duftschneeball
Der Duftschneeball macht mit seinen duftenden Blüten seinem Namen alle Ehre

Duftschneeball: Pflanzen und schneiden

Unter der Bezeichnung Duft-Schneeball versteht der Gärtner verschiedene Schneeball-Arten, die durch den betörenden Duft ihrer weißen oder rosafarbenen Blüten auffallen. In der Regel handelt es sich um sommergrüne, pflegeleichte Sträucher mit breitbuschigem Wuchs und früher Blüte: Meist zeigen Duftschneebälle ihre Pracht in den Monaten März und April, so mancher öffnet die kugel- bis schirmförmigen Blütendolden jedoch schon ab November.

Herkunft und Verbreitung

Die meisten der rund 100 Schneeball-Arten stammen aus Ostasien, da macht auch der häufig in deutschen Gärten angepflanzte Duft-Schneeball Viburnum farreri keine Ausnahme. Dieser hat seine Heimat in den nordwestlichen Provinzen Chinas, wo die klimatischen Verhältnisse durchaus vergleichbar den mitteleuropäischen sind. Hier ist der in seiner Wildform bis zu fünf Meter hohe, sommergrüne Strauch vornehmlich an den Rändern sowie in den lichten Bergwäldern zu finden, wo er bevorzugt auf frischen und humusreichen Böden wächst.

Der häufig als Duftschneeball bezeichnete Viburnum farreri sowie der Großblumige Schneeball (bot. Viburnum grandiflorum) sind die beiden Elternarten der hybriden Form Viburnum x bodnantense, der ebenfalls als Duftschneeball bezeichnet wird. Bekannter ist die Hybride jedoch unter dem Namen Winterschneeball, den sie wegen ihrer extrem frühen Blüte trägt.

Verwendung

Pflanzen Sie den Duft-Schneeball entweder in Einzelstellung – beispielsweise inmitten einer Rasenfläche oder als Mittelpunkt oder Hintergrund einer Staudenrabatte zusammen mit Phlox, Rittersporn oder Bienenbalsam – oder in Gruppen. Bei einer Gruppenpflanzung können Sie nur die Art gemeinsam setzen, beispielsweise als Blütenhecke, oder mit anderen Gehölzen wie etwa Rhododendron, Flieder, Hartriegel, Pfaffenhütchen oder einem Japanischen Ahorn.

Aussehen und Wuchs

Grundsätzlich gehört der Duftschneeball zu den eher langsam wachsenden Gehölzen, der pro Jahr lediglich etwa zehn bis 25 Zentimeter zulegt. Ausgewachsen wird der straff aufrecht wachsende Strauch bis zu etwa zwei Metern hoch und zwei Meter breit. Die Zweige hängen oftmals leicht über, zudem bildet der Strauch mit der Zeit zahlreiche Ausläufer aus. Durch diese sowie über aus den Wurzeln wachsenden Bodentrieben kann das Gehölz leicht größere Flächen bewachsen. Die Krone ist meist recht dicht, die Rinde typischerweise leicht rötlich gefärbt. Ältere Rinde blättert zudem häufig in hauchzarten Schüppchen ab.

Blätter

Viburnum farreri ist ein sommergrüner Strauch, dessen Laubblätter im Herbst eine hübsche rote bis tiefviolette Herbstfärbung annehmen. Diese kommt insbesondere vor dem immergrünen Hintergrund einer Anpflanzung von Rhododendren prächtig zur Geltung. Die Laubblätter des Duftschneeballs sind gegenständig angeordnet, lanzettlich bis elliptisch geformt und zumeist zugespitzt. Sie sitzen an etwa zwei Zentimeter langen, rötlichen Stielen. Sie sind bis zu acht Zentimeter lang und vier Zentimeter breit.

Blüte und Blütezeit

Die Hauptblüte des Duftschneeballs zeigt sich zwischen März und April, allerdings öffnen sich bei milder Witterung bereits ab Ende Oktober / Anfang November vereinzelte Blütenstände den ganzen Winter über. Die Knospen besitzen eine intensive rosa Farbe und sitzen rispenartig angeordnet an den Enden der kurzen Seitentriebe. Die sich daraus öffnenden Röhrenblüten sind jedoch weiß gefärbt. Sie haben eine längliche Form und können etwa anderthalb Zentimeter lang werden. Der Duftschneeball trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Seine Blüten verströmen einen intensiven Geruch, der von den meisten Menschen als angenehm empfunden und bereits aus einigen Metern Entfernung wahrgenommen wird.

