Petunien: Pflanzen und pflegen

Petunien gibt es vielen farbenprächtigen Varianten, was die pflegeleichte Sommerblume zu einer beliebten Pflanze für Balkon und Garten macht. Die üppige Blütenpracht ist während der ganzen Vegetationsperiode zwischen Frühling und bis weit in den Herbst hinein zu bewundern. Damit Sie diese ungestört genießen können, haben wir die wichtigsten Fakten zu den Themen Pflanzen und Pflegen von Petunien für Sie zusammengestellt.

petunien
Die Gartenpetunie ist eine beliebte Balkon- und Gartenpflanze

Herkunft und Verbreitung

Die bei uns so beliebte Gartenpetunie ist genau genommen keine eigene Art, sondern eine bereits im 19. Jahrhundert herausgezüchtete Hybride aus der Violetten Petunie (Petunia integrifolia) und der Weißen Petunie (Petunia axillaris). Sie zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Blütenfarben und Wuchsformen aus, ist pflegeleicht und äußerst blühfreudig.

Die ursprünglichen Wildformen stammen aus den klimatisch gemäßigten bis subtropischen Regionen Südamerikas und sind vor allem in Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Uruguay weit verbreitet. Auch handelt es sich nicht um eine einzelne Art, sondern um eine eigene Pflanzengattung mit rund 16 verschiedenen Arten. Petunien (bot. Petunia) gehören zu den zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) und sind eng mit der mit den Tabakpflanze (Nicotiana) verwandt. Darauf verweist übrigens auch der Name der Pflanze: “Petun” bedeutet in einer der Sprachen der Ureinwohner Brasiliens, Guarani, nichts anderes als “Tabak”.

Bei den im Handel erhältlichen Petunien handelt es sich in der Regel um Gartenpetunien, selten werden spezielle Arten und ihre Sorten angeboten.

Verwendung

Wegen ihres rankenden, dichten Wuchses und der üppigen Blütenfülle sind Petunien beliebte dauerblühende Pflanzen für Blumenkästen oder -ampeln sowie für Töpfe. Hier eignen sich die farbenprächtigen Blühwunder sowohl für eine dichte Bepflanzung – entweder solo oder in Kombination mit anderen Arten – als auch für eine solitäre Verwendung. Des Weiteren lassen sich Petunien hervorragend als Unterpflanzung von Hochstämmchen oder anderen Gehölzen nutzen, beispielsweise als Ergänzung von Edelrosen oder Wandelröschen.

Doch nicht nur auf dem Balkon, auch im Gartenbeet machen Petunien eine gute Figur. Vor allem mit weiteren einjährigen, schnellwachsenden Sommerblumen wie beispielsweise

  • Tagetes
  • Verbenen
  • Pelargonium
  • Lobelien
  • Schneeflockenblumen
  • Fuchsien
  • oder Sonnenhut

gehen die Blumen eine geeignete Allianz ein. Wer von der Blütenpracht nicht mit anderen Blütenpflanzen ablenken will, kombiniert Petunien mit Blattschmuckpflanzen wie etwa Buntnessel oder Gundermann. Auch Kräuter, vor allem mediterrane wie Salbei, Thymian, Oregano etc., sowie Gemüsepflanzen lassen sich sehr gut mit der unkomplizierten Petunie vergesellschaften.

Übrigens erfüllen blühende Petunien auf Balkon oder Terrasse noch einen ganz praktischen Zweck: Die Pflanze soll lästige Mücken vertreiben, die den Duft der Blüten gar nicht mögen. Besonders gut klappt das, wenn Sie die Blumen zusammen mit anderen, von Mücken ungeliebten Gewächsen pflanzen. Hierzu eignen sich beispielsweise Lavendel, Rosmarin, Basilikum, aber auch Zitronenmelisse, Ringelblumen sowie Tomaten.

