Permakultur

Permakultur & Mischkultur: Sinnvolle Pflanzenkombinationen

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Mischkultur, die Kunst des harmonischen Zusammenspiels verschiedener Pflanzen, steigert die Erträge und fördert die Gesundheit Ihres Gartens. Entdecken Sie bewährte Kombinationen, effektive Strategien und die Prinzipien der Mischkultur nach Gertrud Franck und Margarete Langerhorst.

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Tomaten halten den Kohlweißling vom Kohl fern

Gute Nachbarn – Schlechte Nachbarn

Für eine erfolgreiche Mischkultur spielt die Wechselbeziehung zwischen den Pflanzen eine entscheidende Rolle. Bestimmte Pflanzenkombinationen fördern das Wachstum und die Gesundheit Ihres Gemüses besonders gut, während andere eher ungünstig sind, um Nährstoffkonkurrenz zu vermeiden oder das Risiko von Schädlingsbefall zu minimieren.

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Zu den effektiven Pflanzenkombinationen gehören beispielsweise folgende:

  • Kartoffeln profitieren von der Nachbarschaft zu dicken Bohnen, Spinat und Kohlrabi.
  • Gurken gedeihen gut neben Erbsen, Bohnen, Fenchel, Lauch, Kohl, Rote Bete, Salat, Sellerie, Zwiebeln und Dill.
  • Tomaten entwickeln sich prächtig in Gesellschaft von Kohl, Kohlrabi, Buschbohnen, Petersilie, Salat, Spinat, Sellerie, Zucchini und Basilikum.
  • Salat wächst optimal neben Gurken, Erbsen, Erdbeeren, Radieschen, Rettich, Kohl, Kohlrabi, Lauch, Möhren, Rhabarber, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Zwiebeln, Tomaten sowie Busch- und Stangenbohnen.
  • Feldsalat ergänzt sich hervorragend mit Erdbeeren und Radieschen.

Ungünstige Pflanzenkombinationen sind unter anderem:

  • Gurken sollten nicht in der Nähe von Tomaten, Radieschen, Rettich oder Kartoffeln gepflanzt werden.
  • Blumenkohl verträgt sich nicht gut mit Knoblauch und Zwiebeln.
  • Möhren sollten nicht neben Roter Bete oder Pfefferminze gesetzt werden.
  • Tomaten vertragen sich schlecht mit Blaukraut, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln und Roter Bete.

Sinnvolle Kombinationen für den Permakulturgarten

Die Auswahl der richtigen Pflanzenkombinationen ist entscheidend für einen gesunden und ertragreichen Permakulturgarten. Bewährt haben sich in der Praxis zum Beispiel folgende Kombinationen:

  • Basilikum fördert das Wachstum und die Gesundheit von Tomaten und Gurken.
  • Bohnen binden Stickstoff aus der Luft und verbessern so die Nährstoffversorgung von Kohlgewächsen.
  • Dill zieht nützliche Insekten an und ist ein guter Begleiter für Gurken und Karotten.
  • Tagetes (Studentenblumen) helfen gegen Nematoden im Boden und sind eine gute Ergänzung zu Erdbeeren und Kartoffeln.

Diese Kombinationen nutzen die natürlichen Synergien zwischen verschiedenen Pflanzen, um Schädlinge fernzuhalten, die Bodenqualität zu verbessern und den Ertrag zu steigern.

Mischkultur nach Gertrud Franck

Gertrud Franck entwickelte ab 1935 ein Mischkultursystem, das auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit und des Ressourcenschutzes basiert. Ihr Ansatz zielt darauf ab, ein gesundes Ökosystem im Garten zu schaffen, in dem Pflanzen in harmonischem Miteinander gedeihen. Durch sorgfältig geplante Reihen- und Zwischenbepflanzungen sowie den Einsatz von Schutz- und Mulchpflanzen entsteht ein ausgewogenes Umfeld, das Schädlinge auf natürliche Weise reguliert und die Bodengesundheit fördert.

Das Reihensystem

Das von Gertrud Franck entwickelte Reihensystem ermöglicht eine strukturierte Anordnung im Garten. Es unterscheidet drei Reihenarten:

  • A-Reihen bieten Platz für Hauptkulturen und haben einen Abstand von jeweils 2 Metern.
  • B-Reihen sind für Mittelkulturen vorgesehen und ebenfalls 2 Meter voneinander entfernt.
  • C-Reihen sind für Kurzzeitkulturen bestimmt; hier beträgt der Abstand 1 Meter.

