Viburnum
Schneeweiß oder zartrosa: Die Blüten des Schneeballs erinnern wahrhaftig an reinen Schnee

Schneeball beschenkt uns mit duftender Blütenpracht zu jeder Jahreszeit

Mit duftigen Blütenbällchen und dekorativem Laub bereichert das Ziergehölz mit dem treffenden Namen Schneeball den Garten. Dank ihrer mannigfaltigen Artenvielfalt lässt die bezaubernde Viburnum-Gattung keinen Gärtner mit leeren Händen dastehen. Wie gut, dass die facettenreichen Sträucher in Puncto Pflanzen und Pflege an einem Strang ziehen. Offene Fragen rund um eine florierende Kultivierung erhalten hier fundierte Antworten.

Schneeball richtig pflanzen

Im Herbst oder Frühjahr ist Pflanzzeit für einen Viburnum. Hierzu heben Sie eine Pflanzgrube aus mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens. Geben Sie die ausgehobene Erde in eine Schubkarre, um Kompost, Lauberde oder Hornspäne unterzumischen. Der Schneeball ist derweil nicht untätig, sondern nimmt in einem Eimer soviel Wasser auf, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Erst dann topfen Sie das junge Gehölz aus, um es mittig einzupflanzen. Bitte achten Sie darauf, dass der Wurzelhals dabei nicht mit Erde bedeckt wird. Drücken Sie die Erde mit den Händen fest, gießen großzügig an und mulchen mit Laub oder Rindenmulch.
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Pflegetipps

Mit diesem Pflegeprogramm erfüllen Sie die Ansprüche der zahlreichen Sorten innerhalb der breit gefächerten Viburnum-Gattung:

  • Die Erde konstant leicht feucht halten
  • Während der Wachstums- und Blütezeit alle 2-3 Wochen organisch oder flüssig düngen
  • Vorzugsweise einen Phosphat-betonten Dünger verabreichen, um die Blühfreudigkeit zu fördern
  • Leichter Rückschnitt unmittelbar nach der Blütezeit sowie gründlich auslichten

Ein leichter Winterschutz ist ratsam, indem Sie die Wurzelscheibe mit Laub, Reisig, Rindenmulch oder Stroh bedecken. Junge Gehölze erhalten eine Hülle aus luftdurchlässigem Vlies. An Pflanzgefäßen hält ein Mantel aus Noppenfolie oder Jutebändern sowie ein Fuß aus Holz den klirrenden Frost fern von den Wurzelballen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Mehrheitlich favorisieren Schneeball-Arten und Sorten einen sonnigen und geschützten Standort. Für lichtarme Lagen sind Spezialisten zur Stelle, wie der einheimische Viburnum opulus. Einigkeit herrscht unter den Ziersträuchern darüber, dass sie nicht gerne von heftigen Winden zerzaust werden. Der Platz in einer Windschleuse zieht überdies im Winter erhebliche Probleme nach sich.
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Der richtige Pflanzabstand

Stimmen Sie den Pflanzabstand ab auf die zu erwartende Wuchshöhe und Breite. Einige der schönsten Schneeball-Sträucher werden ebenso breit wie hoch, wie der Hybride ‚Eskimo‘ mit 150 cm oder der mächtige ‚Roseum‘ mit 400 cm. Da ein alljährlicher Form- und Erhaltungsschnitt nicht immer obligatorisch ist, hat sich in der Praxis bewährt, als Mindestabstand die halbe Wuchsbreite anzusetzen.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Ein Schneeball gedeiht in jeder guten Gartenerde, die nährstoffreich, humos und gut durchlässig ist. Darüber hinaus fühlt sich das Ziergehölz wohl, wenn es seine Wurzeln in frisch-feuchtem Boden ausstrecken kann, der nicht von Staunässe bedroht ist.
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Wann ist Blütezeit?

Der Schneeball beschenkt uns eine breit gefächerte Arten- und Sortenvielfalt mit individuellen Blütezeiten. Mithilfe einer geschickten Kombination, ziert die rosaweiße Blütenpracht den Garten das ganze Jahr hindurch. Die folgenden Beispiele mögen Ihrer Inspiration dienen:

  • Winter-Duftschneeball (Viburnum bodnantense): Blütezeit von Oktober bis März
  • Frühlings-Schneeball (Viburnum burkwoodii): Blütezeit von März bis April
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana): Blütezeit von Mai bis Juni
  • Amerikanischer Schneeball (Viburnum nudum): Blütezeit von Juni/ Juli bis August/September

