Welche Ameisen im Haus nisten – Bestimmung und Hilfe

Immer mehr Mieter und Hausbesitzer suchen Hilfe, weil sich plötzlich Ameisen im Gebäude tummeln. Doch nicht immer handelt es sich um ein Problem. Gelegentlich verirren sich die Insekten in fremde Lebensräume. Eine Artbestimmung ist notwendig, damit mögliche Gefahren bekannt werden und Lösungen in Angriff genommen werden können.

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Wenn es draußen zu kalt oder nass ist, kommen Ameisen ins Haus

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt viele verschiedene Ameisensorten, die im Haus vorkommen
  • Hausmittel wie frische Kräuter, ätherische Öle oder Kupfer können Ameisen vertreiben
  • Süßes und Essensreste ziehen Ameisen an
  • Ameisen umzusiedeln ist nicht schwer und eine gift- und gewaltfreie Alternative zur Bekämpfung

Im Haus vorkommende Arten bestimmen

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Es ist äußerst wichtig, dass Sie vor den Bekämpfungsmaßnahmen die Ameisenart identifizieren. Dadurch bekommen Sie wichtige Informationen über die Lebensweise der verschiedenen Arten von Ameisen. Sie können leichter abschätzen, ob die Insekten wirklich in Wänden, Kellerräumen und Nischen siedeln oder ob sie sich nur in das Haus verirrt haben. Nicht alle Ameisen bevorzugen die Nähe des Menschen.

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 GattungGrößeBesonderheiten
WegameisenLasiuskleine Ameisenstellen kaum Ansprüche an den Lebensraum
WaldameisenFormicaca. 10 mm langAllesfresser, bauen meist Erdnester
Ross- oder RiesenameisenCamponotusgroße Ameisen, bis 18 mm langbesiedeln feuchtes Bauholz
Garten- oder KnotenameisenMyrmicamittelgroße Ameisen, ca. 5 mmbauen unterirdische Nester oder besiedeln Totholz

Braune Ameisen

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Die Rote Gartenameise kommt bei uns sehr häufig vor

Die Rote Gartenameise weißt eine rötlich braune Färbung auf und gehört zu den am weitesten verbreiteten Arten in Mitteleuropa. Sie besiedelt sehr verschiedene Lebensräume und ist in Wiesen, Gärten, Wäldern und Buschland anzutreffen. Hier nistet sie in Totholz, unter Moospolstern und Steinen oder im offenen Feld und ernährt sich von Honigtau. Als Ameisen im Haus kommen häufig andere braun gefärbte Arten in Frage.

Braune Wegameise (Lasius brunneus)

Diese Art trägt viele Namen und ist auch als Braune Holzameise bekannt. Sie ist markant zweifarbig und weißt unterschiedliche Brauntöne auf. Während Kopf und Hinterleib dunkelbraun gefärbt sind, erscheinen Rumpf, Stielchen und Extremitäten braungau oder gelblich braun und teilweise leicht rötlich.

Verwechslungsgefahren:

  • Rote Gartenameise (Myrmica rubra)
  • Zweifarbige Wegameise oder Rotrückige Hausameise (Lasius emarginatus)

Die Art ist an Gehölze gebunden. Sie besiedelt morsches Totholz lichter Wälder, alte Bäume auf Obstwiesen und in Gärten oder Parkanlagen. Hier ernährt sie sich vom Honigtau der Blattläuse. Gelagertes oder verbautes Holz, welches sich in der Nähe von Laubbäumen befindet, wird ebenfalls gerne besiedelt. Die Ameisen finden in durchfeuchtetem Bauholz, Gipskartonplatten und Wärmedämmplatten optimale Lebensbedingungen. Daher ist Lasius brunneus in Deutschland die am häufigsten gemeldet Schadameise.

