Fruchtholz – Infos rund um das wertvollste Holz am Obstbaum

In der Kultivierung von Obstbäumen dreht sich alles um die Gewinnung eines hohen Anteils von Fruchtholz. Dieser Leitfaden hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hausgärtner praxisbezogen zu informieren über die Bedeutung dieser zentralen Astkategorie innerhalb der Krone.

fruchtholz
Junges Fruchtholz trägt große und gesunde Früchte

Fruchtholz – Definition

Sammelbegriff im Obstbaumschnitt für alle untergeordneten Triebe innerhalb der Asthierarchie einer Krone, die Blüten und Früchte tragen.

Per Definition ist Fruchtholz nicht Bestandteil im dauerhaften Grundgerüst von Obstbäumen. Die Äste können im Laufe der Zeit vergreisen, wobei sie immer kleinere Früchte tragen. Aus diesem Grund wird älteres Fruchtholz einem Fruchtholzschnitt unterzogen, der abzielt auf das Wachstum junger Fruchttriebe.

Wann und wo bildet sich Fruchtholz in der Krone? – Beispiel Apfelbaum

Im Anbau von Obstbäumen erfordert es ein wenig Geduld, bis sich das erste Fruchtholz in der Krone entwickelt. Obschon ein Großteil der Schnittpflege das Wachstum von Fruchtästen anstrebt, nimmt das Holz in der Asthierarchie eine untergeordnete Position ein. Der folgende zeitliche Ablauf verdeutlicht beispielhaft am Apfelbaum, wann und wo in der Regel das erste Fruchtholz innerhalb einer Rundkrone entsteht:

  • Dauer der Erziehung bis zur ersten Apfelernte: durchschnittlich 4 bis 12 Jahre, je nach Wuchshöhe
  • In den ersten Standjahren: Wachstum von Stamm, Stammverlängerung und 3 bis 5 Leitästen
  • An den Leitästen gedeihen Seitenäste als Gerüstäste
  • Aus den dauerhaften Seitenästen sprießen erste Fruchtäste mit je einer Blütenknospe
  • Im Folgejahr verzweigen die Fruchtäste zu Fruchtholz mit Blüten und Früchten

Dieses Wachstumsverhalten lässt sich in modifiziertem Ablauf auf die meisten Obstbaumarten im Hausgarten übertragen. Ungeachtet der Unterschiede zwischen Stein- und Kernobst, können Sie erst mit dem Wachstum von Fruchtholz rechnen, wenn sich ein stabiles Kronengerüst entwickelt hat mit Fruchtästen, die sich zu Fruchtholz verzweigen.

Obstbaum schneiden

Das beste Fruchtholz trägt ein Apfelbaum an den kurzen Fruchtspießen, die den zweijährigen Fruchtästen entstammen. Erst ein durchdachtes System aus Leit- und Seitentrieben schafft die Basis für das Wachstum von Fruchtholz.

Sonderformen von Fruchtholz – ein Kurzüberblick

Bei der Lektüre von Anleitungen rund um den Obstbaumschnitt begegnen Sie verschiedenen Fachbegriffen, die einen unmittelbaren Zusammenhang zum Fruchtholz haben. Die häufigsten Termini mit Hinweisen zur Bedeutung haben wir im Folgenden für Sie zusammengetragen:

  • Fruchtspieß: sehr kurzer, einjähriger Seitentrieb am zwei- oder mehrjährigen Ast mit einer endständigen Blütenknospe
  • Buketttrieb: an Steinobst auftretende Kurztriebe mit zahlreichen Blütenknospen
  • Fruchtrute: zweijährige Rute mit Blütenknospen, die einem letztjährigen Wasserschoss entspringt

Eine wichtige Funktion nimmt der Fruchtkuchen ein. Konkret wird damit Fruchtholz mit auffälligen Verdickungen bezeichnet. Die Verdickungen markieren die Stellen, an denen sich im Vorjahr die Stiele von Früchten befanden. Jeder Fruchtkuchen besitzt das Potenzial, frisches Fruchtholz und neue Fruchtspieße hervorzubringen. Beim fachkundige Obstbaumschnitt sollte darauf geachtet werden, genügend Fruchtkuchen am Baum zu belassen.

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Tipps

Ist Ihnen die Wartezeit auf das erste Fruchtholz mit bis zu 12 Jahren viel zu lang? Dann erziehen Sie Ihren Obstbaum einfach als Spindelbaum. An einem einzigen Gerüsttrieb als Ministamm gedeihen alle Seitentriebe als Fruchtholz. Unter normalen Rahmenbedingungen können Sie an einer Apfelspindel bereits nach 2 Jahren die ersten Früchte ernten.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: nata-lunata/Shutterstock
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