Holunder Wurzeln

Wurzeln von Holunder erfordern Weitblick beim Pflanzen

Alle Holunder-Arten zählen zu den Flachwurzlern. Diese Eigenschaft zieht weitreichende Folgen im Garten nach sich. Informieren Sie sich hier, was beim Pflanzen von Holunder in Bezug auf das Wurzelsystem zu beachten ist.

Was kennzeichnet einen Flachwurzler?

Typisch für einen Flachwurzler ist die strahlenförmige Ausbreitung knapp unter der Erdoberfläche. Statt sich in der Tiefe des Bodens zu verankern, setzt der Holunder auf ein großflächiges Wurzelsystem. Bei einem gut etablierten Exemplar reichen die dicken Wurzelstränge mit einem dichten Geflecht aus Feinwurzeln bis weit über die Baumscheibe hinaus.

Auf diese Weise hält sich ein Holunder lästige Konkurrenz vom Hals, was ihn hingegen anfällig macht für Windwurf. Im gleichen Zug behindert er aufgrund seiner Wüchsigkeit andere Pflanzen des Gartens in ihrer artspezifischen Entwicklung. Dem nicht genug, fügt ein flach wurzelnder Holunder Gehwegen, Mauern und Gebäuden Schaden zu, indem er darunter wächst und sie anhebt.

So dämmen Sie Schäden durch Holunderwurzeln ein

Ihr massives Wohnhaus wird selbst ein mächtiger Schwarzer Holunder nicht beschädigen. Anders sieht die Sachlage aus, wenn das Wildobstgehölz in der Nähe eines Gartenpavillons, einer Terrasse oder gepflasterter Wege angesiedelt wird. In diesem Fall kommt es zunächst auf den richtigen Abstand an. Setzen Sie den Strauch in einer Entfernung von mindestens 300 Zentimetern zu befestigten Flächen und Mauerwerken.

Um vollkommen auf Nummer sicher zu gehen, umgeben Sie den Holunder mit einer Wurzelsperre. Idealerweise nehmen Sie diese Maßnahme in Verbindung mit der Pflanzung vor. Nachträglich ist der Einbau ebenfalls noch möglich. Eine Wurzelsperre besteht aus unverrottbarem Geotextil und sollte 1,5 bis 2,0 Millimeter dick sein. So wird sie richtig verlegt:

  • im geeigneten Umkreis ein Maßband oder einen Gartenschlauch zur Orientierung auslegen
  • mit dem Spaten in kreisförmigen Etappen bis 50 Zentimeter Tiefe einen Graben ausheben
  • die Grabenränder mit einer Astschere begradigen, indem alle herausstehenden Wurzeln abgeschnitten werden
  • die Wurzelsperre einsetzen, ausrichten und mit einer Aluschiene fixieren
  • die Enden des Geotextils müssen dabei um mindestens 10 Zentimeter überlappen

Nach dem Einbau sollte die Wurzelsperre 5 Zentimeter aus dem Boden herausschauen, damit die Holunderwurzeln später nicht darüber hinweg klettern. Zum Abschluss verfüllen Sie den Graben mit Erde. Innerhalb der so entstandenen Insel wird der Holunder gepflanzt.

Tipps & Tricks

Als Faustregel für die Bemessung des Radius innerhalb der Wurzelsperre hat sich bewährt: Die zu erwartende Wuchshöhe entspricht der minimalen Inselfläche in Quadratmetern.

GTH

Text: Paula Jansen

Beiträge aus dem Forum

  1. tade
    Zitronenbaum
    tade
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