Schwarze Ameisen

In diese Gruppe fallen Arten aus verschiedenen Gattungen, dessen Identifizierung größere Schwierigkeiten bereitet. Daher sollte nicht nur die Färbung sondern auch der Lebensraum genauer untersucht werden. Die Ansprüche an die Umgebungsbedingungen sind je nach Art recht unterschiedlich ausgeprägt.

Schwarze Wegameise (Lasius niger)

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Die Schwarze Wegameise ist im Wohnraum eher selten anzutreffeen

Die Art ist keine typische Hausameise. Sie baut ihre Nester in mäßig trockenen Habitaten und bevorzugt Hohlräume unter Steinen und im Rasen, um ihre wärmebedürftige Brut aufzuziehen. Wenn die Witterung suboptimal wird, sucht sie sich geschützte Bereiche und kann in Mauerspalten auftreten. Sie können durch Isolierungsmaterial in Häuser eindringen, wenn eine direkte Verbindung zwischen Isolierschicht und Nest besteht. Berichte von Nestern unter Blechdachkonstruktionen sind selten.

Typisch für die Art ist eine dichte Körperbehaarung, die je nach Lichteinfall unterschiedlich stark silbrig glänzt. Eine Bekämpfung der dunkelbraun bis schwarz gefärbten Ameisen ist meist sinnlos. Nachdem ein Volk ausgerottet wurde, siedelt sich die nächste Kolonie in den günstigen Nistgelegenheiten der Vorgänger an.

Schwarze Rossameise (Camponotus herculeanus)

Diese schwarz gefärbte Art hat dunkelrote Beine und Schuppen. Ihr Körper wirkt wegen der kurzen Extremitäten gedrungen. Die Ameise bevorzugt schattige und feuchte Böden in Wäldern. Sie kommt häufig in Fichtenwäldern in Gebirgslagen vor, kann aber auch in offenem Gelände und im Flachland beobachtet werden. Die Insekten besiedeln Holz durch äußerliche Beschädigungen oder über die Wurzeln.

Hier baut die Ameise ihre Nester:

  • überwiegend im Holz gesunder Bäume
  • bevorzugt Fichten, gelegentlich Kiefern, selten Laubholz
  • Nester reichen teilweise ins Erdreich
  • besiedelt nur verbautes Holz mit direktem Erdkontakt

Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

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Die Glänzendschwarze Holzameise nagt auch mal an einem Dachbalken

Diese Art zeichnet sich durch einen tiefschwarz gefärbten Körper aus, dessen Färbung im Licht auffällig glänzt. Mundwerkzeuge und Fühler sind bräunlich gefärbt. Die Holzameise baut ihre Nester bevorzugt in Totholz. Sie siedelt sich auch in Zaunpfählen oder Dachbalken von Gebäuden an, wobei moderne Häuser selten von dieser Art geschädigt werden.

Die Arbeiterinnen errichten im Holz ein sogenanntes Kartonnest, welches aus zerkautem Holz, Zucker und anderen Feststoffen besteht. Daraus entsteht eine schwärzliche Masse, welche in die selbst genagten Hohlräume gefüllt wird. Das Kartonnest bildet die Wachstumsgrundlage für den Pilz Cladosporium myrmecophilum. Sein feines Wurzelgeflecht durchdringt die dünnen Wände und verstärkt auf diese Weise das Nest.

Gelbe Ameisen

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Gelbe Wiesenameisen leben meist im Boden

Hell gefärbte Ameisen wie Gelbe Wiesenameise oder Gelbe Diebsameise leben unterirdisch im Substrat verschiedener Landschaften. Während sich die erstgenannte Art vom Honigtau der Wurzelläuse ernährt, nutzt die Diebsameise verwandte Arten aus. Diese Mini-Ameise stiehlt den Wirtstieren Beute, Eier, Larven und Puppen. Beide Arten haben es nicht auf menschliche Behausungen abgesehen.

Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Die Arbeiterinnen dieser winzigen Ameise wird etwa zwei Millimeter lang und ist bernsteingelb gefärbt mit einer dunklen Hinterleibsspitze. Brust und Hinterleib sind durch einen Stiel verbunden, auf dem zwei auffällige Höcker ausgebildet sind. Männliche Insekten sind schwarz gefärbt und etwas größer. Die Königin erreicht eine Größe bis 4,5 Millimeter und erscheint etwas dunkler als die Arbeiterinnen. Die Art wurde aus Asien eingeschleppt und hat sich zum weltweiten Kulturfolger entwickelt.

Hier leben Pharaoameisen:

  • in Gebäuden mit gleichbleibend hohen Temperaturen
  • beheizte Treibhäuser, Großküchen und Bäckereien
  • nach Einschleppung in Privathaushalten

Die Art ist nicht nur im Sommer sondern ganzjährig aktiv und überlebt den Winter im Freien nicht. Sie ist ein Allesfresser, der sich bevorzugt von eiweiß- und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ernährt. In Krankenhäusern stellen die Insekten ein Problem dar, weil sie von Blut und Eiter angelockt werden und Krankheiten übertragen. Eine Bekämpfung gestaltet sich schwierig, da die Nester versteckt sind. Fraßgifte mit langer Latenzzeit versprechen den größten Erfolg, denn diese werden in das Nest getragen und an Brut und Königin verfüttert.

Zwei- bis mehrfarbige Ameisen

Die Einteilung in ein- oder mehrfarbige Arten ist nicht immer eindeutig möglich. Wenn Sie Ihre Art nicht in dieser Kategorie finden, sollten Sie bei den einfarbigen Arten nachschauen. Unterschiedliche Farbstiche und -ausprägungen sind auch innerhalb einer Art möglich.

Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperdus)

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Die Braunschwarze Rossameise verirrt sich auch mal im Inneren

Diese Art zeichnet sich durch einen glänzenden Körper aus. Kopf und der größte Teil des Hinterleibs weisen eine schwarze Färbung auf, während das vordere Hinterleibssegment, Stielchen und Beine rotbraun leuchten. Die Rossameise bevorzugt deutlich wärmere Standorte als die verwandte Schwarze Rossameise. Sie besiedelt trockene und sonnige Laub- und Mischwälder. Gelegentlich ist sie auf verbuschten Trockenrasen und an Feldrainen zu finden.

Nestbau:

  • bevorzugt in weichem Totholz
  • Baumstämme in Höhen bis drei Meter und in Erdnähe
  • reine Erdnester sind möglich
  • besiedelt kein lebendiges Holz

Gelegentlich wird die Art als Hausameise angesehen. Wenn sie in unmittelbarer Nähe zu menschlichen Siedlungen auftritt, kann sie auch in Gebäuden vorkommen. Sie nistet in verbautem Holz von Häusern, Schuppen oder Brücken und baut Nester in Zaunpfählen.

Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus)

Die Art wird als typische Haus- und Gartenameise angesehen, wobei die wärmeliebende Ameise häufig mit Larius brunneus verwechselt wird. Sie ist auch unter der Bezeichnung Rotrückige Hausameise bekannt, denn die Brust weist eine rotgelbe bis rotbraune Färbung auf. Kopf und Hinterleib sind dunkelbraun gefärbt und heben sich deutlich von der Brust ab.

Die wärmeliebende Art kommt überwiegend in südlichen Teilen Deutschlands vor. Sie baut ihre Nester in Felsritzen, unter Steinen und in morschem Totholz. Da die Ameisen Felsbiotope bevorzugen, erscheinen auch mit Beton und Steinen versiegelte Siedlungsbereiche äußerst attraktiv. Sie können in Hauswänden und Mauerspalten oder im Gebälk nisten, wenn diese Nistplätze bereits durch Insekten und Pilze vorgeschädigt wurden.

