Brennesseldünger: Wirkung, Herstellung, Einsatz

In Frankreich steht es unter Strafe Werbung rauszugeben oder Empfehlungen kundzutun für Brennesseln als Düngemittel. Lieber sollen künstliche Düngemittel verkauft werden, als dass jeder Gärtner seinen eigenen und kostenfrei in der Natur zur Verfügung stehenden Dünger herstellt. Hierzulande ist das (noch) anders...

Brennnesseljauche
Für die Herstellung vom Brennnesseldünger werden frische Brennnesseln verwendet
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Ist der Dünger effektiv?

Die Brennessel ist als organisches Düngemittel äußerst wirksam. Ein Naturdünger könnte einfacher nicht herzustellen und kaum besser in seiner Wirkkraft sein. Auf teuren Guanodünger, Blaukorn und Co kann verzichtet werden, wenn man sich die Mühe macht, einen Sud oder eine Jauche aus Brennesseln herzustellen.

Brennesseln wachsen nahezu überall, wo es nährstoffreiche und feuchte Böden gibt. Sie gelten als Zeigerpflanzen für Stickstoff. Sie enthalten nicht nur viel davon, sondern auch jede Menge Mineralstoffe und Spurenelemente. Mit ihnen können die Pflanzen sorglos jede Woche gedüngt werden.

Für welche Pflanzen eignet sich Brennesseldünger?

Alle Nutz- und Zierpflanzen (gern Gemüse wie Tomaten, Kürbisse, Gurken und andere Starkzehrer wie Rosen), selbst der Rasen, kann mit einer Brennesseljauche oder auch einem Brennesselsud gedüngt werden. Beachten sollten Sie folgende Mischverhältnisse (Brennesseljauche : Wasser) bei der Verwendung einer Jauche:

  • Rasen: 1:50
  • Jungpflanzen: 1:20
  • ältere Pflanzen: 1:10

Wie wird der Dünger hergestellt?

Brennesseljauche selber machen ist denkbar einfach. Alles, was Sie brauchen sind Brennesseln, Wasser, ein mind. 12 Liter umfassendes Gefäß aus Holz oder Plastik, eine Schere oder ein Messer, einen Stock und Handschuhe.

So geht’s:

  • 1 kg frische Brennesseln ernten
  • Brennesseln grob zerschneiden
  • Brennesselstücke in das Gefäß geben
  • 10 Liter Wasser hinzufügen
  • mit einem Stock umrühren
  • ggf. mit Schutznetz beispielsweise feinmaschigen Gardinenstoff, Baumwolltuch, Mullwindel überspannen und mit Strick befestigen

Nun heißt es: Warten. Bis die Jauche fertig ist, dauert es je nach Wärme am Standort 1 bis 2 Wochen. Erst wenn die Flüssigkeit nicht mehr schäumt bzw. Bläschen bildet, ist sie einsatzbereit. Achtung: Sie riecht stark nach Ammoniak.

Einen Brennesselsud herstellen

Wenn Sie den Dünger sofort brauchen, können Sie einen Sud herstellen. Dieser ist jedoch weniger effektiv, da er nicht vergärt ist. Dazu verwenden Sie ebenfalls Brennesselblätter und lassen sie im Gegensatz zur Jaucheherstellung nur 12 bis 24 Stunden in Wasser einweichen.

Brennesseldünger ist zugleich ein Pflanzenschutzmittel

Mit dem Brennesseldünger schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Er versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und er wirkt als Pflanzenschutzmittel beispielsweise gegen Blattläuse. Dazu sollten Sie die Jauche oder den Sud direkt auf die betroffenen Stellen geben.

Tipps

Brennessel als Dünger kann auch im Spätherbst, Winter oder Frühjahr herstellt werden, wenn die Pflanzen draußen nicht wachsen. Sie können die Brennesseln zur Erntezeit sammeln und trocknen und später zu einer Jauche ansetzen. Im Handel gibt es auch Brennesselpulver zu kaufen für all jene, die das Selber-Pflücken scheuen.

Text: Anika Gütt
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