So düngen Sie Holunder angemessen

Holunder ist kein Hungerkünstler. Das Zier- und Obstgehölz benötigt Energie für die herrliche Blüte, den prächtigen Beerenschmuck und den beeindrucken Zuwachs von 40 Zentimetern pro Jahr. Wir weihen Sie ein in das sachgemäße Düngen.

Holunder düngen

Stickstoff steht im Fokus der Nährstoffversorgung

Im Garten gilt Holunder als Zeigerpflanze für Stickstoff-reichen Boden. Daraus ist zu folgern, dass im Rahmen des Düngens ein Umdenken gefordert ist. Raten in der Regel die Fachleute ab von einer Stickstoff-betonten Nährstoffversorgung im Nutzgarten, rückt diese nun in den Mittelpunkt. Da Holunder ohnehin kein Kostverächter ist, erfolgt eine ausgewogene Düngung nach diesem Ablauf:

  • im Rahmen der Pflanzung den Aushub großzügig bemessen anreichern mit Kompost und Hornspänen
  • ins Pflanzloch unter dem Substrat eine Schicht mit Brennnesselblättern auslegen
  • als alljährliche Startdüngung im Frühjahr Kompost, Stallmist, Guano (13,24€ bei Amazon*) oder ähnlichen organischen Dünger verabreichen
  • in der Folge wiederholt Düngen mit stickstoffhaltigen Pflanzenjauchen, wie Brennnesseljauche

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Wo ein biologisch-mineralischer Beerendünger zum Einsatz kommt, reduzieren sich die Termine für die Nährstoffversorgung auf eine Gabe im März/April und eine weitere nach der Blüte. Mit Beginn des Fruchtansatzes ist die Stickstoff-betonte Düngung zu beenden, weil sie dem Wachstum der Holunderbeeren nicht mehr zuträglich ist.

Richtig düngen – darauf ist zu achten

Da Holunder zu den Flachwurzlern zählt, ist er insbesondere in jungen Jahren gefährdet durch zu intensives Harken. Das gilt insbesondere dann, wenn Kompost ins Erdreich eingearbeitet wird. Der Bodenhilfsstoff sollte nur oberflächlich untergeharkt werden, damit er sein volles Potenzial entfaltet. Wichtig zu beachten ist, dass die gesamte Baumscheibe in den Vorgang einbezogen wird.

Sofern Sie mineralischen Beerendünger applizieren, darf die Erdoberfläche nicht getrocknet sein. Bei Bedarf wird zuerst gewässert und anschließend das Präparat ausgebracht. Zu guter Letzt nochmals gießen, damit die Wirkstoff rasch an die Wurzeln gelangen.

Tipps & Tricks

Der Volksglaube ist davon überzeugt, dass ein Holunder vor dem Haus schützt vor Blitzeinschlägen und Feuer. Unter seinem Blätterdach sollen die Menschen sogar geschützt sein vor Mücken und Schlangenbissen. Unsere Vorfahren zogen daher im Vorübergehen den Hut, um die guten Geister im Holunder gewogen zu stimmen.

Text: Paula Jansen

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