Fliegende Ameisen

Geflügelte Ameisen stellen keine eigene Art dar. In einem Ameisenstaat gibt es Arbeiterinnen, Königinnen und Männchen. Während bei einigen Arten nur Männchen geflügelt sind, gibt es wenige Verwandtschaftsgruppen mit geflügelten Königinnen. Die Ausbildung der Flügel hat einen evolutionären Hintergrund. Dadurch sind die Insekten in der Lage, Paarungspartner außerhalb ihres Volkes zu erreichen.

Sollten Sie Ameisen mit Flügeln beobachten, die aus einer Nische herauskriechen, deutet das noch nicht auf eine aktive Vermehrung im Haus hin. Die Männchen suchen nach Partnern aus anderen Völkern, um ihren Hochzeitsflug zu vollführen.

Was hilft wirklich gegen Ameisen?

Wenn Sie Ameisen loswerden möchten, sollten Sie die Ursachen des Befalls beseitigen. Es reicht nicht aus, Hausmittel auf den Ameisenstraßen zu verteilen. Solche Maßnahmen sorgen für kurzzeitige Abhilfe, aber nach kurzer Zeit lassen sich die Insekten nicht mehr beeindrucken oder suchen sich alternative Wege ins Haus. Legen Sie Ihren Fokus auf das Nest.

Ameisen im Haus: Mittel zum Vergrämen und Anlocken

Vergrämen

Wenn Sie Ameisen vertreiben möchten, müssen Sie die Ameisenstraße bis zu ihrem Ende verfolgen. Hier befindet sich das Nest. Die darin lebenden Ameisen mögen keine Störung und werden ihre Brut schützen, wenn das Nest durch intensive Gerüche beeinträchtigt wird. Daher eignen sich Kräuter wie Kerbel, Lavendel oder Thymian ideal zum Vergrämen. Auch Essig trägt dazu bei, dass der Orientierungssinn der Insekten gestört wird. Wenn die Aromen verflogen sind, ist die Wirkung aufgehoben. Daher sollten Sie täglich frische Kräuter, Essig oder Teebaumöl direkt in die Nester einbringen.

Tipps

Münzen oder Baumaterialien aus Kupfer bringen kaum einen Erfolg in der Ameisenbekämpfung. Wirksam sind nur kupferhaltige Biozide, die allerdings Gewässer und andere Lebewesen stark schädigen können.

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Anlocken

Nutzen Sie verschiedene Mittel, um die Insekten anzulocken. Diese können Sie mit toxisch wirkenden Substanzen befüllen. Köder entfalten ihre Lockwirkung am besten im Frühjahr, bevor die Pflanzen austreiben und Blätter oder Wurzeln von Läusen befallen sind. Zu dieser Zeit sind Ameisen bereits auf Nahrungssuche und nehmen süße Flüssigkeiten und Lockmittel bereitwillig an. Später im Jahr nutzen die Insekten das Gebäude weiterhin als Nistplatz, wenn sie sich hier bereits angesiedelt haben. Sie gehen dann bevorzugt draußen auf Nahrungssuche.

Geeignete Köder:

  • Leberwurst
  • Thunfisch
  • Zuckerwasser
  • Bier und Likör
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Ameisen können mit giftigen Fallen erfolgreich bekämpft werden

Beseitigen

Klebfallen sind nur bedingt zum Bekämpfen geeignet, denn sie können nicht alle Ameisen einfangen. Natürlich wirkende Hausmittel wie Backpulver sind ebenfalls keine geeigneten Mittel. Damit Natron seine Wirkung erzielt, müssen Sie die Ameisen dick mit dem Backtriebmittel bestäuben. Nehmen die Insekten kleinste Partikel durch Säuberung auf, sterben sie. Backpulver sorgt für eine Veränderung des pH-Werts und führt nicht wie vielfach vermutet zum Platzen. Für vereinzelte Ameisen im Haus ist diese Methode durchaus wirksam.

