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Vor allem im Sommer können Kräuter bestens an der Luft getrocknet werden

Kräuter trocknen – so erhalten Sie das typische Aroma

Für jedes Gericht ist ein Kraut gewachsen. Wenn es nicht frisch auf der Fensterbank oder im Garten steht, muss eben die getrocknete Variante einspringen. Am besten eine, die selbst liebevoll und aus eigener Ernte hergestellt wurde.

Diese Kräuter lassen sich gut trocknen

Die Ernteüberschüsse einiger Kräuter, die in hiesigen Gärten gedeihen, lassen sich gut trocknen: Beifuß, Bohnenkraut, Kamille, Lavendel, Majoran, Oregano, Pfefferminze, Salbei, Thymian und Zitronenverbene.

Auch nicht verwendete Reste gekaufter Kräuter können in einen kleinen Trockenvorrat verwandelt werden. Hauptsache, sie werden getrocknet wenn sie noch frisch und einwandfrei sind.

Diese Kräuter sollten Sie trocknen!

In der sortenreichen Familie würziger Kräuter sind einige Vertreter, die sich nicht nur hervorragend trocknen lassen, sondern durch diesen Vorgang zusätzlich an Aromaintensität gewinnen. Von den oben aufgeführten Kräutern sind es:

  • Majoran
  • Oregano
  • Rosmarin
  • Thymian

Diese Kräuter nur im Ausnahmefall trocknen

Wenn wir in der Küche Gartenkräuter verwenden, wollen wir ihr typisches Aroma riechen und schmecken. Dieses jedoch schwindet bei einigen Kräutern, sobald der Trocknungsvorgang einsetzt. Daher sollten Sie folgende Kräuter nur frisch verwenden:

  • Basilikum
  • Dill
  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Zitronenmelisse

Sollten Sie von diesen Kräuterarten reichlich frische Stängel haben, die Sie nicht zeitnah aufbrauchen können, dann beachten Sie beim Trocknen folgende Punkte:

  • Kräuter schnell trocknen
  • Trocknungsprozess mit Elektrogeräten verkürzen

Sobald diese Kräuter vollständig getrocknet sind, sollten Sie gebrauchsfertig zerkleinert und in einem dunklen und gut verschlossenen Behälter aufbewahrt werden. Doch auch unter diesen Umständen wird sich ihr Aroma schneller verflüchtigen, als das bei den anderen Kräutern der Fall ist. Trocknen Sie deswegen lieber eine kleine Menge davon und verbrauchen Sie sie zeitnah.

Kräuter, die frisch einfach besser sind

Die letzte Gruppe der Kräuter beinhaltet alle Exemplare, die ausschließlich frisch verwendet werden sollten. Manche von ihnen lassen sich schwer trocknen, andere wiederum haben danach kaum noch Geschmack. Das sind u. a. Borretsch, Kresse Liebstöckel, Pimpinelle und Sauerampfer.

Tipps

Einige dieser Kräuter könnten Sie jedoch gut einfrieren oder durch Einlegen in Essig und Öl länger haltbar machen.

Aroma schonende Ernte und Vorbereitung

Viele Gartenkräuter enthalten ätherische Öle, die ihnen den besonderen Geschmack geben und zusätzlich heilende Wirkung für uns Menschen haben. Die Konzentration ätherischer Öle schwankt allerdings im Laufe eines Tages. Erkundigen Sie sich vor dem Pflücken, welche Tageszeit für ein bestimmtes Kraut ideal ist.

Darüber hinaus sollten Sie die nachfolgend aufgelisteten Hinweise beachten, damit Sie möglichst viel Aroma in die trockene Variante retten können.

  • nicht vor dem Trocknen zerkleinern
  • nicht ausgiebig waschen,
  • Verunreinigungen lediglich ausschütteln

Sollten die Gartenkräuter stark verunreinigt sein, müssen Sie sie natürlich waschen. Danach sollten diese aber unbedingt noch mit einem saugfähigen Küchenpapier trocken getupft werden.

Tipps

Kräuter im Garten können Sie auch einen Tag vorher mit dem Schlauch abbrausen und am Folgetag abgetrocknet ernten.

Geeignete Methoden für das Trocknen

Für das Trocknen von Kräutern stehen uns drei verschiedene Möglichkeiten offen:

  • Lufttrocknung,
  • Trocknung im Backofen
  • Trocknung im Dörrautomaten

Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, Kräuter schnell bei niedriger Stufe in der Mikrowelle zu trocknen. Die Mikrowelle geht allerdings nicht gerade zimperlich mit dem Aroma um und sollte lieber nicht zum Einsatz kommen.

Gartenkräuter an der Luft trocknen

Die Lufttrocknung arbeitet mit dem Faktor Zeit. Langsam und schonend wird den Kräutern die Feuchtigkeit entzogen, wobei das in ihnen verbleibt, worauf es uns ankommt: der typische Geschmack. Auch die ätherischen Öle bleiben bei der Lufttrocknung erhalten und die trockenen Gartenkräuter lassen sich weiterhin zum Wohle unserer Gesundheit nutzen.

  1. Befreien Sie das Kraut von Verschmutzungen. Geben Sie dafür die Stängel in ein Sieb und schütteln Sie sie vorsichtig. Nur wenn sie stark verunreinigt sind, sollten Sie zum Säubern Wasser verwenden.
  2. Tupfen Sie nasse Kräuter mit einem saugfähigen Küchenpapier trocken. Lassen Sie sie ggf. noch etwas an der Luft antrocknen.
  3. Binden Sie jeweils mehrere Zweige locker zu kleinen Bündeln zusammen.
  4. Hängen Sie die Bündel kopfüber auf. Lassen Sie dazwischen genügend Abstand, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann. Ein durchgehend warmer, schattiger und windgeschützter Ort ist optimal geeignet.

