Wermut trocknen: Vorgehen und anschließende Verwendung

Wermut schmeckt extrem bitter und ist nicht jedermanns Sache. Wer ihn dennoch angepflanzt hat und ernten will, stößt bei den Erntemengen rasch an seine Grenzen, wenn es um die sofortige Verwendung geht... Dann ist das Trocknen eine willkommene Methode zum Haltbarmachen.

Wermut trocknen

Wermut trocknen: Schritt für Schritt

Klug ist, wer Wermut zur richtigen Zeit erntet. Dieses wirkkräftige Kraut ist zu seiner Blütezeit voll an heilenden Inhaltsstoffen. Daher sollte es am besten während seiner Blüte geerntet werden. Dabei werden die Triebspitzen oder unverholzten Stängel mit einer Gartenschere abgeschnitten.

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Zum Trocknen sind zwei Varianten zu empfehlen. Entweder Sie trocknen den Wermut zusammengebunden in Sträußen, die Sie verkehrt herum aufhängen. Oder Sie trocknen die Blätter und Blüten frei ausgebreitet, nachdem Sie diese von den Stängeln abgezupft bzw. abgeschnitten haben. Zum Trocknen eignen sich schattige, warme und trockene Standorte beispielsweise Zuhause in der Nähe einer Heizung.

Ob Sie den Wermut mit Dörrgerät oder ohne trocknen, der Trocknungsvorgang dauert in der Regel nicht lange. Im Dörrgerät ist das Kraut bei 35 °C nach 1,5 Tagen getrocknet. Ohne Dörrgerät dauert es je nach Umgebung und Feuchtigkeit zwischen 3 und 7 Tagen.

Büßt Wermut durch das Trocknen an Wirkkraft ein?

Während des Trocknens verliert der Wermut nicht spürbar an Aroma und Bitterkeit. Ähnlich verhält es sich mit seinen Inhaltsstoffen. Vernachlässigbar verflüchtigen sich ätherische Öle und Vitamin C. Doch die Wirkkraft des Krauts bleibt stark.

Wozu eignet sich getrockneter Wermut?

Wermut hilft vorbeugend und nachsorgend vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Magendruck. Er eignet sich im getrockneten Zustand zum:

  • Aufgießen zu einem Tee
  • Ansetzen einer Tinktur
  • Ansetzen zu einem Aperetif (Verdauungsgetränk)
  • Räuchern
  • Rauchen
  • als Badezusatz

Wermuttee sollte 3 Minuten ziehen gelassen werden. Trinken Sie das Gebräu nicht länger als 2 Wochen lang regelmäßig. Es enthält unter anderen den Inhaltsstoff Thujon, ein ätherisches Öl, das in hohen Mengen giftig wirkt.

Tipps & Tricks

Vorsicht: Wenn Sie getrocknetes Wermutkraut zum Würzen von Speisen wie Bratenfleisch einsetzen wollen. Schnell haben Sie den Braten durch seine Bitterkeit verdorben. Hier gilt: Weniger ist mehr (eine kleine Triebspitze genügt).

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Text: Anika Gütt

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