Aussehen und Wuchs

Genau genommen handelt es sich bei der Petunie nicht um eine Blume, sondern um ein schnellwüchsiges und strauchig wachsendes Kraut. Die in der Regel einjährig gezogenen Gartenpetunien können, je nach Sorte, zwischen 20 und 70 Zentimeter hoch werden. Dabei unterscheidet der Gärtner zwischen aufrecht wachsenden und Hängepetunien. Diese auch als Kaskadenpetunien bezeichneten Sorten entwickeln lange, mit zahlreichen Blüten übersäte Triebe und eignen sich daher insbesondere für eine Pflanzung im Blumenampeln oder Balkonkästen.

Bei den optisch einer Petunie sehr ähnlichen Zauberglöckchen (Calibrachoe) handelt es sich übrigens nicht um kleinblütige Sorten, sondern um eine eigene Pflanzengattung. Allerdings gehören sowohl die Zauberglöckchen als auch die Petunien zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und sind somit eng miteinander verwandt.

Blätter

Die dunkelgrünen, ganzrandigen und leicht behaarten Blätter der Petunie bilden einen starken Kontrast zu den kräftigen, frischen Farben der trompetenförmigen Blüten. Die auch als Trichome bezeichneten Pflanzenhaare sind oftmals klebrig. Typischerweise sind die gestielten Laubblätter der Petunie wechselseitig angeordnet, wobei es auch Arten und Sorten mit paarweise sortierten Blättern gibt.

Blüten und Blütezeit

Klassischerweise werden die Gartenpetunien nach der Größe und Fülle ihrer Blütenpracht in vier verschiedene Gruppen eingeteilt:

  • Grandiflora-Petunien: sehr große, flache und trompetenförmige Blüten, sitzen einzeln am Stiel, regenempfindlich
  • Multiflora-Petunien: kompakter Wuchs, zahlreiche kurzgestielte Blüten mit Durchmessern von bis zu fünf Zentimetern, unempfindlich gegen Regen
  • Floribunda-Petunien: zahlreiche, bis ca. acht Zentimeter große Blüten, empfindlich gegen Regen
  • Milliflora-Petunien: zahlreiche winzige, lediglich zwischen zwei und drei Zentimeter große Blüten

Bei den so genannten “Rosen-Petunien” handelt es sich hingegen um Sorten, deren gefüllte, runde Blüten optisch an Rosenblüten erinnern.

Typisch für alle Petunien sind die wie eine Trompete geformten, zarten Blüten in zahlreichen sommerlichen Farben. Neben einfarbigen Sorten in Weiß, Rosa, Rot, Violett und Blau gibt es zudem faszinierende Varianten mit fleckig, gesternt oder gestreift gemusterten Blüten. Bei allen Sorten ist die üppige Pracht bei entsprechender Pflege unermüdlich zwischen Mai und Oktober zu bewundern.

Giftigkeit

Wie bei nahezu allen Nachtschattengewächsen enthalten die grünen Pflanzenteile der Petunie Solanin und sind somit giftig. Insbesondere die Blätter dürfen weder von Menschen noch von Haustieren angeknabbert bzw. verspeist werden. Allerdings enthalten Petunien weniger des giftigen Solanins als etwa Kartoffelpflanzen, zudem schmecken die durch die Behaarung kratzigen Blätter nicht besonders gut.

Bei einem Verzehr treten u. a. typische Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auf. Durch eine bloße Berührung werden diese Anzeichen jedoch nicht hervorgerufen. Allerdings können die klebrigen Pflanzenhärchen bei empfindlichen Personen Allergien auslösen, die sich in Symptomen wie beispielsweise Juckreiz, geröteter und / oder gereizter Haut äußern. Für Asthmatiker hingegen sind die Blumen unbedenklich.

Welcher Standort ist geeignet?

