Pflanzenjauche: Rezept und Tipps für die Anwendung

Beginnt die Pflanzen im Juni so richtig zu sprießen, benötigen Sie zusätzliche Nährstoffgaben. Leider machen sich dann auch häufig Schädlinge über die Gewächse her. Wer ökologisch verträglich gärtnert, der kommt in dieser Zeit an Pflanzenjauchen nicht vorbei. Wie Sie das Mittel selbst ansetzen und ausbringen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

pflanzenjauchen
Brennnesseljauche ist ein super Dünger und beugt Schädlingen vor

Was ist das Besondere an Jauchen?

Zunächst dient Pflanzenjauche der natürlichen Bodenverbesserung, denn durch das Vergären des Pflanzenmaterials werden Stickstoff, Nährstoffe und Spurenelemente gelöst. Von dem schnell wirkenden Dünger profitieren nicht nur Pflanzen wie Tomaten und Kohl, die während der Vegetationsperiode eine stickstoffreiche Zusatzdüngung mögen.

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Zudem locken die Inhaltsstoffe der Jauche nützliche Gartenhelfer wie Regenwürmer an. Je nach verwendetem Kraut beugt sie Pilzerkrankungen vor und macht als Spritzung Schädlingen wie Blattläusen den Garaus.

Welche Pflanzen eignen sich zur Herstellung von Pflanzenjauche?

Pflanze Wirkungsweise
Beinwell Beinwelljauche eignet sich wegen des Kalireichtums sehr gut als Dünger für wurzelbildende Pflanzen wie Kartoffeln, Möhren, Schwarzwurzeln und Rettich.
Brennnessel Brennnesseljauche wirkt gegen Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen. Hervorragendes Pflanzenstärkungsmittel.
Holunderblätter Vertreibt, in die Gänge gegossen, Wühlmäuse.
Rhabarber Hat auf den Boden gesprüht eine Abwehrwirkung gegen Schnecken. Wirkt zudem gegen Blattläuse und Lauchmotten.
Löwenzahn Immunstärkend. Fördert die Aktivität der in der Erde lebenden Mikroorganismen.
Knoblauch und Zwiebel Erhöht die Widerstandskraft gegen Pilzerkrankungen. Dient auch zur Vorbeugung vor Kraut- und Braunfäule. Verhindert, auf das Möhrengrün gegossen, die Eiablage der Möhrenfliege.
Wermut Hilft gegen Ameisen, Läuse und Rostpilze.
Farn Sehr wirkungsvoll gegen Blattläuse.

Grundrezept für Pflanzenjauche

Zutaten

  • 1 kg frische oder 200 g getrocknete Wildkräuter
  • 10 Liter Wasser, bevorzugt Regenwasser
  • 2 Handvoll Urgesteinsmehl

Utensilien

  • Ausreichend großen Behälter aus Kunststoff, Ton oder Holz
  • Abdeckung in Form eines Gitters oder Deckels
  • Stock zum Umrühren

Metallgefäße sind ungeeignet, da die chemische Reaktion die Gärung stört.

Herstellung

  1. Pflanzenmaterial grob zerkleinert in das Gärgefäß geben.
  2. Mit dem Wasser übergießen.
  3. Gesteinsmehl,(10,99€ bei Amazon*) das die Geruchsbelastung mindert, darüber streuen.
  4. An einen warmen, sonnigen Platz stellen. Hier beginnt der Gärprozess innerhalb von 48 Stunden. Sie erkennen diesen an der Schaumbildung.
  5. Da Sauerstoffzufuhr die Gärung fördert, täglich umrühren.

Nach circa zwei Wochen ist die Gärung abgeschlossen. Die Jauche hat nun eine dunkle Färbung und schäumt nicht mehr.

Verwendung der Pflanzenjauche

Die Jauche wird vor dem Ausbringen im Verhältnis 1:10 verdünnt. Gießen Sie das Düngemittel im Wurzelbereich, möglichst am frühen Morgen oder abends, um die Pflanzen herum. Vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen, da diese durch den hohen Nährstoffgehalt Schaden nehmen könnten.

Zur Spritzung verdünnen Sie die Pflanzenjauche im Verhältnis 1:50 und bringen das gefilterte Mittel, bevorzugt an einem regenfreien, aber wolkigen Tag, mit einem Sprühgerät aus.

Tipps

Pflanzenjauche ist auch ein hervorragender Aktivator für den Komposthaufen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Martina Unbehauen/Shutterstock

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