Was ist ein Buketttrieb? – Infos rund um einen besonderen Ast

Süßkirschen nehmen im Obstbaumschnitt eine Sonderstellung ein. Dieser Status findet unter anderem Ausdruck in einem Fachbegriff, der bei der überwiegenden Mehrheit von Obstarten nicht erwähnt wird. Dieser Leitfaden erklärt, was es mit einem Buketttrieb am Vogelkirschenbaum auf sich hat.

buketttrieb
Süßkirschen bilden kurze Triebe mit zahlreichen Blüten

Buketttrieb – Definition mit Erläuterungen

Kurzer Triebstummel am zwei- oder mehrjährigen Ast, der 5 und mehr Blütenknospen an der Spitze trägt.

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Kennzeichnend für Süßkirschen ist, dass sie über langlebiges Fruchtholz verfügen. Die kurzen Buketttriebe bilden sich daran zuverlässig mit zahlreichen Blütenknospen, die Ihnen die saftig-süßen Kirschen bescheren. Unverkennbar versammeln sich die dicken Blütenknospen in dichten Gruppen an den Triebspitzen, wie untenstehende Abbildung verdeutlicht. Im Unterschied dazu sind die Internodien von Blatt- und Triebknospen markant länger.

Triebknospen Süßkirsche

Die kreisförmig angeordneten Blütenknospen eines kurzen Buketttriebs unterscheiden sich deutlich von den spitzen Blatt- und Triebknospen einer Süßkirsche.

Lichtdurchflutete Krone fördert Buketttriebe

Die Langlebigkeit von Fruchtholz und Buketttrieben erfordert lediglich alle 3 bis 4 Jahre einen Auslichtungsschnitt. Entfernen Sie Totholz, ungünstig stehende und steil aufwärts gerichtete Äste sowie Konkurrenztriebe zu den Gerüstästen. In einer lichtdurchfluteten Krone gedeihen die wertvollen Buketttriebe munter weiter und tragen reichen Fruchtbehang.

Es ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn sich am Ende eine leergefegte Krone präsentiert. Im Gegenteil haben Sie alles richtig gemacht, wenn jetzt eine alte Bauernregel zutrifft: Ein Gärtner muss seinen Hut durch die Krone werfen können.

Betrachten Sie Ihre Süßkirsche im nächsten Sommer, können Sie eine lichte Krone bewundern, prall gefüllt mit vitalen Buketttrieben.

Tipps

Der Anbau einer Süßkirsche (Prunus avium) im privaten Garten will gut überlegt sein. Die breit ovale Krone dehnt sich bis zu 15 Meter weit nach allen Seiten aus. Über den Weg regelmäßiger Schnittmaßnahmen ist das raumgreifende Wachstum kaum zu kontrollieren, weil Schnittwunden selten verheilen. Kallus überwallt größere Wunden nur zögerlich, was Pilzen und Schädlingen ideale Angriffsflächen offeriert.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Kazu Inoue/Shutterstock

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