Petunien blühen umso schöner, je sonniger sie stehen. Ein warmer, wind- und regengeschützter Standort ist daher für die sommerblühenden Blumen am besten geeignet, ganz gleich, ob sie auf dem Balkon oder im Gartenbeet stehen. Hitze und pralle Sonne schaden den üppigen Büschen mit den zarten Blüten nicht, dafür allerdings reagieren sie empfindlich auf Wind, Kälte und Regen – und das umso mehr, je größer die Blüten sind. Vor allem die Grandiflora-Sorten gehören an einen vor Regen geschützten Platz, da die Farben der großen Blüten durch Nässe rasch verwaschen. Gegenüber Witterungseinflüssen deutlich robuster sind hingegen kleinblütige Varianten.

Wer seinen Petunien keinen vollsonnigen Standort bieten kann, pflanzt sie in den lichten Halbschatten. Dort gedeihen die Pflanzen ebenfalls sehr gut, bilden dann allerdings nicht so viele Blüten aus.

Substrat / Boden

Für eine Kübelhaltung empfiehlt sich die Verwendung spezieller Petunienerde, die in jedem Bau- und Gartenmarkt erhältlich ist. Meist ist jedoch handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis vollkommen ausreichend. Achten Sie jedoch darauf, eine hochwertige Pflanzerde ohne Torfanteile auszuwählen. Minderwertige Substrate führen häufig zu vergilbten bzw. anderweitig verfärbten Blättern, da nach einer Weile durch ungeeignete Erde und / oder eine unzureichende Versorgung ein Eisenmangel vorliegt.

Sollen die Petunien hingegen in die Gartenrabatte ausgepflanzt werden, sollten Sie sie in lockere, humusreiche, gut durchlässige Erde pflanzen und diese gegebenenfalls mit reifem Kompost oder Stallmist anreichern.

Vorziehen

Im Frühjahr sind die verschiedenen Petunien-Sorten günstig im Handel erhältlich. Wer Spaß daran hat, seine Pflanzen selbst zu ziehen, kann auch als gekauften oder gesammelten Samen eigene Petunien gewinnen. Beachten Sie dabei jedoch, dass insbesondere die Hybriden-Sorten steril sein können (d. h. keine keimfähigen Samen gewonnen werden können) oder aber sie ihre Eigenschaften nicht zuverlässig an ihre Nachkommen vererben. Dies gilt insbesondere für Hängepetunien, deren Abkömmlinge häufig ein aufrechtes Wachstum aufweisen. Die Vermehrung über Samen ist ohnehin immer eine Überraschung, da sich stets unterschiedliche Merkmale aufs Neue vermischen.

Petunien können Sie bereits ab Januar auf der Fensterbank vorziehen, wobei die Aussaat zwischen Februar und März noch vollkommen ausreichend ist. Bei den Pflanzen handelt es sich um Lichtkeimer, weshalb die Samen nicht mit Anzuchterde bedeckt werden, sondern lediglich auf dieser aufliegen sollten. Halten Sie das Substrat stets leicht feucht und stellen Sie das Saatgefäß an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen und um die 20 °C warmen Standort auf. Bestenfalls bedecken Sie es mit einer Haube, die auch aus einer abgeschnittenen PET-Flasche oder aus einer Folie bestehen kann.

Die Keimlinge werden pikiert, sobald sich das zweite Blattpaar entwickelt hat. Mit dem Auspflanzen hingegen sollten Sie noch bis Mitte / Ende Mai warten, denn Petunien sind frostempfindlich und können durch späte Nachtfröste erheblichen Schaden nehmen.

Petunien richtig pflanzen

Da Petunien gerne an warmen und vollsonnigen Standorten stehen, haben sie dementsprechend einen hohen Wasserbedarf, der allerdings nicht in Staunässe ausarten darf. Dementsprechend ist vor allem bei einer Kübelhaltung für eine gute Drainage zu sorgen, beispielsweise indem Sie eine Kiesschicht auf dem Topfboden einfüllen. Diese reguliert den Wasserhaushalt und sorgt zudem dafür, dass überschüssiges Wasser rasch nach außen abgeführt wird. Dafür muss am Topfboden ein Abflussloch vorhanden sein, wohin das Gießwasser in einen Untersetzer oder in den Übertopf abfließt. Hieraus entfernen Sie es gleich nach dem Gießen, damit die Pflanzen keine “nassen Füße” bekommen.

