Die bittere Pflanzenmedizin – die Wirkung von Wermut

Wermut ist kein Kraut, dass erst seit Neuestem in den Schlagzeilen steht. Bereits vor rund 2.500 Jahren wusste der bekannte griechische Arzt Hippokrates um die innewohnende Heilwirkung des Wermuts. Zeit, sich genauer mit dem Kraut, seinen Inhaltsstoffen und sein Wirkspektrum zu befassen...

Wermut Wirkung
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Innerlich und äußerlich anwendbar

Am geläufigsten ist die Verwendung von Wermut als Tee. Doch neben der innerlichen Anwendung kann das Kraut äußerlich angewandt werden beispielsweise als Umschlag bei Bisswunden und Quetschungen. Es wirkt unter anderen:

  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • nervenstärkend
  • entgiftend
  • antiparasitär
  • antibakteriell
  • krampflösend
  • durchblutungsfördernd

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Wermut gegen Verdauungsprobleme

Das wohl bedeutendste Gebiet der Verwendung von Wermut ist der Bereich der Verdauung. Er regt die Magen- und Gallesaftproduktion an. Dadurch wirkt er gegen Blähungen, Sodbrennen, Vollegefühle, Appetitlosigkeit und Gallenbeschwerden. Darüber hinaus kommt er bei Parasiten wie Würmern, die sich im Darm angesiedelt haben, zum Einsatz. Er vertreibt das unwillkommene Gesindel.

Zum Vorbeugen von Beschwerden der Verdauung kann der Wermut sowohl vor als auch nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die gebräuchlichste Art ist das Bereiten eines Tees mit dem Kraut. Der Tee hilft beispielsweise zum Verdauen schwerer, fettiger Speisen wie Braten.

Wermut zur Stärkung der Leber

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Probleme mit der Leber. Wermut regt die Entgiftungsarbeit dieses Organs an. Er erhöht die Sekretion, die bei einer Überlastung der Leber blockiert sein kann. Das kann sich in Gelbsucht und Hepatitis äußern.

Bei Leberbeschwerden lohnt es sich, Wermut regelmäßig über 2 bis 4 Wochen als Tee zu trinken. Dabei genügt 1 TL des getrockneten Krauts auf eine Tasse Wasser. An den bitteren Geschmack gewöhnt man sich…

Wermut als Rauschmittel

Weniger bekannt ist die berauschende Wirkung von Wermut. Als Absinth wirkt das Kraut auf den menschlichen Körper euphorisierend und einschläfernd. Doch Achtung: Überdosierungen wirken sich negativ aus und machen sich durch Kopfschmerzen, Krämpfe und Schwindel bemerkbar.

Wermut als Pflanzenschutzmittel

Nicht nur der menschliche Körper profitiert vom Wermut. Darüber hinaus ist das Kraut im Garten einsetzbar. Es schützt Johannisbeeren vor Säulenrost und vertreibt lästige Tiere wie Ameisen, Schnecken, Raupen, Flöhe, Läuse, Motten und Milben.

Welche Stoffe sind für die Wirkung verantwortlich?

An Inhaltsstoffen sind es vor allem die enthaltenen Bitterstoffe wie Absinthin und Gerbsäuren, die die starke Wirkkraft von Wermut ausmachen. Außerdem ist das ätherische Öl namens Thujon bedeutsam.

Gibt es Nebenwirkungen?

Unabhängig von der Sorte : Nehmen Sie sich vor Wermut in Acht. Thujon ist in hohen Dosen giftig. Doch selbst in geringen Mengen ist Wermut für Kinder und Schwangere nicht zu empfehlen. Das Kraut kann unter anderen eine Fehlgeburt auslösen, da es die Gebärmutter anregt.

Tipps & Tricks

Wermut sollten Sie zu seiner Blütezeit ernten . Dann ist der Gehalt an seinen wirkkräftigen Inhaltsstoffen am höchsten. Doch Vorsicht: Die Dosis macht das Gift!

Text: Anika Gütt

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