Früchte

Da während der Blütezeit des Duftschneeballs in unseren Breitengraden noch keine Bienen, Hummeln etc. umherschwirren, erfolgt nur selten eine Befruchtung – damit sind auch Früchte unwahrscheinlich. Falls sich solche doch einmal entwickeln sollten, haben sie eine längliche Form und sind grün bis rötlich überhaucht. Außerdem sollten Sie in einem solchen Fall Vorsicht walten lassen, die Früchte des Duftschneeballs sind leicht giftig.

Giftigkeit

Neben den Früchten gilt die ganze Pflanze als schwach giftig, wobei keine schwer wiegenden Folgen aufgrund einer Vergiftung zu befürchten sind. Im äußersten Fall kommt es zu Übelkeit, Durchfall und / oder Erbrechen.

Welcher Standort ist geeignet?

Am liebsten steht der Duftschneeball an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, an dem er einige Stunden pro Tag im vollen Sonnenlicht baden kann. Hier bildet der Strauch besonders viele Blüten aus, sofern der ausgewählte Platz geschützt und wenig spätfrostgefährdet ist – starken Frost vertragen die geöffneten Blüten nämlich nicht. Pflanzen Sie das Gehölz also am besten in der Nähe einer schützenden Mauer oder direkt vor einer Hecke, sofern es dort nicht zu schattig ist. Ist der Standort wiederum zu dunkel, fällt die Blüte des Duftschneeballs merklich spärlicher aus, auch die sonst so intensive Herbstfärbung gerät schwächer.

Boden

Hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit ist der Duftschneeball allerdings recht anspruchslos. Am wohlsten fühlt sich der Strauch in einem an Humus und Nährstoffen reichen, frischen bis mäßig feuchten Untergrund, der jedoch locker und tiefgründig ist. Zwar braucht das Gewächs einen gleichmäßig feuchten Standort, verträgt aber keine Staunässe. Insofern sollten Sie lehmhaltige Böden vor der Pflanzung gründlich auflockern und gegebenenfalls eine Drainage einarbeiten. Zudem ist es an jedem Standort sinnvoll, die Erde mit reichlich Kompost aufzuwerten – der Duftschneeball hat einen hohen Nährstoffbedarf. Im Hinblick auf den pH-Wert ist der Strauch sehr anpassungsfähig.

Duftschneeball richtig pflanzen

Zwar wird Viburnum farreri meist als Containerware angeboten und ist somit grundsätzlich jederzeit pflanzbar, dennoch empfehlen Experten eine Pflanzung im Frühjahr. Diese ist deshalb von Vorteil, weil der Strauch bis zum ersten Winter ausreichend Zeit hat, sich gründlich einzuwurzeln und somit die Chancen besser stehen, dass er die kalte Jahreszeit unbeschadet übersteht. Außerdem sollten Sie – falls eine Eingrenzung gewünscht ist – zusätzliche eine Wurzelsperre mit einsetzen, die einen Durchmesser von mindestens 150 Zentimetern haben sollte. Der Duftschneeball verbreitet sich gern über Ausläufer und kann deshalb mit den Jahren größere Flächen für sich einnehmen. Des Weiteren ist es sinnvoll, dem Boden vor dem Einpflanzen gut verrotteten Rinderdung oder Laubhumus hinzuzufügen.
weiterlesen

Duftschneeball gießen

Der Duftschneeball braucht für sein Wohlbefinden einen gleichmäßig feuchten Untergrund, weshalb Sie auch ausgepflanzte Exemplare im Garten nicht austrocknen lassen sollten. Achten Sie daher während der heißen Sommermonate sowie längerer Trockenphasen auf eine ausreichende Zufuhr von Wasser – einmal etwa alle zwei Wochen sollte in einem solchen Fall ausreichend sein. In Kübeln gehaltene Duftschneebälle dürfen im Sommer nicht austrocknen und im Winter nicht durchfrieren.

Duftschneeball richtig düngen

Sofern der Duftschneeball in normaler, humusreicher Gartenerde steht und bei der Pflanzung bereits mit Kompost oder Stallmist bedacht wurde, kommt er auch ohne zusätzliche Düngergaben gut zurecht. Steht der Strauch jedoch auf eher mageren Boden bzw. zeigen sich Mangelerscheinungen, schaffen Sie mit einem handelsüblichen Gartendünger Abhilfe.

Duftschneeball richtig schneiden

Der Duftschneeball ist ein schnittverträglicher Strauch, der regelmäßig ausgelichtet und in Form geschnitten werden sollte. Ein solcher Rückschnitt erfolgt am besten gleich nach der Blüte im März oder April und regt die Pflanze zu neuem, kräftigem Wachstum und frischen Austrieben an. Entfernen Sie querstehende Zweige, trockenes bzw. abgestorbenes Holz und abgeblühte Blütenstände.