Neigt der schwere, lehmige Gartenboden zu Nässe bzw. Dauerfeuchte, ist auch hier eine Drainage im Pflanzloch zu empfehlen. Bringen Sie hierzu eine Kiesschicht auf dem Boden des Pflanzlochs aus und vermischen Sie den Aushub mit lockeren Substraten wie Komposterde, Sand etc. Ohnehin sollten Sie bei einer Pflanzung ins Freiland großzügig Kompost mit ins Pflanzloch geben, um den Petunien ausreichend Nährstoffe für den Start mitzugeben.

Bei Topfexemplaren sollten Sie das Pflanzgefäß nicht zu klein wählen, damit die Wurzeln reichlich Platz haben und sich die Pflanzen gut entwickeln können. Eine zu enge Pflanzung wiederum führt nicht nur zu Wachstumsstörungen, sondern fördert auch Krankheiten sowie einen Schädlingsbefall.

Stellen Sie die Pflanze vor dem Einsetzen in einen Eimer mit Wasser, damit sich die Wurzeln gut mit der Feuchtigkeit vollsaugen können. Wässern Sie nach der Pflanzung ebenfalls sorgfältig und mulchen Sie den Wurzelbereich, beispielsweise mit Rindenmulch. Dies sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Boden nicht gleich wieder verdunstet, zudem werden die Wurzeln kühl gehalten – diese mögen nämlich, ganz im Gegensatz zu den oberirdischen Pflanzenteilen, keine allzu große Hitze.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Die frostempfindlichen Petunien dürfen erst im späten Frühling / Frühsommer endgültig nach draußen, nachdem Sie die Jungpflanzen allmählich an einen Standort an der frischen Luft gewöhnt haben. Die Blumen nehmen durch unvermittelte nächtliche Fröste starken Schaden und sollten daher davor bewahrt werden.

Der richtige Pflanzabstand

Der optimale Abstand zwischen zwei Pflanzen beträgt etwa 15 Zentimeter.

Petunien gießen

Auch wenn Petunien als pflegeleicht gelten, sind sie doch alles andere als anspruchslos. So müssen sie vor allem während der heißen Sommermonate regelmäßig mit Wasser versorgt werden, wobei das Substrat möglichst nicht austrocknen darf. Wenn das gelegentlich passiert, ist kurzzeitige Trockenheit kein Problem, führt jedoch auf Dauer zum Absterben der Pflanze. Insbesondere in Pflanzgefäßen kultivierte Petunien sind an heißen, trockenen Tagen zwei bis drei Mal täglich zu gießen.

Trockenheit vertragen die hübschen Blütenpflanzen nicht, Staunässe mögen sie allerdings auch nicht. Gießen Sie daher immer nur bei Bedarf, den Sie am Grad der Trockenheit des Substrats festmachen: Zeit für einen kräftigen Guss aus der Gießkanne wird es mal wieder, wenn die Pflanzerde oberflächlich abgetrocknet ist. Verwenden Sie zum Gießen kalkarmes, weiches Wasser wie beispielsweise gut abgestandenes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser. Hartes Wasser wiederum kann problematisch werden, da dieses die Nährstoffversorgung stört. Sollten Sie jedoch in einer Region mit kalkreichem Wasser leben, können Sie aufgrund von Nährstoffmangel verfärbten Blättern und daraus resultierenden Krankheiten jedoch entgegenwirken, indem Sie das Leitungswasser filtern und zusätzlich einen guten Eisendünger verabreichen.