Schutzpflanzen

Zur natürlichen Abwehr von Schädlingen und zur Unterstützung der Hauptkulturen setzte Franck auf bestimmte Begleitpflanzen:

  • Borretsch wird neben Kohl gepflanzt, um Schnecken fernzuhalten.
  • Wermut neben Beerensträuchern unterstützt die Herstellung von Pflanzenjauchen.
  • Kerbel in der Nähe von Salaten verbessert deren Wachstum und Qualität.
  • Liebstöckel und Beifuß an den Rändern des Gartens dienen der allgemeinen Wachstumshemmung unerwünschter Beikräuter.

Ständige Bodenbedeckung und Mulchpflanzen

Die Philosophie einer stets bedeckten Erde wird mit dem Anbau von Mulchpflanzen umgesetzt. Gelber Senf, Spinat und Beinwell sind hierbei von zentraler Bedeutung. Sie halten den Boden feucht, sind nährstoffreich und fördern das Bodenleben.

Pflanzenjauchen und Schädlingsmanagement

Sollten Probleme mit Schädlingen auftreten, empfahl Franck die Anwendung von Pflanzenjauchen, wie aus Wermut, Petersilie, Liebstöckel oder Beifuß, jedoch erst nach Identifizierung und Behebung eventueller Ungleichgewichte im Gartenökosystem. Für eine Grundmischung wird ein großes Gefäß zur Hälfte mit dem Kraut befüllt, anschließend mit Regenwasser aufgefüllt und abgedeckt fermentiert. Auf ein Kilogramm Frischmasse sollte man etwa 10 Liter Wasser rechnen.

Frostsaat

Die Frostsaat bietet die Möglichkeit, bereits am Ende des Winters mit der Aussaat zu beginnen. Geeignete Sorten sind frühe Gemüsearten wie Salate, Karotten, Kohlrabi, Erbsen, Spinat, Lauch und Schwarzwurzeln, die in kalter Erde keimen, aber nicht austreiben sollen. Die Samen werden leicht mit Erde bedeckt, ohne die Verwendung von Kompost.

Der Garten im Gleichgewicht

Nach einigen Jahren der Anwendung dieser Methoden entwickelt sich ein natürliches Gleichgewicht im Garten. Pflanzen zeigen sich resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge aufgrund verbesserter Bodengesundheit. Allerdings benötigt dieser Prozess Zeit und Geduld.

Mischkultur nach Margarete Langerhorst

Margarete Langerhorst hat die Mischkultur weiterentwickelt und auf ihrem 3,5 Hektar großen Hof umgesetzt.

Hinweise zum Neubeginn einer Mischkultur

Margarete Langerhorst setzt auf eine detaillierte Vorbereitung des Bodens für den Anbau im Mischkultursystem. Sie empfiehlt, durch Bodentests und die Bestimmung von Zeigerpflanzen den Zustand des Bodens zu analysieren. Bei ausgemergelten Böden rät sie zunächst zum Humusaufbau. Eine bewährte Methode hierfür ist die Mischung von Kompost mit Urgesteinsmehl, wobei der pH-Wert des Bodens zu beachten ist. Zudem sollte die Mischung mit Holzasche und Algenkalk angereichert und großflächig verteilt werden. Der Regen kann diese Komponenten in den Boden einwaschen. Ein wesentliches Element ist auch die Gründüngung, z. B. mit Steinklee oder Phacelia, die zur Bodenlockerung und Stickstoffanreicherung beitragen. Über das Jahr verteilt, kann das Gründüngen wachsen, was durch gelegentlichen Schnitt unterstützt wird, und als Mulch dienen.

Hinweise für die Jungpflanzenanzucht

Für die Jungpflanzenanzucht wird der eigene, über zwei bis drei Jahre gereifte Kompost empfohlen. Dieser ist frei von pathogenen Keimen und besitzt eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung. Zu diesem Kompost werden Steinmehl und Erde hinzugefügt, allerdings keine tierischen Düngemittel wie Blutmehl oder Hornspäne.

Die Ernte im Winter lagern

Zur Lagerung der Ernte im Winter legt Margarete Langerhorst besonderes Augenmerk auf die getrennte Aufbewahrung von Obst und Gemüse, um gegenseitige Fäulnis- und Schimmelbildung zu vermeiden. Sie empfiehlt, Lagergemüse in Erdkellern zu lagern und Obst zu trocknen oder in Bereichen mit guter Belüftung aufzubewahren, sodass Feuchtigkeit und Gase entweichen können.

Bilder: vvoe / Shutterstock