Wermut

Wermut: Welche heilenden Wirkungen hat dieses Kraut?

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Wermut, auch bekannt als Artemisia absinthium, ist eine traditionelle Heilpflanze mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Erfahren Sie mehr über seine Wirkung, Anwendungsgebiete, Inhaltsstoffe und Vorsichtsmaßnahmen.

Wermut Wirkung

Die verdauungsfördernde Wirkung des Wermuts

Wermut wird seit langem für seine verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Seine Bitterstoffe sind hierbei besonders wichtig. Bereits beim Kontakt mit den Geschmacksknospen im Mund regen diese Substanzen die Produktion von Speichel und Magensäure an und unterstützen so den Verdauungsprozess. Im Magen-Darm-Trakt fördern diese Bitterstoffe die Ausschüttung von Verdauungshormonen und Gallensäuren, was die Fett- und Eiweißverdauung verbessert.

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Speziell bei Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und leichten Magen-Darm-Krämpfen kann Wermut lindernd wirken. Seine fördernde Wirkung auf die Gallenproduktion und den Abfluss der Galle aus der Gallenblase ist ebenfalls bedeutend, da es die Verdauung von Fetten unterstützt und bei Gallenstörungen hilfreich sein kann. Beachten Sie jedoch stets die empfohlene Dosierung, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, die durch hohe Mengen an Thujon verursacht werden können.

Wermut als Heilpflanze bei verschiedenen Beschwerden

Neben seiner verdauungsfördernden Wirkung hat Wermut auch antiseptische, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die ihn zu einem vielseitigen Heilmittel machen. Zu den häufigen Anwendungsgebieten gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Wermut kann bei Magenverstimmungen, leichten Magen-Darm-Krämpfen und Blähungen helfen. Die Bitterstoffe und ätherischen Öle im Wermut regen die Produktion von Verdauungssäften an und erleichtern somit die Verdauung.
  • Appetitlosigkeit: Die Bitterstoffe im Wermut sind appetitanregend und können somit den Appetit steigern.
  • Menstruationsbeschwerden: Wermut besitzt krampflösende Eigenschaften, die zur Entspannung der Muskulatur beitragen und Schmerzen lindern können.
  • Durchblutungsstörungen und allgemeine Krämpfe: Seine krampflösenden Eigenschaften machen ihn auch bei Muskelkrämpfen und Durchblutungsstörungen nützlich.

Wermut wird auch äußerlich angewendet, etwa in Umschlägen zur Linderung von Hauterkrankungen oder Muskelbeschwerden. Aufgrund des Thujon-Gehalts ist jedoch eine sorgfältige Dosierung notwendig, insbesondere während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Allergien gegen Korbblütler.

Die Inhaltsstoffe des Wermuts und ihre Bedeutung

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Wermuts sind verantwortlich für seine vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen. Insbesondere folgende Bestandteile spielen eine bedeutende Rolle:

  • Ätherische Öle: Thujon ist eine zentrale Komponente der ätherischen Öle im Wermut. Es kann appetitanregend und verdauungsfördernd wirken, jedoch in hohen Dosen toxische Effekte wie Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen.
  • Bitterstoffe: Absinthin und Anabsinthin sind für ihren bitteren Geschmack bekannt und regen die Produktion von Verdauungssäften an, was die Verdauung verbessert und den Appetit steigert.
  • Flavonoide: Diese sekundären Pflanzenstoffe haben antioxidative Eigenschaften, schützen die Körperzellen vor Schäden und besitzen entzündungshemmende Wirkungen.
  • Gerbstoffe: Sie wirken adstringierend und antimikrobiell, was bei der Behandlung von Durchfall und leichten Entzündungen hilfreich ist.
  • Ascorbinsäure (Vitamin C): Vitamin C unterstützt das Immunsystem und wirkt antioxidativ.

Zusätzlich enthält Wermut Kaffeesäurederivate und Phenolcarbonsäuren, die ebenfalls zu den gesundheitlichen Vorteilen beitragen. Beachten Sie stets die empfohlene Dosierung, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wermut in der Pflanzenheilkunde

In der Pflanzenheilkunde wird Wermut in verschiedenen Darreichungsformen eingesetzt:

  • Tee: Ein Aufguss aus Wermutkraut wird traditionell zur Linderung von Verdauungsbeschwerden getrunken. Verwenden Sie dazu etwa einen Teelöffel getrocknetes Kraut auf 125 ml heißem Wasser und lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen.
  • Tinkturen: Alkoholische Auszüge aus Wermut bieten eine konzentrierte Form der Wirkstoffe und werden bei chronischen Beschwerden eingesetzt. Die empfohlene Dosierung liegt bei 10 bis 50 Tropfen ein- bis dreimal täglich.
  • Fluidextrakte: Diese flüssigen Konzentrate sind in Tropfenform erhältlich und ermöglichen eine exakte Dosierung, besonders nützlich bei Verdauungsproblemen und Appetitlosigkeit.
  • Trockenextrakte: Diese Form des Wermuts wird in Tabletten und Dragees verarbeitet und bietet eine einfache Möglichkeit, die richtige Dosierung sicherzustellen.

Neben der innerlichen Anwendung findet Wermut auch äußerlich Verwendung. Dabei sollten Sie stets eine sorgfältige Dosierung einhalten, um Nebenwirkungen aufgrund der potenziell toxischen Effekte von Thujon zu vermeiden. Verwenden Sie Wermut nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit und konsultieren Sie bei bestehenden gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt.

Vorsichtsmaßnahmen und mögliche Nebenwirkungen

Obwohl Wermut vielfältige gesundheitliche Vorteile bietet, sollten Sie bei der Anwendung besondere Vorsicht walten lassen:

  • Thujon-Gehalt: Thujon kann in hohen Dosierungen toxisch wirken und zu schwerwiegenden Symptomen wie Erbrechen, Magen- und Darmkrämpfen, Kopfschmerzen sowie Benommenheit führen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf die Anwendung von Wermut verzichten, da Thujon abtreibend wirken kann.
  • Kinder und Jugendliche: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ebenfalls auf Wermutprodukte verzichten.
  • Allergien: Personen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten Wermut meiden.
  • Magen-Darm-Geschwüre und Gallenerkrankungen: Bei bestehenden Geschwüren und Gallenerkrankungen ist die Verwendung von Wermut kontraindiziert.

Wenn Sie sich unsicher sind, konsultieren Sie bitte immer einen Arzt oder Apotheker, bevor Sie Wermut einnehmen. Achten Sie stets auf die empfohlene Dosierung und Dauer der Anwendung.