Befeuchten Sie beim Gießen niemals die Blätter oder Blüten der Petunie, denn dies kann zu Verbrennungen führen (Wassertropfen wirken in der Sonne wie Brenngläser) oder pilzliche Erkrankungen befördern.
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Petunien richtig düngen

Für ihre üppige Blütenpracht braucht die Petunie viele Nährstoffe und muss daher regelmäßig gedüngt werden. Sollen die Blumen im Gartenbeet stehen, geben Sie ihnen einen für Blühpflanzen geeigneten Langzeitdünger mit ins Pflanzloch. Der ebenfalls hinzugefügte Kompost wird den hohen Nährstoffbedarf nicht decken. Kübelpflanzen hingegen versorgen Sie mit einem phosphorbetonten, flüssigen Universal- oder Blühpflanzendünger, den Sie alle zwei Wochen bzw. gemäß der Herstelleranleitung mit dem Gießwasser verabreichen. Phosphor ist essenziell für Pflanzen und fördert die Blütenbildung, während Stickstoff vor allem das Triebwachstum anregt. Entwickelt die Petunie gelbe Blätter, so leidet sie unter einem Eisenmangel und sollte mit einem speziellen Eisendünger versorgt werden.

Petunien richtig schneiden

Ein kräftiger Rückschnitt ist nur dann notwendig, wenn Sie die Petunien überwintern wollen. In diesem Fall setzen Sie vor dem Einräumen ins Winterquartier die Schere an und wiederholen diese Maßnahme vor dem Ausräumen im Frühjahr. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie über den Winter gewachsene, dünne und schwache Triebe entfernen.

Ansonsten zupfen Sie während der Blütezeit lediglich abgeblühte Blüten ab, so dass die Pflanze immer wieder neue Blütenstände ausbildet. Zudem werden verblühte Triebe schnell unansehnlich und klebrig, weshalb das Abschneiden auch optische Gründe hat. Wird das Ausputzen unterlassen, bilden Petunien Samenstände aus, die Sie kurz vor der Reife absammeln und über den Winter trocken und dunkel aufbewahren können. Um ein Verkleben der verblühten Blütenstände zu vermeiden, zupfen Sie vorsichtig nur die Blütenblätter ab. Danach bleibt ein kleiner, grüner Fruchtknoten stehen, aus dem sich schließlich die Samenkapsel entwickelt. Zwischen Januar und März nutzen Sie die darin befindlichen Samen zur Anzucht eigener Petunien.

Petunien vermehren

Im Gegensatz zur Anzucht aus Samen lassen sich Petunien über Stecklinge sortenrein vermehren. Da es sich bei dieser Form der Vermehrung im Grunde um Klone der Mutterpflanze handelt, besitzen diese dieselben Eigenschaften und Sie sind vor Überraschungen sicher. Die Stecklingsvermehrung erfolgt am einfachsten auf diese Weise:

  • Schneiden Sie im Frühsommer einen etwa 15 bis 20 Zentimeter langen Nebentrieb ab.
  • Entfernen Sie von diesem alle Blüten.
  • Zupfen Sie die Blätter bis auf die Blattpaare der oberen fünf Zentimeter des Triebes ab.
  • Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit weichem Wasser.
  • Platzieren Sie das Glas an einem hellen, nicht direkt sonnigem Standort.
  • Wechseln Sie alle zwei Tage das Wasser.

Nach etwa zwei bis drei Wochen wird der Steckling erste Wurzeln ausbilden, so dass Sie ihn in geeignete Erde einpflanzen und wie jede erwachsene Pflanze auch kultivieren können.
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Überwintern

Da Petunien nicht frosthart und zudem jedes Jahr in großer Vielfalt und für wenig Geld zu haben sind, werden sie in der Regel nur einjährig kultiviert. Tatsächlich handelt es sich jedoch um mehrjährige Pflanzen, die Sie mit ein wenig Aufwand überwintern und im kommenden Frühjahr erneut auspflanzen können. Hierzu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Samen: Sie sammeln lediglich die Samenkapseln mitsamt der Samen ab und überwintern diese, um sie dann im Februar zum Vorziehen neuer Pflanzen zu nutzen. Die vorjährigen Petunien kommen dagegen im Herbst auf den Kompost.
  • Pflanzen: Das Überwintern erwachsener Pflanzen ist hingegen etwas aufwändiger. Dabei gehen Sie am besten wie folgt vor:
  • Petunien noch vor dem ersten Frost ins Winterquartier einräumen.
  • Pflanze stark bis auf ca. 20 Zentimeter zurückschneiden.
  • Ideal ist ein heller, frostfreier und zwischen fünf und zehn Grad kühler Raum.
  • Petunien vor Heizungsluft schützen.
  • Nicht düngen, nur gelegentlich wenig gießen.

