Rosmarin ernten und verarbeiten

Rosmarin kann, richtig gepflegt und an einem guten Standort platziert, durchaus zu einem ansehnlichen Busch von etwa zwei Metern Höhe heran wachsen. Zur optimalen Pflege gehört allerdings auch die richtige Ernte der Rosmarinnadeln. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

Rosmarin ernten
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Rosmarin spät vormittags oder mittags ernten

Der richtige Erntezeitpunkt hängt davon ab, wie Sie den Rosmarin anschließend verwenden wollen. Rosmarin, der getrocknet oder eingefroren werden soll, ist am besten am späten Vormittag oder zur Mittagszeit abzuschneiden. Außerdem sollte es ein trockener, sonniger Tag sein, damit sich keine überschüssige Feuchtigkeit auf den Blättern befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist etwaiger morgendlicher Tau zudem schon abgetrocknet. Feuchtigkeit führt, insbesondere beim Trocknen des Rosmarins, schnell zur Schimmelbildung. Des Weiteren enthält Rosmarin zu diesem recht späten Tageszeitpunkt die höchste Konzentration an aromatischen ätherischen Ölen. Rosmarin für die sofortige Verwendung kann dagegen zu jeder Tageszeit geerntet werden.

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Ernte dient gleichzeitig der Pflege

Rosmarin ist ein mehrjähriger Strauch, dessen Triebe zum Verholzen und damit zum Verkahlen neigen. Aus diesem Grund müssen die jungen, noch grünen Zweige regelmäßig beschnitten werden. Schließlich treiben frische Triebe nicht aus dem alten Holz aus. Demzufolge dient die Ernte zugleich der Schnittpflege, weshalb Sie möglichst nicht nur einzelne Zweige oder Nadeln, sondern ganze Äste möglichst nahe am verholzten Teil der Pflanze abschneiden sollten. Der Schnitt erfolgt mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer ebensolchen Schere.

Rosmarinnadeln ablösen

Die Rosmarinnadeln lassen sich entweder mit einer Nagelschere vom Stängel abschneiden oder, mit bedeutend weniger Aufwand, nachdem der ganze Zweig zunächst einmal eingefroren wurde. Die gefrorenen Nadeln können leicht abgestreift werden, wobei Sie sich allerdings beeilen sollten – die Pflanzenteile tauen sehr schnell wieder auf. Das Einfrieren hat keinen Einfluss auf den Geschmack des Rosmarins.

Verarbeitung des frisch geernteten Rosmarins

Verarbeiten Sie den Rosmarin nach der Ernte so schnell wie möglich, damit möglichst viele der flüchtigen ätherischen Öle erhalten bleiben. Nutzen Sie möglichst die ganzen Nadeln, denn durch das Zerkleinern geht sehr viel Aroma verloren. Dasselbe gilt auch für getrockneten oder anderweitig konservierten Rosmarin, der möglichst erst kurz vor der eigentlichen Verwendung gemahlen, geschnitten oder gerebelt werden sollte. Frisch geernteter Rosmarin kann entweder direkt verwendet, aber auch durch

  • Trocknung
  • Einfrieren
  • oder Einlegen

haltbar gemacht werden. Konservierter Rosmarin ist an einem dunklen Ort aufzubewahren, da die Sonneneinstrahlung die empfindlichen ätherischen Öle angreift. Verwenden Sie ausschließlich kräftig grüne, gesunde und unbeschädigte Nadeln. Welke und vertrocknet wirkende Blätter sind dagegen besser zu entsorgen.

Tipps & Tricks

Neben dem regelmäßigen Auslichten im Zuge der Ernte – achten Sie darauf, den Rosmarinstrauch möglichst gleichmäßig zu beschneiden und zu dicht stehende Triebe zu entfernen – erfolgt im Frühjahr ein Formschnitt, bei dem die Pflanze kräftig zurückgeschnitten werden kann. Diese Maßnahme dient sowohl der Gesunderhaltung als auch der Verjüngung. Im Herbst wird ein mediterranes Kraut wie Rosmarin dagegen nicht beschnitten.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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