Damit im weiteren Verlauf die roten und schwarzen Beeren gedeihen, schneiden Sie verwelkte Blüten nicht ab. Die Vögel des Gartens werden es Ihnen danken.
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Schneeball richtig schneiden

Schneiden Sie das Ziergehölz unmittelbar nach der Blüte zurück. Zumindest die verwelkten Blüten werden mitsamt Stiel abgeschnitten. In welchem Umfang Sie darüber hinaus die Zweige einkürzen, hängt ab von Ihrer persönlichen Entscheidung sowie der kultivierten Sorte. Auf jeden Fall wird der Strauch ausgelichtet, indem Totholz und kümmerliche Triebe an der Basis gekappt werden. Beginnend mit dem vierten Standjahr entfernen Sie im 2-Jahres-Rhythmus 3-4 der ältesten Äste vollständig im Sinne einer permanenten Verjüngungsmaßnahme. Haben Sie sich indes dazu entschieden, die dekorativen Beerenfrüchte sprießen zu lassen, wird dieser Termin entsprechend verschoben.
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Schneeball gießen

Da Viburnum als Flachwurzler eine frisch-feuchte Erde bevorzugen, stimmen Sie den Wasserhaushalt auf den jeweiligen Bedarf ab. Ist der Boden angetrocknet, gießen Sie reichlich, bis keine Feuchtigkeit mehr aufgesogen wird. Mit dem nächsten Gießdurchgang warten Sie ab, bis die Daumenprobe erneut auf angetrocknetes Substrat hinweist. Zur warmen Jahreszeit und in voller Blüten- und Blättertracht werden Sie sich sehr viel häufiger auf den Weg zu Ihrem Schneeball begeben, als im Winter.
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Schneeball richtig düngen

An Sträuchern im nährstoffreichen Gartenboden, deckt eine monatliche Düngung mit Laubkompost, Hornspänen oder Pferdedung den Bedarf ab. Im Kübel raten wir zu einem Phosphor-betonten Flüssigdünger, den Sie während der Wachstums- und Blütezeit nach Dosierungsanleitung des Herstellers verabreichen. Bitte beachten Sie, dass während der jeweiligen Wachstumsruhe eines Schneeball-Strauches keine Nährstoffzufuhr erfolgt.
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Schädlinge

Über einen Schädlingsbefall werden Sie an Viburnum nur selten zu klagen haben. Kommt es zu Problemen, stecken zumeist die omnipräsenten Blattläuse dahinter. Untersuchen Sie daher regelmäßig die Ober- und Unterseiten der Blätter, ob sich die braunen, gelben, schwarzen oder weißen Läuse dort niedergelassen haben. Im frühen Befallsstadium ist der Griff zur chemischen Keule überflüssig, denn die klassische Schmierseifenlösung toppt hinsichtlich Wirksamkeit jedes Insektizid. Vermischen Sie 1000 ml Wasser mit 15 ml reine Seife und geben noch einige Tropfen Spiritus hinzu. Mit diesem Mix besprühen Sie alle 2 Tage die infizierte Pflanze, bis die Plagegeister verschwunden sind.
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Überwintern

Winterhart sind sie allesamt. Dennoch bestehen Unterschiede im Grad der Frostfestigkeit eines Viburnum. Da bei zahlreichen Hybriden eine genaue Zuordnung nicht mehr möglich ist, empfehlen wir aus Gründen der Vorsicht folgende Vorkehrungen für eine unbeschadete Winterzeit:

  • Die Wurzelscheibe bedecken mit Herbstlaub, Stroh oder Nadelreisig
  • Pflanzgefäße dick einpacken mit Noppenfolie, Vlies oder Jutebändern
  • Töpfe auf Kälte-isolierendes Material stellen, wie Holz oder Styropor

In winterrauen Lagen und an jungen Pflanzen stülpen Sie ergänzend eine atmungsaktive Haube über das Geäst. Da Winterblüher und immergrüne Sorten permanent Wasser verdunsten, gießen Sie diese auch während der kalten Jahreszeit, wenn Schnee und Regen ausbleiben.
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Schneeball vermehren

In Puncto Vermehrung sind sich Baumschulen und Hobbygärtner einig. Mit Kopfstecklingen ziehen Sie unkompliziert und ausfallsicher neue Viburnum heran. Steht der Strauch voll im Saft, schneiden Sie nicht blühende, halbverholzte Triebe unterhalb eines Blattknotens mit einer Länge von 10-15 cm ab. Diese entlauben Sie in der unteren Hälfte und stecken die Ableger in Töpfchen mit magerem Substrat. Am halbschattigen, warmen Standort halten Sie die Erde leicht feucht, während die Stecklinge emsig bewurzeln. Bis zum Herbst oder Frühjahr topfen Sie bei Bedarf Ihre Zöglinge immer dann um, wenn das Anzuchtgefäß durchwurzelt ist. Ab einer Wuchshöhe von 20 cm, verabreichen Sie alle 2-3 Wochen einen verdünnten Flüssigdünger. Wiederholtes Entspitzen der Triebe fördert ein extra buschiges Wachstum und eine reiche Blütenfülle.
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Wie pflanze ich richtig um?

