Pfirsichbaum schneiden

Pfirsichbaum regelmäßig schneiden

Bei kaum einer anderen Obstart ist der regelmäßige Baumschnitt so wichtig wie beim Pfirsich. Werden Pfirsiche mehrere Jahre nicht beschnitten, verkahlt das Holz und trägt nur noch wenig oder keine Früchte mehr. Lesen Sie, wie der Schnitt beim Pfirsichbaum korrekt ausgeführt wird.

Scharfer Pflanzschnitt für mehr Neutriebe

Pfirsiche werden meist als einjährige Veredelungen gepflanzt. Über dem Stamm befinden sich so genannte vorzeitige Triebe, d. h. Triebe, die bereits während des Sommers an einem im gleichen Jahr entwickelten Mitteltrieb entstanden sind. Es empfiehlt sich, die unteren dieser vorzeitigen Triebe nach der Pflanzung wegzuschneiden. Dadurch wird die spätere Bodenbearbeitung unter dem Baum erleichtert. Über diesem nun höheren Stamm lassen Sie drei bis vier vorzeitige Triebe stehen und kürzen sie auf zwei bis drei Augen ein. Der Mitteltrieb wird auf eine Handspanne darüber auf eine gut ausgebildete Knospe zurückgeschnitten. Nach diesem kräftigen Rückschnitt wird der Baum stark durchtreiben.

Baumschnitt im Jahr nach der Pflanzung

Im ersten Jahr wird ein junger Pfirsichbaum – abgesehen vom drastischen Pflanzschnitt – nicht beschnitten. Erst im Jahr nach der Pflanzung erfolgt im Herbst der Folgeschnitt. Der Pfirsich neigt stark zur Spitzenförderung, d. h. die unteren Teile der Baumkrone verkahlen leicht, wenn der Baum nicht ständig in scharfem Schnitt gehalten wird. Zudem tragen Pfirsichbäume nur an den im Vorjahr gebildeten Trieben. Der Schnitt sorgt für den jährlichen Neuaustrieb und damit für höhere Erträge.

Kronenaufbau beim Pfirsich

Bei vielen Obstbäumen ist eine Pyramidenkrone mit Stammverlängerung sowie Leit- und Fruchtästen üblich, so auch beim Pfirsich. Stattdessen lässt sich aber auch eine Hohlkrone aufbauen – diese Kronenform hat sich beim Pfirsich bewährt. Und so gehen Sie dabei vor:

  • beim Schnitt im zweiten Jahr bleiben lediglich drei gut verteilte Leitäste übrig
  • Stammverlängerung wird herausgeschnitten
  • Aufbau der Seiten- und Leitäste ansonsten wie bei der Pyramidenkrone

Wahre und falsche Fruchttriebe

Eine Besonderheit beim Pfirsich sind die so genannten “wahren” und “falschen” Fruchttriebe. Die schönsten Früchte werden an den wahren Fruchttrieben entwickelt. Diese Triebe sind etwa bleistiftstark und haben eine Länge von 50 Zentimetern und mehr. Meist stehen an ihnen drei Knospen zusammen: Zwischen zwei rundlichen Blütenknospen ist eine spitze Holzknospe eingebettet. Kürzen Sie die wahren Fruchttriebe um etwa die Hälfte ein. Dadurch entstehen besonders schöne Früchte und außerdem ein kräftiger Neutrieb, ergo neue wahre Fruchttriebe für das darauffolgende Jahr.

Falsche Fruchttriebe radikal verschneiden

Falsche Fruchttriebe, die erheblich schwächer, kürzer und beinahe ausschließlich mit Blütenknospen besetzt sind – es fehlen die spitzen Holzknospen sowie Blattknospen – werden bis auf kurze Stummel von ein bis zwei Knospen zurückgeschnitten. Früchte werden an solchen Trieben kaum ausgebildet. Durch den scharfen Schnitt kann jedoch ein kräftiger Neuaustrieb angeregt werden; es entwickeln sich wahre Fruchttriebe für das nächste Jahr. Auch Holztriebe, die auf ihrer ganzen Länge nur mit länglich-spitzen Holzknospen besetzt sind, werden eingekürzt – aber nur, wenn sie als Verlängerung von Leit- oder Nebenästen gebraucht werden. Anderenfalls werden sie ganz entfernt. Im Pfirsichbaum befinden sich darüber hinaus sehr kurze, mit vielen Blüten besetzte Bukett-Triebe, die jedoch nicht geschnitten werden.

Sommerschnitt ist anzuraten

Bereits Anfang Juni sollten sämtliche Konkurrenztriebe sowie zu dicht stehende und nach innen wachsende Triebe beseitigt werden. Der Rückschnitt der Leit- und Nebenäste sowie der Schnitt der wahren und falschen Fruchttriebe kann während und nach der Blüte erfolgen. Allerdings ist letzterer Zeitpunkt die bessere Wahl, insbesondere in klimatisch ungünstigen Lagen, in denen die Pfirsichblüte des Öfteren erfriert.

  • Sind nämlich die Blüten oder die jungen Früchte erfroren, so werden sowohl die falschen als auch die wahren Fruchttriebe bis auf kurze Stummel zurückgeschnitten.
  • Dadurch wird ein kräftiger Neuaustrieb wahrer Fruchttriebe im kommenden Jahr angeregt.
  • In einem solchen Jahr wird ohnehin keine Ernte erfolgen, da können Sie auch gleich schneiden.

Beschneidung nach kaltem Winter

In kalten Wintern treten beim Pfirsich vielfach Schäden auf. Ist die Krone teilweise zurückgefroren, so schneiden Sie die abgestorbenen Teile bis auf weiter unten befindliche Jungtriebe zurück und bauen mit diesen eine neue Krone auf.

Verjüngungsschnitt am Ende des Sommers

Ist ein Pfirsichbaum in seinen unteren Teilen verkahlt, so sollte ein Verjüngungsschnitt erfolgen; am besten im Sommer nach der Ernte. Leitäste und die an diesen befindlichen Seitenäste (d. h. die Fruchtäste) werden dabei weit ins alte Holz hinein zurückgenommen. Zu beachten ist, dass sich an den größeren Schnittstellen jüngere Triebe befinden, die als Verlängerungen der betreffenden Äste dienen können.

Ausschneiden bei bestimmten Pilzerkrankungen

Radikales Ausschneiden der befallenen Äste und Zweige ist auch bei vielen Pilzerkrankungen notwendig, so etwa beim Obstbaumkrebs. In einem solchen Fall werden die vorhandenen Krebsstellen (d. h. Wucherungen an Stamm, Ästen und Zweigen) bis ins gesunde Holz ausgeschnitten und mit einem Wundpflegemittel behandelt.

Tipps & Tricks

Achten Sie beim Verschneiden darauf, dass insbesondere größere Wunden mit einem Wundverschlussmittel verstrichen werden. Anderenfalls sind die frischen Schnittstellen geradezu eine Verlockung für Pilze und andere Krankheitserreger.

Beiträge aus dem Forum

  1. Andreas
    Blattbefall
    Andreas
    Plauderecke
    Anrworten: 2
  2. Winterschlaf
    Seidenbaum
    Winterschlaf
    Krankheiten
    Anrworten: 8
  3. Andreas
    Frage
    Andreas
    Plauderecke
    Anrworten: 2