Schwarzer Holunder – alle Infos zu Pflanzen und Pflege

Holunder Sambucus nigra erlebt ein fulminantes Comeback im Hausgarten. Das traditionsreiche Wildobstgehölz hat sich dank seiner herrlichen Blüte und gehaltvollen Holunderbeeren zurückgekämpft in unser Bewusstsein. Wie Sie Schwarzen Holunder richtig pflanzen und pflegen, finden Sie hier heraus.

Schwarzer Holunder

Der bevorzugte Standort

Als einheimisches Gehölz ist Holunder Sambucus nigra perfekt angepasst an die regionalen Klima- und Bodenverhältnisse. Daher zählt Schwarzer Holunder zu den häufigsten Straucharten überhaupt. Unter den folgenden Standortbedingungen entwickelt er sein Optimum:

  • eine sonnige Lage bis hin zum lichten Schatten
  • nahrhafter Boden, reich an wertvollem Humus
  • gerne luftig und durchlässig
  • vorzugsweise nicht zu trocken, sondern frisch und feucht
  • tolerant gegenüber mäßigem Kalkgehalt

Zwei Mal pro Jahr ist Pflanzzeit

Flexibilität ist ein entscheidender Charakterzug von Holunder Sambucus nigra. Das gilt gleichwohl für die Wahl des geeigneten Pflanztermins. Im Herbst streckt das Gehölz seine Wurzeln zügig aus im sonnenwarmen Boden und hat sich rechtzeitig vor dem Winter ausgezeichnet etabliert. Wer diesen Zeitpunkt versäumt, pflanzt Schwarzen Holunder im zeitigen Frühjahr ab März/April.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum richtigen Pflanzen

Bevor die eigentliche Pflanzung in Angriff genommen wird, nehmen die Wurzelballen Platz in einem Gefäß mit Wasser. Hier sollen sie solange getränkt werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Derweil finden die folgenden Arbeiten am gewählten Standort statt:

  • das Erdreich penibel jäten und von Wurzeln oder Steinen reinigen
  • den Boden 1-2 Spaten tief auflockern
  • die Beeterde anreichern mit gesiebtem Kompost und Hornspänen
  • eine Pflanzgrube anlegen mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • den ausgetopften Holunder Sambucus nigra so tief einsetzen, wie er bisher stand
  • das Pflanzloch mit Erde verfüllen, diese festtreten und gießen

Sofern die Pflanzung mehrerer Exemplare vorgesehen ist, setzen Sie pro laufendem Meter je einen Holunder Sambucus nigra. Da es sich um einen Flachwurzler handelt, erfordert seine großflächige Ausbreitung einen ausreichenden Abstand zu Mauerwerken und gepflasterten Flächen. Empfehlenswert ist in dieser Hinsicht eine Entfernung von 200-300 Zentimetern.

Ausgewogen gießen und düngen

Es liegt auf der Hand, dass ein imposanter Holunder Sambucus nigra kein Hungerkünstler ist. Um die gewaltige Biomasse hervorzubringen, bedarf es einer ausreichenden Menge an Energie. Damit einher geht die angemessene Wasserversorgung, denn auf Trockenheit reagiert das Gehölz mitunter recht ungehalten. So gießen und düngen Sie im richtigen Maß:

  • bleibt der Regen aus, wird Holunder Sambucus nigra regelmäßig gegossen
  • das Wasser unmittelbar auf die Baumscheibe geben und nicht über Blüten und Blätter
  • ab März alle 3-4 Wochen mit 3-4 Liter Kompost je Quadratmeter düngen
  • zusätzlich Hornspäne und Urgesteinsmehl verabreichen
  • alternativ einen mineralischen Langzeitdünger applizieren im März und Juni

Ab August erhält ein Holunder Sambucus nigra keinen Dünger mehr, da jetzt austreibende Zweige vor dem Winter nicht mehr ausreifen. Sie würden erfrieren und die Widerstandskraft der Pflanze erheblich schwächen. Wichtig zu beachten ist, den Strauch im Winter an frostfreien Tagen zu wässern. Sollte der Schnee ausbleiben, droht dem Schwarzen Holunder andernfalls erheblicher Trockenstress.

Planvoll schneiden

Ein Holunder Sambucus nigra wird auch ohne regelmäßige Schnittmaßnahmen ein akzeptables Wachstum an den Tag legen. Mit einem strategisch klugen Rückschnitt locken erfahrene Hobbygärtner hingegen eine spektakuläre Silhouette hervor, verbunden mit einer prächtigen Blüte und üppigen Beerenernte. Nehmen Sie sich daher ein wenig Zeit für das folgende Protokoll eines geschickten Form- und Erhaltungsschnitts:

  • der ideale Zeitpunkt für den Schnitt sind die Monate nach der Ernte von November bis März
  • abgeerntete Triebe vollständig kappen oder um zwei Drittel einkürzen
  • vertrocknete, kümmerliche oder kranke Zweige an der Basis abschneiden
  • Jungtriebe mit den Knospenanlagen für die nächste Saison möglichst nicht schneiden
  • zu lange, dünne Ruten kürzen bis knapp über einem schlafenden Auge

Den ersten Schnitt erhält ein Holunder Sambucus nigra im zweiten Jahr nach der Pflanzung, damit er zunächst seinen natürlichen Habitus entwickeln kann. Dann steht es Ihnen frei, das Gehölz zu einem Hochstamm zu erziehen. Diese Maßnahme ist in erster Linie interessant für kleine Gärten. Hierzu bestimmen Sie einen kräftigen Trieb zum Hauptstamm und entfernen konsequent alle Seitentriebe bis zur erwünschten Kronenhöhe.

Schöne Sorten

Verbinden Sie Holunder Sambucus nigra stets mit den cremeweißen Blüten und den violett-schwarzen Früchten? Dann lernen Sie die dekorativen Sorten kennen, um noch mehr Abwechslung in den Garten zu tragen. Die Züchtung ‚Black Beauty‘ besticht mit einer rosafarbenen Blüte und dramatischen braun-roten Blättern. Als faszinierende Rarität kommt der Holunder Sambucus nigra var. albida daher mit köstlichen, gelbgrünen Beeren.

Tipps & Tricks

Mit jedem Rückschnitt halten Sie reichlich Material für die Vermehrung in Händen. Im Winter gelingt die Nachzucht von Holunder Sambucus nigra ganz einfach mittels Steckhölzern. Zurecht geschnitten auf eine Länge von 15-20 Zentimetern, setzen Sie die verholzten Ableger zu drei Viertel in einen Topf mit Torf-Sand. Gegossen wird erst, wenn sich ein erster Austrieb zeigt.

GTH

Text: Paula Jansen
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