Innerhalb der ersten 5 Lebensjahre verkraften Viburnum einen Standortwechsel ohne weiteres. Wichtigste Prämisse ist, dass Sie das Gehölz während der laublosen Zeit umpflanzen. Darüber hinaus leistet eine ausgiebige und regelmäßige Wasserversorgung in der Folgezeit einen wichtigen Beitrag zu einer erneuten Verwurzelung.
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Schneeball im Topf

Für Ihre kreativen Gestaltungsideen im Topf sind zahlreiche Sorten wunderbar geeignet, wie der immergrüne Lorbeer-Schneeball (Viburnum tinus) oder der kompakte Hybride ‚Eskimo‘. Als Substrat empfehlen wir eine qualitativ hochwertige Kübelpflanzenerde, die zugleich strukturstabil genug ist, um einem Schneeball auch als Hochstamm Halt zu bieten. Eine wasserführende Schicht aus Tonscherben oder Splitt beugt am Topfboden schädlicher Staunässe effektiv vor. So pflegen Sie das Schmuckstück richtig:

  • Das Substrat konstant leicht feucht halten
  • Während der Wachstums- und Blütezeit flüssig düngen mit einem Phosphor-betonten Präparat
  • Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte, in Verbindung mit einem gründlichen Auslichten

Unabhängig von der individuellen Blütezeit, empfehlen wir für einen Schneeball im Topf einen Winterschutz. Hüllen Sie den Topf ein in Luftpolsterfolie. Wem das in der Optik zu nüchtern erscheint, wickelt noch bunte Jutebänder darum. Sorten, die nicht zur Winterzeit blühen, erhalten zusätzlich eine Haube aus atmungsaktivem Vlies.
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Ist Schneeball giftig?

Alle Ziersträucher der Viburnum-Gattung enthalten giftige Glycoside und toxisches Viburnin. Das gilt für Blätter, Blüten, Triebe und insbesondere für unreife Beeren. Die Früchte verlieren bei Vollreife zwar ihre Toxizität, stellen bis dahin jedoch eine Gefahr für kleine Kinder und Haustiere dar. Bereits der Verzehr kleinerer Mengen löst Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Herzrhythmusstörungen aus.
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Schöne Sorten

Die fantastische Viburnum-Gattung beschenkt uns mit herrlich blühenden Sorten zu unterschiedlichen Blütezeiten. Die folgende Selektion stellt Ihnen die schönsten Schneeball-Züchtungen vor, damit Sie zu keiner Jahreszeit auf die aparten Blütenbällchen verzichten müssen.

  • Gwenllian: Bezaubernder Viburnum mit immergrünen Blättern und weißen Blüten von November bis März; 100-150 cm
  • Dawn: Edler Winterschneeball, der mit rosaweißen Blüten von Januar bis März die Tristess aus dem Garten vertreibt; 200-250 cm
  • Oster-Schneeball: Beschert uns rosa Knospen und weiße Blüten zum Osterfest und wintergrünes Laub; 150-300 cm
  • Aurora: Wunderbar duftende, weiße Blütenschönheit, die im April und Mai Frühlingsgefühle weckt; 100-180 cm
  • Eskimo: Besticht mit kugeligen Schneeball-Blüten von April bis Mai und kompaktem Wuchs; 100-150 cm
  • Roseum: Premium-Sorte, die uns mit rosaweißen, gefüllten, 8 cm großen Blüten im Mai und Juni begeistert; 250-350 cm
  • Mariesii: Cremeweiß blühender Japanischer Schneeball von Mai bis Juni mit Pagodenähnlichem Habitus; 150-200 cm
  • Blue Muffin: Setzt sich mit cremeweißen Blüten von Mai bis Juni in Szene und stahlblauen Beeren im Herbst; 100-150 cm
  • Pink Beauty: Verschwenderische Blütenfülle in Pink von Juli bis August und bunter Herbstfärbung; 150-300 cm
Text: Paula Jansen

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