beobachten können. Den Pflanzen schadet das allerdings nicht und die Ameisen verschwinden, wenn ihnen die Nahrungsgrundlage fehlt. Sie sollten daher die Pflanzen stärken und einen Befall durch Blattläuse verhindern, anstatt Ameisen mit Gift zu bekämpfen.

Blattläuse bekämpfen und Ameisen loswerden:

  • Knoblauch vertreibt Schädlinge
  • Aromen von Kaffeesatz wirkt abschreckend
  • Saftsauger mit Spülmittel und Wasser abwischen

Chemische Mittel

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Chemische Mittel sind oft weniger wirkungsvoll als versprochen

Insektizide versprechen eine professionelle und wirksame Bekämpfung einer Ameisenplage. Doch abgesehen von den gesundheitlichen Risiken für Mensch und Haustier sind viele Ködergrundlagen wirkungslos. Hier spielen fraßabweisende Eigenschaften und Verteilung der Giftstoffe im Nest eine große Rolle.

Fipronil

Das Biozid wird in vielen Insektiziden eingesetzt, denn es wirkt als Kontaktgift gegen zahlreiche Ackerschädlinge und Ameisen. Die Zeitspanne zwischen der Wirkstoffaufnahme und den ersten Vergiftungssymptomen ist vergleichsweise lang. Nach drei bis vier Tagen sterben die ersten Ameisen, wobei sie vorher einen Teil der aufgenommenen Substanzen an Artgenossen weitergeben. Innerhalb von vier Wochen ist mit einer vollständigen Beseitigung der Ameisenkolonie zu rechnen. Fipronil wird gerne in selbst hergestellten Ködern mit Leberwurst verwendet.

Gefahren und Nachteile:

  • Stoff ist nicht wasserlöslich
  • steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen
  • kann in hohen Dosen tödlich für Kinder und Haustiere sein

Borax

Dieses selten vorkommende Mineral wird in vielen Ameisenködern wegen seiner insektiziden Wirkung angewendet. Die meisten Produkte können allerdings nicht überzeugen, da eine Konzentration von etwa vier Prozent keine effektive Wirkung erzielen kann. Mittel mit höheren Konzentrationen wirken dagegen fraßabweisend und werden von den Ameisen verschmäht. Borax kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und Fehlbildungen beim Embryo hervorrufen.

Tipps

Anstatt Borax können Sie etwas Kaiser-Natron in Zuckerwasser geben und die Mischung in Schälchen geben. So nehmen die Insekten die für sie toxischen Kristalle in gelöster Form auf.

Ameisen sind nützlich

Die Insekten nehmen eine wichtige Stellung im Ökosystem ein. Sie sind nicht nur Nahrung für Vögel und andere Insektenfresser, sondern gewährleisten eine einwandfreie Funktion im Lebensraum Wald. Ameisen lockern das Substrat auf, beschleunigen Zersetzungsprozesse und transportieren tote Insekten in ihren Bau, um diese an ihre Larven zu verfüttern. Es gibt zahlreiche Symbiosen, an denen Ameisen beteiligt sind:

  • epiphytische Pflanzen bieten Ameisen Nistgelegenheiten und bekommen im Gegenzug Nährstoffe
  • Pflanzen versorgen Ameisen mit Säften und werden dafür vor Fraßfeinden geschützt
  • einige Insektenlarven werden im Ameisennest gefüttert, wodurch Ameisen nahrhafte Drüsensekrete bekommen

Nestarten

Ameisen bauen ihre Nester aus Holz- und Pflanzenteilen, die sie mit Erdklumpen, Harz und anderen natürlichen Materialien vermischen. Sie werden in verschiedenen Hohlräumen gebaut oder frei errichtet. Freinester werden hauptsächlich von tropischen Ameisenarten gebaut.

 ArtenVorteilNachteilNutzen 
ErdnestGelbe Wiesenameise, Schwarze Wegameisewerden durch die Sonne erwärmtanfällig für RegenBodenauflockerung 
StreukuppelnWaldameisenbessere Durchlüftung und Wärmespeicherunganfällig für PilzbefallWaldbodenputz 
HolznestSchwarze Rossameise, Braune Wegameiserobustleichte Beute für SpechteZersetzung von Totholz 

Häufig gestellte Fragen

Sind Ameisen an meinen Rosen schädlich?

