Für Küche und Heilkunde: Rosmarin richtig trocknen

Rosmarin gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Durch sein intensives Aroma gewinnen auch sehr einfache Gerichte deutlich an Geschmack, außerdem macht das Gewürz schwer verdauliche Speisen leichter verdaulich. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern verliert Rosmarin durch das Trocknen nicht an Intensität, ganz im Gegenteil. Übrigens sollten Sie Rosmarin, insbesondere wenn er trocken ist, stets bereits zu Beginn des Garens hinzufügen. Wir zeigen Ihnen verschiedene, erprobte Methoden für das Trocknen von Rosmarin.

Rosmarin trocknen
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Rosmarin ernten

Grundsätzlich können Sie Rosmarin das ganze Jahr hindurch ernten, wobei entweder die einzelnen Nadeln (was sehr aufwändig ist, will man viel trocknen) oder ganze Triebe abgepflückt werden. Rosmarin kann problemlos auch während und nach der Blütezeit geerntet werden; wobei so manche Experten sogar der Ansicht sei, zu diesem Zeitpunkt sei das Kraut am würzkräftigsten. Allerdings sollten Sie zum Trocknen bestimmten Rosmarin am besten am späten Vormittag bzw. zur Mittagszeit ernten, wenn es seit etwa zwei, drei Tagen nicht mehr geregnet hat – dann ist das Kraut trocken genug, um nicht von Schimmel befallen zu werden. Abgepflückt werden nur gesunde und unbeschädigte Pflanzenteile.

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Rosmarinnadeln trocknen

Vor dem Trocknen sollten Sie die Rosmarinzweige oder -nadeln besser nicht waschen, da die Feuchtigkeit Schimmel begünstigt. Am besten trocknet Rosmarin, wenn Sie die einzelnen Nadeln liegend auf einem Küchentuch ausbreiten, mit Fliegengaze bedecken und an einem zimmerwarmen und gut belüfteten Ort aufbewahren. Dabei sollten Sie jedoch direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, da sich dadurch die ätherischen Öle verflüchtigen. Wenden Sie die Nadeln mehrmals täglich. Sie sind getrocknet, sobald sie sich leicht zerbröseln lassen und dabei knistern. Kleinere Mengen lassen sich anschließend mit einem Mörser gut zerkleinern, größere können in einer Küchenmaschine (mit Nussmahlaufsatz) gemahlen werden.

Rosmarin trocknen oder einfrieren?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, frische Rosmarinnadeln einzufrieren. Im Gegensatz etwa zu Basilikum verliert das Kraut dabei nicht an Aroma. Sie können ganze Zweige, aber auch nur die Nadeln einfrieren. Wenn Sie sich übrigens nicht die Mühe machen und jede Nadel einzeln abzupfen möchten, frieren Sie die Rosmarinzweige ein. Anschließend lassen sich die Nadeln einfacher vom Stiel entfernen.

Rosmarin durch Aufhängen trocknen

Ganze Zweige lassen sich auch prima durch Aufhängen trocknen. Dazu binden Sie einige Zweige locker zu einem kleinen Sträußchen zusammen und hängen diese – in ausreichendem Abstand, damit die Luft zirkulieren kann – kopfüber an einem trockenen und warmen Plätzchen auf. Achten Sie jedoch auch hier darauf, dass es dunkel ist – Sonnenlicht führt nur dazu, dass das Aroma sich verflüchtigt und die Nadeln als Gewürz schließlich unbrauchbar werden. Ideal sind etwa ein Heizungskeller, ein warmer Keller oder ein Dachboden. Die Zweige sind nach etwa zwei bis drei Wochen getrocknet, wobei sich die Stiele nicht verwenden lassen. daher sollten Sie lediglich die Nadeln abzupfen und aufbewahren.

Rosmarin im Backofen oder Mikrowelle trocknen

Wie viele andere Kräuter auch kann Rosmarin problemlos im Backofen getrocknet werden. Diese Vorgehensweise ist insbesondere dann anzuraten, wenn die herkömmlichen Methoden aufgrund von Platzmangel oder ungenügenden Bedingungen nicht funktionieren. Bei der Backofentrocknung gehen Sie wie folgt vor:

  • Heizen Sie den Backofen auf maximal 50 °C vor, besser sind jedoch 30 bis 40 °C.
  • Ernten Sie die Rosmarinzweige.
  • Entfernen Sie welke oder beschädigte Nadeln.
  • Rosmarin, der im Backofen getrocknet werden soll, kann zuvor gewaschen werden.
  • Trocknen Sie den abgewaschenen Rosmarin anschließend mit einem Küchentuch ab.
  • Legen Sie ein Ofenblech mit Backpapier aus.
  • Verteilen Sie die Rosmarinzweige großzügig auf dem Papier.
  • Lassen Sie genug Platz dazwischen, damit die Luft zirkulieren kann.
  • Schieben Sie das Blech mit dem Rosmarin in die oberste Schiene des Backofens.
  • Schließen Sie die Backofentür und klemmen Sie einen Weinkorken oder einen Holzlöffel zwischen Tür und Ofen.
  • Der so entstehende Spalt sorgt dafür, dass austretende Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Wenden Sie den Rosmarin etwa einmal pro Stunde.
  • Die Zweige sind nach etwa zwei bis vier Stunden fertig getrocknet.

Sobald sich Stiele und Nadeln nicht mehr biegen lassen und brüchig sind, ist der Rosmarin fertig getrocknet. Nun können Sie die Nadeln von den Stielen zupfen – die Stiele lassen sich nicht verwenden – und in einem geeigneten Gefäß aufbewahren. Wer will, kann die Nadeln zuvor auch mit einem Mörser, einer Getreide- oder Kaffeemühle oder mit einer Küchenmaschine fein mahlen. Natürlich kann Rosmarin auch in einem Dörrapparat getrocknet werden.

Getrockneten Rosmarin aufbewahren

Der getrocknete und abgekühlte Rosmarin (sofern er im Ofen getrocknet wurde) kann in fest verschließbare Behälter – optimalerweise mit Schraubverschluss – umgefüllt werden. Das fertige Gewürz sollte an einem dunklen und kühlen Ort, etwa im Küchenschrank, aufbewahrt werden. Sonnenlicht zerstört die empfindlichen und flüchtigen ätherischen Öle.

Tipps & Tricks

Rosmarinzweige sollten erst nach dem Trocknen, am besten jedoch erst direkt vor der Verwendung zerkleinert werden. Auf diese Weise bleiben die sehr flüchtigen ätherischen Öle am besten erhalten. Die Nadeln können geschnitten, gerebelt und auch gemahlen werden.

IJA

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Text: Ines Jachomowski

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