Umsiedeln

Der Blumentopftrick hilft wenig bei Ameisen, die sich im Haus angesiedelt haben. Ein mit Nistmaterial befülltes Tongefäß wird dann angenommen, wenn das eigentliche Nest in Gefahr ist oder gestört wurde. Dazu muss der Topf direkt über das Nest gestellt werden, sodass die Ameisen ihre Brut in die neue Behausung tragen können. Das ist schwer möglich, wenn sich Ameisen in den Wänden angesiedelt haben. Daher zeigen solche Umsiedlungsversuche nur bei Arten Erfolg, die im Rasen ein Nest gebaut haben.

Vergiften

Wenn ein massiver Befall durch Ameisen vorliegt, kann nur Gift die Plage wirksam bekämpfen und sämtliche Ameisen vernichten. Auf Sprays sollten Sie grundsätzlich verzichten, denn dadurch verbreiten sich die toxischen Inhaltsstoffe in der Raumluft. Besser geeignet sind Fraßgifte, welche als Pulver ausgebracht und von den Ameisen gefressen werden. Als wirksames Mittel hat sich Fipronil erwiesen. Das Biozid hat eine hohe Latenzzeit, sodass auch die im Nest lebenden Königinnen und die Brut vergiftet werden.

Neuansiedlung nach erfolgreicher Bekämpfung vermeiden

Einzelne Ameisen stellen noch kein Problem dar. Haben sich die Insekten im ganzen Haus angesiedelt, kann der Schaden durch Ameisen im Haus beachtliche Ausmaße annehmen. Nester identifizieren ist das erste, was Sie machen sollten. Mögliche Schäden müssen behoben werden, denn nach einer Ausrottung ist eine Neubesiedlung in den vorhandenen Nistplätzen sehr wahrscheinlich.

Wenn Sie die Ameisen dauerhaft loswerden und effektiv bekämpfen möchten, sollten Sie beschädigte Isolierung und Balken austauschen und Wände renovieren. Dadurch entziehen Sie den Ameisen eine wichtige Lebensgrundlage und Duftspuren werden beseitigt. Nur so stellen Sie sicher, dass keine neuen Kolonien von außen zuwandern.

Warum kommen Ameisen ins Haus?

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Wer seine Küche frei von süßen Flecken hält, sollte mit Ameisen keine Probleme haben

Ameisenarten besiedeln verschiedene Lebensräume in der Natur. Dazu zählen Hohlräume unter Steinen, Löcher in der Erde oder morsches Holz. Viele Gebäude sind so ausgestattet, dass die Baumaterialien den natürlichen Nistplätzen ähneln. Daher kommt es vor, dass sich Ameisen in Fassadenrissen, unter Terrassenplatten oder im verbauten Holz ansiedeln. Wenn die Insekten in Haus und Wohnung Ameisenstraßen folgen, sind sie auf der Suche nach Nahrung. Sie kommen durch undichte Fenster und Türen oder sonstige Spalten durch die Fassade in die Innenräume. Im Haus können Ameisen ganzjährig auftreten.

Bevorzugte Nahrung:

  • Süßigkeiten
  • Fleisch und Käse
  • Obst und Brot

Exkurs

Der Ameisenalgorithmus

Wenn eine Ameise auf eine neue Nahrungsquelle stößt, nimmt sie Nahrung zu sich und krabbelt zurück zu ihrem Bau. Auf dem Rückweg spritzt das Insekt Pheromone aus, um den Weg zu markieren. Zu Hause angekommen würgt es Teile der Nahrung hervor, um die Mitbewohner anzuregen. Diese machen sich auf den Weg und folgen der Duftspur. Auch sie setzen auf dem Heimweg zahlreiche Duftstoffe, damit dieser umso stärker riecht.