Ameisen ernähren sich nicht von pflanzlichem Gewebe oder Saft. Sie saugen allerdings die Absonderungen auf, die von Läusen hinterlassen werden. Haben sich Ameisen an Pfingstrosen angesiedelt, kann diese von Wurzelläusen befallen sein. Durch die Grabtätigkeiten der Ameisen werden die Wurzeln gelockert, sodass die Gehölze nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Treten Sie die Erde regelmäßig fest, um die Grabungen zu unterbrechen. Sorgen Sie für eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung, damit die Rosen nicht welken.

Warum besiedeln Ameisen meine Erdbeeren?

Wenn sich Ameisen zwischen Ihren Erdbeerpflanzen tummeln, kann das zwei Ursachen haben. Kontrollieren Sie die Blätter auf einen Lausbefall. Haben sich die Schädlinge auf den Pflanzenteilen niedergelassen, sind Ameisen meist nicht weit entfernt. Wenn Sie keine Blattläuse entdecken, überprüfen Sie die nähere Umgebung. Ameisen leben oft am Stamm von Obstbäumen. Fällt überreifes Obst von Kirschbaum oder Apfelbaum, stürzen sich Ameisen gerne über die süßen Früchte.

Wieso krabbeln Ameisen am Kirschlorbeer, obwohl keine Blattläuse vorhanden sind?

Die Lorbeerkirsche besitzt an ihrer Blattbasis zwei Drüsen, aus denen sie zuckerhaltige Pflanzensäfte ausscheidet. Ameisen werden von dem süßen Aroma angelockt und nicht selten wirkt der Kirschlorbeer von Ameisen befallen. In Wahrheit schützen die Ameisen den Baum vor Schädlingen, welche an den Blättern fressen. Daher wird der Nektar auch als Polizistenfutter bezeichnet. In den ersten Wochen nach dem Knospenaustrieb ist die Nektarproduktion besonders hoch, sodass massenhaft Ameisen insbesondere Waldameisen angezogen werden.

Warum mögen Ameisen Butter?

Die meisten Wald- und Wegameisen sowie einige Rasenameisen haben ein ausgedehntes Nahrungsspektrum und einige Pflanzen wissen das zu nutzen. Veilchen und Lerchensporn entwickeln Samen, an denen ein fettreiches Anhängsel wächst. Dieses lockt verschiedene Ameisenarten an, welche die Samen wegtransportieren und das Anhängsel fressen. Sie bekommen als Gegenleistung für diese Samenverbreitung Nahrung spendiert. Solche Arten werden ein Stückchen Butter nicht verschmähen. Margarine wird dagegen nicht gerne angenommen.

Wie kann ich Ameisen im Zimmer bekämpfen?

Grundsätzlich sollten Sie zuerst versuchen, die jeweilige Art zu bestimmen. Informieren Sie sich über die Lebensweise der Insekten, um eine sinnvolle Maßnahme zur Bekämpfung durchführen zu können. Oft ist gar keine Bekämpfung notwendig und in manchen Fällen hilft nur ein Arrangieren mit den Ameisen, sofern keine baulichen Maßnahmen vorgenommen werden. Haben sich Ameisen im Holzhaus, in der Wand oder im Keller angesiedelt, sollten Nistgelegenheiten beseitigt werden. Es ist wichtig, dass Sie den Insekten ihre Lebensgrundlage entziehen.

Welche Ameisen kommen im Haus vor?

Die am häufigsten gemeldete Ameise in Häusern ist die Braune Wegameise, die natürlicherweise in Totholz nistet. Gelegentlich siedelt sie sich in verbautem Holz oder in Gipskartonplatten an. Besonders EPS- und XPS-Wärmedämmplatten haben eine Materialbeschaffenheit wie Totholz, weswegen die Ameisen hier umfangreiche Gangsysteme und Kammern anlegen. Meist wird ein Befall erst bemerkt, wenn sich in der Wohnung das Baumaterial in Form von Mehl auftürmt.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Cherkas/Shutterstock

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