Welche Inhaltsstoffe findet man im Wermut?

Bereits seit der Antike wird Wermut gegen zahlreiche Beschwerden eingesetzt. Im Mittelalter war er vorwiegend als verdauungsförderndes Mittel bekannt. Heute ist er trotz seiner wirkkräftigen Inhaltsstoffe eher in Vergessenheit geraten...

Wermut Inhaltsstoffe

Thujon: Die Dosis macht das Gift

Ätherische Öle sind im Wermut zwischen 0,2 und 0,8 % enthalten. Unter ihnen ist vor allem Thujon hervorzuheben. Dieses ätherische Öl ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Während es in geringen Mengen euphorisierend wirkt, ruft es ab einer bestimmten Menge Rauschzustände hervor.

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Thujon ist in hohen Dosierungen giftig. Die Vergiftungssymptome äußern sich in Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfen. Doch keine Bange: Es gibt Wermutsorten wie den Römischen Wermut, die im Vergleich zum Echten Wermut weitaus weniger Thujon enthalten.

Dennoch sollte Thujon nicht außer Acht gelassen werden. Es schädigt den Organismus, weshalb Wermut nicht über einen Zeitraum von mehreren Monaten regelmäßig konsumiert werden sollte. Ab und an ein Tee aus Wermutkraut schadet aber nicht.

Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide

Den wohl bedeutendsten Anteil an Wirkstoffen im Wermut stellen die Bitterstoffe dar. Bis zu 0,4 % machen sie im Wermut aus. Das wirkt wenig, ist aber im Vergleich zu anderen Gewächsen äußerst viel. Insbesondere sticht der Bitterstoff namens Absinthin hervor. Er bildet die Hauptkomponente im Wermut. Weiterhin kommen Artabsin, Matricin und Anabsinthin vor.

Neben den Bitterstoffen sind es Gerbstoffe und Flavonoide, die den Wermut zu einer heilkräftigen Pflanze machen. Sie sind zu geringeren Anteilen enthalten und für seine bekannte Heilwirkung weniger von Bedeutung.

Wie wirken sich die Inhaltsstoffe auf den Körper aus?

Es sind vor allem die Bitterstoffe im Wermut, die für Heilzwecke relevant sind. Sie regen die Verdauungssäfte an. Bereits im Mund wird beim Verzehr von Wermut die Speichelproduktion angekurbelt. Im Magen wird die Produktion von Magensäure hochgefahren und auch die Gallensaftproduktion nimmt stark zu.

Wogegen kann Wermut eingesetzt werden?

Wermut hat ein breites Anwendungspektrum. Er hilft äußerlich bei entzündlichen Wunden. Innerlich angewandt beispielsweise als Tee eingenommen wirkt er gegen:

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Sodbrennen
  • Völlegefühl
  • Gelbsucht
  • Hepatitis
  • Krämpfen
  • Durchblutungsstörungen
  • Nervenschwäche
  • Nierenproblemen

Tipps & Tricks

Wer auf die Höchstmenge an wirksamen Inhaltsstoffen aus ist, sollte Wermut zu seiner Blütezeit ernten .

Text: Anika Gütt

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