Zuerst suchen sich die Ameisen den Weg zur Futterquelle anhand der vorhandenen Duftmarken. Da diese noch schwach duften, gelangen weitere Ameisen auch über andere Pfade zur Nahrung. Die Insekten, die den kürzesten Weg gefunden haben, kehren schneller zum Nest zurück. Auf dem kürzeren Pfad ist die Pheromonkonzentration nun am höchsten, weshalb die nachfolgenden Insekten diesen Weg bevorzugen. Eine Ameisenstraße ist entstanden.

Ameisen sind keine primären Holzzerstörer

Die Insekten gelten nicht als Holzzerstörer im engeren Sinn, denn sie können die Fasern nicht als Nahrung verwerten. Einige auf Totholz spezialisierte Arten nutzen dieses lediglich als Nistsubstrat und besiedeln Hohlräume und Gänge, die von holzzersetzenden Pilzen und Schadinsekten angelegt wurden. Wenn sie sich in verbautem Holz ansiedeln, dann nutzen sie auch hier bevorzugt marode und vorgeschädigte Holzbauteile. Die unterschiedlichen Härtegrade des Holzes werden effektiv ausgenutzt. Frühholzteile lassen sich leicht ausräumen, während das Spätholz als Wände zwischen den Kammern stehen bleibt.

Verirrte Ameisen

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Über Blumentöpfe können Ameisen ins Haus gelangen

Gelegentlich kommt es vor, dass Ameisen im Blumentopf am Haus Nester bauen. Unbemerkt kann die Kolonie in das Haus transportiert werden, wenn der Kübel zum Überwintern in den Keller gebracht wird. Daher sollten Sie das Substrat gründlich überprüfen. Haben sich Ameisen angesiedelt, können Sie diese mit Wasser wirkungsvoll bekämpfen. Im Tauchbad werden die Gänge durchspült, sodass die Ameisen mitsamt ihrer Brut die Flucht ergreifen.

Wenn Ameisen doch im Holz siedeln

Eine direkte Zerstörung von Holzwerkstoffen durch Ameisen ist dennoch möglich, obwohl es die Ameisen nicht vorrangig auf Gebäude und intaktes Holz abgesehen haben. Oft bieten die Baumaterialien für die Insekten völlig innovative Nistmöglichkeiten mit optimalen Bedingungen zur Brutaufzucht. Durch Spritzwasser durchfeuchtete Wärmeverbundsysteme sind ein ideales Nistsubstrat. Sie gewährleisten ein perfektes Klima, welches den Bedingungen im Totholz ähnelt.

Ameisen lassen sich von fortschrittlichen Entwicklungen beeinflussen. Sie gehen mit der Zeit und nutzen neue Nistgelegenheiten in gedämmten Fassaden.

Indizien für Ameisennester

Die Suche nach Indizien liefert eine schnelle Auskunft darüber, ob ein Ameisennest in Haus und Wohnung wahrscheinlich ist. Ameisen treten nicht ohne Grund auf. Sie benötigen optimale Lebensbedingungen in der Nähe des Hauses und müssen erst den Weg hinein ausfindig machen. Diese Indizien erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Ameisenkolonie im Haus angesiedelt hat. Es kann trotz Bejahung dieser Aspekte vorkommen, dass sich einzelne Ameisen nur in Küche und Bad verirrt haben.

Wo Ameisennester wahrscheinlich sind

  • Fassadendämmung: Sockelbereich mit Erdkontakt und von dichter Vegetation bewachsen
  • Fachwerkhaus: von dicht bepflanztem Gemüsegarten umgeben
  • Zwischenwände: in feuchten Bädern und kühlen Schlafzimmern, Holzbalken durch Pilze und Insekten vorgeschädigt

Tipps

Die Deutsche Ameisenschutzwarte e.V. hat zahlreiche Landesverbände, in denen ehrenamtliche Ameisenexperten ihre Hilfe zur Verfügung stellen.