Im Frühjahr gewöhnen Sie die Petunien langsam wieder an Sonne und Wärme, wobei Sie die Pflanzen nicht zu früh ins Freie stellen dürfen. Ab April starten Sie zudem mit der passenden Düngung und erhöhen nach und nach die Gießfrequenz.
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Krankheiten und Schädlinge

Petunien sind recht robuste Pflanzen, die jedoch aufgrund von Pflegefehlern von Krankheiten und / oder Schädlingen befallen werden können. Besonders häufig treten dabei auf:

  • Echter Mehltau: tritt vor allem bei heißem, warmem Wetter auf, befallene Pflanzenteile großzügig herausschneiden und die befallene Pflanze mehrmals mit einer Mischung als Vollmilch und Wasser bespritzen
  • Wurzelfäule: entsteht durch ständige Feuchtigkeit im Substrat / Staunässe, betroffene Pflanzen sofort in frisches Substrat umtopfen und dabei faulige Wurzeln und kranke Triebe großzügig wegschneiden
  • Weiße Fliege: tritt bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit auf, Gelbtafeln aufhängen und Pflanze mit Schmierseifenlösung (einige Tropfen Spülmittel und Pflanzenöl auf etwas Wasser) besprühen
  • Blattläuse: befallene Pflanze mit Schmierseifenlösung oder frischem Brennnesselsud besprühen

Nicht nur im Sommer, vor allem im Winter müssen Sie auf einen Schädlingsbefall und eventuelle Krankheitszeichen achten. Kontrollieren Sie die überwinternden Pflanzen regelmäßig und reagieren Sie so schnell wie möglich.

Tipps

Wenn Sie besonders robuste und wenig anfällige Sorten suchen, sollten Sie Petunien mit einfachen, kleinen violetten oder blauen Blütenfarben auswählen. Diese vertragen in der Regel selbst Wind und Regen recht gut, wohingegen weißblütige Varianten oftmals recht anfällig für Chlorosen sind.

Arten und Sorten

Petunien werden schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv gezüchtet. Wie viele Sorten es heutzutage genau gibt, kann wahrscheinlich niemand so genau sagen. Neuere Züchtungen warten oft mit hübschen Farben auf und gelten als besonders robust, beispielsweise die aus Japan stammende Surfinia-Linie. Einige der schönsten Varianten für Topf und Garten stellen wir Ihnen an dieser Stelle kurz vor:

  • ‘Big Time Blue’: einfache Blüten in einem schönen Blau, sehr robust
  • ‘Cascade Orchid Mist’: Hänge-Petunie mit doppelt gefüllten Blüten, zweifarbig weiß und pink
  • ‘Celebration Blue’: kräftig blaue Blütenfarbe, gedeiht auch im Halbschatten
  • ‘Celebration Sky Blue’: Hänge-Petunie mit schönen blauen Blüten
  • ‘Johnny Flame’: Blüten mit gesternter Musterung, dunkelviolett mit hellerem Rand
  • ‘Lavender Shades’: schöne blau-violette Blütenfarbe
  • ‘Pearly Wave’: starkwüchsige Hänge-Petunie, zweifarbige Blüten in Weiß und Pink
  • ‘Purple Pirouette’: doppelt gefüllte Blüten, violett mit weißem Rand
  • ‘Red Pirouette’: doppelt gefüllte Blüten, rot mit weißem Rand
  • ‘Rosy Ripple: gefüllte Blüten mit weiß-rosafarbenem Muster
Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Deniss Grigorjevs/Shutterstock

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