Worin besteht der Unterschied zwischen Holunder und Flieder?

Die Früchte des Holunders werden häufig als Fliederbeeren bezeichnet. Sind Holunder und Flieder somit gleichzusetzen? Warum das nicht so ist und worin die Unterschiede bestehen, erläutern die folgenden Zeilen.

Holunder Flieder Unterschied

Wie ein Dialekt für Verwirrung sorgt

Bitten Sie doch einmal ein Mitglied der älteren Generation entlang des Niederrheins bis nach Niedersachsen, Ihnen einen Flieder zu zeigen. Der oder die Angesprochene wird zweifellos auf einen Schwarzen Holunder weisen. Im dortigen Dialekt, dem Platt, werden Holunder seit Urzeiten als Fliederbeeren bezeichnet. Der Gemeine Flieder ist im dortigen Sprachgebrauch bis heute der Pingsterbloom.

Dieser Mini ‚Turmbau zu Babel‘ sorgt bis heute für Verwirrung, denn auch in Deutschland-weit agierenden Baumschulen und Gärtnereien wird Schwarzer Holunder zumeist mit dem Beinamen Fliederbeere angeboten. Um bei einem Erwerb eines der beiden Ziergehölze auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte daher stets den botanischen Namen mit einbeziehen: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris).

Optische Unterschiede

Wer sich nicht mit botanischen oder etymologischen Spitzfindigkeiten herumschlagen möchte, vertraut auf die offensichtlichen visuellen Unterschiede:

  • Holunderblüten erscheinen in Schirmrispen, Fliederblüten in bis zu 30 Zentimeter langen Rispen
  • Holunder blüht cremeweiß im Juni, Flieder blüht violett im Mai
  • Schwarzer Holunder trägt Beeren, Flieder bildet Kapselfrüchte
  • die Blätter des Schwarzen Holunders sind gefiedert, das Laub des Flieders dagegen breit und eiförmig

Während Gemeiner Flieder überwiegend als Augenweide dient, punktet Schwarzer Holunder mit essbaren Beeren und Blüten. Selbst die Blätter finden in der volkstümlichen Heilkunst Verwendung. In diesem Zusammenhang darf freilich nicht übersehen werden, dass sich der Giftgehalt in sämtlichen Pflanzenteilen erst auflöst durch ein Erhitzen auf mindestens 80 Grad Celsius. Holunderbeeren werden daher eingekocht zu Marmelade, Gelee, Sirup oder Kompott.

Tipps & Tricks

Zumindest eine Gemeinsamkeit verbindet Holunder und Flieder: Beide Sträucher verfügen über einen enormen Ausbreitungsdrang. Diesem dominanten Treiben schieben Sie einen Riegel vor, indem die Gehölze mitsamt einer Wurzelsperre gepflanzt werden. Dabei handelt es sich um ein innovatives Geotextil, das in einem adäquaten Abstand rund um den Wurzelballen senkrecht in die Erde eingesetzt wird.

Text: Paula Jansen
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