Haus und Wohnung kontrollieren

Stoßen Sie beim Putzen regelmäßig auf kleine Häufchen mit Mehl aus Sägespänen, Mörtel oder Dämmmaterial, ist ein Befall durch Insekten wahrscheinlich. Diese Annahme wird unterstützt, wenn Sie in den Häufchen Reste von Insektenkörper finden. Tote Ameisen auf dem Boden müssen dagegen nicht auf einen Schädlingsbefall hindeuten.

Wenn das Gebäude teilweise oder ganz aus Holzbalken gebaut wurde, bietet es Ameisen potentielle Nistmöglichkeiten. Diese Nistplätze sind noch attraktiver, je feuchter sie sind. Daher kommen Ameisennester häufig in der Nähe von Feuchtigkeitsquellen wie Bad, Küche oder Wintergarten vor, wo die Baukonstruktion eine höhere Feuchtigkeit im Holz aufweist.

Umgebung überprüfen

Damit Ameisen den Weg in Ihr Haus finden, müssen sie bereits gute Lebensbedingungen in der Umgebung finden. Ein angrenzender Wald, dichte Vegetation direkt an der Hausfassade oder ein Garten können als Indizien herangezogen werden. Zwischen Haus und Garten muss eine direkte Verbindung bestehen, die für Ameisen attraktiv erscheint.

Häufig gestellte Fragen

Woher kommen Ameisen im Haus?

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Nicht immer bedeuten Ameisen im Haus eine Neuansiedlung einer Kolonie

Wenn Sie plötzlich Ameisen im Haus finden, kann das verschiedene Ursachen haben. Oft wandern Ameisenkolonien von außen zu und lassen sich in bereits vorgefertigten Nistmöglichkeiten nieder. Das ist der Fall, wenn in der Nähe ein alter Baum gefällt oder ein Schuppen abgerissen wird. Sie finden diese Plätze über Duftspuren alter Ameisenstraßen oder werden von süßen Düften angelockt.

Eine neue Koloniegründung durch eine Königin direkt im Haus ist eher unwahrscheinlich. Es kann durchaus sein, dass sich nach Regen Ameisen im Haus ansammeln. Oft handelt es sich um erdbewohnende Arten, die in direktem Anschluss zum Haus nisten. Ist das Nest überschwemmt, versuchen die Insekten ihre Brut ins Trockene zu retten.

Wie kann ich Ameisen im Haus vermeiden?

Sollten jedes Jahr Ameisen im Haus und Garten zur Plage werden, helfen einfache Tipps. Damit den Ameisen der Zugang zum Gebäude verwehrt bleibt, sollten sämtliche Eintrittspforten geschlossen werden. Dazu zählen nicht nur sichtbare Spalte unter Fenster und Türen sondern auch unterirdische Risse an der Fassade. Hier können erdbewohnende Ameisen leicht in die Dämmung gelangen. Mit Kontaktgiften versehene Streifen können dort ausgebracht werden, wo keine Abdichtung möglich ist.

Lohnt sich eine Schädlingsbekämpfung durch Kammerjäger?

Wenn Sie sich für einen Schädlingsbekämpfer entscheiden, sollten Sie sich genau über die Vorgehensweise informieren lassen. Ein professioneller Kammerjäger verfügt über Artenwissen und identifiziert die Art, bevor er Maßnahmen ergreift. Anhand dieser Information kann er einschätzen, ob sich die Ameisen tatsächlich im Haus niedergelassen haben könnten. Fachmänner kontrollieren die Räume auf mögliche Spuren und dichten Eintrittspforten ab. Wahllos ausgebrachte Gels oder Langzeitmittel versprechen meist keinen Erfolg.

Wovon ernähren sich Ameisen im Haus?

Das Nahrungsspektrum der Ameisen ist breit gefächert. Viele Arten ernähren sich von Honigtau, während andere Ameisen Allesfresser sind. Im Haus haben sie es auf zucker- und eiweißhaltige Nahrungsmittel abgesehen. Sie fressen Obst, Fleisch und Käse oder Brotkrümel.

Text: Christine Riel
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