Duftschneeball vermehren

Am einfachsten lässt sich der Duftschneeball über Ausläufer vermehren, die er mit der Zeit ohnehin ausbildet. Diese müssen Sie lediglich vorsichtig ausgraben, von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen. Aber auch über Absenker und Stecklinge lässt sich die Art gut vermehren, wobei Stecklinge etwas komplizierter zu bewurzeln sind. Absenker stecken Sie hingegen im Frühjahr einfach in die Erde und schneiden Sie von der Mutterpflanze ab, sobald die neuen Pflänzchen eigene Triebe entwickeln.

Überwintern

Der Duftschneeball ist winterhart und benötigt keinen speziellen Überwinterungsschutz. Lediglich die sich bei milder Witterung öffnenden Blüten sind frostgefährdet.

Krankheiten und Schädlinge

Hinsichtlich eines Befalls durch Krankheitserreger oder Schädlinge ist der Duftschneeball vergleichsweise unempfindlich. Problematisch kann gelegentlich ein Befall durch den Echten Mehltau („Schönwettermehltau“) bzw. die Blattfleckenkrankheit werden, wobei sich beide fungiziden Erkrankungen recht unkompliziert behandeln lassen. Das Gießen mit einem selbst angesetzten Sud aus Ackerschachtelhalm und Beinwell versorgt den Duftschneeball nicht nur mit zusätzlichen Nährstoffen, sondern beugt auch einer Pilzerkrankung effektiv vor.

Zudem ist die Art recht anfällig für einen Befall durch Blattläuse oder den Schneeball-Blattkäfer. Kontrollieren Sie die Sträucher regelmäßig, um einer eventuellen Invasion rechtzeitig entgegenzuwirken.

Tipps

Sie können auch noch nicht gänzlich geöffnete Blütenstände abschneiden und in die Vase stellen. Die Zweige halten sich etwa zwei bis drei Wochen (manchmal sogar noch länger), sofern Sie täglich das Wasser wechseln und die Vase an einen hellen Platz stellen.

Arten und Sorten

Verschiedene Arten und Sorten der Gattung „Schneeball“ (bot. Viburnum) werden als Duftschneeball bezeichnet, da sie fast alle mehr oder weniger stark duftende Blüten hervorbringen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zwei Wildarten sowie um eine Kreuzung aus diesen, die wiederum in verschiedenen Sorten angeboten wird:

  • Viburnum farreri: aufrecht wachsender Strauch, Wuchshöhe bis drei Meter, weiße oder rosafarbene Blüten zwischen Januar und März, sommergrün
  • Viburnum carlcephalum: auch Großblumiger Duft-Schneeball, breitbuschiges Wachstum, Wuchshöhe bis zwei Meter, stark duftende Blüten zwischen Ende April und Mai, sommergrün
  • Viburnum × bodnantense: auch Winter-Schneeball, Duft-Schneeball oder Bodnant-Schneeball, Hybride aus den beiden oben genannten Arten bzw. aus V. farreri und V. grandiflorum, Wuchshöhe bis 3,5 Meter, weiße oder rosafarbene Blüten meist zwischen März und April

‚Candidissimum‘: buschiger Wuchs, rein weiße, große Blütenstände, besonders reichblühend
‚Dawn‘: aufrechter, bogig überhängender Wuchs, weißlich-rosafarbene Blüten bis ca. Mitte April, je nach Witterung ist die Blüte auch schon ab November möglich
‚Dezember Dwarf‘: Zwergform mit einer Wuchshöhe bis maximal 150 Zentimeter
‚Fioretta‘: kompakter Wuchs, rosafarbene Blüten

Darüber hinaus weisen auch die folgenden Schneeball-Arten duftende Blüten auf:

  • Viburnum carlesii: auch Koreanischer Duft-Schneeball oder Wohlriechender Schneeball, kugeliger bis breitbuschiger Wuchs, Wuchshöhe bis maximal 150 Zentimeter, stark duftende, weiß-rosafarbene Blüten
  • Viburnum burkwoodii: auch Oster-Schneeball, lockerer, breitrundlicher Wuchs, Wuchshöhe bis 200 Zentimeter, stark duftende, weiße und rosa überhauchte Blüten zwischen April und Mai
Text: Ines Jachomowski Artikelbild: TashaBubo/Shutterstock

Beiträge aus dem Forum

  1. Gpotter
    Kürbis
    Gpotter
    Gemüse- & Obstgarten
    Anrworten: 1
  2. JoseeRizal64
    Bienenbaum
    JoseeRizal64
    Gehölze
    Anrworten: 11