Die Lufttrocknung von Gartenkräutern dauert je nach Sorte zwischen 3 und 5 Tagen. Bevor Sie die Gartenkräuter wieder abhängen, stellen Sie sicher, dass diese wirklich trocken sind. Gerade wenn die Tage nicht sehr warm sind, kann die Trocknung etwas länger andauern.

Tipps

Vermeiden Sie unbedingt direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 35 °C, damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Kräuter nicht zerstört werden.

Kräutertrocknung im Backofen

Im Backofen lässt sich eine höhere Temperatur einstellen, als sie bei Lufttrocknung vorherrscht. Dadurch können die Gartenkräuter natürlich schneller ihre Feuchtigkeit verlieren.

Bedenken Sie jedoch bei dieser Art der Trocknung, dass das Ergebnis in der Qualität schlechter ausfällt. Nicht nur das typische Aroma leidet, auch die Konzentration heilender Inhaltsstoffe sinkt. Sind gerade Letztere gefragt, scheidet der Backofen für die Trocknung aus.

  • gesäuberte Gartenkräuter grob zerkleinern
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Kräuter auf Backpapier verteilen
  • niedrigste Temperaturstufe einstellen
  • keinesfalls über 50 °C
  • Backofentür einen Spalt offen lassen
  • Kräuter zwischendurch wenden

Das Trocknen im Backofen dauert zwar keine Tage, kann aber je nach Sorte 2 bis 5 Stunden in Anspruch nehmen. Prüfen Sie zwischendurch immer wieder, wie weit die Trocknung schon fortgeschritten ist. Die Kräuter sollten nicht länger als unbedingt nötig der Wärme ausgesetzt sein.

Lassen Sie die Kräuter danach noch etwas stehen, damit sie vollständig abkühlen und die Restfeuchtigkeit abdampfen kann.

Optimale Trocknung im Dörrautomaten

Ein Dörrautomat ist in immer mehr privaten Haushalten anzutreffen. Seine schonende Art Gemüse, Obst und Kräuter zu konservieren, hat sich bei ernährungsbewussten Menschen herumgesprochen. Zudem sind gute Geräte mittlerweile günstig im Handel zu haben. Wer oft eigene Gartenerzeugnisse oder auch gekaufte Ware trocknen möchte, sollte seine Anschaffung unbedingt erwägen.

  • trocknet schonend mit niedrigen Temperaturen
  • Trocknungsvorgang läuft automatisch ab
  • mehrere Schichten können gleichzeitig getrocknet werden
  • eignet sich auch für Gartenkräuter

Die Trocknung in einem Dörrautomaten dauert mehrere Stunden, vielleicht etwas länger als im Backofen. Um ein gutes Ergebnis zu bekommen, sollten Sie die Angaben in der Bedienungsanleitung unbedingt beachten.

Aufbewahrung der Trockenkräuter

Sobald die Kräuter getrocknet sind, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Licht und Wärme zersetzen immer mehr Aromastoffe. Von diesen beiden Einflüssen gilt es, die Kräuter zu schützen:

  • in einem dunklen Glas lagern
  • fest verschlossen
  • dunkel, trocken und kühl

Bevor Sie jedoch Ihre getrockneten Kräuter in den Vorratsschrank verstauen, sollten Sie sie vorher noch genau in Augenschein nehmen:

  • prüfen, ob sie wirklich trocken sind
  • kontrollieren, ob evtl. Schimmel dran ist
  • ggf. daran schnuppern

Haltbarkeit

Getrocknete Gartenkräuter sind im Prinzip jahrelang haltbar. Haltbar bedeutet hier aber lediglich, dass sie nicht verderben und somit essbar bleiben. Das Aroma verliert aber mit der Zeit immer mehr an Intensität. Wie schnell ein getrocknetes Kraut an Geschmack verliert, ist auch sortenabhängig. Während Petersilie beispielsweise schon nach wenigen Wochen kaum noch schmeckt, hat getrockneter Thymian auch noch nach einem Jahr noch eine Menge Würzkraft übrig.

Verbrauchen Sie deswegen getrocknete Kräuter zeitnah nach der Trocknung. Sobald der Vorrat zu Neige geht, können Sie erneut mit dem Trocknen beginnen.

Fazit für Schnell-Leser:

  • Geeignete Kräuter: Beifuß, Bohnenkraut, Kamille, Lavendel, Majoran, Oregano, Pfefferminze, Salbei, Thymian und Zitronenverbene
  • Bedingt geeignet:Basilikum, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Zitronenmelisse
  • Nicht geeignet: Borretsch, Kresse, Liebstöckel, Pimpinelle, Sauerampfer
  • Vorbereitung: Verunreinigungen nur ausschütteln; Waschen im Ausnahmefall, mit Küchenkrepp trocknen
  • Lufttrocknung: Kleine, lockere Bündel für etwa 5 Tage kopfüber aufhängen
  • Ort: Warm, schattig und windgeschützt; keine direkte Sonneneinstrahlung
  • Backofen: niedrigste Stufe, 2-5 Stunden; offener Türspalt
  • Dörrautomat: Schonende Trocknung; mehrere Stunden; Herstellerangaben beachten
  • Lagerung: In einem dunklen, verschließbaren Behälter; kühl und trocken
  • Haltbarkeit: Sortenabhängig; Aroma lässt nach, daher zeitnah verbrauchen

Artikelbild: Nitr/Shutterstock

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