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Bäume werden im Sommer oder im Winter verschnitten

Bäume richtig schneiden

Natürlich kennen Waldbäume keinen Rückschnitt und gedeihen trotzdem prächtig. Außerdem kann man bei einem Rückschnitt viel falsch machen - und beim Zurückschneiden der Äste etwa den falschen erwischen oder aus lauter Unkenntnis die Blütenknospen oder das Fruchtholz entfernen oder den Austrieb von zahlreichen Wasserschossern vorantreiben. Dennoch ist der Baumschnitt kein Hexenwerk - und in vielen Fällen sogar sehr sinnvoll.

Weshalb sollte man Bäume schneiden?

Bäume sollte man schneiden, um ihren natürlichen Aufbau zu fördern bzw. diesen im Laufe der Zeit zu erhalten. Alte Bäume lassen sich sogar durch einen gezielten Verjüngungsschnitt wiederherstellen und zu alter Pracht zurückführen. Viele Bäume, vor allem Blüten- und Obstgehölze, vergreisen sogar durch den fehlenden Rückschnitt schnell, so dass Blüte und Fruchtbildung ausbleiben. Ein solcher Erhaltungsschnitt sorgt dafür, dass die Bäume regelmäßig erneuert werden und so gar nicht erst vergreisen. Übrigens geschieht dies auch in der Natur – ganz natürlich durch Wildverbiss bei jungen Bäumen, die durch Rehe und andere Waldtiere angefressen und so zu verstärktem Austrieb angeregt werden. Weitere wichtige Gründe, die für einen regelmäßigen Rückschnitt sprechen, sind:

  • Beseitigung von abgestorbenem und krankem Holz
  • nach Sturmschäden
  • nach Frostschäden
  • Auslichtung der Krone
  • Formschnitt (z. B. bei Hecken)

Des Weiteren kann ein Baumschnitt nicht nur fällig, sondern sogar gesetzlich zwingend erforderlich sein, wenn die Sicherheit beispielsweise von Passanten nicht mehr gegeben ist – etwa, weil der dicke, morsche Ast des alten, über den Zaun ragenden Kirschbaums auf die Straße zu fallen droht. Wird hierbei jemand verletzt, ist der Eigentümer des Baums für alle entstandenen Schäden verantwortlich und auch haftbar zu machen.

Welche Bäume sollte man lieber wenig oder gar nicht schneiden?

Nichtsdestotrotz variiert die Notwendigkeit eines Schnitts sowie dessen Umfang je nach Baumart erheblich. Aus diesem Grund werden Gehölze in verschiedene Schnittgruppen unterteilt. Während Obstgehölze etwa regelmäßig geschnitten werden müssen, gibt es einige Bäume, die nur in seltenen Fällen eine Schere zu spüren bekommen sollten. Dazu gehört etwa die Araukarie, die Sie auf keinen Fall schneiden dürfen: Der eigenwillig, ohnehin sehr streng wachsende Baum treibt im Gegensatz zu anderen Gehölzen nämlich an den Schnittstellen nicht wieder aus und es verbleiben unschöne kahle Stellen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Schneiden des Baumes?

Der passende Zeitpunkt für einen Rückschnitt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind jedoch nicht nur biologischen bzw. ökologischen Ursprungs, sondern ebenso gesetzlich vorgeschrieben: Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen starke Rückschnitte bzw. ein „auf den Stock setzen“ von Gehölzen jeglicher Art – und damit auch von Bäumen – nicht zwischen dem 1. März und dem 30. September eines Jahres erfolgen. Form- und Pflegeschnitte sind jedoch erlaubt. Grund für diese Regelung sind brütende Vögel, deren Nester nicht zerstört bzw. die nicht verschreckt werden sollen. Ansonsten können Sie die meisten Baumarten sowohl im Sommer als auch im Winter verschneiden, wobei jeder Zeitpunkt seine spezifischen Vor- und Nachteile hat.

Sommerschnitt

Der Sommer ist der richtige Zeitpunkt, um stark austreibende Baumarten sowie welche, die nur wenige oder keine Früchte ausbilden, zurückzuschneiden. Dazu gehören beispielsweise die Weiden (Salix), die sich nach einer solchen Maßnahmen sehr schnell wieder erholen. Auch viele Blütengehölze werden nach der Blüte geschnitten, damit die rechtzeitige Ausbildung neuer Blütentriebe erfolgt. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Flieder.

Weitere Schnittmaßnahmen im Sommer:

  • Auslichten einer zu dicht gewachsenen Krone
  • Entfernung abgestorbener und kranker Triebe
  • Eindämmung von Krankheiten, vor allem von Pilzkrankheiten
  • Eindämmung eines starken Wachstums, da ein Sommerschnitt das Wachstum bremst

Winterschnitt

Die weitaus meisten Bäume werden allerdings im Winter bzw. im zeitigen Frühling zurückgeschnitten. Handelt es sich um eine früh austreibende Art, sollten Sie bereits im Herbst zur Schere greifen. Bei Laubbäumen ist der Zeitpunkt nach dem Laubfall der richtige. Im Gegensatz zum wachstumsbremsenden Sommerschnitt regt ein Winterschnitt das Wachstum der Gehölze an, weshalb eher schwachwüchsige Bäume auf diese Weise zu einem vermehrten Austrieb angeregt werden können.

Die wichtigsten Tipps für den Baumschnitt

Wie und wann Sie einen Baum richtig beschneiden, hängt in erster Linie von dessen Art an. Aus diesem Grund finden Sie an dieser Stelle keine konkrete Anleitung für einen Rückschnitt, sondern lediglich einige allgemeingültige Tipps.

Keine „Huthaken“ stehen lassen

Triebe und Äste sollten immer sauber am Seitentrieb bzw. Stamm abgeschnitten werden, so dass keine Stummel stehenbleiben. Diese sterben nämlich mit der Zeit ab und bilden ein gefährliches Einfallstor für Krankheitserreger.

Dicke Äste richtig abnehmen

Dasselbe gilt für dicke Äste, die Sie bis zum Astring absägen sollten. Dies kann auch in mehreren Etappen erfolgen, wenn der Ast besonders groß, lang und schwer ist. Hier, direkt an der Basis, sorgt das vorhandene Teilungsgewebe für eine schnelle Wundheilung.

Auf die Augen achten

Soll ein Ast Seitentriebe ausbilden, schneiden Sie ihn immer bis über ein nach außen zeigendes Auge zurück.

Schnittwerkzeug desinfizieren

Immens wichtig ist auch, stets nur mit desinfiziertem und scharfem Schnittwerkzeug zu arbeiten. Zum Säubern von Scheren und Sägen können Sie Alkohol verwenden, aber auch spezielle Desinfektionsmittel aus dem Gartenfachhandel oder der Apotheke. So lässt sich die Übertragung von Krankheitserregern vermeiden.

Tipps

In den meisten Ratgebern ist noch zu lesen, dass Schnittwunden mit Baumwachs oder einem anderen Mittel verschlossen werden müssen. Gemäß neuerer Pflanzenforschung sollten Sie dies besser unterlassen und die Wunden stattdessen sorgfältig ausschneiden und von allein heilen lassen.

Artikelbild: Krisana Antharith/Shutterstock

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